G! testet: iBooks Author

Do-it-yourself-Bücher für jedermann? Mit iBooks-Author präsentiert Apple eine Gratis-Software zum Erstellen eigener, multimedialer eBooks. Ich habe mir die vergangene Nacht um die Ohren geschlagen, um heute mein erstes 150-Seiten starkes G! book zu veröffentlichen.

Nein, Revolution war das keine, was Apple da gestern im Guggenheim an der New Yorker Upper East Side präsentiert hat. Und doch ist der Markt, den die Kalifornier mit ihrem iPad/iBooks-Duo anvisieren, gewaltig: elektronische Lehrbücher für Schulen und Universitäten. Die ersten Exemplare dieser neuen eBooks, für das der Apple-eigene Buchshop iBooks auf . iBooks 2 gepimpt wurde, sahen dann auch erwartbar schick aus. Bio- und Chemieschmöker, angereichert mit hübschem Multimedia-Eyecandy. Produktchef Phil Schiller:. “I don’t think there’s ever been a textbook that made it this easy to be a good student.” Naja. Ob Apple damit das Schulbuch wirklich grundlegend neu erfunden hat, darf bezweifelt werden, jedoch: die Richtung stimmt.

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Der ich-Buchautor

Sehr viel spannender: der. iBooks Author, eine Mischung aus den Apple-iWorks-Programmen Pages und Keynote (respektive Microsoft Word und Powerpoint aus der Windows-Welt). Apple verspricht, mit dieser Mac-Software könne jeder Laie spielend eigene Text- oder auch Bilderbücher erstellen und mit “ein paar einfachen Schritten” veröffentlichen. Neugierig wie ich bin, musste ich das natürlich sofort ausprobieren und habe diese Nacht mein erstes, eigenes Buch zusammengestellt.

Das Programm selbst lag schon wenige Minuten nach der Präsentation im Mac App Store vor. Die Software ist gratis, könnte man auf dem ersten Blick meinen, was so aber nicht ganz stimmt. Dazu später mehr.
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Schritt für Schritt.

Beim Öffnen von iBooks Author wird man wie bei Pages von einem Menü mit mehreren Vorlagen begrüßt. Man sucht sich ein passendes Thema aus und landet dann im Editor, von wo man aus das Cover, das Vorwort, die Kapitel bis hin zum Glossar gestaltet. Positiv: Um Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis muss man sich nicht kümmern. Mit jedem neuen Kapitel erfolgt eine automatisierte Verknüpfung im Seiten-Index. Ebenfalls gelungen: intuitives Drag-and-drop-Einfügen von Bildern, Fotos und Videos. Mit etwas Programmierkenntnissen lassen sich sogar eigene HTML-Widgets platzieren.

Für Coding-Analphabeten wie mich gibt es Bildergalerien und Multiple-Choice-Quizes im Baukasten-Prinzip. Man muss etwas herumspielen, um das System zu durchschauen. Hat man’s mal raus, lassen sich damit brauchbare Mini-Fragebögen bauen, beispielsweise zur Kontrolle von Lernzielen am Ende eines Kapitels.

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Die Schwachpunkte

Gleich mehrfach hat es mir beim Bau der Seiten die Formatierungen zerschossen. Flächen, Fonts und Farben waren plötzlich wieder auf die Werkseinstellung des jew. Themas zurückgesprungen. Auf den Seiten platzierte Objekte (Grafiken, Filme) scheinbar verschwunden. Des Rätsels Lösung: der Horizontal/Vertikal-Modus! Filme, die im Längsformat platziert werden, sind im Hochformat auf einmal unsichtbar und vice versa. Auch Schrift- und Rahmenformatierungen wechseln wie von Geisterhand, je nachdem, in welchem Format man eine Seite betrachtet.

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Tipp:. Bildergalerien, Multiple-Choice-Kästen etc. lassen sich nur in der Horizontal-Ansicht bearbeiten. Im Vertikal-Format bleiben die Auswahl-Optionen der Widgets im Inspektor grau und sind nicht veränderbar.

Praktisch: die eingebaute Vorschau-Funktion. Dazu einfach das iPad mit dem Mac verbinden, auf dem iPad die iBooks-App öffnen (Achtung: Update auf iBooks 2 nötig, sonst klappst nicht!), und bei iBooks Author auf dem Mac den “Vorschau”-Button klicken. Wenig später erscheint das Buch mit einer Banderole “Proof” (Proofreading) im iBooks-Regal. Zu meiner Überraschung war die Navigation und das Seitenlayout, mit kleinen Fehlern, nahezu vollständig funktions- und navigationstüchtig. Die Nachbesserungen für die immerhin rund 150 Seiten haben keine 30 Minuten gedauert.


