Kundendaten genießen bei uns höchsten Schutz!

Wenn es um Datenschutz geht, empören sich Politik und Medien gerne über Google und Facebook. Doch wie steht es eigentlich um den Datenschutz in Deutschland? Bis heute erhalte ich regelmäßig unerwünschte Post oder Anrufe seriöser deutscher Firmen. Versuche, meine Daten löschen zu lassen, scheiterten in der Regel kläglich. Jahrelang habe ich gebettelt, gedroht, Faxe, ja sogar Briefe (!) geschrieben. Umsonst. Seit Anfang des Jahres verfolge ich eine neue Strategie: null Toleranz.

Meine Daten sind kein Geheimnis. In vielen Fällen gebe ich sie freiwillig weiter und das sogar gerne, etwa, wenn ich mir eine Pizza bestelle oder wenn ich einen neuen Handyvertrag abschließe. Doch welches Recht haben Firmen, auch Jahre nach einem Einkauf oder nach Vertragsende, Menschen mit Ihrem Werbemüll zu belästigen? Das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung (laut Bundesverfassungsgericht ein Datenschutz-Grundrecht) – in der Praxis nicht existent.

“Das Problem wird immer größer”, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Sowohl der legale als auch der illegale Datenhandel nehme immer größere Ausmaße an. “Wir bekommen mehr Beschwerden als je zuvor”.

Otto Versand: “Passen Sie auf, Herr Gutjahr!”

Das jüngste Erlebnis dieser Art hatte ich gestern mit dem Otto-Versand, der auf seinen Internet-Seiten stolz darauf verweist, wie wichtig man dort den Datenschutz nimmt. Wie das dann in der Praxis abläuft, wenn man schriftlich darum bittet, mit all seinen Daten aus dem System gelöscht zu werden, hört Ihr am besten selbst:

Wie bereits erwähnt: Null Toleranz.

Übrigens:. Wusstet Ihr, dass die OTTO Group offenbar ein Joint Venture mit dem berühmt-berüchtigten Adresshändler Schober betreibt? (Danke für den Hinweis @Kenner)

BMW: Aus Freude am Schreiben

“Seien Sie versichert, dass die BMW Niederlassung München die Themen Datenschutz und Adressweitergabe sehr ernst nimmt.” (BMW)

Beispiel BMW. Im Frühjahr 2008 habe ich mich für ein Auto interessiert. Dazu habe ich mehrere Auto-Webseiten besucht, u.a. auch die von BMW. Mein Fehler: Bei einer Prospekt-Anforderung habe ich mich als potentieller Neuwagenkäufer zu erkennen gegeben. Seitdem erhalte ich unregelmäßig Anrufe von BMW-Händlern oder Einladungen zu BMW-Fahrertrainings.

Ihr werdet sagen: Wo ist das Problem, einfach die Firma darum bitten, die Daten löschen bzw. sperren zu lassen. Im Fall von BMW habe ich fünfmal telefonisch, zweimal per E-Mail und dreimal per Fax bzw. Briefpost darum gebeten, meine Daten ein-für-alle-mal löschen zu lassen. Trotz Beteuerungsschreiben u.a. vom Marketingleiter klingelte auch in diesem Jahr wieder mein Telefon.

Deutsche Telekom

“der sensible Umgang mit Kundendaten genießt in unserem Unternehmen den höchsten Schutz” (Deutsche Telekom)

Über Jahre hinweg melden sich versch. Callcenter „im Auftrag der Deutschen Telekom“ bei mir zuhause und versuchen, mir einen neuen Telefon-Tarif zu verkaufen. Angeblich hätte ich der Telekom die Erlaubnis dazu erteilt. Bis heute ist mir das Unternehmen einen Beleg für diese Behauptung schuldig.

Süddeutsche Zeitung: Das Kreuz mit dem Kreuz

“Wir hoffen, dass Sie die Süddeutsche Zeitung weiterhin mit Freude lesen.” (SZ-Aboservice)

Bei meiner Bestellung eines Probe-Abos der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2005 (!) hatte ich ein Kreuzchen übersehen bzw. zu viel gesetzt. Der dazugehörige, in 5-Punkt-Schrift gehaltene Text (“Damit ich in Zukunft keine Angebote der Süddeutsche Zeitung GmbH oder der Unternehmen der Süddeutschen Verlag GmbH verpasse…”) ist mit seiner einleitenden Verneinung “keine Angebote” bewusst darauf ausgelegt, missverstanden zu werden. Das war im August 2005. Auf dieses eine Kreuzchen hin, nimmt sich die Süddeutsche Zeitung Verlag GmbH das Recht heraus, jahrelang mich mit Telefonanrufen oder Post-Reklame zu beglücken. Abo habe ich natürlich keines mehr.

Verkaufsgespräche mit Minderjährigen? O2 can do.

„Ich bedauere sehr, dass bei Ihnen der Eindruck entstanden ist, wir wollten unsere Produkte an Minderjährige verkaufen. Dies verbieten uns schon unsere Leitlinien Marketing Jugendschutz, die wir uns selbst auferlegt haben.“ (O2)

Am 16. März 2009 klingelte das Handy meiner Nichte. Ein Call-Center-Mitarbeiter der Firma O2 versuchte offenbar, dem damals 14jährigen Mädchen einen neuen Handytarif aufzuschwatzen. Obwohl meine Nichte darauf hinwies, dass sie noch minderjährig und sie zwar Nutzerin, nicht aber Vertragspartnerin sei, wurde der Tarif umgestellt. In einem späteren Schreiben bat das „O2 Team“ lediglich darum, die “entstandenen Unannehmlichkeiten” zu entschuldigen.

(siehe dazu auch meinen Blogpost vom 3. Juni 2011. O2-Kundendaten frei im Internet)

Fazit

Ich gehe nicht davon aus, dass amerikanische Großkonzerne verantwortungsbewusster mit Daten umgehen, als BMW, Deutsche Telekom, Otto & Co – jedoch ist es schon bemerkenswert, dass ich die meisten unerwünschten Werbeangebote und Anrufe von deutschen Unternehmen erhalte – und das, obwohl ich immer wieder explizit um die Löschung meiner Daten gebeten habe.

Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern rät zu folgenden Schritten:

  1. Schriftlichen Widerspruch einreichen (Musterbriefe gibt es bei den Verbraucherzentralen)
  2. Brief an den Landesdatenschutzbeauftragten
  3. Brief an Wettbewerbszentrale

Daneben rät die Verbraucherschützerin, bewusster mit seinen eigenen Daten umzugehen. “Nicht immer alle Felder in einem Formular ausfüllen, die mit dem eigentlichen Kaufvorgang gar nichts zu tun haben” (gerade das Geburtsdatum wird von Adress-Händlern gerne dazu benutzt, Kundendaten aus verschiedenen Beständen zusammenzuführen).

Wer sind eigentlich die schwarzen Schafe: Facebook, Google & Co – oder nicht doch die deutschen Unternehmen?

Mehr dazu:. Die Verschwiegene Branche der Adresshändler (WiWo.de)

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? .

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74 Gedanken zu “Kundendaten genießen bei uns höchsten Schutz!

Zitiert von
  1. Kundendaten/Datenschutz

  2. » Der hilflosteste Versuch, das PR-Desaster zu gl Nachtwächter-Blah

  3. Soup von MichlD

  4. Kundendaten genießen bei uns höchsten Schutz! | G! – gutjahr's blog

  5. Linkdump vom Di, 12. Juli 2011 bis Mi, 13. Juli 2011 Links synapsenschnappsen

  6. Datenschutz? Aber lieber Herr Gutjahr... | G! - gutjahr's blog

  7. carstenarnold.de

  8. Darf die GEZ Adressen kaufen? - Seite 2 - JuraForum.de

  9. Was aus dem gekündigten SZ-Abo wurde! — Was mit Medien. Medienmagazin.

  10. Social Media Monitoring für Unternehmen (Teil I) | Tipps für Marketing, Gründung & Management | Unternehmer.de

  1. Bei mir ist mir das auch bei der Süddeutschen Zeitung aufgefallen, hatte da längere Zeit ein Abo, aber jetzt kommen unregelmäßig noch Anrufe, ob ich nicht wieder Kunde werden will.

