Face off: Facebook bezeichnet persönliche Daten als “Betriebsgeheimnis/geistiges Eigentum”

Montag habe ich Euch die Initiative Europe vs. Facebook vorgestellt. Der Jura-Student Max Schrems hatte einen Weg gefunden, wie er Facebook dazu zwingen kann, seine persönlichen Nutzer-Daten herauszugeben. Jetzt geht Facebook in die Offensive und behauptet: Manche Nutzerdaten seien mit “Betriebsgeheimnissen” verknüpft und somit “geistiges Eigentum” von Facebook. Auch an die gesetzliche Frist von 40 Tagen könne man sich nun nicht mehr halten, offenbar wegen Überlastung.

Update 16:15 Uhr: Erklärung von Facebook (s.u.)

Selten hat mein Blog einen solchen Ansturm erlebt wie diese Woche. Der Blogpost über die Initiative der Studentengruppe “Europe vs. Facebook” erzeugte mehr Traffic als alle meine iPad, iPhone oder Ägypten-Blogposts zusammen. Das nur als Info an Euch, ohne das an dieser Stelle näher bewerten zu wollen.

Biometrische Daten: “geistiges Eigentum” von Facebook?

Heute Morgen hat Max Schrems eine E-Mail von Facebook erhalten. Der Inhalt hat dem 23jährigen die Sprache verschlagen: Facebook bezeichnet die persönlichen Daten von Max Schrems und seiner Mitstreiter als “trade secrects or intellectual property”. “Ich will keine Betriebsgeheimnisse von denen”, erklärt mir Schrems in einem Gespräch heute Vormittag, “sondern lediglich meine eigenen Daten einsehen dürfen”.

Hintergrund: Max Schrems hat sich den 1200 Seiten langen Datensatz (Download als geschwärztes PDF), den er von Facebook auf CD-Rom erhalten hatte, genauer angesehen und festgestellt, dass wichtige Daten fehlen. So zum Beispiel Angaben über die in jüngster Zeit gerne diskutierten “Likes”, die Facebook einzelnen Personen zuordnet, aber auch durchaus delikatere Informationen, z.B. seine biometrischen Daten, erhoben durch die in diesem Jahr freigeschalteten Gesichtserkennung von Facebook.

Hier die Original-Mails als PDF

“Deppat san’s halt”, lacht Max Schrems, als ich heute mit ihm gesprochen habe. “Sowas kann nur ein Jurist formuliert haben”, sagt er “jemand anderes würde sowas nie schreiben.”

Frist ignoriert wegen: ‘is’ nich!’

In einem weiteren Schreiben erklärt Facebook nun, dass man sich nicht mehr an die 40-Tages-Frist zur Herausgabe von persönlichen Daten gebunden fühle, wegen Überlastung.

Max Schrems und seine 10 Mitstreiter aus Wien lassen nicht locker und stehen im engen Kontakt mit den Irischen Behörden, wo man den Fall offenbar sehr ernst nimmt. “Die arbeiten hoch professionell”, so Schrems. “Wir telefonieren machmal sogar mehrmals am Tag.”

Hinweis: Ich habe die deutsche Pressesprecherin von Facebook und die zuständige PR-Agentur telefonisch und auch schriftlich um eine Stellungnahme gebeten. Diese reiche ich hier nach, sofern ich überhaupt Antwort bekomme.

Update: Hier nun die offizielle Stellungnahme von Facebook, die mir soeben zugeschickt wurde:

“Facebook has sent. over 1000 pages of data to Mr Schrems in response to his subject access request and we believe that this meets the requirements of EU data protection law. It is therefore nonsense to say that we are not willing to provide him with his personal data. . Mr Schrems was not happy with all of this data that we provided to him and has asked for a range of additional data items. . We replied to him to explain fully the relevant provisions in Irish data protection law that place some reasonable limits on the data that has to be provided.. We are cooperating fully with the Irish Data Protection Commissioner who will come to a view on Mr Schrems’ complaint in due course.”

“Als Antwort auf die Anfrage (“subject access request”). von Herrn Schrems hat Facebook ihm mehr als 1.000 Seiten Datenmaterial zugeschickt und wir gehen davon aus, dass dies den Anforderungen des EU-Datenschutzrechts genügt. Es ist daher unsinnig zu behaupten, dass wir nicht bereit seien, ihm seine persönlichen Daten zu geben. Herr Schrems war mit den ihm zugesandten Daten nicht zufrieden und hat uns um eine Reihe zusätzlicher Informationen gebeten. Wir haben ihm daraufhin geantwortet und ihm die die relevanten Bestimmungen des irischen Datenschutzrechts erläutert, die in Bezug auf die Daten, die geliefert werden müssen, einige begründete Einschränkungen machen. Wir kooperieren im vollen Maße mit dem irischen Datenschutzbeauftragten, der sich zu gegebener Zeit mit der Beschwerde von Herrn Schrems befassen wird.“

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110 Gedanken zu “Face off: Facebook bezeichnet persönliche Daten als “Betriebsgeheimnis/geistiges Eigentum”

Zitiert von
  1. » Ratet mal, als was das Fratzenbuch die gesammelt … Nachtwächter-Blah

  2. Aktienboard Facebook Fanpage - Seite 6 - Aktienboard

  3. Meine Daten – deine Daten? #fb #spackeria « Differentia

  4. Facebook-Benutzerdaten einsehen und wirkliche Überraschungen - I-SYCN

  5. Was schönes zum Thema Facebook... - inQuake Forum

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  7. Facebook verweigert die Zustellung persönlicher Daten | Frictionless Sharing

  8. YuccaTree Post + » Facebook: Mein Abschied auf Raten

  9. Mein liebes Facebook, was weisst du ueber mich? « .crashsource

  10. Facebook speichert alles – und rückt die Daten nun auch raus!

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  14. Zur Facebook-Debatte: Internet-Nutzer sind kein manipulierbares Vieh – Das mechanistische Weltbild in der Datenschutzdebatte « Ich sag mal

  15. Offene Schnittstellen versus facebook | unlesbar.de

  16. deine userdaten bei facebook runterladen | dies und das

  17. Anonymous

  18. Facebook ist scheinbar doch bereit, Daten herauszugeben « tobiasblogt – Tobias Griebel

  19. K♥tzbröckchen 24.09. – 30.09. | Kotzendes Einhorn

  20. Inter-Borg

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  23. » link dose 04.10.2011

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  26. Facebook Says Some of Your Personal Data Is Its ‘Trade Secrets or Intellectual Property’ | Geek News and Musings