Tipp:. Ist das Buch fertig, unbedingt zwei vollständige Kontrolldurchgänge machen, einmal im Hochkant-, einmal im Längsformat!

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Jetzt wird’s haarig: Das Veröffentlichen

Wie schon eingangs erwähnt, ist die iAuthor-Software gratis. Im Prinzip. Allerdings nicht, wenn man sein fertiges Werk verkaufen möchte. Das darf man nämlich – laut Kleingedrucktem – ausschließlich über den Apple iBooks Store (und einer Abgabe des Verkaufspreises von 30 Prozent). Um zu verhindern, dass eifrige Hobby-Autoren ihre Bücher mit dem Apple-Programm gestalten, dann aber woanders anbieten, hat Apple die Export-Funktionen von vornherein beschnitten. Anderes als bei anderen Apple-Programmen wie zum Beispiel Pages, lassen sich ausgerechnet mit dem Apple-Buch-Editor keine Buchvorlagen im üblichen ePub-Format erstellen!

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Mit diesem Formular bekommt man eine US-Steuernummer

Will man ein Apple iBook legal verkaufen, kommt man also nicht um den iBook Store von Apple herum. Dazu ist eine Steuernummer in den USA fällig, ohne die geht gar nichts. Weil ich ein hartnäckiger Hund bin, habe ich dann auch promt, nach deutscher Zeit um 3 Uhr morgens, bei der IRS angerufen, um mir telefonisch und mit einem gefaxten (!) . SS-4 Formular, eine US-Steuernummer zuteilen zu lassen. Die ist auch für Nicht-US-Staatsbürger erhältlich. Mit dieser “Employer Identification” Nummer (EIN) kann man dann bei Apple den sog. “Connect”-Lieferanten-Zugang beantragen. Dauer: bis zu mehrere Wochen.

Um Euch nicht so lange auf die Folter zu spannen, habe ich hier eine Leseprobe meines Werks zum Download bereitgestellt. Die iPad-Datei (360 MB !) müsst Ihr in iTunes ziehen und von dort dann über den Reiter “Bücher” auf das iPad laden. Die PDF-Datei (11 MB) könnt Ihr auch so (aber ohne Animation und Videos) auf jedem Bildschirm betrachten.

Ich halte Euch auf dem Laufenden, sobald mein G! book im iBooks-Store erhältlich ist. Habe ein paar nette Überraschungen eingebaut.

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74 Gedanken zu “G! testet: iBooks Author

Zitiert von
  1. Kim Schmitz, Apple, DLD | techslash.de

  2. iBooks Author: Multimedia eBooks selber erstellen » eBook, eBooks, iPad, iBooks, Author, Schwachstellen » JCFRICKs Tech Blog

  3. franztoo | AutorenCamp zur Leipziger Buchmesse? + Umfrage #acl12

  4. Apple will in den Schulranzen | Die Sendung mit dem Internet

  5. Apple veröffentlicht iTunes 10.5.3 | meinekleineApfelkiste.de

  6. Linktipps zum Wochenende, 20.1.2012

  7. Das “Apple Education Event” › HappyBuddha

  8. Hochgeschlossen. Ein Blick auf iBooks Author. | 13. Stock Online Relations

  9. WG021: Über zensierte Zensuren | Wikigeeks

  10. Lesenswertes vom 23.01.2012 | Florian Heinz

  11. iBooks 2.0 kaum gestartet, schon umstritten. « pixlpop.de

  12. Apples multimediales Buch und die Konsequenzen für Verlage | smart digits

  13. eBooks selber basteln mit iBooks-Author « zeichenmaschine

  14. Mit iBooks 2 für iPad erfindet Apple das Schulbuch neu: Das neue iBooks Author ermöglicht es jedem, unglaubliche iBooks-Lehrbücher zu erstellen | Mac Releases