    Ansonsten wie erwähnt, die Telekom ist auch sehr penetrant.

    Sky ebenfalls, habe da noch ein altes Premiereabo, die rufen auch ständig an und wollen dass ich auf die neue Struktur umstelle (die natürlich teurer ist, da mir Bundesliga für 20 Euro reicht).

    Ansonsten: Ich bin erst vor 2 Jahren von meinen Eltern ausgezogen, neue Wohnung, neue Telefonnummer. Inzwischen bin ich etwas schlauer und gebe meine Daten nur ungern weiter.

    Meine Freundin hingegen ist z.B. Lehrerin, und hat zu Beginn ihres Anwärterdienstes haufenweise Schulbuchverlage angeschrieben, wegen Starterpaketen usw.
    Die verkaufen anscheinend auch gut weiter, da wir permanent Post im Briefkasten haben.

    Mein Tipp: Zahlendreher bei der Telefonnummer einbauen.

  2. Oh ja, wie Recht Sie mal wieder haben.
    Noch vor ein paar Jahren war ich sehr erpicht darauf, immer mal neue Fahrzeuge probezufahren. Einmal in dieses Formular eingetragen, bekommt man gleich massenweise E-Mails und auch postalische Benachrichtigung. Eine Austragung aus diesen Verzeichnissen habe ich gar nicht erst beantragt. Da hat es bisher nur geholfen, öfter mal umzuziehen (und das musste ich studienbedingt schon das eine oder andere Mal).

    Was mich aber noch mehr verdutzt hat, war die Tatsache, dass ich erst ca. 4 Wochen an einem neuen Wohnort gelebt habe, diesen weder (wissentlich) bei einem Einkauf noch beim Einwohnermeldeamt durchgegeben habe und trotzdem Post auf meinen Namen ankam. Auch sonst habe ich diese Adresse nicht weitergegeben. Das kam mir schon sehr dubios vor und hab ich mich echt verfolgt und gestalkt gefühlt.

    Jedenfalls weiß ich, dass ich in Zukunft nur noch sehr spärlich informationen anfordern werde, da man einfach so zugemüllt wird, dass das schon keinen Spaß mehr macht. Jeden Tag mehr Post für den Müll zu bekommen als Nutzinformationen zu haben, stimmt mich schon ein wenig nachdenklich.

  3. Festnetznummer angegeben?
    Ich halte es momentan so, dass ich häufig eine Handynummer angebe, wenns ohne Telefonnummer nicht geht, allerdings sind die Werbeanrufe auf dieser Nummer 0.
    Hat da jemand ähnliche Erfahrungen?

  4. Ebenfalls meine Erfahrung, ich gebe allerdings ausschließlich meine Handy-Nummer an, die sich 1-2 Mal im Jahr ändert.

    In meine Adressdaten baue ich außerdem kleine Fehler ein, die zwar die Zustellung nicht behindern, aber ermöglichen nachzuvollziehen, wer da meine Daten weitergibt.

    Letztlich wird sich mit den Datenschutzpraktiken aber nichts ändern, solange es keine echte Sanktion gibt. Denn der Betroffene kann zwar seinen Rechtsanspruch bspw. auf Löschung einklagen, aber es gibt keinen Schadensersatzanspruch für den Fall der rechtswidrigen Datenverarbeitung und -weitergabe. Es gibt zwar Bußgelder, aber dafür ist der normale Bürger nicht klagebefugt, sondern nur Verbraucherschutzorganisationen etc., deren Kapazitäten natürlich begrenzt sind und die sich daher auf Fälle beschränken, von denen sie a) etwas mitbekommen und die b) eine erhebliche Relevanz haben.

    Deshalb ist das Datenschutzrecht ein zahnloser Tiger – und so soll es nach dem mehrfach erklärten Willen der Politik auch bleiben, weil alles andere den Datenhandel als Geschäftsmodell mit zusätzlichen Risiken belasten würde.

  5. Ich bin eigentlich immer wieder erstaunt wie wenig Werbemüll ich erhalte – und dies schon seit Jahren. Zwar gehe ich nicht so nachlässig mit meinen Daten um, d.h. keine Payback-Karte sondern nur Stempelkärtchen beim Bäcker und Friseur ;-) , aber gerade online fordere ich doch schon mal Infos an. Ob online oder per Papier, die Weitergabe/Verwertung der Daten schließe ich immer aus und offensichtlich funktioniert das.

    Telefon ist bei mir so geregelt: Anrufe ohne Nummer komme grundsätzlich auf einen AB mit Infoansage. Nummern die negativ auffallen werden nach dem ersten Anruf ebenfalls ins Nirwana umgeleitet. Meist wird zu Zeiten angerufen wo ich eh nicht da bin. Unbekannte Nummern werden dann geprüft und geblockt.
    Da ist mir meine fritz.box doch eine große Hilfe. :D

    Negativ am Telefon ist mir eigentlich nur UnityMedia aufgefallen. Die haben manchmal wochenlang tägliche Anrufe zu einer Werbemaßnahme. Der Callcenter arbeitet mit mehreren Nummern aus einem größeren Pool. Bis auf die letzten 2 bis 4 Ziffern ist die Nummer identisch.
    Natürlich sind dann noch die diversen Verlage die nach Abokündigungen gerne über Monate noch mal nachlegen. Da bin ich am Telefon mittlerweile genauso penetrant wie die Anrufer: “Danke! Kein Interesse! Schönen Tag noch!”

  6. Ich habe mir vor etwa 2 Jahren mal 12 Monate die Mühe gemacht, bei wirklich JEDER Reklame Auskunft nach §34 BDSG zu verlangen (per eMail meinstens, in einigen Fällen per Briefpost und einmal per Einschreiben) und um Sperrung (nicht Löschung) meiner Daten gebeten. Die “seriösen” Firmen haben auch alle geantwortet (meist per Briefpost). Seitdem ist Ruhe und ich bekomme tatsächlich nur noch die Werbung, die ich auch haben möchte.

    Besonders aufdringlich habe ich übrigens diverse Bringdienste in Frankfurt erlebt, die trotz “keine Werbung einwerfen”-Aufkleber munter ihre Flyer verteilen ließen, auch trotz mehrmaligem (freundlichen) Anruf und der Bitte, das doch sein zu lassen. Da hat dann geholfen, die Mitarbeiter da auch mal richtig anzumotzen.

    Ich vermute, Auskunftsersuchen nach §34 BDSG ist effektiver, weil man 1.) signalisiert, dass man seine Rechte kennt und 2.) die Firmen Farbe bekennen müssen, wo und wie sie an die Daten gekommen sind.

  7. Etwas ähnliches widerfuhr mit Alice DSL:

    Ich war 2007 – 2008 (13 Monate lang) bei Alice DSL angemeldet.
    Vor meinem Umzug kündigte ich schriftlich fristgerecht meinen Vertrag mit Alice DSL und schickte ihnen das Modem zurück, dass übrigens nicht mehr das Porto wert war mit dem ich es verschickte.

    Telefonisch hat sich der Kundenservice bei mir gemeldet, (über die Mobilfunknummer, die ich dem Unternehmen niemals gegeben hab), um zu Fragen warum ich denn kündige und ob ich denn nicht bleiben möchte. Es gäbe günstige Angebote bzw. ein kostenloser Monat an überflüssigen Schnickschnack., wenn ich die Kündigung zurücknehme.
    - Das übliche belanglose Call-Center Geplänkel.