  27. Facebook Says Some of Your Personal Data Is Its ‘Trade Secrets or Intellectual Property’ | Laser Light

  28. Facebook Says Some of Your Personal Data Is Its ‘Trade Secrets or Intellectual Property’ | Greediocracy

  29. Facebook: releasing your personal data reveals our trade secrets | ZDNet

  30. Facebook: Releasing your personal data reveals our trade secrets

  31. Facebook: “Releasing your personal data reveals our trade secrets.” | Akmproject

  32. Facebook: Releasing your personal data reveals our trade secrets | My Blog

  33. Facebook: Releasing your personal data reveals our trade secrets | Zimbabwe Telegraph

  34. Facebook: Releasing your personal data reveals our trade secrets

  35. » Facebook Says Some of Your Personal Data Is Its ‘Trade Secrets or Intellectual Property’ PubNetSavvy.org

  36. Anti-Like: Europa gegen Facebook

  37. Persönliches Facebook-Archiv jetzt zum Download: Wenn Protest doch etwas bewirkt | Basic Thinking

  38. Die Facebook-Files – Irische Behörde veröffentlicht Untersuchungsbericht | G! - gutjahr's blog

  39. facebook by glemnitz - Pearltrees

  40. Auskunft in eigener Sache: Hilfe zur Selbsthilfe

  1. Es reicht jetzt endgültig. Mein Account wird umgehend gelöscht. Wer mich erreichen will kann das über so viele Wege, da braucht es kein Facebook. Was muss noch passieren bis 800mio Leute merken wie mit ihnen umgegangen wird.

  2. Ich kann über dieses Unternehmen nur noch den Kopf schütteln!

    Danke für das offenlegen des Schriftverkehrs. So bekommt man wenigstens etwas Transparenz, die man ja sonst meist vergeblich vom blauen Riesen erwartet.

    Bin gespannt auf die (eventuelle) Stellungname.

  3. Von einem aus- und gebildeten Journalisten hätte ich jetzt erwartet, dass er sich das zitierte irische Gesetz wenigstens mal anschaut (einen im irischen Datenschutzrecht kundigen Juristen zu fragen, ist ganz offensichtlich viel zu viel verlangt).

    Stattdessen wird munter auf einer Anti-Facebook-Welle geritten, denn die bringt ja gerade mehr Klicks für das eigene Ego als der arabische Frühling.

    Schade eigentlich.

    • @Meister Danke für die Belehrung. Meine Anfrage an Facebook läuft, und ich habe auch schon mit Vertretern von FB über die Sache gesprochen. Leider kann ich nicht so einfach aus solchen vertraulichen Hintergrundgesprächen zitieren, auch das lernt man als “aus- und gebildeter” Journalist. Ich muss also auf die offizielle Stellungnahme warten.

  4. Ich wünsche dem Herrn Schrems viel Erfolg bei seiner Mission! Wenn ich aber dran denken muss das mein Leben, welches ich FREIWILLIG mit Facebook teile deren geistiges Eigentum ist, können die mich dann verklagen wenn ich aus Ihrer Sichtweise falsch Lebe? Da ja mein Leben denen zu gehören scheint sind die ja dann auch dafür verantwortlich was ich mache, oder? Und alles was ich auf Facebook poste eigentlich nicht in meinen Rechtsbereich fällt! Desweiteren, und jetzt kommt das eigentlich schönste(!), darf ich doch als Privatperson Facebook verklagen wenn ich als ihr Nutzer pornographische, Verfassungswidrige oder andere Gesetzwidrigkeiten zusehen bekomme, oder? Eine Antwort hierauf wäre sehr schön und vielleicht auch finanziell interessant! ;-)

  5. Danke für die Informationen! Ich habe ebenfalls eine Kopie meiner gespeicherten Daten verlangt und warte noch auf eine entsprechende Antwort.
    Hier wird nun auch der Masse klar, was einige zuvor schon gewusst haben: Facebook macht es sich so, wie es gerade passt.
    In den AGB verankern sie, dass sie, sobald Bilder und andere Inhalte auf Facebook eingebracht werden, diese ohne Nachfrage von Facebook genutzt werden können. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, Facebook scheißt auf gut deutsch auf die individuellen Rechte, macht sich seine Größe zu nutzen und versucht nun, die User kleinzuhalten.

    Ich habe dem Unternehmen noch nie vertraut und werde es auch nicht tun, meine Accountlöschung erfolgt, wenn ich die Kopie meiner Daten habe.
    Auch wäre es interessant zu wissen, ob rechtliche Schritte gegen facebook geplant sind, falls diese die Frist nicht einhalten?!
    Ich würde es gut finden, wenn man dieses Unternehmen mal schön in den Schwitzkasten nimmt.

    Wichtig ist jetzt, dass noch mehr User davon erfahren und endlich mal einsehen, dass Sie keinerlei Kontrolle darüber haben, was facebook mit ihren Daten macht ( Das Top-Argument lautet ja: “ich bestimme ja selbst, welche Daten ich wann bekannt gebe”, das ist aber nicht richtig. Wenn Facebook Nutzerdatenerstellt und dazu Aufenthaltsorte, IP Adressen und noch mehr speichert, gibt es dazu ein Bewegungsmuster, welches ungemein wertvoll ist.
    Dem müssen die User endlich mal ein Ende setzen und aussteigen.

  6. Ich habe auch die Anfrage vor 5 Wochen gestellt und bin heute mit dem Vertröstungsschreiben abgefunden worden.

    Im Endeffekt nützt doch alles Jammern nichts:

    Take it or leave it

  7. Nicht schlecht, aber eine derartige Reaktion hätte man fast absehen können.
    Klar, die haben aufgrund der Präsenz in den Medien, die das Thema mit den anfordern der Daten behandelt haben, eine Menge zu tun.

    Lasst es sonst mal monatlich 500 Anfragen aus Deutschland dazu gegeben haben, so sind es mittlerweile wahrscheinlich 500.000. Dieser Aufwand muss vom Unternehmen erst einmal gestemmt werden, und das, obwohl sie im Arbeitsalltag durchaus auch anderes zu tun haben.

    Wenn die starre Haltung bestehen bleibt, wird es jedoch sehr viel negative Presse geben. Ich denke Facebook lenkt bald wieder ein, wird aber wie beschrieben aus 40 einfach 80 oder 120 Tage machen.

    Bin mal gespannt wann mein Datenpaket hier ankommt.

  8. Betrachtet man die Geschichte mal von Seiten des Unternehmens, ist die Schlussfolgerung, Facebook bezeichne die persönlichen Daten der User als “Betriebsgeheimnis/geistiges Eigentum” vielleicht zu kurz gedacht.

    Bei den genannten, nicht mitgeschickten Daten (“Likes”, “Gesichtserkennung”), handelt es sich ja nicht um von Herrn Schrem eingestellte Daten, sondern um von Facebook programmierte Applikationen, die Datensätze auf die ein oder andere Weise verbinden, mit oder ohne sein Zutun. Demnach sind es wohl eher die Informationen/Betriebsgeheimnisse die mit den Applikationen verbunden sind, die hier als geistiges Eigentum bezeichnet werden – nicht die Datensätze selbst.