  15. Linksammlung: E-Books | youPEC – Blog

  16. Making of eBook: ’2012 – Keine Panik’ (Nachtrag 13.2.) | Marcus Anhäuser

  17. Der Tagesprophet war gestern: Die Zukunft gehört den iBooks – oder? « Möglichmacher-Blog

  18. Travelsheep » Blog Archive » iBooks Author is great … (my ass)

  19. Autor + Verleger = ich

  1. Warum verwundert es mich jetzt nicht, dass Du Dir gleich in der ersten Nacht ein eigenes iBook schnitzt ;-)

    Aber Spaß beiseite – ich finde den Ansatz von Apple sehr gut und bin gespannt darauf, wann meine Tochter die ersten Schulunterlagen von einem ihrer Lehrer auf’s iPad bekommt und nicht als tausend Jahre alter Abzug von einer noch älteren Matrize. Wenn ich die Regeln richtig gelesen habe, ist das kostenlose Verbreiten von iBooks ja zugelassen. Also Lehrer (und natürlich auch die Verlage) – ran ans Werk und weg mit längst überholtem Lehrmaterial.

  2. Danke für den Artikel, hätte mir dazu gewünscht das eine Export Version eventuell aus InDesign vorhanden wäre.
    Im Moment frage ich mich aber warum Apple die Recht so beschneidet … wenn ich ein Werk verkaufen möchte, Vertrieb nur über Apple? Darf ich das Buch dann auch nicht in anderen Formaten wo anders verkaufen??? Dazu suche ich immer noch nach einer Antwort.

  3. Daß Apple Autoren an den iBookstore binden will, ist wohl verständlich. Schließlich gibt es auch im traditionellen Buchwesen Verlags- und Vertriebsbindungen. Aber man kann sein eBook auch zweimal formatieren: für den Apfelladen und, sagen wir, für den Kindle Store, oder?!

    PS: Der Alko-Dunst der blauen Schulmatrizen versetzt mich sofort in die 80er Jahre…

  4. Gibt es was vergleichbares für Windows und Android? Sowas suche ich schon länger. Ideen für 20-30 Bücher habe ich auch. Nur der Apple-Kram kommt mir nie wieder ins Haus.

  5. Also dein Test, wie gewohnt, wieder erste Klasse! Aber in der kurzen Zeit — Hut ab!

    Das Konzept von iBooks Author gefällt mir. Musste gestern erst mein iPad “aufräumen” weil sich das “Muster”-Buch aus dem iBookStore nicht laden lies. :) Aber dann war ich schon fasziniert.
    Natürlich ist das technisch nichts neues. Zumindest seit es Tablet-Geräte mit ordentlichen Prozessoren gibt. Aber das die Produktion so relativ einfach ist. Vorausgesetzt man hat die entsprechenden Inhalte.

    Aber es macht doch Spaß durch ein eBook zu wischen und dann Bilder zu vergrössern, Filmchen zu starten u.s.w. Das ist wie vor Jahren die ersten Enzyklopädien auf die Rechner kamen – nur jetzt muss man nicht dauernd die CD wechseln. :D

    Es ist ja nicht nur für Schulbücher geeignet. Fachbücher insgesamt. Kinderbücher. Kombinationen die heute per Papier gar nicht möglich sind.

    Ich find es erstmal einfach toll! :)

  6. Grossartig & Danke Richard. Das Book ist ja recht hübsch geworden. Am meisten schreckt mich ja das IRS-Formular ab – hätte keine Lust mit dem US-Finanzamt zu diskutieren.

    Aber, meine Frage:
    Hast du das PDF einfach aus dem Programm ausgeben können, oder hast du selbst dafür einen Trick gebraucht?

  7. Ich kann Widgets auch in der Vertikalansicht einbauen. Wenn ich das richtig verstehe sollen die Seiten für Vertikal- und Horizontalansicht separat angelegt werden. Wenigstens wenn sie Widgets enthalten.

  8. Schaut gut aus, drum mal eben ausprobiert. Aber das Einbinden von iPhone-Filmen aus iPhoto heraus sorgt bei mir für die Fehlermeldung, das Format werde nicht unterstützt. … So schade.

  9. Hallo Richard, auch von mir Lob und Anerkennung!
    Neben ganzen Büchern, könntest Du Dir nach Deinem Test vorstellen, dass das Programm als (kostenlose) Alternative zu Texterstellungen verwendet werden kann? Ich denke an Seminar-, Abschluss- oder Doktorarbeiten, vielleicht auch Whitepaper oder Broschüren. Oder ist das wegen des Brandings und der vorgegebenen Layouts nicht möglich?