    In meiner Kündigung befand sich ein Absatz der deutlich machte, dass ich auf Grundlage des BDSG um die Löschung meiner Kundendaten gebeten hab. Hierbei gab es keine postalisch Reaktion. Telefonisch gab mir die Alice-Mitarbeiterin zu verstehen, dass die Daten umgehend gelöscht werden.

    Jedenfalls bin ich nach zweieinhalb Jahren (Februar 2011) wieder umgezogen, nach dem ich wieder einen neuen Internetanschluss benötigte. Als Student reizen mich im die Preise mit dem günstigsten Angeboten und mit der höchsten Bandbreite, ergo: zurück zu Alice.

    Der Knaller kommt jetzt:
    Ich hab mich regelkonform, nach dem Alice von O2 aufgekauft wurde in einem dieser O2Shops in der Innenstadt das Angebot wahrgenommen. Meine aktuellen Adressdaten und vorübergehende Mobiltelefonnummer, für die Lieferung des Modems/Routers, gab ich vor Ort ab und mir wurde gesagt, dass ich ca. 6(!) Wochen zu warten hab.
    Jedenfalls trudelte nach knapp 6 Wochen das besagte Modem ein, mit Anleitung und allem was dazu gehört. Jedoch nicht DAS was sowieso dazugehören SOLLTE. Es fehlten nämlich meine Zugangsdaten.

    Ironie des Schicksals:
    Alice schrieb mir eine E-Mail (hatte noch meine separate UMTS Verbindung) in der sie einen Post-Rückläufer erhalten hätten.
    Per E-Mail schrieb ich zurück, dass ich diesen Brief mit den vermeintlichen Zugangsdaten niemals erhalten habe. (Empfänger: No-reply@alice-dsl.de – Die antworten trotz “no reply”-Hinweis!)

    Mailwechsel
    Sie baten um die richtigen Daten
    ich verwies sie auf meinen Vertrag wo die aktuellen Adressdaten zu finden sind.
    Sie behaupten sie hätten keinen Zugang zum Vertragsserver. (?!)
    Ich schickte ihnen per E-Mail meine aktuellen Adressdaten, so dass der Brief seinen weg hier finden könnte.
    Sie bestätigten und schickten den Brief raus.

    (2 Wochen vergehen)

    Ich bekomme einen E-Mail in dem von einem Post-Rückläufer die Rede ist.
    Ich raste aus! Und schreibe einen ellenlangen Brief über den Sachverhalt.
    Sie entschuldigen sich und ich schicke abermals die Adressdaten per E-Mail.
    Eingang der Adressdaten wurde bestätigt, aber der Brief lässt auf sich warten.

    Erst nachdem ich in den nahgelegenen O2-Shop gegangen bin. Ihnen den Sachverhalt erklärte, sie sich keiner Schuld bewusst waren, was ich auch nie unterstellt habe etc. … nach genervten 15 Minuten erst erklärt bekommen hab, dass man jetzt mit der Alice-Zentrale sprechen werde, nachdem ich schon einen Radau im Shop gemacht, des schlechten Services wegen. (Mir war grade danach.)…
    Bekam ich nach Nach einer geschlagenen Dreiviertelstunde meine Zugangsdaten auf ein Blatt Papier meines mitgenommen College-Blocks geschrieben. Ein Ausdruck war wohl nicht möglich, laut Aussage der O2 Mitarbeiterin. Schließlich könne man nicht einfach so die Logindaten elektronisch vom Geschäftspartner beziehen.

    Ich war nur noch am verzweifeln . Aber gut ich hatte die Logindaten, ich konnte somit endlich wieder ans Netz mich anschließen.

    Muss ich noch erwähnen, dass ich bis HEUTE keinen Brief mit meinen Zugandsaten erhalten hab?

    Verbraucherschutz – Datenschutz Pointe:
    Es hat sich herausgestellt, dass Alice DSL zwar das Päckchen mit der Technik an die aktuelle, die Zugangsdaten aber an meine alte Adresse verschickt hat.
    * Eine Wohnanschrift, an der ich seit über zwei Jahren nicht erreichbar bin.
    * Eine Anschrift, um deren Löschung ich zweieinhalb Jahre zuvor berechtigt gebten hab.
    * Eine Anschrift, die Alice DSL NICHT aktualisieren konnte.

    So viel zu meiner Erfahrung mit größeren Unternehmen und vermeintlichen Verbraucherschutz.

  8. Hi,

    zum Einen nervt mich Ford laufend, mit Hinweisen, dass mein Wagen doch mal wieder in die Inspektion müsste. Problem nur: Der Ford ist schon seit Jahren verschrottet. Wiederholte Hinweise an meine Werkstatt, dass es den Wagen nicht mehr gibt und ich jetzt einen Skoda fahre, haben bis jetzt nicht geholfen.

    Zum Anderen hat meine Tochter neulich ein Werbeschreiben für einen Verbraucherkredit von easyCash/Volksbank erhalten. Problem: Sie ist noch nicht mal vier Jahre alt. Auf meine Beschwerde hin hat sich die VoBa zerknirscht gegeben, ein paar Werbegeschenke als Entschädigung beigelegt und hoch und heilig versprochen, dass so was nicht mehr passiert. Schauen wir mal. Ich habe mir in meiner Beschwerde auch ganz allgemein Werbung an mich und meine Familie verbeten. Mal sehen, ob sie sich daran halten…

    Gruß, Holger

  9. Tipp:
    Ich gebe grundsätzlich keine Telefonnummer an. Wenn ich dazu genötigt werde, breche ich den Kauf-/Bestell-/usw.-Vorgang lieber ab. Denn Telefonwerbung ist am nervigsten, am schwierigsten nachzuweisen und auch am schwierigsten wieder loszukriegen.

    Das mit den Daten ist so eine Sache. Nachdem ich 10 Tage (!) nach der Geburt meines Sohnes bereits einen an ihn persönlich und mit vollem Namen adressierten Brief in den Händen hielt – es ging um so ein tolles Baby-Starter-Paket mit Windeln, Feuchttüchern, Babynahrung – habe ich den Glauben an den Datenschutz endgültig verloren. Übrigens kam der Brief von einer namhaften deutschen Firma.

  10. Schon seit vielen Jahren halte ich das so, wie du es seit Anfang des Jahres machst. Ich bin allerdings gelernter Direktmarketing-Fachwirt, habe also das, was die Unternehmen mit den Adressen tun, von der Pike auf studiert und praktiziert. Für um so wichtiger halte ich es, dass Unternehmen sich an die Gesetze halten und die Rechte der Verbraucher respektieren. Gerade den Auskunftspflichten gemäß Bundesdatenschutzgesetz wird ja immer wieder einmal von Unternehmen nur ungern entsprochen. Da heißt es dann »Wir haben ihre Daten bereits gelöscht und können ihnen daher keine Auskunft mehr geben«. Dabei sollte die Löschung der Daten, da muss ich dir auch widersprechen, immer die Ausnahme sein.

    Besser bedient ist der Betroffene in aller Regel mit der Sperrung der eigenen, persönlichen Daten. Dann ist nämlich klar, dass diese Person keine Werbung – in welcher Form auch immer – mehr haben will. Wird der gesamte Datensatz gelöscht, dann ist nur allzu leicht schon kurze Zeit später ein identischer oder fast identischer Datensatz im System und die Sache beginnt von vorn. Ist ein gesperrter Datensatz vorhanden, dann fällt das beim nächsten Dublettenabgleich auf, und man hat auch weiterhin seine Ruhe. Wichtig: Auf eine schriftliche Bestätigung der Sperrung bestätigen. Nur so hat man später gegebenenfalls für weitere Schritte etwas in der Hand.