    Das soll keine Verteidigung von Facebook sein, sondern eher ein anderer Blickwinkel des genannten Falls. Aber ich bin gespannt, was die Sprecherin von Facebook dazu zu sagen hat.

    Guter Blog dennoch, bleib dran. :)

  9. Hat ICQ sich nicht auch schon immer die Rechte, für alles was man über ihren Dienst verschickt, in ihren AGBs gesichert. Facebook macht das jetzt halt auch mit Fotos usw.

  10. @Daniel Oestreich
    Mag sein, aber trotz alledem bin ich mir sicher, dass facebook bei Klick auf diesen Like-Button auch die entstandenen Verknüpfungen in das jeweilige Profil verknüpft – was es wieder zu persönlichen Daten macht.

  11. Es scheint also tatsächlich Menschen zu geben, die mit Ihrer echten Identität und den damit verbundenen Daten eine Plattform wie FB nutzen. Finde ich bemerkenswert. Andernfalls ist es doch egal was die mit den Daten machen.

    lg
    louis

  12. Die Frage ist, was persönliche Daten im Sinne des Gesetzes sind und welche Daten herausgegeben werden müssen. Und das Gesetz sagt klar:
    a) Erkenntnisse, welche aus den persönlichen Daten eines Users generiert werden, müssen nicht herausgegeben werden, sofern sie als geistiges Eigentum eingestuft werden können oder gar Betriebsgeheimnisse offenlegen würden.
    b) Wenn es für das Unternehmen einen unverhältnismäßig hohen Aufwand darstellt bestimmte persönliche Daten herauszugeben und damit Geschäftsschädigend wäre, muss es das auch nicht.

    Dagegen kann man im Einzelfall vor Gericht argumentieren. Wer die Anwendung von Gesetzen einfordert muss diese auch respektieren. Solche Headlines aber sind Desinformation.
    Ob das Gesetz in der Form ausreichend ist, steht wieder auf einem anderen Blatt…

  13. Es war doch abzusehen, dass sich ein Unternehmen wie FB erstmal quer stellt. Immerhin leben sie auch von den Daten die dort eingestellt werden, zudem wollen sie verhindern ca. 20 Mio CDs zu versenden.
    Einfach mal abwarten was sich aus weiteren Gesprächen ergibt.

  14. Bei diesem Beitrag passt der Tiel leider absolut nicht zum Inhalt. Als Jurastudent sollte man dazu in der Lage sein, Gesetzestexte, auch wenn sie auf englisch sind zu verstehen und richtig zu deuten. Facebook bezeichnet nicht etwa die Daten des Nutzers als geistiges Eigentum sondern sichert sich lediglich ab, in dem sie ausdrücklich mitteilen, dass ein umfangreicher Datensatz eines Nutzers eben auch Informationen enthält die durch eigene Systems bearbeitet wurden, die unter den Begriff Betriebsgeheimnis fallen. Eine Nachvollziehbare Angabe. Das würde andere Unternehmen genauso machen. Das hat nichts mit den üblichen Datenkraken-Vorwürfen zu tun. Und das es zu einer Verzögerung bei der Beantwortung der Anfragen kommt ist doch auch verständlich, wenn aufeinmal jede menge Nutzer Daten anfordern und dafür vorher noch kein Prozess geschaffen wurde. Dieses Facebook-Bashing ist hier also vollkommen unbegründet und haltlos.

  15. Sehr geile Aktion. Ich bin gespannt wie das letztlich endet. Meine Daten gehören Facebook – interessante These. Bin ich sehr gespannt wie weit die Kollegen damit vor Gericht kommen – falls das denn überhaupt verhandelt wird.

  16. Nah mir haben Sie die Seiten komplett abgeschaltet meine Profile geistern im netz habe trotz allem keinen Zugriff darauf. Facebook schrieb mir einen zwei Zeiler und Sie könnten mir keine Begründung geben der Around wäre gesperrt. Darüber hinaus warum könnten und müssten Sie mir nicht Mitteilen. Darauf habe ich mich neu bei Ihnen angemeldet und versucht über die neue Email und meinen originalen Nick an die Daten ran zu kommen doch leider keine Möglichkeit.da ich auch kein Programmier bin. Das Ende vom Lied die Daten werde ich wohl nicht wiederbekommen und die machen wohl damit was Sie wollen.

  17. @Daniel, stimmt man muss den Text korrekt übersetzen:

    Es heißt “were the disclosure … would affect trade secrets or intellectual property…”

    also

    “wo die Veröffentlichung … Betriebsgeheimnisse oder geistiges Eigentum betreffen würde”

    Mit ist zwar zugegebenermaßen auch nicht klar in welcher Form das auf Daten wie “Likes” etc. zutrifft – aber es wird an keiner einzigen Stelle davon gesprochen, dass die Daten selbst persönliches Eigentum von FB sind!

    So gerne ich auch Artikel von Hr. Gutjahr lese muss ich dieses mal gestehen, dass mir die reißerische Überschrift “Facebook bezeichnet persönliche Daten als Betriebsgeheimnis/geistiges Eigentum” hier definitiv zu weit geht.

    Auch wenn man kritisch beleuchten kann warum das veröffentlichen der betreffenden Daten Betriebsgeheimnisse betreffen könnte wird mit dieser Überschrift wieder ein “Facebook Gerücht” gestreut das so m.E. erst einmal nicht haltbar ist!

    • @Harald Lieber Harald, ich gebe zu, die Überschrift ist zugespitzt, allerdings kann es dem Nutzer doch egal sein, wie Facebook pers. Daten verwaltet. Ich finde der Nutzer sollte ein Recht auf Einblick in seine daten – und nur diese – haben können. Wenn das FB nicht hinbekommt, soll das doch nicht das Problem der Nutzer sondern das des Anbieters sein, oder?

  18. Ich schliesse mich christianah84s Einschätzung an, zumal für die eigen eingebrachten Daten der doch sehr eindeutige Satz: “Du bist Eigentümer aller Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest.” in den Bedingungen steht. Also zumindest in meinen.

  19. Nutzungsbedingungen Facebook:

    2. Der Austausch deiner Inhalte und Informationen

    (1) Du bist Eigentümer aller Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest. Zudem kannst du mithilfe deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen kontrollieren, wie diese Informationen ausgetauscht werden. Ferner:

    Für Inhalte wie Fotos und Videos („IP-Inhalte“), die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

  20. Ich finde das spannende an der Situation ist, dass nun die Rechtssysteme der einzelnen Staaten zeigen können, wie gut (oder weniger gut) sie mit eben einem solch globalisierten Unternehmen – und damit globalisierten Herausforderungen – umgehen können. Dass in Irland ein kalifornisches Unternehmen von einem Wiener Studenten rechtliche Probleme bekommt, das hat schon irgendwie was eigenes. Und das man sich dort dann sicher gerne profilieren möchte, in dem man europäische Interessen zu vertreten sucht, das sollte auf der Hand liegen. Es kann also eine interessante Situation werden.

