Es war das Sommerlochthema 2010: Google Streetview. Am Rande eines Heimatbesuchs in Bayern habe ich die Bundesverbraucherschutzministerin getroffen. Ilse Aigner war so spontan, für die Besucher meines Blogs ein paar Fragen zu beantworten.

Das Straßen-Interview – komplett unverpixelt :-)

Reagieren die Politiker zu hysterisch? Oder wird uns unser Gottvertrauen gegenüber Google, Facebook & Co eines Tages noch leidtun?

Eure Meinung zur Google-Streetview-Debatte?


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Mögen die Bildschirme bald so flach werden wie das Programm; dass sich das Fernsehen in den letzten 50 Jahren kaum weiterentwickelt hat, liegt nicht an der Technik, sondern daran, dass den Leuten, die Television machen, vor allem eines fehlt: die Vision.

Gestern habe ich die Zukunft des Fernsehens gesehen. Nicht auf der IFA in Berlin. Auf meinem iPhone. Ich saß mit Freunden in einer Münchner Kneipe. Vor uns: ein iPad, ein iPhone 3GS und das iPhone 4. Auf allen Bildschirmen lief das gleiche Programm: der Apple-Livestream aus dem Yerba-Buena-Center for the Arts in San Francisco. Eine Keynote von Steve Jobs als Live-Video, so etwas hatte es lange nicht mehr gegeben. Das eigentliche Besondere war, dass der Stream technisch speziell auf (mobile) Apple-Geräte ausgerichtet war und noch dazu fantastisch klappte.

Ob iPhone oder iPad – überall ein gestochen scharfes Bild (zugegeben: mit gelegentlichen Aussetzern). Toll: Die hervorragende Bildqualität blieb auch dann noch erhalten, als ich später mit dem iPhone in der Hand das Lokal verließ und vom WiFi- auf das mobile 3G-Netz wechselte. Ich habe schon viel gesehen, aber Live-TV auf einem Handy, in dieser Qualität, das war echt beeindruckend.

Die Präsentation selbst bestand zum großen Teil aus der alljährlichen iPod-Verkaufsshow. Doch dann stellte der Apple-Boss noch ein paar weitere Neuerungen vor, und plötzlich schloss sich der Kreis. Mit Airplay will Apple in Zukunft das Streamen von Medien – zum Beispiel von iPad zur Stereoanlage ermöglichen. Mit der zweiten Generation von AppleTV geht der Computerbauer einen Schritt weiter: auch Video soll demnächst zwischen allen (Apple-) Geräten austauschbar sein. Habe ich beispielsweise einen Film unterwegs auf dem iPhone angefangen, kann ich ihn zuhause auf dem Fernseher weiterschauen.

AppleTV – die Zukunft des Fernsehens? Vielleicht. Allerdings nicht das Gerät, auch nicht die Software – sondern die Idee dahinter. Und die fehlt den Platzhirschen in der TV-Branche. Mögen die Bildschirme bald so flach werden wie das Programm; dass sich das Fernsehen in den letzten 50 Jahren kaum verändert hat, liegt nicht an der Technik, sondern daran, dass den Leuten, die Television machen, vor allem eines fehlt: die Vision.

Wenn in diesen Tagen auf der IFA wieder jede Menge „Innovationen“ gefeiert werden, findet die eigentliche Revolution ganz woanders statt. Und zwar mitten in der Einöde von North Carolina. Hier errichtet Apple gerade ein “big-ass” data center, eine gigantische Serverfarm, so groß wie sonst nur die Rechencenter von Google. Dort will Apple demnächst seine Daten lagern, darunter auch, so darf vermutet werden, Musik- und TV-Angebote sowie Filme. Laut Apple-Vize Tim Cook auf der letzten Bilanz-Pressekonferenz soll das Datencenter Ende des Jahres fertig gestellt und einsatzbereit sein.

Anders als bei der Musik oder beim Mobiltelefon tut sich Apple jedoch schwer, das Fernsehen neu zu erfinden. Warum das so ist, das hat Steve Jobs bei der D8 Conference im Frühjahr auf Nachfrage eines Zuschauers erklärt:

Vergessen wir für einen Moment mal Apple. Vergessen wir Google. Vergessen wir die IFA, die vielen tollen Geräte, Bildschirmdiagonalen, Pixelzahlen – das alles. Die Zukunft des Fernsehens ist nicht der 3D- oder der Hybridfernseher.

Die Zukunft des Fernsehens ist für mich eine Kombination aus den folgenden 5 Punkten:

  1. Einfache Bedienbarkeit
  2. Preis
  3. Angebot / Auswahl
  4. Qualität
  5. Community

1. Einfache Bedienbarkeit

Eine der spannendsten Momente der Apple-Präsentation war der Moment, als Steve Jobs auf die Schwächen der Konkurrenz verwies. „Die Leute wollen keinen Computer auf ihrem Fernseher“ – eine volle Breitseite gegen Google, noch bevor die angekündigte Google-TV-Box überhaupt vorgestellt wurde. „Für Leute in der Computer-Industrie ist sowas schwer zu verstehen, aber für die Benutzer ist das leicht zu verstehen.“ Jobs, der alte Besserwisser? Ja. Weil er schon oft genug bewiesen hat, dass er es tatsächlich besser weiß!