    Sehr gute Erfahrungen gemacht habe ich schon mehrfach mit den Datenschutzbeauftragten der Länder für den privaten Bereich. Die dort beschäftigten Mitarbeiter nehmen ihren Job in der Regel sehr Ernst. In mehreren Fällen wurden schon die Geschäftsführer werbetreibender Unternehmen, die mir meine Rechte gemäß Bundesdatenschutzgesetz nicht einräumen wollten, zu persönlichen Gesprächen in die Behörde einbestellt – woraufhin sie sich dann plötzlich doch auskunftsfreudiger und kooperativer zeigten. Ein freundliches Telefongespräch und die Übersendung des bisherigen Schriftwechsels an das Büro des Datenschutzbeauftragten kann da viel bewirken.

  11. Ja jetzt hab ich Dir ja auch gerade Daten von mir verraten um hier zu posten. Na egal, ich nehme es mit Humor, wenn ich mal wieder von netten Callcenteragents angerufen werde, oder Werbe-Post erhalte. Die ist mir jedenfalls lieber als manche Rechnung…

  12. Lieber Herr Gutjahr,

    meine Kollegen und mich macht sehr betroffen, was Sie bei OTTO erlebt haben. Danke, dass Sie uns darauf aufmerksam machen. Wir nehmen Ihren Erfahrungsbericht sehr ernst und sind der Sache sofort auf den Grund gegangen:

    Dass Sie keine Post mehr von uns wünschen, war in Ihrem Kundenkonto bereits vermerkt. Bis die Änderungen in sämtlichen Kanälen wirksam werden, kann es wegen der Vorlaufzeiten von Printsendungen jedoch ein paar Wochen dauern. Wir nehmen Ihren Fall zum Anlass, die Prozesse weiter zu beschleunigen.

    Dass meine Kollegin im Callcenter unangemessen reagiert hat, tut ihr und uns sehr leid. Auch dies werden wir zum Anlass nehmen, die vielfach gelobte Arbeit der Kollegen zu verbessern.

    Ihr Kundenkonto löschen wir selbstverständlich sofort. Vorher möchten wir Ihnen aber noch Ihr Guthaben von 100 Euro per Verrechnungsscheck auszahlen – Sie haben es vor zwei Jahren als Entschuldigung für die „Mac-Preis-Panne“ erhalten und noch nicht eingelöst. Schade, dass Ihnen unser Warenangebot nicht zugesagt hat.

    Mit den besten Grüßen
    Thomas Voigt
    Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Group

    • @Thomas Voigt,
      Direktor der Wirtschaftspolitik und Kommunikation
      der Otto Group

      Lieber Herr Voigt,

      meine Blogleser und mich macht es sehr betroffen, wie Sie bei OTTO mit sensiblen Daten umgehen. Danke, dass Sie mich durch Ihre Geschäftspraxis darauf aufmerksam machen. Ich nehme Ihre Antwort sehr ernst und bin Ihrem Kommentar #17 sofort auf den Grund gegangen.

      Dass ich, wie Sie schreiben, keine Post mehr von Ihnen wünsche, setzt voraus, dass ich diese jemals haben wollte. Aber: Wollte ich das?

      Dass ich nun auch noch den “Direktor der Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Group” persönlich darum bitten muss, meine Daten aus Ihren Systemen zu löschen, macht mich traurig.

      Dass ich mit meinem Wunsch nach Selbstbestimmung über meine pers. Daten gegenüber Ihren “Vorlaufszeiten” und internen “Prozessen” unangemessen reagiert habe, tut mir sehr leid. Auch dies, lieber Herr Voigt, werde ich zum Anlass nehmen, Ihre vielfach gelobte Arbeit als “PR-Professional des Jahres 2009″ in Zukunft mehr zu würdigen.

      Wenn Sie mein Kundenkonto dann “selbstverständlich” gelöscht haben (ich war – ihrer Argumentation von vor 2 Jahren zufolge nie Kunde bei Ihnen, da ein Kaufgeschäft nicht zustande kam – aber hey – Schwamm drüber ;-), möchte ich Sie bitten, die 100 Euro Schweige… Entschuldigungsgeld in meinem Namen an den Verbraucherzentrale Bundesverband zu spenden.

      Schade, dass man immer erst an die Öffentlichkeit muss, damit Sie begreifen, dass Kundendaten keine Ware sind.

      Mit den besten Grüßen
      Richard Gutjahr

  13. Ok, der letzte Kommentar war wohl eine Verarschung, oder? :D
    Wenn nicht, dann haben die das immer noch nicht verstanden!

    Apropos, mir wurde auch pft am Telefon aufgelegt. Kaum möchte man was von denen haben, dann zeigen sie sich als inkompetent – natürlich geben sie das nur vor zu sein-. Ich finde das immer wieder eine Frechheit seitens der Hotlines, vor allem wenn es um Datenschutzrechte geht. Schließlich bekommt man dann einen Coupon im Wert von paar Euro als “Entschuldigung” für irgendein schiefgelaufenes Marktinstrument des jeweiligen Unternehmens, das um jeden Preis zu mehr Umsatz führen soll, das aber zu 90% der Fälle (meine Spekulation) vom Kunden einfach hingenommen wird…mache ich jetzt auch so, deklariere die “Newsletter” als Spam und bekomme dann kaum was …obwohl es dann bei OTTO Katalogen schwieriger (und schwerer) ist, wie man gehört hat.

  14. Tja. Schau doch mal bei Schober vorbei. http://www.schober.de/
    Angebl. Marktführer in diesem Bereich in Deutschland. Allerlei lustige Dienstleistungen rund um den Adressenhandel, -Konsolidierung, -Bewertung, etc etc. Wär mal ne schöne Reportage wert… Die treten sonst nämlich gar nicht in Erscheinung, aber die vorgenannten Unternehmen kaufen alle dort. Otto war sogar ne Zeitlang direkt im Haus, wenn es nicht sogar noch so ist.

  15. Richard, vielen Dank für diesen Beitrag – genau das ist auch mein Eindruck und er wird immer mehr bestätigt. Deutsche Unternehmen haben keine Hemmungen Daten weiterzugeben und halten sich nicht wirklich an die schönen Datenschutzangaben unseres Landes. Lediglich von US Firmen – aller Art – wurde ich seit Jahren noch nie belästigt – weder von Apple, Facebook, noch von Google oder PayPal. Auch sehr interessant – einen Newsletter einer US Firma kann man meistens mit einem simplen klick abbestellen – und dann ist dieser auch für immer abbestellt. Deutsche Firmen versuchen auch hier das Abbestellen des Newsletter bewusst zu verkomplizieren um die Abbestellung zu unterbinden.

    Zuletzt wurde ich mittels Telefonterror der Firma Haufe/Lexware genervt – ich habe die Nummer des CallCenters nun via FritzBox gesperrt. Wohl gemerkt ich hatte Monate vorher darum gebeten meine Daten zu löschen und auf weitere Zusendungen zu verzichten da ich die Software aus dem Hause nicht mehr benutzen kann (Keine Mac Version). Eine Bestätigung habe ich hierüber nicht bekommen und man sendet mir auch weiterhin Werbung zu. Nun hat man also auch meine Daten an ein Callcenter weitergeleitet – unfassbar. Ich habe daraufhin diesen Vorfall der Verbraucherzentrale gemeldet die nun versucht weitere Daten über das Callcenter zu sammeln. Seit dem ich die Nummer gesperrt habe wurde trotzdem weiter angerufen – es klingelt zwar nicht aber ich kann es an dem Protokoll in der Fritzbox sehen.

    Ich frage mich ob man hier nicht eine Sammelklage gegen die Unternehmen einleiten sollte. Ist dies eigentlich möglich? Ich bin gerne bereit Geld zu investieren. Evtl. ist es Zeit für einen Präzedenzfall. Eine Stellungnahme von Frau Aigner würde mich hierzu auch interessieren obwohl uns diese wahrscheinlich wenig weiterhilft.