  10. Klasse Test und das Buch ist wirklich nett geworden. Somit wirst Du wohl der erste aus Deutschland sein, der ein Buch mit iBook Author veröffentlich hat ;)

    Ich frage mich nur gerade warum Du eine EIN beantragen konntest, damals konnte ich nur eine sogenannte ITIN beantragen – eine EIN war nicht möglich – und das war ein riesen Aufwand. Irre, dass Du das per Fax erledigen konntest.

  11. Richard, ich kann deine Euphorie diesmal nicht teilen. Was Apple gestern vorgestellt hat, ist doch eine Frechheit. Da erstellt man mit einer sicherlich großartigen Software ein Buch und Apple schreibt einem vor, dass man dieses Buch nur bei Apple verkaufen darf. Noch schlimmer: Wenn Apple das Buch nicht gefällt, kann es dein Werk sogar ablehnen – Pech gehabt.

    Diese ganze gestrige Bildungsoffensive war doch nicht mehr als eine dürftig getarnte Verkaufsveranstaltung, um iPads in die Schulen zu bekommen. Ich bezweifle, dass Schüler Mathe lieber pauken, wenn ein digitales Schulbuch mit Eye Candy und Videos aufgepimpt wird. Nicht vergessen: Angry Birds ist auf dem iPad nur einen Tap entfernt.

    Für mich am schlimmsten: Die Kluft zwischen öffentlichen und privaten Schulen (in den USA) wird noch vertieft dadurch, dass reiche Schüler mit teuren iPads lernen und arme Schüler weiter mit Schulbüchern. Ich habe gestern kein Wort dazu gehört, dass Apple finanzschwachen Schulen oder Kindern iPads billiger oder kostenlos anbieten will.

    Für mich hat Apple gestern sein wahres Gesicht gezeigt, ärgerlich nur, dass der Kampf um Marktanteile und Profit jetzt auch in die Schulen getragen wird – ausgerechnet von Apple.

  12. DJV und ZDnet nörgeln an den Apple Vertragsbedingungen zu iBooks herum – wo ist eigentlich das Problem?
    Kein Verlag, keine Buchhandelskette, kein e-Book-Reader-Hersteller und auch keine Software-Firma hat das, was Apple gestern vorstellte, auch nur ansatzweise bis dato hinbekommen. Warum eigentlich nicht?
    Geht doch die Entwicklung von digitalem, „enhanced“ Content nun schon 20 Jahre.
    20 Jahre!
    Apple liefert mit iBook Author nicht nur eine sehr einfach bedienbare, gleichwohl vielseitige, leistungsfähige und rasend schnelle Multimedia-Authoring-Software aus – wohlgemerkt kostenlos. Und das zu einer Zeit, in der ALLE Buchverlage in Deutschland immer noch unisono jammern, jammern, stöhnen, wie teuer so eine „Multimedia-Buch“-Produktion sei, weil Software und Agenturen so teuer seien. Wie anno 1991 und 1995 sollen immer noch die Authoringtools schuld sein?
    Blödsinn!
    Naja, dieses pseudo-teuro-Argument sehe ich angesichts des mächtigen Null-EuroTools iBook Author als obsolet an.
    Apple bietet aber zugleich eine Publishing-Plattform, einen Vertriebskanal, eine Abrechnungsplattform – und zudem die vielen, vielen Millionen Nutzer der iOS-Geräte. Das ist genau die „installierte Basis“, die alle wollen – und die die Verlage seit anno 1991 Buchmesse für Buchmesse immer wieder als zu klein beklagten, als dass sie dafür in die jammer, stöhn, heul, so teuren Multimedia-Bücher investieren würden.
    Gewiss werden die Verlage jetzt iBook Author und iBooks 2.0 ignorieren, weiter jammern – und mit ihren überteuerten eBook-Programmen weiter an langweiligen Multimedia 0.5 -Titel herum murksen. Sollen sie.
    Autoren, Schreiber, Urheber, Lehrer, Lehrkräfte und viele andere gehen dann den Weg zum Publizieren eben ohne teure Layoutprogramme, ohne jammernde Verlage – und ohne Total-Buy-Out-Verträge von jammernden Verlagen. Und binden sich an Knebel-Apple, an iBooks, an den iBook-Store. Ja, und?
    Apple gewährt den Autoren dafür immerhin 70 Prozent des Verkaufspreises.
    Hallo! Jammernde Verlage, Hallo!! 70 Prozent. Ihr bietet mitunter 5 oder 10 Prozent. Na, toll.
    Apple mag kontrollverrückt sein. Aber iBook Author und iBooks 2.0 sind ganz weit vorne. Ich als Autor gehe da – die knebelnden Vertragsbedingungen sehenden Auges akzeptierend – gerne mit. Weil es der denkbar kürzeste – und dennoch eleganteste Weg zum Publizieren ist, zum multimedialen Publizieren wohlgemerkt.
    Die Nörgler können ja weiter nörgeln.
    Nörgel, nörgel, nörgel.

