Tipps für Blogger: Geld verdienen30. Januar 2013

Wir Blogger sind ein bisschen wie Berlin: arm aber sexy. Ein Blick in meine Blog-Buchhaltung beweist, dass man auch mit “Lousy Pennies” auf seine Kosten kommen kann.

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Immer wieder werde ich gefragt: Warum bloggen Sie? Meine Standard-Antwort lautet: Warum nicht? Kostet ja nix. So ganz stimmt das nicht, denn obwohl die Blogging-Software selbst (hier: WordPress) gratis ist, Server-Hosting, Lizenzgebühren für Fotos etc., da kommt über die Monate ganz schön was zusammen.

Heute tue ich etwas, was ich vorher noch nie getan habe: Ich gewähre Euch Einblick in meine Buchhaltung und lege offen, was mich mein G! blog so aufs Jahr gerechnet kostet – vor allem – ob und wie sich das Bloggen re-finanziert.

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Wie alles begann

Als ich vor 4 Jahren mit dem Bloggen anfing, habe ich mir nur eine einzige Vorgabe gemacht: Ich will damit kein Geld verdienen, aber eben auch keins verlieren. Was auch immer ich in mein Blog hineinstecke, am Ende möchte ich eine schwarze Null schreiben. Wenn ein bisschen was von den Werbeeinnahmen am Ende des Jahres übrig bleibt, soll mir das natürlich auch recht sein.

Das erste Jahr habe ich vor allem mit Google-Werbebannern gearbeitet. Als der erste Scheck kam (ich hatte noch nie zuvor einen Snail-Mail-Brief von Google bekommen) war ich begeistert. Später wurde mir klar, dass die knapp 100 Euro, die ich über ein Jahr mit Blinke-Bannern in meinem Blog und bei YouTube machte, lachhaft sind.

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Wer sein Blog etwas professioneller aufziehen will, hat Ausgaben – mein G!blog kostet mich im Jahr rund 900 €

Ein neues Werbemodell

Also suchte ich nach einem Sponsor, der sich für einen längeren Zeitraum committet und mein Blog als eine Art Kreuzung aus Sponsor und Mäzen unterstützt (Anfang des Jahres habt Ihr ja bereits KOENIGSFILM kennengelernt, meinen exklusiven G!friend für das Jahr 2013).

Dieses Modell erwies sich schnell als Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Der Sponsor hat einen bleibenden Image-Transfer und sticht durch die Exklusivität als einziger Werbepartner auf meinen Seiten hervor, die Leser werden ein ganzes Jahr von lästigen Blinke-Bannern in den Texten verschont, ich selbst werde für die Zeit entschädigt, die ich für das Bloggen aufwende, habe Planungssicherheit.

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Kleinvieh macht auch Mist – und wie!

Daneben gibt es aber noch einige andere Einnahmequellen, die, jede für sich sicherlich unzureichend wäre, um damit ein Blog zu unterhalten. Zusammenaddiert allerdings ergeben diese “Lousy Pennies” (siehe Blogpost meine 5 Cents zum Zeitungssterben) eine stattliche Summe – und das ohne großen Mehraufwand. Im Folgenden möchte ich Euch nun diese Zusatzerlöse vorstellen:

Amazon Partner-Links

Wer hätte das gedacht: ausgerechnet die Finanzierungsquelle, mit der ich am wenigsten gerechnet hätte, wirft am meisten ab: Dank amazon-Partner-Links zu Produkten, die ich von meinem eigenen Geld gekauft habe und daher auch völlig unvoreingenommen testen kann, erhalte ich Monat für Monat rund 50 Euro in Form eines Amazon-Einkaufsgutscheins. So habe ich beispielsweise allein für den Artikel mit den Blogger-Travel-Tools von vor 2 Wochen rund 300 Euro gutgeschrieben bekommen.

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Eher die Ausnahme: Knapp 300 Euro mit einem Blogpost

Mit diesem Guthaben kann ich Festplatten, Mikrofone oder auch mal ein Stativ kaufen, das ich für meine Videos brauche. Wichtig: Partner-Links sollten immer transparent als solche gekennzeichnet werden, damit der Leser weiß, dass man, wenn sich ein Leser zum Kauf entschließt, ein paar Euro vom Amazon-Verkaufspreis Kommission erhält.