    In diesem Sinne : Null Toleranz

  16. Hallo Herr Voigt von Otto,

    als Aussenstehender muss ich jetzt loswerden, dass ich diesen Verrechnungsscheck etwas peinlich finde…

    Ebenso die “Kollegin” vom Callcenter, der das wohl Leid tut. Die arme Frau ist einfach nicht richtig vorbereitet worden. Bitte lasten Sie ihr dies nicht an.

  17. Werbung per EMail – klick und sie ist weg.
    Werbung im Postkasten kann man zwar abstellen, nützt aber absolut nichts.
    Tausende Tonnen Papier, Supermarktangebote und, und… – landet alles im Papiermüll. Ich habe diesen Firmen nie meine Daten gegeben und trotzdem bekomme ich ständig Werbung.
    Und dann die dicken Kataloge, weil ich einmal was bei Neckermann oder bei Conrad bestellt habe. Hier regt sich seltsamerweise niemand auf. Dass nach 1 Woche Abwesenheit der Postkasten übergeht, ärgert mich mehr, wie ein Werbeanruf, den ich in 5 Sekunden abgewürgt habe.

    Die Frage ist, welche Daten gebe ich überhaupt weiter – die im Telefonbuch stehen sind öffentlich und meine EMails sind auch überall im Netz zu finden.

    Also einen Klick und weg mit der Mail, die mich nicht interessiert und einen großen Papierkorb anlegen und rein mit dem Mist, den niemand lesen will!

  18. Seit meinem Umzug nervt mich nur noch die Telekom regelmäßig, allerdings bin ich da halt auch Kunde (Festnetz/Internet) und kann deswegen damit leben.
    Seit meinem Mobil-Providerwechsel habe ich aber von der Telekom keinen Anruf mehr auf dem Handy bekommen, obwohl sie die Nummer seit 1998 im System hatten.

    Für gelegentlich durchkommende Ar******her, die sich auf obskuren Wegen meine Festnetznummer besorgt haben, habe ich in der Regel einen sehr unfreundlichen Tonfall und Anwaltsdrohungen im Angebot. Für ganz nervige hätte ich auch noch eine Pfeife in Griffweite, die ich aber bisher nicht in Gebrauch hatte.

  19. Lieber Richard Gutjahr,
    ein interessantes und wichtiges Thema, das Sie hier aufgreifen. Mit Blick auf das Telefongespräch muss ich allerdings an Ihrer journalistischen Redlichkeit zweifeln, falls Sie sich nicht sogar strafbar machen sollten. Wenn Sie der Dame am Telefon erklären, dass Sie das Gespräch für Trainingszwecke aufzeichnen, können Sie es danach doch nicht hier veröffentlichen, weder anonymisiert noch sonst irgendwie. Der Gesetzgeber ist da ziemlich eindeutig. Es darf m.E. nach ein Gedächtnisprotokoll angefertigt werden, das dann veröffentlich werden dürfte. Oder haben Sie da einen anderen Kenntnisstand? Ansonsten wäre das schon ein Hohn, sich über Datenschutzstandards zu erregen und selbst keine einzuhalten. Dass Sie von Otto keine Konsequenzen befürchten müssen, liegt wohl auf der Hand. Der nächste Shitstorm scheint nie weit. Aber darauf zu zählen, würde Journalisten einen Bärendienst erweisen. Wie sehen Sie das?
    Mit freundlichen Grüßen,
    Martin

  20. Interessante Antwort von OTTO. Irgendwie klingen diese Antworten immer so vorformuliert. Aber vielleicht macht das den “Professional” aus.

    War klar das es der CallCenter-MA leid tut. Aber haben die kein BackOffice das dann solche Sachen regelt? Dann wäre sie doch schnell raus gewesen.

    Gab’s die 100 Euro jetzt eigentlich als altes Guthaben oder waren sie Dir nicht bekannt oder war’s tatsächlich ein Griff ins Klo von Hr. Voigt? :)

  21. @Rotbart: Die Kliniken arbeiten mit den Herstellern von Baby-Artikeln zusammen. Zu meinen Ausbildungszeiten gab es ein Starterpaket am Wochenbett. Darin war dann auch eine Anforderungskarte für weitere Artikel und einen Beraterbesuch.
    Ob Kliniken heute Adressen direkt weitergeben, vor allem ohne entsprechende schriftliche Genehmigung der Betroffenen weiß ich nicht. Ausschließen will ich mal nichts…

  22. Selbst als ich der Berliner Amtsanwaltschaft neben Mitschnitten die IP-Adresse eines Callcenters präsentierte, dessen vier Mitarbeiter mich aus Rachegefühlen, weil ich sie habe abblitzen lassen seit Oktober 2010 bis Mai 2011 belästigte und fast täglich in übelster Form verbal beleidigte, geschah… nichts.
    Das Verfahren (Aktenzeichen 3042 PLs 2690/11) wurde am 24 Juni 2011 eingestellt. Ich musste mit Hilfe von Freunden auf eigene Kosten fahnden und war dabei etwas erfolgreicher.

    Der letzte tägliche Anruf dieses, in der Nähe Münchens agierenden Callcenters, das seine Anrufe illegal über einen türkischen Telefonserver mit gefälschter amerikanischer oder schweizer Telefonnummer nach Deutschland routet, erreichte mich im Mai. Nachdem ich schöne Grüße nach Olching bestellte (dorthin gehört die verdächtige IP-Adresse) war Ruhe. Das ist seitdem so geblieben. Olching war offensichtlich ein Volltreffer… ;)

    Da ich alle Anrufer fragte, woher sie meine Nummer haben und die wenigen, die darauf antworteten auf die Klick-Tel- CD verwiesen, habe ich bei KlickTel mal nachgeschaut, ob ich dort verzeichnet bin.
    Obwohl ich die Weitergabe meiner Telefonnummer bei Telekom bereits Jahr 2001 habe sperren lassen, war sie bei KlickTel noch zehn Jahre später verzeichnet.

    Mein Anruf bei KlickTel war zunächst vergeblich. Das Unternehmen ist nur über Callcenter erreichbar und wimmelt Löschanträge mit “Mein Chef ist gerade im Kundengespräch” – Floskeln ab. Nach dem vierten Anruf gab man mir die Zentrale in München und nach diversen weiterren Abwimmelungs-Versuchen endlich die stellvertretende IT-Leiterin, mit der ich nach meinem Hinweis auf die illegale Speicherung meiner Daten und unter Androhung von Schadensersatz gar nicht mehr zu diskutieren brauchte. Sie löschte meine Daten innerhalb zwei Wochen. Schneller ging das bei deren Proxy-Servern nicht. Ich werde seitdem nicht mehr mit Werbeanrufen belästigt.

    Mein Fazit:
    Selbst für Fachleute gestaltet sich das Löschen der eigenen Daten als extrem schwierig. Mit der üblicherweise gefälschten Anrufkennung ist selbst die Bundesnetzagentur hilflos und sogar eine Fangschaltung überflüssig und teuer, wenn der Anrufer im Ausland sitztr. Auch nach erfolgreicher Fangschaltung (Kosten jeweils mehr als 120 Euro) und auf dem Silbertablett präsentierter IP-Nummer, nebst Aufzeichnung der drei Täterstimmen bleibt die Staatsanwaltschaft untätig. Das einzige, was hilft ist, selbst aggressiv gegen die Adresshändler vorzugehen und deren Daten gnadenlos offenzulegen, was ich hier teilweise getan habe.