  21. @christinah84, Harald, et. al.

    Eigentlich ist der Hintergrund der Information gut dargestellt.
    FB bezieht sich auf die Daten die NICHT übergeben wurden, weil sie als z.B. Betriebsgeheimnisse vor Herausgabe nach dem BDSG (oder Vergleichbaren) “geschützt” sind.

    Und es wird (von FB) in den Raum gestellt, das nicht herausgegebene Daten (z.B. Informationen über “Likes” oder biometrische Daten) dazugehören (könnten).

    Somit ist die Überschrift überspitzt aber (möglicherweise) korrekt. Und gegen FB kann man aus Erfahrung erstmal das schlechteste Annehmen, also ist es wahrscheinlich sogar deren Sicht. ;)

  22. Zusatz

    Natürlich könnte FB auch der Meinung sein, dass diese Daten herauszugeben “unverhältnismäßige Aufwendungen” bedingen würde. Was dann ebenfalls vor Herausgabe “schützen” würde…ihrer Meinung nach…

  23. @ Richard Gutjahr
    Korrekt. Wer sein Geschäft mit Daten macht muss auch die Notwendigkeiten für das Geschäft bereitstellen können.

    Das die Antwort von Facebook “rechtens” ist mag sein, allerdings beängstigt es dann auch wieder kleines bisschen, dass man wieder Auslegungslücken hat.

    Ich stimme auch @Konrad zu, dass die Konstellation der unterschiedlichen nationelen Parteien eine bemerkenswerte Sache ist und spannend ist zu sehen, was wird.

    Nur was heißt es jetzt nach der Stellungnahme und den wohl zahlreichen Juristen unter den Kommentatoren: Kann Facebook sich jetzt einfach rausreden und entweder behaupten es sind Betriebsgeheimnisse oder sagen, dass der Aufeand zu groß ist und sie noch drei Jahre brauchen um die Daten entsprechend den Gesetzen frisieren zu können?

  24. Hmm. Irisches Datenschutzgesetz. ?!

    Die europäische und bspw. die deutsche Rechtsprechung sind sich doch einig, dass in Sachen Internet und dass wenn eine Privatperson beteiligt ist, das nationale Recht des Aufenthaltsortes der Privatperson herhält … oder so …

    Warum Irland? Kann man sich das aussuchen? Facebook hat bestimmt auch eine Niederlassung in Afrika?!

  25. @Richard,

    genau das meine ich doch: Die Frage warum die Daten nicht herausgegeben werden könne ist sicher “diskussionswürdig”.

    Aber die Überschrift ist eben nicht “nur” überspitzt sondern inhaltlich falsch … und als Journalist muss Dir einfach bewußt sein, dass Du

    a) Meinungsbildner bist (siehe der Ansturm auf Dein Blog)
    b) Gerade in diesem Umfeld (“das ewig böse FB”) solche Überschriften dann gerne mal “zweckentfremdet” werden … weil die Überschrift ja reicht und man sich gar nicht mit dem Inhalt auseinandersetzt. Damit lässt Du dich vor einen Karren spannen vor dem Du m.E. gar nicht sein willst (-> siehe die Kommentare in G+ zu Deinem Artikel “Mag er jetzt G+ liber als FB?)

    Ist zwar traurig … ist aber heutzutage einfach so. Deswegen würde ich mir einfach von “medienerfahrenen” Menschen einen sensibleren Umgang mit so etwa wünschen bevor man ala Bild-Zeitung erst mal (der Quote wegen) so richtig draufhaut.

  26. WTF? Weiß jemand wie man FB zu einer KOMPLETTEN Account-Löschung bewegen kann?

    Hallo xxxx,
    Du hast dein Facebook-Konto deaktiviert. Du kannst es jederzeit reaktivieren, indem du dich mit deiner alten E-Mail-Adresse und deinem Passwort bei Facebook anmeldest. Du kannst die Seite dann genauso nutzen wie zuvor.
    Grüße,
    Das Facebook-Team

  27. [...] Facebook ihm mehr als 1.000 Seiten Datenmaterial zugeschickt und wir gehen davon aus, dass dies den Anforderungen des EU-Datenschutzrechts genügt.

    Stark!
    Ich würde zu gerne sehen, ob im Gesetz wirklich steht “(1) Auf Verlangen müssen alle personenbezogenen Daten übergeben werden. (2) Umfasst die Auskunft eintausend Seiten oder mehr, is’ aber auch gut. ;)”

  28. Also ich lebe jetzt seit gut zwei Monaten komplett ohne Facebook, Account habe ich löschen lassen von Facebook.
    Ich kann sagen: es lebt sich guuuut ohne FB !
    Wenn man jemanden will dann schafft man das auch ohne FB !

  29. Bei aller Sympathie für Richards Arbeit (und ich nutze Facebook nicht) und auch wenn die Überschrift hier jetzt faktisch stimmt. Der Tweet https://twitter.com/#!/gutjahr/status/118999613737938945
    “Kein Witz: Facebook bezeichnet persönliche Daten als “geistiges Eigentum von Facebook” ist ärgerlich. Sollte man wohl eher als “Zweck heiligt die Mittel” verbuchen, oder?

    Der zieht zwar eine Menge Leute auf die Webseite, aber fair ist er nicht (muss man das gegenüber einem Giganten wie Facebook sein?) Aber er bestätigt eher die Leute, die Journalisten wie Richard vorwerfen, Selbstvermarktung sei wichtiger als journalistische Genauigkeit. Damit machst Du dich unnötig angreifbar, angreifbarer als es uns allen lieb sein kann. Finde ich.