  13. Ich kann Henry nur zustimmen.

    Apple muss man nicht mögen… Apple liefert vielen Menschen viele Gründe, sie nicht zu mögen… Aber ambitionierte Autoren haben seit gestern einen guten Grund mehr, Apple doch zu mögen! iBooks Author könnte DAS integrale Werkzeug werden, das nötig ist, um sich zu emanzipieren. Content is King und Apple zeigt, wie man Content effektiv in die Welt streut. Wieder und wieder und wieder… Und der Trick ist immer der Gleiche: Zwischenstationen ausschalten, wo es nur irgendwie möglich ist.

    Dass Apple 30% vom Kuchen haben will, GESCHENKT! Dafür erhalten (vor allem kleinere, junge, unbekannte) Autoren eine Form von Unabhängigkeit und Macht UND ABSATZPOTENTIAL, das in der Form mit klassischen Verlagsstrukturen absolut undenkbar wäre.

    Auch wenn es die breite Masse nicht sieht oder nicht sehen will, gestern wurde der Startschuss für eine weitere digitale Revolution gegeben… Die Verlagsmitarbeiter in Deutschland dürften spätesens in ein paar Wochen, wenn sie begriffen haben, was man sich in Cupertino ausgedacht hat, gewaltige Sorgenfalten bekommen.

  14. Hier mal ein Zitat aus einem Artikel, der sich mit dem angeblichen Rechte-Problem beschäftigt:

    “That seems to have caused some confusion, with web reports suggesting that Apple claims ownership of any books created with iBooks Author.
    That is incorrect. Apple does not claim ownership of the book at all. You can create an ebook with the same content, using any other kind of software and sell it in any store you like. But if you create an iBook using iBooks Author and decide to sell it, then the iBookstore is your only option.”

    http://www.telegraph.co.uk/technology/apple/9028628/iBooks-Author-Apple-doesnt-want-to-own-your-book.html

  15. Hoppla! Apple spielt iGod! Sie beschliessen, ob ein Buch veröffentlicht wird oder nicht. Was werden sie tun mit einem kritischen Buch über 9/11 oder über die “CO2-Lüge”?
    Bin mal gespannt, was so alles im amerikanischen “Kontrollwahn” hängen bleibt. Vielleicht erstellt jemand eine Liste der abgelehnten Werke, so dass diese auf einer freien Plattform veröffentlicht werden können.
    Für mich reift langsam die Zeit zu einem Wechsel auf offene Plattformen.

  16. Hallo in die Runde….. mir als: nicht Blogger, nicht Journalist und nicht Vermarktungsrecht Profi finde diese Idee und Umsetzung von Apple sehr gelungen…. ich freu mich auf interessante iBooks von “nicht” Journalisten.
    Und ich werde vielleicht auch selber mal ein Buch basteln.

  17. Hallo in die Runde….. ich als: nicht Blogger, nicht Journalist und nicht Vermarktungsrecht Profi finde diese Idee und Umsetzung von Apple sehr gelungen…. ich freu mich auf interessante iBooks von “nicht” Journalisten.
    Und ich werde vielleicht auch selber mal ein Buch basteln.

  18. Bin ganz happy, wenn ich so etwas lesen darf. Habe natürlich auch gleich meine Arbeit liegen lassen und rumprobiert.

    Folgende Fragen beschäftigen mich noch:
    >Wenn man Kostenloses hochlädt, braucht man dann auch eine Steuernummer? Habe das so verstanden: Nein.
    > Kann man ein hochgeladenes Buch (per Passwort) nur einem bestimmten Leserkreis zugänglich machen? (Zum Beispiel ein Tagebuch für die Familie)

  19. Richard, vielen Dank auch von mir für Deinen Bericht. Habe die Software auch schon ausprobiert und finde besonders die Einfachheit der interaktiven Elemente, v.a. die Bildergalerien klasse.