    Da immer mehr Callcenter zentral anhand des Stimmprofils ihrer Mitarbeiter abrechnen, habe ich die Tondateien dem Präsidenten des Deutschen Callcenterverbandes in die Hand gedrückt, mit der Bitte tätig zu werden. Ich glaube, dass dies mittlerweile geschehen ist.
    Ich muss ihn mal anrufen… ;)

  23. Als technische Lösung gegen das Problem unerwünschter Anrufe kann ich nur den Einsatz einer Fritz!Box empfehlen. Die erlaubt es, Anrufe von bestimmten Nummern oder solche ohne Nummer abzuweisen, sodass das Telefon nicht mehr klingelt. Alternativ lassen sich solche Anrufe auch auf einen speziellen Anrufbeantworter umleiten, sodass wenigstens noch Kosten beim Anrufer anfallen.

    Dass es sehr bedauerlich und eigentlich auch skandalös ist, dass sowas überhaupt nötig ist, ist natürlich eine ganz andere Frage.

  24. Hi,

    ein Detail am Rande: Wenn jemand die Löschung seiner Daten beantragt, werden diese Daten mitnichten gelöscht. Also sie werden nicht mit Nullen überschrieben oder wegradiert oder sonstwie aus den Systemen entfernt. Sie werden lediglich mit einem Sperrvermerk versehen.
    Nun ist es so, das die Datensätze der Kundenvon zum Beispiel Otto regelmässig an einen Adressen-Dienstleister zur “Verdichtung” übermittelt werden. Der Dienstleister fügt den Datensätzen Informationen hinzu oder korrigiert die Datensätze anhand von Datensätzen, die er von anderen Unternehmen bekommen hat. Dann werden die Datensätze zurückübermittelt. Wenn nun dabei der Sperrvermerk auf der Strecke bleibt… Tja, Pech. Eventuell ist bei einem anderen Unternehmen für den gleichen Kunden eben kein Sperrvermerk drinnen.
    Stellt euch mal vor, so ein Dienstleister besitzt Datensätze über jeden Haushalt, fast über jeden Bürger. Von unterschiedlichen Unternehmen, oft im Rahmen von Gewinnspielen oder Preisausschreiben oder Katalog-Bestellungen bereitwillig selbst abgegeben. Zugleich kauft so ein Dienstleister Daten bei den Unternehmen, zum Beispiel bei Versandhäusern über die Zahlungsmoral der Kunden. Er kombiniert diese Daten miteinander, gleicht sie mit einer Datenbank ab, in der beispielsweise jede einzelne Immobilie in Deutschland von Hand bewertet wurde (die gibt es wirklich… Google Streetview ist ein Scheissdreck dagegen).
    Die Kombination aller dieser Daten ist schon krass bedenklich, aber immer noch gesetzlich erlaubt, insofern niemals der komplette Datensatz gleichzeitig verkauft wird.
    Und jetzt stellt euch vor, das jemand hergeht, und das noch mit den öffentlich verfügbaren Daten aus Facebook und Co zusammenführt.

    Na?

    Düstere Zukunftsvision?

    Nein, leider Realität. Und zwar schon viel länger, als es den meisten überhaupt bewusst ist.

  25. Ihr könnt euch auch mal die eCircle GmbH anschauen, da zählt auch OTTO zu den Kunden! Wenn’s dann nur bei halbwegs seriöser Werbung bleiben würde…

  26. Zum letzten Statement von Digital Hayduke: Bei der Kundenselektion zur “Anreicherung” oder zur “Adressvermietung” werden gesperrte Konten normalerweise ausgeschlossen. Wobei es durchaus auch mehrere Sperren geben kann (das ist von Handel zu Handel unterschiedlich): “Simple” Werbemittelsperren oder Kontensperren (es wird ein Kennzeichen gesetzt, das Konto wird dann bei der nächsten Löschung auch systemseitig entfernt) – in einigen Fällen können aber auch vorhandene Konteninformationen überschrieben werden (Adressbestandteile).

    Inwiefern Otto auf die Idee kam, Post zuzusenden (personalisiert?), weiß ich nicht – evtl. mal an einem Gewinnspiel teilgenommen oder was bestellt (bislang gibt es lt. Gesetz nur ein Opt-Out)? Dass nicht schnell genug auf den Sperrwunsch reagiert wurde – und auch die Reaktion der Call-Center-Mitarbeiterin (leider war sie schwer verständlich) – ist natürlich keine Entschuldigung. Normalerweise dauert die Übergangszeit “Werbemittelsperre” “Postversand” max. 3-4 Wochen.

    Das als Anmerkungen zu diesem Thema – ohne irgendeine Wertung vorzunehmen.

    Disclaimer, der hier faierweise angegeben werden sollte: Ich arbeite nicht für Otto, allerdings für ein Unternehmen der otto group.

  27. Der ganz normale Wahnsinn. Ich gehe inzwischen dazu über, für jeden Onlineshop bzw. jede Website, die meine Daten haben will, eine eigene Mailadresse anzulegen, z.B.amazon@meinserver.de, ottoversand@meinserver.de usw. Sooo viele Adressen sind das gar nicht (bei mir etwa zehn) und es erleichtert später doch sehr die Beweisführung bei der Frage, „woher haben Sie meine Daten?“
    Bei der Telefonnummer gebe ich gern die Nummer von „Frank geht ran“ an, hat bislang auch tadellos funktioniert. Unerwünschte Werbung und Kataloge (z.B. auch die von Eddie Bauer und anderen Otto gehörenden Subunternehmen) die hier immer wieder trotz Verbots meinerseits den Briefkasten verstopfen, gehen mit einem dicken „unverlangt zugesandte Werbung, zurück an Empfänger“ in den nächsten öffentlichen Briefkasten. Irgendwann schnallen sie es schon, wenn sie das Retourporto für ihren Müll löhnen müssen.

  28. Probleme mit der Löschung hatte ich nie (3 oder 4 Sachen nach BDSG §xy löschen lassen) aber sehr eigenartig fand ich die Sache mit unerwünschten Anrufen:
    Beim Telefonvertrag hat Vodafone “aus versehen” eine Option gebucht, die ich nicht wollte, wodurch ich 3 Telefonnummern hatte. Die eine Nummer habe ich also an Freunde, Bekannte etc. gegeben und die anderen nie genutzt. Dachte damals noch das wäre einfach ein Versehen.

    Nun bekam ich aber 2 Anrufe – einen konnte ich zu einem Marktforschungsinstitut zurückverfolgen die andere war anonym und wollte Betrügereien verkaufen.
    Beim Nachforschen nach der Nummer im Router sah ich voller Erstaunen, dass beide Anrufe auf die gleiche Nummer gingen, die niemand außer mir kannte.

    Das Marktforschungsinstitut hat auf Anfrage geantwortet, sie hätten Zufallstelefonnummern generiert. Bei den Telefonbetrügern weiß ich natürlich nicht wie es dazu kam. Vielleich ja nur Zufall…

  29. @Simon: Dein “Vodafone”-Erlebnis hatten vor einiger Zeit viele Kunden von Klarmobil: Hier gab es Anrufe von CallCentern, die einem eine Option verkaufen wollte – aber einer gewissen Verbindungszeit buchte man die Option automatisch (“Gespräch hat lang genug gedauert, der Kunde hat sich nach eingehender Beratung dafür entschieden”). Konnte zwar nachträglich wieder storniert werden, der Kunde trug aber den Ärger.

    Kunden mit VoIP-Anschlüssen habens leichter: In den Verträgen sind oft 4 (oder auch mehr) Nummern inklusive, so dass für bestimmte Unternehmen nicht die Hauptnummer, sondern eine “Reservenummer” herausgegeben werden kann.
    Ähnlich auch bei Mailadressen: Am besten mehrere zulegen. Oder wer Kunde bei Googlemail ist, kann sich diesen Tipp anschauen: http://pc.de/web/e-mail-adressen-google-mail-1102
    (Darüber hinaus funktionieren sowohl @googlemail.com als auch @gmail.com). Über Filterregeln können dann penetrante Mails aussortiert werden.