  30. Was ist eigentlich die Intention von Max & Konsorten? Soll ein Unternehmen in Gemeinschaftseigentum übergehen? Facebook ist eine Firma wie jede anderen auch. Die stellen eine Plattform zur Verfügung, ich registrier mich, werde aufgefordert den AGB zuzustimmen, werde “Mitglied” und bin mit dem Dienst dann entweder zufrieden (dann bleib ich) oder nicht (dann geh ich).
    Ohne für FB in die Bresche zu springen, aber was erwarten die User eigentlich? FB ist für über 800 Millionen User kostenlos (und soll es wohl nach eigener Aussage ja auch bleiben). Wie hält man so eine Plattform am Laufen? Welche Kosten verschlingen die Server & Entwickler?
    Ich persönlich habe kein Problem damit, dass Daten die neue Währung sind, wenn ich dafür einen entsprechenden kostenlosen Dienst bekomme, das ist bei Google, Twitter etc nicht anders.
    Und welcher Träumer wundert sich, dass es 40 Tage dauert, diese Daten zu bekommen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass 1000 FB-Serviceleute in Dublin sitzen und auf solche Anfragen warten. Wer solche Leistungen will, wird früher oder später vielleicht doch in Kauf nehmen müssen, das Plattformen wie Facebook kostenpflichtig sind oder ihnen dann doch die Luft ausgeht. Und ich für meinen Teil habe keine Lust, jedes Jahr meinen vielzitierten “Social Graph” umzuziehen…

  31. Ich frage mich welchen Ausgang es nimmt wenn man Menschen global Datenschutz definieren lässt. Wenn jemand sein “privates” Netzwerk online haben will gibts genug Möglichkeiten Software zu finden (z.b Mingle & WordPress) und 10000 andere Optionen. Wenn man sich in einem hochöffentlichen Medium botschert äussert ist man wirklich selber schuld. FB dagegen daran das sie sich auf eine “meine User dürfen was einstellen” Diskussion eingelassen haben. Betreibt man allerdings selbst Infrastruktur ist man auch dafür verantwortlich. Das wollen wieder nicht viele machen. (oder es können)

    Was viele FBbasher nicht verstehen wollen ist das es eine technisch Plattform ist, deren Informationen real nicht schützbar sind. Modernen digitalen Demokraten ist das aber piebschnurzegal. Sie posten einfach nur Dinge die auch jeder wissen darf. Vor allem kleine Lügen im Freundeskreis machen sie persönlich angreifbar. Politisch aktive Menschen setzen sich (das gehört dazu – Fragt´s den Peter Pilz) eben auch einem Rechtsrisiko aus. Politik beschäftigt sich ja auch intensiv damit. Und das ganz ohne digitale soziale Netzwerke.

    Ansich hilft auch ein Wechsel zu anderen Netzwerken ja nur bedingt, Diese haben ansich die gleichen Probleme. Auch wenn einem in dem einen oder anderen manche Features besser gefallen ist der einzige Schutz davor nicht durchgängig getrackt zu werden entweder jede Kommunikation über Dritte zu vermeiden – oder – als Versuch – seinen Datenstrom so zu verteilen das er nicht mehr nachvollziehbar ist. Leider kommt gleich die nächste tolle Software daher und führt das dann irgendwie wieder zusammen. (und nicht das Hirn der Adressaten).

    Um Dinge zu verheimlichen, hängen sie sie bitte nicht mit der Markierung “HEIMLICH” ans Fenster und regen sich drüber auf das nun jeder drauf schaut und lacht. (die Beamtenerbkrankheit – oder Sünde)

    Ich hege schon lange den Verdacht das Jusstudenten und Kundige Gesetze gerne irgendwie interpretieren, oft absichtlich fehlerhaft konstruieren um dann daran ihre sozialen Allergien auszuleben. Wieviel Umweltbelastung aus diesen folgt wird sich beim Projekt Datenforensik der Vorratsdaten auch noch ergeben und die CO2 Zertifikatsrechnung wird umfangreich übermittelt ;)

    Schlag mal vor den Psychotest bezüglich Aktienhändlern und krankhaft kriminellen mal breiter angelegt durchzuführen. Vielleicht gelingt es so obigen Rechtsvorgang wenigstens mit einem Gutachten abzumildern.

  32. ich staune ab dem bericht und dem vorhaben an und für sich einfach nur. wird jemand gezwungen facebook zu verwenden? nein.
    muss man für die benutzung bezahlen? nein.
    muss man informationen auf facebook posten? nein.
    weshalb also die ganze aufregung mit datenschutz usw? es muss sich niemand an facebook anmelden, der es nicht möchte. wenn man sich aber anmeldet sollte man die regeln die man mit der anmeldung unterzeichnet akzeptieren und sich bewusst sein, dass man ein stück des privatlebens ins grosse weite WWW transferiert.
    zudem denke ich persönlich, das ein unternehmen bedächtiger mit den daten umgeht wie z.B. ein versandhaus. als ehemaliger mitarbeiter eines solchen ist mir bekannt, dass dort schon vor gut 10 jahren mit kundendaten gehandelt wurde obwohl ausdrücklich betont wurde, dass die daten privat sind und vertraulich behandelt werden.
    deswegen: alle die “angst” um ihre daten haben (was kann den schon passieren?) sollen doch einfach am besten die finger von solchen diensten lassen, statt zu versuchen den sinn und zweck solcher dienste durch rechtsstreitereien wegzubedingen.

  33. Bei mir kam gestern dieses zuletzt aufgeführte Schreiben an:
    “… Due to the volume of personal data access requests …”
    Verwundert war ich nur, dass es nicht mal zwei Wochen gedauert hat nach der Standard-Antwort bis gerade genanntes Schreiben kam.

    Ich bin gespannt welche Daten und in welchen Ausmaß diese zurück kommen. Vor allem, weil ich vor mehreren Monaten meinen Account nicht nur deaktiviert, sondern alles bis dahin hochgeladene gelöscht und entsorgt habe. Vielleicht existiert die Option alles zu löschen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. :)

  34. Die Diskussion um Facebook und Daten läuft ja nun seit Jahren. Und so viele, die sich über FB aufregen, tun dies freiwillig in … Facebook. Das entbehrt jeder Logik.
    1. Wo genau liegt das Problem, dass Facebook einige meiner Daten gespeichert hat? Sie tun damit nichts Boeses oder Unanstaendiges, auch rechtlich ist mit den Daten nichts kriminelles geschehen. Seit Jahren übrigens.
    2. Facebook lässt sich super ohne Angabe persönlicher Daten nutzen.
    3. Facebook ist keine Demokratie oder Diktatur und schon gar nicht Allgemeingut. Es ist ein ausgewiesen kommerzielles Unternehmen, kostenlos für Nutzer. Daher sind irgendwelche moralischen Ansprüche gegen FB von vornherein fragwürdig, denn FB zerstoert weder die Umwelt noch gefährdet es Menschenleben noch sonstwas. Es ist bisher als weltweites Netzwerk in seiner Funktionsstruktur sogar demokratieförderlich gewesen und wird es auch auf absehbare Zeit bleiben. Ich habe das Gefühl, dass viele Kritiker von FB auf gut deutsch gesagt Zauderer und Stänkerer sind, denen es es so gut geht, dass sie sonst nichts sinnvolles fuer sich oder ihre Mitmenschen zu tun haben.

  35. Was muss noch passieren bis 800mio Leute merken wie mit ihnen umgegangen wird? Den Leuten ist das doch egal! Denen ist vollkommen wurscht was mit ihren Daten passiert.

    Ich war und werde niemals mich auf Facebook registrieren.

