Er hat „Bombe“ gesagt

Die deutschen Geheimdienste haben 2010 mehr als 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen ausgespäht, weil darin Worte wie „Bombe“ vorkamen.

 

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37.292.862 E-Mails - Mit Verlaub, liebe Staatsbeamte. Auch wenn Eure Motive die allerbesten sein mögen – findet Ihr nicht, das ist selbst für Eure Verhältnisse ein bisschen viel? Ich weiß. Ist ja alles so schön einfach heutzutage. Ein paar Klicks mit der Maus. Dafür braucht Ihr noch nicht einmal mehr von Eurem gemütlichen Schreibtisch aufzustehen (…noch Kaffee da?). Und eine richterliche Genehmigung braucht Ihr für so was schon lange nicht mehr. Aber steht das alles noch in Relation? Auch Eure Kollegen von drüben hatten ja mal behauptet, ihre Bürger vor irgendwelchen Feinden schützen zu müssen. Wie gut, dass Ihr über all die Jahre nicht vergessen habt, wer Eure wahren Feinde sind. Habt Ihr doch nicht, oder?

Respekt: Unter den 37 Millionen abgefangenen Mails 2010 waren immerhin 213 Personen, die bei ihrer Steuererklärung gemogelt, Marihuana geraucht oder ihre Strafzettel nicht bezahlt haben. Soll noch einer sagen, Rasterfahndung liefere keine Ergebnisse. Bei so vielen Treffern können schon mal ein paar Neonazis durch die Lappen gehen. Haben vermutlich vergessen, das Wort „Bombe“ in den Betreff ihrer Mails zu schreiben, diese alten Schlawiner! ;-) Vielleicht solltet Ihr einfach noch mehr Handys anzapfen, Wohnräume überwachen und E-Mails abfangen. Gut, dass Deutschland nur 80 Millionen Einwohner hat. Das schränkt den Kreis der Verdächtigen erheblich ein.

Unter uns: Solange besonnene Menschen, wie Rainer Wendt von der Polizeigewerkschaft Eure Wortführer sind, mache ich mir keine Sorgen. Der hat ja vorgestern erst gesagt (Ihr wisst schon, nachdem diese Pussies von Verfassungsrichter das willkürliche Auslesen von Passwörtern einkassiert haben), Ihr sollt jetzt erst recht Daten sammeln, und zwar so viel Ihr nur könnt. Cooler Typ. Bleibt zu hoffen, dass Ihr Euch von diesen ganzen Netzaktivisten und Winkeladvokaten nicht die Laune verderben lasst. Das mit den Drohnen, den Trojanern und der Massenpeilung von Handys läuft ja.

Ach und noch was: Schaut Euch lieber nochmal mal diesen Gauck an, bevor der in 30 Tagen Immunität genießt. Bereitet nur unnötig lästigen Papierkram später.

Tags: Bombe, Plastiksprengstoff, Zeitzünder, Attentat, Bundeskanzlerin, Bundespräsident

Dazu auch: Die Anti-Terror-Lüge

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31 Gedanken zu “Er hat „Bombe“ gesagt

Zitiert von
  1. Er hat „Bombe“ gesagt | G! gutjahrs blog « der baerenaufbinder

  2. Er schrieb “Bombe” in seiner E-Mail « Joghurt für alle!

  3. Henning Uhle | Eine Bombenstimmung bei der Email-Überwachung

  4. blog.rhein-zeitung.de » Blog Archive » Wie viel ist viel? Geheimdienste erfassen nur 37 Millionen E-Mails

  5. Froschs Blog » Blog Archive » Im Netz aufgefischt #49

  6. Wochenrückblick: TKG, ACTA, Facebook, Google - Telemedicus

  7. Bomber der Nation: Wer schützt unsere Privatsphäre? | Ich sag mal

  8. Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

  9. Deutschland: #Bombe-nstimmung in Onlinemedien · Global Voices auf Deutsch

  10. Germany: Email Monitoring #Bomb(e) Drops · Global Voices

  11. Germany: Email Monitoring #Bomb(e) Drops :: Elites TV

  12. Wie viel ist viel? Geheimdienste erfassen nur 37 Millionen E-Mails

  1. Gehe ich richtig in der Annahme, dass diese Mails nur auf richterlichen Beschluss hin ausgespäht wurden? Weil so wie es dargestellt ist, klingt es so, als würde der Mailverkehr willkürlich überwacht, was ja soweit ich weiß nicht legal ist.