2. Preise

Apple hat die TV-Bosse (wie seinerzeit die Musik-Industrie) versucht davon zu überzeugen, dass sie mit Ihren Preisen runter gehen müssen. 99 Cent Rentals für eine Folge Lost, Simpsons oder Mad Men. Werden die Menschen für etwas zahlen, das man sonst auch gratis sehen kann? Ich bin der Meinung: ja, sie werden – solange es schnell und einfach geht. Der Mehrwert: Sehen was immer, wann immer und wo immer man will. 99 Cent? Geschenkt.

3. Auswahl

Hier muss Jobs noch die größte Überzeugungsarbeit leisten. Bis auf abc (gehört zu Disney, an dem Jobs 10 Prozent der Anteile hält) und Fox (gehört zu Murdoch, der das iPad liebt) haben alle anderen Networks bisher abgewunken. “Die werden sich auch noch anschließen”, so der Apple-Boss, “wenn sie ihren Moment der Erleuchtung haben”. Besser laufen die Geschäfte mit Hollywood: die strategische Allianz mit Netflix ist genial. Damit kann Apple nun endlich auch Filme anbieten, auf die man über AppleTV noch keinen Zugriff hatte.

4. Qualität

Ohne qualitativ hochwertige Inhalte, kein Erfolg. Jobs sagt: Die Menschen wollen Hollywood-Filme und hochwertige TV Serien – keine Amateur- und keine Low-Budget-Produktionen. Ohne guten Content verblassen selbst die schönsten Bildschirme.

5. Community

Menschen lieben es, Dinge miteinander zu teilen. Eine Tatsache, die auch Apple lange Zeit sträflichst vernachlässigt hat. Mit Ping startet nun auch Apple sein eigenes Soziales Netzwerk. Ob Ping Giganten wie Facebook & Co eines Tages das Wasser reichen kann, ist eher unwahrscheinlich. Google hat sich auf diesem Feld bereits wiederholt die Finger verbrannt. Dennoch bin auch ich davon überzeugt, dass das Fernsehen eines Tages einen Marktplatz braucht, auf dem man sich parallel zum laufenden Programm austauschen, die jeweiligen Sendungen bewerten kann.

Fazit: AppleTV ist alles andere als ausgereift. Ein Provisorium, bis die wirklich dicken Bretter gebohrt werden (Technik, Lizenzen, Inhalte). Und dennoch: Gestern habe ich die Zukunft des Fernsehens gesehen. Nicht in Berlin und nicht auf einem Fernsehgerät. Auf meinem iPhone.


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Eure Meinung? Habt Ihr die Keynote gesehen? Wird sich Apple auf dem TV-Markt durchsetzen?

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Steve Jobs live

1. September 2010

Apple streamt zum ersten Mal eine Steve Jobs Keynote exklusiv auf iPhone, iPod, iPad oder Mac. Beginn: heute 19 Uhr (dt. Zeit). Schlechte Nachricht für alle Windows-User: Ihr müsst draußen bleiben!

*Korrektur: In meinem ursp. Text von heute Nacht um 3 Uhr schrieb ich von einer Premiere. Ein Fehler. Apple streamte bereits via Quicktime (auch PC). Tech-Blogger streiten sich noch, ob es 2003 oder 2004 war.

Heerscharen von Tech-Bloggern, die extra zum Apple Event nach San Francisco reisen, werden in ihre iPhones gebissen haben. Mitten in der Nacht (dt. Zeit) veröffentlichte Apple diese Pressemitteilung. Darin verkündet der Konzern aus Cupertino, man werde den Apple Event weltweit live übertragen (Den Link gibt es erst heute Abend via http://apple.com). Technische Voraussetzung: ein Mac mit Safari-Browser, Quicktime X (Leopard) bzw. ein iOS4-Gerät (iPhone bzw. iPod Touch) oder das iPad. Alle anderen schauen in die Röhre.

Apple Keynotes, gerne auch Stevenotes genannt, haben eine lange Tradition. Seit seiner Rückkehr zu Apple 1997 hat Steve Jobs mindestens einmal jährlich eine seiner legendären Präsentationen gehalten. Dabei hat er nicht nur verkündet, wie er die Marke Apple wieder fit kriegen will (siehe Video oben), der Apple-Chef überraschte auch immer wieder mit völlig neuen Produkten (2001: iPod, 2007: iPhone).

Meine Fotos von der WWDC – bedient Euch! (Creative Commons)

Diesen Juni waren mein BR-Kollege Marcus Schuler und ich zum ersten mal live vor Ort, als Jobs die Bühne des Moscone Centers betrat. Die Präsentation des iPhone 4, eine perfekt einstudierte Verkaufsshow. Doch dann geschah das Undenkbare: eine Panne! Wegen der vielen Live-Blogger im Saal war das Netz überlastet! Der Apple-Chef stand auf der Bühne wie ein Mensch gewordenes iPhone 4: schwarz, dünn und ohne Empfang (siehe mein vlog unten).