  36. Kann mir einer die Frage beantworten, ob die Daten auf der CD umfassender sind, als die Daten die über Facebook direkt runter geladen werden können? Zumal das ja auch vieles (oder alles?) beinhaltet und mit einer Downloadzeit von 6 Stunden ziemlich umfassend daher kommt.

    Was also ist der Unterschied und welchen Nutzen habe ich mit der Herausgabe der Daten direkt aus den USA?

    Die Herausgabe bringt mir was genau? Ist es nicht vielmehr auch einfach eine Frage der Selbstverantwortung? ICh kann nicht zum Einen die totale Nähe und Globalisierung wollen, jedem auf die Nase binden, das mein Haar schuppt und dann schreien, was mit meinen Daten geschieht.

    Sollte ich denn nun auch bei PayBack anrufen und die Statisik meines demografischen Einkaufsverhalten und deren Rückschlüsse einfordern? Klar muss insgesamt mehr Transparenz her, aber geht es hier nicht einfach nur um Grundsätzlichkeiten.

    Persönlich finde ich eine differenziertere Haltung wäre angebracht. Es gibt nicht das “böse” Facebook. Ich muss wissen, wo ich welche Spuren hinterlasse und mit den neuen Medien ist unter Umständen eine andere Frage prominent; Was ist Privatsphäre 2011? Und wie gehe ICH selber damit um.

  37. Hinweis zu deinen Fotos
    Es kursiert ein falsches Gerücht, dass Facebook ändern wird, wem deine privaten Fotos gehören. Dir gehören alle Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest. Mehr dazu

    Soso, und warum kann ich dann nicht direkt darüber verfügen, hm?
    Schön, wenn hier so direkt praktisch gelogen wird.

  38. Im Prinzip finde ich Facebook, Google+ und Twitter toll, weil man Missstände und weltverbessernde Vorschläge posten kann. Nicht gut finde ich, dass die etablierten politischen Parteien nach wie vor Vorratsdatenspeicherung betreiben wollen. Dennoch sollten wir die oben genannten Firmen aufmerksam im Auge behalten. Es wäre schade, wenn sie den Regierungen näher stehen würden als dem Volk.

  39. die herausgabe bringt mir was genau? ist es nicht vielmehr auch einfach eine frage der selbstverantwortung?

    was ich nicht weiß, kann ich schwerlich selbst verantworten. höchstens mein unwissen darum. das alte selbstverantwortete-unmündigkeit-spiel.

    vielleicht beantwortet das die frage nach dem sinn der herausgabe. die daten sind übrigens wesentlich umfangreicher, als das, was ein mitwirkender bei facebook einsehen kann. und die bezeichner der datenfelder geben einen einblick in den zweck der erhebung.

    sollte ich denn nun auch bei payback anrufen und die statisik meines demografischen einkaufsverhalten und deren rückschlüsse einfordern?

    warum eigentlich nicht? es gibt sogar ein gesetz, das ihnen hier umfassende rechte einräumt.

    und obendrein festlegt, dass sie die auskunft nichts kostet.

    .~.

  40. das ist eine absolute Frechheit. Facebook erfüllt damit meine Erwartungen. Bitte unbedingt weiterbohren und vor dem EU-Gerichtshof verklagen – wenn möglich. Wir wollen unsere Daten und zwar vollständig. Ich möchte auch gerne eine Möglichkeit, sie alle zu löschen – restlos.
    danke

  41. Das Niveau des Jurastudenten halte ich für grenzwertig. Facebook zu hinterfragen – super. Aber “Deppert san’s”? Geht’s noch. Und natürlich schreiben solche Texte Juristen. Wer denn sonst? Der Pförtner. Auf mich macht der Herr in Wien den Eindruck eins Spätpubertierenden. Und Du, Richard, solltest als Mittler auftreten und die Sicht beider Seiten schildern. Denn das mit der rechtlichen Übertragung von Inhalten ist nötig, damit Facebook nicht an Deinem Postfach rumwerkeln darf. Da die Inhalte, so hat mir ein US-Jurist erklärt, Facebook nicht verlassen müssten bei Deinem Austritt aus dem Netzwerk, sämtliche Nachrichten, die Du an andere geschrieben hast aus deren Postfach gelöscht werden – und zwar ohne, dass Facebook Dich davon informiert. Große Frage: Wollen wir das so? Solche grundsätzlichen Fragen sind höchst spannend, scheinen aber Wiener zu überfordern.

  42. @Thoams Knüwer – Wenn es gute Gründe gibt, die Daten nicht so ohne weiteres zu löschen respektive herauszurücken, würde ich diese gerne erfahren. Dass sich gerade Kommunikations-Unternehmen schwer tun, zu kommunizieren, ist nichts neues. Die mangelnde Sensibilität in manchen Fragen, die ja offenbar nicht nur einen einzelnen Studenten aus Wien berühren, verwundert mich dann aber doch.

  43. Es gibt eine reale Komplexität in diesem Zirkus, die in den Stammtsichparolen unterzugehen droht. Ich bin Facebook gegenüber auch zwiegespalten, aber wenn wir schon draufhauen dann bitte an den Stellen, an denen’s wirklich wehtut.
    – Facebook schreibt nirgends, daß die biometrischen Merkmale ihr IP sind. Facebook schreibt über negative Auswirkungen auf Firmengeheimnisse und intellectual property, und das kann durchaus bedeuten daß sie, um die Biometrie-Merkmale aussagekräftig zu veröffentlichen, einen proprietären Biometrie-Mechanismus offenlegen müssten, den sie nicht herausrücken wollen.

    – es ist möglich, daß Facebook nicht vorgesehen hat, den Like-Track nach Personen sortiert abzuziehen. Bei den vorliegenden Datenmengen ist das auch tatsächlich eine nicht-triviale Aufgabe. Falls das so ist, wäre es meiner Meinung nach sogar eine gute Nachricht, weil dann kann das keiner und das fände ich gut.

    Witzigerweise könnte die aktuelle Facebook-gib-mir-meine-Daten-Panik einen paradoxen Effekt haben: Während Facebook heute zwar die Daten hat, um ein feingranulares Profil einer Person abzurufen, haben sie scheinbar Software und Prozesse dafür nicht effizient implementiert. Natürlich hätten sie – aus EU-Datenschutzrecht-Perspektive – die Plattform von vorneherein so bauen müssen daß das geht.
    Doch dadurch haben wir, Stand heute, durch die Ineffizienzen bei Facebook auf eine schräge Weise ein relativ hohes Schutzniveau: Es geht zwar, aber es ist so aufwändig daß es auffällt.
    Durch die vielen Datenabfragen zwingen wir Facebook jetzt dazu, Software und Prozesse zu implementieren, mit denen so eine Abfrage nicht nur “im Prinzip” geht, sondern sogar effizient.
    Und das halte ich für schlecht.