  30. Nachdem einer der weltweit größten Computerversender mich trotz zahlreicher Bemühungen einfach nicht aus seinem verdammten Newsletter-Verteiler rausnehmen wollte habe ich eine entsprechende Email an ALLE Emailadressen die ich von denen zusammensuchen konnte geschrieben.
    Innerhalb eines Tages war die Sache erledigt!!! :-)))

  31. Kriegt außer mir eigentlich niemand diese supernervige BOSE-Werbung für einen maßlos überteuerten Wecker? Ich weiss nicht, warum die so penetrant sind. Seit Jahren bekomme ich regelmäßig diese Werbung in meinen physikalischen Briefkasten. Nie würde ich das Produkt kaufen und schicke die Werbung auch meist zurück mit dem Hinweis, dass ich sie nicht will. Hilft aber nichts. :(

    Mein ältestes Erlebnis mit ungewünschter Datenweitergabe ist übrigens von 1987. Ich stand vor dem Beginn einer Berufsausbildung bei der Deutschen Bahn, die damals noch eine Behörde war. Etliche Wochen vor dem Ausbildungsbeginn bekam ich (und wie ich später lernte eigentlich alle neuen Azubis) Werbung von einer Eisenbahnergewerkschaft nach Hause geschickt, die sich konkret auf mich und meine Ausbildung bei einer ganz bestimmten Dienststelle der DB bezog. Unglaubliche Frechheit war das.

  32. Ich empfehle die s.g. Robinsonliste
    -> http://www.robinsonliste.de/

    Hier fragen alle seriösen Werbe/Adressunternehmen nach, bevor ein Mailing rausgeht. Hat bei mir stark geholfen.

    Das habe ich übrigens von einer Adressfirma gelernt. Nachdem ich schriftlich nach meinem Datensatz und der Sperrung gefragt habe, wurde mir dieser Tipp in der Antwort gegeben.

    Allg. fliegt “Infopost” bei mir ungelesen in den Shredder. Sollte ich doch einmal ungefragte Werbung erhalten, schreibe ich einen Brief und drohe mit kostenpflichtiger Abmahnung (gibts nicht nur im rechtsfreien Raum ;P) bei Wiederholung… bislang hat sich keiner getraut zu gucken, ob ich nur belle oder auch beiße :D

    Ansonsten gibts noch
    7 Mailadressen: perfekt gegen Spam
    2 Telefonnummern… aber wegen meiner persönlichen _sehr_ restriktiven Nummern-Politik habe ich eigentlich keine Probleme mit Werbeanrufen. 1-2 pro Jahr, da wird auch gefragt, woher meine Nummer kommt, wie die Firma heißt die den Anruf veranlasst und die Sperrung gefordert.

  33. @Andreas Schneider #21 Sammelklagen gibt es meines Wissens in D nicht. Man hat wohl die Möglichkeit z.B. über die Verbraucherzentrale eine Unterlassungserklärung unterzeichnen zu lassen, die, bei wiederholtem Verstoß mit einer Geldstrafe geahndet werden kann. Viele Firmen lenken dann ein – aber mal ehrlich – wer geht schon so weit?

  34. @VH Mitarbeiter Danke für die Präzisierung. Was aber immer noch nicht meine Fragen klärt: 1. Woraus leitet die Otto Gruppe das Recht ab, meine Daten für Werbung zu verwenden und 2. Wieso liegen – entgegen meinem ausdrücklichen Wunsch – auch heute noch meine Daten vor?

  35. Ich hatte eine Zeit lang eine finanzielle Krise. Die ist zwar längst überwunden, alle Konten wieder im Plus, der Wagen stets vollgetankt und immer eine Dose Hering im Schrank aber Schufa & Co. brauchen halt etwas (bis zu 6 Jahre), bis sie einem “vergeben”.
    Interessanterweise bekomme nur ich (Freundin nicht) auch an meine neue Adresse, die nirgends veröfftentlich wurde, namentlich adressierte Schreiben von privaten “Kreditvermittlern” oder “Finanzberatern”. Ich habe den Kreditauskunfteien nun je ein anderes Mittelinitial übermittelt um das Loch zu finden.

  36. Die Reaktion von Herrn Voigt kann man ja kaum noch toppen, aber einen Nachtrag noch: Das mit BMW finde ich spannend und ich beneide Sie ein wenig dafür … ich hatte im vergangen Frühjahr eine ganz gegensätzliche Erfahrung im Gebiet um Frankfurt herum. Mein Ziel: Probefahrt bekommen. Das Resultat: nö, sry, Pech gehabt.

    Zunächste hatte ich meine Daten im Anmeldeformular auf der Website brav und korrekt eingegeben. Erfolgslos. Im nächsten Schritt habe ich direkt die Autohäuser der Region angeschrieben. Ich habe angerufen, zunächst fordernd, dann flehend mit tränenreicher Stimme auf anonyme Mailboxen geweint, man möge mich erhören und mir einen Termin für eine Probefahrt geben.

    Das hat dann nach vier Wochen auch funktioniert (ich finde, vier Wochen für eine Reaktion ehrlich gesagt trotzdem eine ganz schön lange Zeit): Einzig ein junger Verkäufer aus Hofheim erhörte mein Rufen und verschaffte mir das Vergnügen der Fahrt.

  37. Die Antwort von Otto ist doch streng genommen schon wieder ein Verstoß gegen das BDSG: Immerhin weiß ich jetzt, dass Herr Gutjahr mal ein MacBook von Apple haben wollte – wenn ich mich recht entsinne zum Wahnsinnspreis von 49,95 Euro. Daraus kann ich jetzt mindestens darauf schließen,

    - dass Richard Gutjahr Schnäppchenjäger ist
    - dass Richard Gutjahr auch iPod, iPad, iPhone gegenüber nicht abgeneigt sein dürfte,
    - dass Richard Gutjahr beim Otto-Apple-Preispannen-Gewinnspiel wohl keines der ausgelobten MacBooks gewonnen hat (wer hat das eigentlich?)

    Die nächsten Werbeeinladungen diverser entsprechender Firmen ist Ihnen gewiss, Herr Gutjahr!

    @Wolfgang (Kommentar 28):

    Dass die Werbematerial ans Wochenbett stellen – gerne. Da kann man selbst entscheiden, ob man das mitnimmt oder nicht. Und zwar anonym.

    Dass der Name meines neu geborenen Kindes (auch noch korrekt geschrieben, was in dem Fall wegen eines nicht auf der deutschen Tastatur vorhandenen Buchstabens gar nicht so einfach ist) samt der Adresse seiner Eltern weitergegeben wird, das finde ich schlicht und ergreifend zum Kotzen. Wer weiß, was da noch für Infos über meine Familie bekannt gemacht wurden? Art der Geburt? Größe, Augenfarbe, besondere Merkmale des Babys? Vermutlicher Vater?

  38. Wenn um nervige Kaltanrufe geht, mit denen man zum Kauf von Abos, Wasserspendern, neuen Telefon-Tarifen etc. animiert wird, sollte man sich an die Bundesnetzagentur wenden. Man muss sich vor allen Dingen den Tag und die Uhrzeit des Werbeanrufs merken, dass andere recherchiert dann wohl die Bundesnetzagentur. Siehe meine Story auf NeueNachricht: http://ne-na.de/das-bl-ken-der-schwarzen-schafe-nervende-werbeanrufe-und-die-leierkastenspieler-der-call-center-branche/00262

  39. Dieses Übel kennt wohl jeder. Ich habe eine Zeit lang auch die ganzen Schreiben und Aufforderungen nach BDSG verschickt, ob es was gebracht hat? Ich weiss es nicht, ganz aus bleiben die Anrufe jedenfalls nicht.

    Bei Anrufen habe ich früher gefragt, wann ich zu dem Anruf aufgefordert hätte und woher sie meine Nummer hätten, was dann am anderen Ende der Leitung meist für ein Stocken sorgte. Mittlerweile lege ich bei solchen Anrufen aber einfach nur noch auf und gehe bei Anrufen der gleichen Nummer nicht mehr ran. Alles andere kostet mich nur wieder Zeit und Mühe.