  2. Das muss man sich mal geben:
    37.292.862 überwachte Mails, 213 “verwertbare” Hinweise.
    (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,817499,00.html)

    Erfolgsrate demnach:

    0,00000571% oder
    0,00571 Promille oder
    Ein “verwertbarer Hinweis” in 175.083 E-Mails

    Mal ganz ab davon, ob diese “verwertbaren Hinweise” auch tatsächlich Hinweise auf Kapitalverbrechen beinhalteten oder lediglich der Austausch experimentierfreudiger Chemieschüler waren… das mit der Verhältnismäßigkeit muss mir da nochmal jemand erläutern…

  3. Wird Zeit, endlich wieder auf Briefpost umzusteigen. Aber dann kramen unsere Verfassungsorgane vermutlich alte Bestände der Umschlag-mit-Dampf-Öffner aus dem Archiv der Stasi-Geräte hervor. Echt Bombe, ey!

    • Wer Briefpost nutzt, macht sich vermutlich noch verdächtiger. „Die hat den Uschag zugeklebt, die hat sicher was zu verbergen. Wieso schickt sie keine Mail oder Postkarte?“. Daß es kein Recht auf anonyme Kommunikation gibt, haben die Pussies vom Verfassungsgericht ja soeben festgestellt. Dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis verschlüsselte Mails und Festplatten illegal sein werden.

  4. hatte mich gerade erinnert, dass wir bei einem Stadtfest mal Fitnessdrinks gemischt haben und das sind ja ganz schöne Vitaminbomben. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob mir diese Aktion auch per Mail besprochen haben.

    ;-)

  5. Die wahren Terroristen sind die Offliner, die absichtlich gar kein Handy besitzen oder zu Hause lassen und im Supermarkt noch bar bezahlen.

    Angesichts dieser extrem hohen Internet- Kriminalitätsquote, hochgerechnet auf eine überwachte Gesamtbevölkerung, ca. 432(!) Verdächtige – fordern Politiker jetzt einen Paradigmenwechsel: Die wesentlich höhere Kriminalitätsquote im Real Life erfordert dringend eine Vorsorgedurchsuchung aller mutwillig abgeschlossener Wohnungen, denn – ihr wist schon: das Leben darf schließlich kein rechtsfreier Raum sein und wer nichts zu verbergen hat… (#Kinderporno, #Bombe, #Bankraub)… gell?! ;)

  6. Hmmm wie kann man veranlassen das SÄMTLICHE Leute in SÄMTLICHEN Dokumente gewisse Schlagwort mit einbringen? *grübel* auf das sie an der Datenflut ersticken werden.

    Ich bin mal meinen Kühlschrank ausrauben

  7. Servus. Ich finde es garnicht so schlimm. Man muss halt auch mal bedenken, wieviele Anschläge schon vereitelt werden konnten! Und das man einfach alles willenlos und ohne Probleme abhören/anschauen darf, ist definitiv auch nicht richtig. Auch ein Geheimdienst muss sich an Vorgaben halten. Ein wenig Dankbarkeit ist manchmal besser, als alles immer schlecht darzustellen:)

    • Da sind wir grundsätzlich versch. Meinung. Das Gift im Kopf, befürchten zu müssen, dass jede Mail, die ich schreibe, von Behörden, die ich nicht kenne, mitgelesen werden darf, ist auch eine Form von Terror. Die meisten Eingriffe in das Postgeheimnis / Telefonate erfolgen eben

        nicht

      zur Verfolgung von Terroristen – das ist eine Mär, die durch alle Statistiken (s.o.) widerlegt ist.

  8. Ja das mag vllt auch alles stimmen, aber nicht desto trotz haben wir ein sehr gutes Sicherheitssystem. Und was sagt diese Statistik schon wirklich aus?! Man sollte dazu im Vergleich mal eine Statistik erheben, wieviele EMails täglich geschrieben werden, dann ist die Zahl von 37 Millionen auch nicht mehr Aussagekräftig. Zudem interessiert die es auch sonderlich wenig, was jeder einzelne Bundesbürger so schreibt. Sie hätten garnicht die Möglichkeit, weder die Zeit alles und jeden zu überwachen. Ergo, werden sie sich demnach schon auf die wichtigen Sachen konzentrieren. Man muss auch bedenken, dass all das Material ausgewertet werden muss. Dann werden die bestimmt keine Zeit dafür haben jede EMail, jede Audiofile oder was auch immer, in Ruhe zu bearbeiten. Alles was nicht wichtig ist, verschwindet auch direkt wieder in den Papierkorb;) Letztendlich ist auch nicht der kleine unschuldige Bundesbürger das Ziel, sondern vielmehr Straftäter oder komplexe Netzwerke, die dazugehören, um terroristische Aktivitäten oder Drogenschmuggel durchzuführen. Und ich persöhnlich finde, dass die Ihre Arbeit sehr gut verrichten und auch schon viele Sachen vereitelt haben, sei es in Afghanistan oder in Deutschland! Und ich gebe auch gerne ein Stück meiner Privatsphäre ab, um weiterhin die Sicherheit genießen zu können:)