    In vorauseilendem Gehorsam vor dem Mob: Natürlich könnte Facebook das von sich aus jederzeit machen, doch WOZU? – niemand außer uns selbst interessiert sich für diese Perspektive auf den dämlichen Datenhaufen. Für alle legitimen praktischen Zwecke sind die aggregierten Daten und der “reverse Lookup” (gib mir alle User, die in den letzten acht Wochen folgende Seite ge-like-t haben…) wertvoller. Das Personenprofil brauche ich erst, wenn ich im Dreck einer bestimmten Person wühlen will.

  44. Kann es sein, dass Facebook selbst nicht so genau Überblick über die gesammelten Daten hat?! Und deutlich weniger aussagekräftige Profile erstellt, als wir vermuten? Kommt mir ehrlich gesagt so vor, denn weshalb sollte ansonsten das Unternehmen bestimmte Daten nicht mit auf die CD kopieren?

  45. Und wo sind die “Helden” von ANONYMOUS?
    Die können sich wohl nur um relativ belanglose Themen wie Videokonsum auf Youtube kümmern! Und ihre Aktionen in Sachen “alles für lau” als dem “freien Datenfluss” dienend bezeichnen!
    Das sagt alles!

  46. Nein, sie ist falsch. Facebook bezeichnet persönliche Daten nicht als geistiges Eigentum. Sorry, aber da habt ihr Euch klar verlesen. Ein Blick auf den Text stärkt die Kenntnis darüber, was drin steht.
    M.E. wäre es angebracht, die Überschrift zu ändern.

    • @Woaar! – Doch, genau das tut Facebook. Die Firma behauptet, persönliche Daten seien untrennbar verknüpft mit Firmengeheimnissen/geistigem Eigentum, erklärt dieses “Gemisch” damit defacto zum Firmengeheimnis. Dem Nutzer kann es doch piep-egal sein, wie FB seine Datenbanken organisiert. Anders als die Firma hat er keinen Einfluss darauf. Wenn sich seine persönlichen Daten tatsächlich nicht mehr von Firmengeheimnissen trennen lassen (was ja erstmal nur eine Behauptung ist), so ist das ein Problem von FB – nicht aber die Schuld des Kunden.

  47. Wäre es nicht auch denkbar, das Facebook versucht uns vorzugaukeln selber nicht den vollen Überblick über die Daten zu haben, um uns zu beruhigen?
    Wenn ich sehe, wer bei Facebook die Finger im Spiel hat bzw. wer es mit finanziert/unterstützt bleibt mein Misstrauen doch sehr groß. Denen traue ich jede Schandtat zu!

  48. Sehr geehrter Herr Gutjahr, dieser letzte Kommentar (vom 29.9, 23:35) war nix. Natürlich ist dem Durchschnittsnutzer die Datenbank-Organisation egal, doch für Konkurrenten ist sie unendlich wertvolle Information, gerade in modernen Themen wie hochskalierte Gesichtserkennung. Die spannende Frage ist ja heute nicht mehr, wie Gesichtserkennung funktioniert, das können inzwischen viele – aber es dauert. Die spannende Frage ist, wie bekommt man das auf dem Produkt “800 Millionen Gesichter” x “zig Millionen neue Fotos pro Tag” so umgesetzt, daß die Fotos wenigstens im Durchschnitt schneller bearbeitet werden als neue nachkommen.
    Die Antwort auf diese Frage ist sehr viel Geld wert.
    Und nein, ich finde den hemdsärmeligen Umgang von Facebook mit Datenschutz nicht gut, aber die Story mit dem Firmengeheimnis ist einfach der falsche Aufhänger.

  49. @Josef:
    Gute Argumente, aber was spricht dagegen die Daten in einer Form herauszugeben welche keine Rückschlüsse auf benutzte Techniken gibt? Dazu sollte es meiner Meinung nach eine Möglichkeit geben oder diese von FB erarbeitet werden.

  50. Ich versteh ja den Ärger, aber jetzt mal nüchtern betrachtet:
    1. Jeder, der seine Daten mit Facebook teilt, macht das FREIWILLIG
    2. Jeder, der Facebook nutzt, weiss, oder sollte wissen, dass Facebook seine Daten NUTZT (das ist ja das Geschäftsmodell)
    3. Logisch ist, dass Facebook die gesammelten Daten nicht freiwillig rausrückt, denn damit würden sie ja die Art und Weise offen legen, WIE die Daten gesammelt werden und logisch empfindet Facebook das als ihr geistiges Eigentum
    4. Jeder User hat die WAHL, bei Facebook auszusteigen, wenn er nicht will, dass seine Daten gesammelt und verwendet werden

  51. Zu Beginn bedanke ich mich für diesen informativen Artikel und die äußerst interessanten Kommentare, auch wenn manche doch einen freundlicheren Stil haben könnten.

    Viele scheinen eine klare Meinung über Facebook zu haben.ch glaube nicht, dass man FB in Gut und Böse unterteilen kann. Das Thema ist viel zu Komplex und zu weit gespannt als das man es als Ganzes bewerten kann.

    Allen die FB benutzen sollte doch klar sein, das die Werbung nicht zufällig ist und jedes gefällt mir registriert und weiter verarbeitet wird. Aber damit lässt sich leben und ist ein dem Angebot angemessener Preis.
    Darüber hinaus ist es meiner Meinung nach viel interessanter welche Daten Facebook über mich generiert (z.b. über Profile und likes von Freunden) bzw. nicht direkt über mein Profil eingesammelt hat. Da diese für mich eben nicht sichtbar oder manipulierbar sind.
    Mir ist klar, dass das de facto Firmengeheimnisse offenbaren könnte aber was ich like und wann/wo ich mich einlogge kann ich auch ohne eine 1000 seitige PDF herrausfinden.

    Auch der Punkt das man sich ja freiwillig angemeldet hat: Natürlich haben wir das und wir like auch freiwillig aber das ein Website-Nutzungsprofil und die Likes meiner Freunde mit mir in Verbindung gebracht werden und vor allem in welchen Umfang ist schwer bis gar nicht zu kontrollieren.

  52. habe gerade ard gesehen , werde meine daten jetzt auch anfordern und fratzenbuch verlassen. ihr habt mich bestätigt, leider gibt es immer noch genug leute die sagen ” ach ,ich bin nicht so wichtig, von mir aus können sie alles wissen”. als in der ddr aufgewachsener ,sehe ich das ganz anders. was ist wenn den leuten die machenschaften der banken und milliardären mal auf den sack gehen? dank facebook und deren gesichtserkennung können diese leute, bzw. deren freunde direkt abgeholt werden….. und da sind wir weiter bei der ddr…….oder, ….. ist doch alles nicht so schlimm.