    Ich hätte interesse daran, gegen einen kleinen Obolus eigene Bücher im iBook Store zu verkaufen. Gibt es ausser der EIN noch andere Hürden? Ich meinte mal gelesen zu haben, dass für jedes dort zu veröffentlichende Buch auch eine ISBN beantragt werden muss. Benötigt man auch einen Entwickleraccount bei Apple oder ist dieser “Connect”-Lieferanten-Zugang was ganz anderes?

  20. So, jetzt habe ich in iBooks Author den Link selber gefunden :-)

    Also um Bücher gegen Geld anzubieten benötigt man in der Tat eine ISBN für jeden Titel. Hat man keinen Verlag im Rücken, der das erledigt, muss man einzelne ISBNs beantragen und das kostet knapp 80€ pro Stück (www.german-isbn.de). Es gibt noch die Möglichkeit, statt mit Apple direkt mit einen Apple-approved aggregator zusammenzuarbeiten. In Deutschland wäre dies Bookwire.de, deren Konditionen konnte ich aber nicht in Erfahrung bringen.

    Will man seine Bücher kostenlos anbieten, ist der Prozess viel einfacher. Hierzu muss man nur seine Apple-ID mit iTunes Connect verbinden, die Software iTunes Producer installieren und schon kann es losgehen. Meines erstes Buch ist schon in der Mache und ich werde es der Einfachheit halber doch kostenlos anbieten. Ich bin gespannt, ob es überhaupt jemand lesen (oder wenigstens herunterladen) mag :-)

  21. @Christoph – hab mir Freitag Nacht eine EIN besorgt. Na ganz einfach ist es zwar nicht, aber auch kein Ding der Unmöglichkeit.

    Ersteinmal: online geht es nicht, da man ja dort noch viel mehr Daten angeben muss (glaube etwas mit socialversicherungsnummer etc.)

    Also um ein Telefonat mit den – in meinem Fall durchwegs freundlichen und korrekten – Finanzbeamten in Washington DC kommt man nicht herum. Der erste hat mir beim Ausfüllen der Felder sogar geholfen, obwohl sie das glaube ich nicht gerne sehen. Die grösste Hürde bei mir war das faxen. Und das muss man – so unglaublich es klingt: den scannen und mit e-mail schicken ist nicht gegangen. Da ich keine prähistorischen Faxgeräte mehr habe konnte mir letztendlich nur ein fax onlinedienst weiterhelfen. Dann ist es aber flott gegangen (na ja, der beamte hat offensichtlich das übermittelte fax erneut in seinen computer eingetippt und hat mich dabei dies und jenes gefragt). Und so um halb zwei in der Früh hatte ich meine Steuernummer.

  22. @hatobi – welche Angaben habt ihr auf dem SS-4 Formular gemacht? Die Felder überfordern mich gerade ein bißchen. Und da schimpft mal einer über das deutsche Steuerwesen ;)

  23. Ich finde den Ansatz von Apple sehr gut und bin gespannt darauf, wann meine Tochter die ersten Schulunterlagen von einem ihrer Lehrer auf’s iPad bekommt und nicht als tausend Jahre alter Abzug von einer noch älteren Matrize. Schon wahnsinn wie die Technik immer weiter fortschreitet.

  24. Ich finde es interessant, dass hier viel ruhiger über die EULAs diskutiert wird als in den USA.

    Dort ist der Unmut über den angeblichen Klau von Content und IP so groß, dass die wenigsten verstehen dass es ja nur um das mit Author erstellte Produkt und eben nicht den Inhalt geht.

    Ich denke hier muss man Apple auch eher als “Verlag” und nicht als “Bookstore” betrachten … und dann sind die Bedingungen nachvollziehbar und nicht wirklich überzogen. Gerade für kleine “Schreiber” könnte das eine Gelegenheit sein ein Buch überhaupt auf den Markt zu bringen und vermarkten zu können.