Blogger sind bei Apple-Events stets willkommen, auch wenn es schwer ist, an eine Einladung zu kommen. Auch für Journalisten gibt es nur begrenzte Kontingente. Die Einladung erfolgt, wenn überhaupt, pünktlich eine Woche vor dem jew. Termin. Auch im Saal bestimmt Apple die Spielregeln: Live-Blogging, Filmen und Fotografieren ist erlaubt, jedoch keine Live-Audio oder Video-Übertragung.

Das ist seit heute anders. Apple verzichtet auf einen wichtigen Teil seiner Mythen-Bildung und überträgt die Keynote selbst in die ganze Welt. In der Twittersphere wurde die ganze Nacht wild darüber spekuliert, was Apple zu diesem Kurswechsel veranlasst habe. Tech-Blogger Robert Scoble vermutet, Apple habe mit Antennagate einsehen müssen, dass die Presse nicht länger kontrollierbar sei. Dann doch lieber gleich selbst übertragen. Gleichzeitig fragt sich Scoble aber auch, ob dieser Schritt am Ende tatsächlich so clever war.

Kluger Schachzug – oder schwimmen Steve Jobs nach 10 erfolgreichen Jahren auf einmal die Fälle davon? Die Androiden-Einschläge kommen immer näher. Was wird Jobs heute aus dem Hut ziehen? Nur ein paar neue iPods? Wandert iTunes in die Wolke? Das neue iLife11 evtl. mit einem AppMaker (mein persönlicher Wunsch!) oder gar Apple TV 2 (‘iTV’), um Google, kurz vor Start des TV- und Kinofilm-Portals, noch eins reinzuwürgen?

Diskutiert mit mir – tagsüber hier unten im Kommentarfeld. Oder ab 18 Uhr (dt. Zeit) via Twitter (follow me @gutjahr) So oder so: wird spannend heute. Ich freu mich auf Eure Einschätzungen.

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out of office

30. August 2010

Dies ist ein automatisierter Blogpost. Ich werde nicht früher als Montag, den 6. September wieder ansprechbar sein. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an den nächsten Apple Store. Der Grund:

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Ballern im Bundestag

August 26, 2010

Bundestagsabgeordnete wollen im Bundestag eine LAN-Party abhalten. Killerspiele unter der Reichstagskuppel? Wenn schon sterben, dann wenigstens nicht dumm. Eine reine „Informations-Veranstaltung“, betonen die Initiatoren. Ziel sei es, Vorurteile abzubauen. Bei Computerspielen wie „Counter Strike“ gehe es nämlich nicht allein ums Töten, sondern auch ums Täuschen, Tricksen und Fallenstellen – kein großer Unterschied also zu dem, [...]

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Zombies, Zukunft & Zucchinis

August 23, 2010

Mein Wiedereintritt in den Arbeitsalltag verlief holprig: mieses Wetter, miese Laune und Sehnsucht nach Tel Aviv. Doch dann erlebte ich eine faustdicke Überraschung – in meinem Garten! (Unbedingt in HD anschauen – unten rechts klicken)

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Ich weiß wo Du wohnst!

August 19, 2010

Ein Gespenst geht um in Deutschland. Es fährt Opel Astra, fotografiert unsere Häuser und stellt die Fotos dann ins Internet. Der Straßen-Striptease hat einen Namen: Google Streetview. Hausfassaden (!), nackt (!!), im Internet (!!!). Unsere online-gestählten Volksvertreter („Fräulein Meier, haben Sie meine E-Mails schon ausgedruckt und zur Post gebracht?“) wittern ein Sommerloch-Thema mit hohem Erregungs-Potential. So [...]

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Wer zuletzt LOL-t

August 13, 2010

Treffen sich zwei Jugendliche im Chat. Meint der Eine: „Ey, kennste real life?“ Der Andere: „Nö, schick ma link. LOL!“ Wie jetzt, das finden Sie nicht komisch? Willkommen im Club der „DAU“ – der „Dümmsten Anzunehmenden User“. Es ist noch gar nicht lange her, da dachte ich, computermäßig sei ich voll auf der Höhe. Bis [...]

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Pixel-Panik

August 11, 2010

Die Digitaltechnik hat Postkarten und Dia-Abende gekillt. Doch nicht zu früh gefreut: bald nerven uns Freunde und Kollegen wieder mit ihren Urlaubsfotos – via Handy und Facebook. Wie oft schimpfen wir auf die Technik, in vielen Fällen völlig zu Recht. Doch manchmal, da muss man dankbar sein. Dankbar dafür, dass es keine Dia-Abende mehr gibt. [...]

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G! #19: Shalom Israel (Teil 2)

August 8, 2010

Tag der Wahrheit: die Testergebnisse meiner ersten Hebräisch-Prüfung sind da. Vorher aber noch schnell zu IKEA. Ob’s in Israel auch Köttbullar gibt?

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