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Die von mir empfohlene “Bloggertasche” aus dem Blogpost zu meiner Blogger-Ausrüstung wurde von Euch 72 mal bestellt!

Flattr

Es gibt Blogger, die flattr ausprobiert und irgendwann mal aufgegeben haben. Das Prinzip “linke Tasche, rechte Tasche” taugt ihnen nicht, sie sagen: Ich bekomme am Ende nicht viel mehr raus, als ich reinstecke. Das hängt natürlich auch immer mit der Güte der eigenen Blogposts ab. Ich für meinen Teil mache im Jahr rund 220 Euro mit meinen Texten, wovon ich 20-30 Euro wiederum in andere Blogs flattere.

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Immerhin eine warme Mahlzeit pro Monat plus Nachtisch: Flattr me!

PayPal

Es gab Zeiten, da hat mich PayPal vor dem Ruin bewahrt (siehe: Blogpost Bilanz aus Kairo). Heute habe ich den PayPal-Spenden-Knopf sehr dezent im Impressum versteckt. Trotzdem erreichen mich im Jahr noch rund 50 Euro – unaufgefordert. An alle Spender: Ihr seid super!

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Einzelspenden von treuen Lesern – ja, sowas gibt es!

YouTube

Es soll Leute geben, die von YouTube leben können. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Das super-transparente-und-ganz-und-gar-nicht-böse Google verbietet seinen YouTube-Partnern ausdrücklich zu verraten, wie viel Geld man mit seinen Videos macht. Natürlich halte ich mich an diese Vorgabe, deshalb nur ganz grob: meine letzte YouTube-Abrechnung brachte ungefähr 84,34 Euro – ich verrate aber nicht für wieviele Videos und welchen Zeitraum! (Schon abonniert? Hier geht’s zu meinem YouTube-Kanal)

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YouTube-Abrechnung mit 89 Cent aus Peru – ¡muchas gracias

InstaCanvas

Eine nette Spielerei, die ich in diesem Blogpost näher beschrieben habe. Mit InstaCanvas lassen sich die eigenen Instagram-Bilder auf Leinwand drucken und in einer öffentlichen Galerie verkaufen (hier geht’s zu meiner Galerie).

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Das macht nicht nur Spaß, sondern wirft hin und wieder, ganz unerwartet ein bisschen Taschengeld ab. Immerhin: 7 Kunstwerke habe ich im vergangenen Jahr verkauft – rund 40 Euro.

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Hier geht es zu meiner Instagram-Vernissage. The Artist is present!

Warnung zum Schluss

Und dann gibt es da noch Anfragen von Seelenverkäufern, die durch gefakete redaktionelle Werbetexte und Querverweise einen schnellen Euro versprechen. Meine Empfehlung: Finger weg! Nicht nur, dass es sich bei den meisten Agenturen um Briefkastenfirmen handelt, die irgendwelche SEO-Betrügereien betreiben. Gekaufte oder nur scheinbar redaktionelle Texte – so etwas machen vielleicht Qualitätszeitungen und -Zeitschriften – aber doch nicht wir Blogger! ;-)

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Unerwünschte Anfragen von obskuren Marketing-Firmen landen bei mir sofort im E-Mail-Ordner mit der freundlichen Aufschrift: “BULLSHIT”

 

Fazit

Mit Bloggen wird man vielleicht nicht reich, dafür hat man eine Menge Spaß. Und ja, liebes Finanzamt, Du kriegst auch dieses Jahr wieder eine feine Aufstellung mit allen Belegen!

Frage: Wie finanziert Ihr Euer Blog? Welche Einnahmequellen haben sich für Euch bezahlt gemacht?

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110 Kommentare
  1. Eugen schreibt:

    Hallo!

    Mal ehrlich Hut ab. Endlich mal wieder ein richtig guter Artikel. Sehr informativ, sehr gut beschrieben und eine gute Handlungsanleitung.

    Weiter so und Level halten!

  2. Raphael schreibt:

    Hallo,

    der Artikel ist sehr interessant und hat mir sehr gut gefallen. Viele sehr interessante Tipps die ich auf jeden Fall berücksichtigen und nutzen werde.
    Vielleicht schreiben Sie weitere Artikel zu dem Thema? Ich würde Sie gerne wieder lesen.

    Vielen Dank und weiter so!

    Schöne Grüße

    Raph

    • Richard schreibt:

      Danke für das Feedback. Hiermit vorgemerkt!