    Was die Ablehnung von Büchern angeht: Ich denke, da muss man abwarten wie Apple das tatsächlich handhabt. Im Moment sehe ich das eher als notwendige rechtliche Prophylaxe und Selbstschutz. Stellt euch mal vor da stellt einer ein Buch ein mit einer Anleitung zum Bomben basteln und ähnlichem Schwachsinn. Ohne diesen Passus dürften sie es nicht ablehnen und plötzlich steht dann das FBI bei Apple vor der Tür wegen Förderung des Terrorismus … die Amis haben da ja ein sagen wir mal “interessantes” Rechtsverständnis ;-)

  25. super artikel, vielen dank, der hilft sehr weiter. Hatte grad gestern beschlossen, mir das mal genauer anzusehen. Und die Schulen muessen sich dies unbedingt anschauen – die lernstoffvermittlung hinkt geweilt hinterher.
    Gruss aus london
    K

  26. Zum Export und dem Fileformat. Bin auf diesen Artikel hier gestossen:

    http://m.zdnet.com/blog/bott/apples-mind-bogglingly-greedy-and-evil-license-agreement/4360

    Zitat: “iBA generates Epub (sort of): save as .ibooks, rename to .epub (won’t work with complex layouts, cover will be lost).””

    Ich kann das zur Zeit nicht verifizieren, aber vielleicht mag einer der Nutzer von iBA das mal ausprobieren? Könnte ja die Lösung des Exportproblemes sein?

    Beste Grüsse vom Polarkreis

    Henning

  27. Großartiger Artikel. War selbst auch schon gleich dran, ein Buch zu kreieren. 70 Seiten sind’s. Und ich werde wohl doch auch mal bei der IRS anrufen. Wollte mir eine ITIN besorgen, da die oder die SSN für die EIN von Nöten sei. Hey, sag unbedingt Bescheid, wie lange das alle gedauert hat.

    • Danke für Deine interessante Beschreibung. Ich habe mich auch gleich an die Arbeit mit iBook Author gemacht. Ich erstelle Lehrunterlagen für die Weiterbildung und da passt natürlich das Apple Konzept wie die berühmte Faust auf’s Auge. Leider musste ich nun feststellen, dass man in einem über iBooks Author erstellten Buch auf dem iPad dann keine Texte mehr kopieren kann. Man kann Textstellen markieren aber eben nicht kopieren und z.B. in den Anmerkungen einfügen. Auch die bisher in iBooks vorhandene Vorlesefunktion steht für die erstellen Texte nicht bereit. Ob das gewollt, oder nur ein Bug ist ? Wenn man Lehrunterlagen erstellt, will man natürlich, dass die Anwender damit auch wirkungsvoll arbeiten. Und zum modernen Lernen gehört heute eben auch, dass ich mit den Texten arbeite, sie z.B. in den im neuen Format verfügbaren Lernkarten einsetzen kann. Wie soll das aber ohne die Kopierfunktion gehen?

      Oder hat jemand schon einen Weg gefunden im fertigen Buch Texte zu kopieren?

      Gruß Jürgen

  28. Danke fuer den super artikel. Genau das hab ich gesucht. Weisst du, ob die chin. Kinderbuecher im itunes store auch mit author gezimmert worden sind?

    Lg

    Steffen

  29. hi,

    da die lizenzbedingungen überarbeitet wurden, sollte sich seit version 1.0.1 keiner mehr Gedanken darüber machen…

    ansonsten noch meine fragen:
    wie läuft das mit der EIN Nummer ab… gibt’s ne schritt für schritt Anleitung?

    Gibt’s die ISBN net günstiger und brauch man die auch wirklich für eines der neuen Bücher…?

    wie kann man das Buch nach und nach updaten, sodass man jetzt 2 Kapitel bringt und dann nochmal 2 usw.

    Danke schonmal

      • Super… da freue ich mich schon drauf. Ich selbst habe großes Interesse an der ganzen Sache, ich hoffe mal dein kommender Post nimmt mir nicht den Wind aus den Segeln ;)

    • Hallo,
      also erstmal auch von mir ein DANKE und Lob für den Artikel.
      Ich möchte mich natürlich an dieser Stelle auch nochmals der bereits gestellten Frage anschließen.
      Hat jemand eine art “Schritt für Schritt-Anleitung” um auf möglichst einfachem Wege zu dieser Steuernummer zu kommen?

      Grüße Michael

  30. Ich habe eine dringende Frage wegen der US-Steuernummer. Ich schrecke irgendwie instinktiv davor zurück diese zu beantragen. Kann mir jemand sagen welche Nachteile das mit sich bringt? Gerichtsstand wäre in diesem Falle ja Amerika und überhaupt gibt man so einiges aus der Hand.
    Wenn diese Frage für mich geklärt ist, werde ich meine Bücher sofort veröffentlichen, denn fertig sind sie schon :-)
    Ich bedanke mich schon mal im Voraus für hilfreiche Antworten.