    Und Herr Voigt hätte sich seine floskelhafte und sterotype E-Mail besser gespart oder eine solche geschrieben, die man ihm abnimmt und erst der V-Scheck über 100 Euro, beinahe schon peinlich.

  40. Das Thema Werbebriefe loese ich folgendermassen: Jeder Werbebrief wird geoeffnet,alle Unterschriftsfelder werden ausgekreuzt und dann kommt alles in den Antwortumschlag ohne Porto und mit der Aufschrift: “Entsorgung durch Verursacher!”
    Das hilft zuverlaessig.

  41. Auch schönes Beispiel:
    Wer bei O2 einen Handyvertrag abschließt, muss
    a) online ankreuzen, dass er mit der Verwendung sämtlicher Daten für Werbezwecke einverstanden ist, sonst geht’s gar nicht weiter
    b) wer den Vertrag analog abschließt, kann die Kreuzchen naütrlich weglassen, ABER: darunter steht ohnehin die Klausel, dass O2 auch ohne Einverständnis berechtigt ist, den Nutzer jederzeit über alle Kanäle zu Werbezwecken zu kontaktieren!

  42. Salut Richard,
    ich habe ein positiv Beispiel. Die Firma Renault in Sachen Kundenzufriedenheit ihrer Fachhändler.
    Vor geraumer Zeit habe ich einmal mein JA dazu gegeben an einer Telefonbefragung nach einem Werstattbesuch teilzunehmen.

    Renault hat mir mündlich versichert, hier handle es sich nur eine Befragung zu dieser Sache. Und daran halten die sich auch. Ich bekommen keine weiteren anrufe oder sonstigen Werbematerialien von Renault. Telefonisch werde ich nich von denen belästigt, ausser nach einenm Werkstattbesuch, hier werde ich jedesmal höflich gefragt.

    Gruß Gerhard

  43. Ich habe Herrn F. von fluege.de ein date angeboten, ihm von Netzwerkern Liebesbriefe schreiben lassen und nun sind wir alle werbefrei. Manche Dinge lösen sich mit einem Augenzwinkern.

  44. Das beste bei dem YouTube -Video ist die Aussage der Callcenter-Mitarbeiterin: “Ich habe keinen Einblick was hinter den Systemen passiert.” D.h. es sind also die Systeme schuld, die schon längst die Macht übernommen haben…

  45. @Digital Heyduck #31
    Zahlungsverhaltensdaten unterliegen in Deutschland schon noch einer strengeren Restriktion als “normale” Daten, die man hinzuspeichern darf.

  46. Seit dem ich meiner Freundin mal bei H&M Klamotten bestellt habe, bekomme ich nun immer den H&M Katalog für Damen. Frage mich, was mein Postbote über mich denkt :-D

    Schöner Beitrag von Dir, Richard. Ist generell schön zu sehen, wie sich Dein Blog entwickelt. Die Qualität geht nach oben.

  47. Durch Zufall bin ich über diesen Blog gestolpert, und als Mitarbeiterin in einem Callcenter interessiert mich das Thema Datenschutz natürlich.

    Die Robinson-Liste (siehe Kommentar von Heini) ist gut, dennoch bleibt die generelle Frage: warum überhaupt eine Telefonnummer oder Mailadresse bekannt geben?

    Fiktiver Fall 1: Kunde bestellt, alles geht klar, das Versandhaus liefert die Ware. Es ist keine Rücksprache nötig. Warum also sollen vom Kunden Telefon und Mail bekannt gegeben werden?

    Fiktiver Fall 2: Kunde bestellt. Eine Bestellnummer ist falsch. Vom Kunden sind weder Mail noch Telefon bekannt. Das Versandhaus schickt eine freundliche Information an den Kunden ( in schriftlicher Form – es gibt sie ja doch, die gute alte Post…).

    Nun betrachten wir Fall 2: Es ist nur die Postadresse des Kunden beim Versandhaus gespeichert.

    Diese Adresse wird – sofern der Kunde nicht ausdrücklich dagegen protestiert – an einen Adresshandelsverlag verkauft.

    Oh ja, nun beginnt es interessant zu werden!

    Zugekaufte Adressen sind in der Kundenbank eines Versandhandels nicht ersichtlich (der “I_want_you-Kunde” ist ja schließlich noch nicht “wirklicher” Kunde). Diese Adressen sind nur in der Marketing-Datenbank abgelegt, auf die ein Callcenter-Mitarbeiter keinen Einblick hat. (Die Otto-Mitarbeiterin kann ich kaum verstehen; verständlich ist aber ihre Hilflosigkeit…)

    Wie auch immer, der “Ich_will_nicht-Kunde_sein” teilt dem Callcenter mit, dass er keine weiteren Zusendungen wünscht. Was passiert nun?

    Hmmmm. Der korrekte Weg ist, dem Callcenter-Mitarbeiter die DVNR-Nummer sowie die Adresse, die auf der unerwünschten Zuschrift angegeben ist, wortgetreu zu diktieren (sei die Adresse nun richtig oder falsch…) Oder der unerwünscht Beglückte gehe zurück zu Heinis Post über die Robinson-Liste.

    Alles andere macht keinen Sinn. Also: Geizen mit persönlichen Daten ist immer am besten. :-)

  48. @Shira Hallo und danke für den interessanten Beitrag. Deckt sich mit dem, was die Verbraucherschutz-Mitarbeiterin sagt: keine unnötigen Daten angeben, auch wenn diese abgefragt werden. Bei sog. “Pflichtfeldern”: Fantasie-Angaben. Das mag die Zusammenführung von Datensätzen zumindest manchmal erschweren.

  49. Hi!

    Ich war 2008 kurz Kunde bei Vattenfall. (Ließ sich nicht vermeiden, da sie in Hamburg der Grundversorger sind) Ich bin dann allerdings schnell zu Lichtblick gewechselt.

    Jetzt, über 3 Jahre später erhalte ich auf einmal einen Brief von Vattenfall mit dem Angebot eines Rückkehrerrabatts (100 Euro einmalig, sowie eine zeitlich begrenzte Preisgarantie). Das Vertragsverhältnis mit Vattenfall ist 2008 erloschen und nach meinem Rechtsempfinden dürften sie mich nur noch in Bezug auf das damalige Vertragsverhältnis anschreiben (z.B. wenn noch Rechnungen offen wären), dies ist aber nicht der Fall, es handelte sich eindeutig um Werbung.

    Ich habe dann die angegebene 0800er Hotline angerufen, die aber meinte, dass sie nichts machen könne, sie sei nur für Neukunden zuständig. Sie gab mir die Nummer einer 0180er Hotline – die waren zu dem Zeitpunkt aber nicht mehr erreichbar.

    Also schrieb ich eine Mail mit dem Widerruf der Nutzung meiner Daten und der Aufforderung, diese Mail zu bestätigen. Eine Antwort erhielt ich bislang nicht.

    Da sich in der Nähe ein Vattenfall-Kundenzentrum befindet, bin ich ein paar Tage später dorthin und habe mein Anliegen geschildert – und bin auf Unverständnis gestoßen. Die erste Antwort war, dass ich mich ja auf der Robinson-Liste eintragen solle …

    Ich blieb stur, der Mitarbeiter ging dann fort, um sich zu erkundigen und kam einige Minuten später zurück. Er wiederholte das mit der Robinson-Liste, bat mich aber auch darum, meine Adressangaben zu notieren, damit sie sich um die Austragung kümmern könnten.

    Einen Tag später erhielt ich dann den Anruf, dass nun vermerkt sei, dass ich keine Werbung erhalten möchte.

    Fazit: Wer nicht wirklich seine Rechte kennt, hat es schwer, sie durchzusetzen.

    Michael