  53. habe mir gerade alle bisherigen Kommentare (67) durch gelesen. Aus meiner Sicht sind einige sehr interessant und fundiert geschrieben, haben ihre Berechtigung – z.B. wenn es um die Tittel-Debatte geht, kann ich gut nachvollziehen, dass es nicht egal ist, ob der Titel passt oder eben nicht. Wenn ein Beitrag wie dieser hier ernst genommen werden soll, wenn er dazu beitragen soll Meinungen zu bilden oder zu ändern, sollte er seriös und ernsthaft bleiben.

    Aber – aus meiner Sicht kann man nicht oft und laut genug vor Facebook und natürlich auch anderen Sozialen-Netzwerken warnen. Ganz generell, ohne streitbare Überschrift!!

    Ich habe heute aus gegeben anlass auch einiges über Steve Jobs gelesen, u.a. einen Beitrag der kritisch auf die Apple-Philosophie geschaut hat und nicht in die allgemeinen Lobhymnen eingestimmt hat. Aber warum ich darauf komm: – auch zu diesem Beitrag, genau wie hier, kam immer wieder das Argument: ist doch alles FREIWILLIG. Wir WISSEN doch was wir da machen, welche Informationen wir weiter geben – UND wenn juckts, wer will den damit etwas anfangen! Oder – ist doch ok, wenn ich den Dienst mit meinen Daten “bezahle”.

    Wenn ich solche Äusserungen lesen muss, dreht es mir den Magen um. Ok, jeder hat das recht auf seine Meinung. Und jeder hat das Recht alle seine Daten zu veröffentlichen, wer will darf das. Aber darum geht es doch gar nicht!

    Natürlich ist klar, das FB aus den Daten lebt, sowie Google etc. auch von unseren Daten lebt. Nur geht das Ganze bei FB doch ne ganze Nummer weiter. Wir reden hier nicht nur von “Nutz”-Profilen, sprich was ich z.B. gerne esse bzw, einkaufe, auch nicht was mich interessiert, sprich was ich im Internet suche. Bei FB geht es viel viel tiefer ins private. FB ist so angelegt, dass ich dort mit Familienangehörigen, Freunden und Bekannten kommuniziere, mich austausche, Inhalte wie Bilder, Veranstaltungen etc. teile. Ich kann auch ein ganz persönliches Gespräch via Chat führen, wie am telefon, poste Orte an denen ich war/bin, Restaurants in die ich regelmässig gehe u.s.w.. Natürlich gilt bei allem, es ist meine freie Entscheidung, ob und was ich via FB von mir preis gebe. Ich habe ja auch den AGB’s zugestimmt, als ich den Account eröffnet habe. Nur – finde ich darin aber auch nicht die volle Wahrheit, den vollen Umfang was ich da eigendlich mache. Da steht nicht: ALLES was du postest, hochlädst, tippst – egal ob Pinnwand, Fotoalbum, Benachrichtigung oder Chat, jeder Ort – mit Datum,Zeit und Koordinaten, wird IMMER und FÜR IMMER bei FB gespeichert und dafür genutz ein weitreichendes Profil zusammen zu basteln, dass dann auch ganz private Meinungen, Gefühle und Ereignisse enhält, die eben ausser mir und der Person, der ich das mittgeteilt habe, niemandes etwas angeht. Und damit ist der Berg noch nicht bestiegen. Es kommen Markierungen auf Bildern dazu, die ich garnicht persönlich machen muss, das können andere machen – sollte ich bis dato kein Bild von mir hochgeladen haben, kann FB mein Gesicht, mein wahres Aussehen eben auch über Dritte erfahren. Oder was ist mit den Adressdaten die aus den Apps abgegriffen werden. Hatte ich bis dato als Name einen Fake angegeben, lässt sich über die Kontakte von Dritten auch hier der echte Name rekonstruieren, über die dazu abgelegte E-Mail oder weil meine FB-Adresse als Website im Datensatz gespeichert war, oder oder…

    FB hat viele Möglichkeiten Daten von und zu mir zu sammeln, die ich vielleicht nie preis geben wollte. Wenn das andere tun, ok. Wenn es andere nicht stört komplett die Hose runter zu lassen, sollen sie machen. Wenn jemand nicht den Horizont hat zu verstehen was er da macht, dann find ich das nicht gut und sehe da auch FB in der Pflicht, wenn gleich ich auch seh, dass es daran kein Interesse hat, sondern “selbstlos” handeln müsste. Dass aber eben so jemand, der entweder freiwillig arglos mit seinen Daten umgeht – oder aus persönlichem Unverstand heraus, dass eben so jemand dann aber FB auch Daten über mich liefern kann und dies dann auch noch unwissentlich tut – NEIN DANKE!!

    Und wenn ja nun das neu FB als Lebensarchiv kommen soll, also ja FB klar Flagge zeigt im Bezug auf die Dauer, die die Daten nach Ansicht und Wunsch von FB gespeichert werden sollen, kann ich, neben dem Wissen, das geteilte Inhalte ja ganz offen kommuniziert nicht gelösch werden und von mir entfernte Beiträge etc auch nicht gelöscht sondern nur unsichtbar gemacht werden, auch nicht darauf vertrauen, dass meine Daten spätestens bei der Löschung meines Accounts auch tatsächlich physikalisch von den Festplatten verschwindet und nicht nur der Zugang dazu. Also selbst wenn ich auf der Stelle meinen Account lösche und nie wieder auf FB gehe, alles was bisher dort ist bleibt dort, und alles was in Zukunft über Dritte von mir dort landet, wird auch weiter gespeichert.

    Und wer etwas damit anfängt? Abgesehen davon, das FB alles Mögliche für Werbezwecke verkauft, abgesehen davon, dass mir keiner garantieren kann, das nicht jemand den Server hackt und somit Zugriff auf die Daten hat, was auch immer er dann damit macht; abgesehen davon, dass die nicht auszuschliessende Möglichkeit besteht, über bestimmte Äusserungen und Formulierungen ins Fahndungsraster zu geraten, abgesehen davon – möchte ICH die Kontrolle über meine Daten behalten! Aus Prinzip, nicht weil etwas damit passieren könnte!

    JA, Soziale-Netzwerke sind was tolles, sie eröffnen neue, ungeahnte möglichkeiten, sie verbinden uns mit Menschen in fernen Ländern, als wären sie neben an – sie sind Teil und logischer Schritt der Globalisierung. Und nochmal JA, wenn ich solch einen Dienst kostenlos nutzen möchte, komme ich nicht drumrum auch etwas dafür her zu geben – aber WAS und für WIE LANGE sollte mir als Nutzer überlassen sein!

  54. Hi, ich habe das mal gemacht und vorgestern eine Antwort bekommen. Ich könne meine Daten ja herunterladen steht da in der Email (der Antrag wurde angenommen). Das weiß ich schon und habe das auch gemacht, aber ich hätte doch gerne die umfangreiche DVD. Wie kann ich die explizit beantragen (quasi in einer Antwortmail)?

    Danke für die Hilfe.