Web-Videos: Das ultimative Travel-Kit für 100 €

Was nutzt die beste Kamera wenn man sie nicht dabei hat? Lange habe ich mit all möglichen Kameras und Stativen herum experimentiert, bis ich die perfekte Kombination gefunden habe aus Preis, Leistung, Größe und Gewicht. Das Beste: diese Ausrüstung ist gar nicht teuer.

Die Zukunft ist bewegt und mobil

Zwei Themen werden meiner Meinung nach die mediale Zukunft beherrschen: Mobile und Video. Ob professionelle Journalisten oder Blogger; wer im Netz arbeitet, wird in Zukunft nicht mehr ohne Video auskommen. Mit dem Ausbau von UMTS- und WiFi-Netzen werden Videos zunehmend an die Stelle klassischer Fotos treten. Viele Reporter meiden das Thema, denn Video ist in vielen Köpfen mit großem Aufwand verbunden und auch nicht ganz billig. Das mag lange Zeit so gewesen sein, gilt heute aber nicht mehr.

Auf der re:publica haben mich viele gefragt, mit welcher Kamera ich arbeite. Das variiert natürlich, je nach Auftrag und Einsatzgebiet. Für klassische Fernsehbeiträge beispielsweise filme ich noch immer mit meiner guten alten Sony Z1 (HD). Natürlich hätte ich lieber eine Canon 5D Mark II – aber wer mal 5000 Euro in seine Ausrüstung gesteckt hat, bleibt bescheiden.

Für meinen Blog benutze ich in der Regel meine Canon Legria HF S21 (Affiliate Link). Vielleicht nicht die beste Consumer-Kamera auf dem Markt, dafür mit dem entscheidenden Vorteil: ein pegelbarer externer Mikrofoneingang – Pflicht für jeden, der auch mal Interviews machen möchte.

Damit sind wir auch schon beim Zubehör. Hier kann man richtig arm werden. Mal abgesehen von Lichtkoffer, Reflektor, Objektiv und Linsen – das absolute Minimum ist ein externes Mikrofon und ein Stativ. Ohne auf Qualitätsmerkmale und Preisspannen eingehen zu wollen – merkt Euch bitte nur soviel:

Wenn Ihr Videos fürs Netz produzieren wollt, braucht Ihr ein Stativ und ein externes Mikrofon!

Weniger ist mehr – Das komplette Reiseset für 100 Euro

Natürlich würde ich für jeden meiner Filme am liebsten perfekten Ton, perfektes Licht und die perfekte Kamera benutzen. Doch was nutzt die beste Kamera, wenn ich sie nicht dabei habe? 10 Jahre habe ich mich mit dem Thema Video herumgeschlagen. 10 Jahre habe ich nach dem perfekten Equipment gesucht, das in jedem noch so kleinen Reisegepäck Platz hat. Endlich habe ich es gefunden.

Alles was man braucht: Stativ, Mikro und iPhone in Aktion

Wie schon oben erwähnt: Stativ und Mikrofon sind unverzichtbar, das gilt besonders für Minikameras, die weder Wackler noch Nebengeräusche verzeihen. Als Kamera benutze ich mein iPhone 4, das den Vergleich mit einer Flip- oder Kodak-Pocketkamera nicht scheuen muss. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Zum Beispiel das Interview mit den ZDF-Twitterern auf der re:publica (gefilmt mit iPhone 4) oder auch der Verkaufsstart des iPad 2 in Deutschland (gefilmt mit iPad2).

Im Gegensatz zur Flip Mino (Produktion eingestellt), lässt sich am iPhone ein externes Mikrofon anschließen. Das ist praktisch für Interviews in lauter Umgebung, aber auch zur Nachvertonung direkt auf dem Gerät (z.B. über iMovie). Erstaunlich gute Resultate (für den Preis von unter 50 Euro!) habe ich mit dem iRig Mikrofon (Affiliate-Link) erzielt (Wichtig: funktioniert nur mit iPhone/iPad). Den mitgelieferten Adapter einfach in die Kopfhörerbuchse des iPhone stecken, Kopfhörer rein, fertig. Je nach Umgebung lassen sich am Griff 3 versch. Charakteristiken einstellen. Nachteil: anders als bei einer reinen Audioaufnahme bleibt der Kopfhörer bei der Aufnahme eines Videos stumm, d.h. man kann den Ton nicht während der Arbeit kontrollieren. Tipp: vor dem Shooting an Ort und Stelle ein paar Testclips filmen und abhören.

Als Stativ benutze ich das Tamrac Zip Shot (Affiliate-Link). Vorteil: es ist klein, leicht und ruck-zuck einsatzbereit (s. Video). Fast genauso schnell lässt es sich wieder zusammenfalten und verstauen. Ein Kinderspiel, sogar für Leute, die wie ich beim Zusammenfalten einer Landkarte die Krise kriegen. Nachteil: das Stativ ist mit 150 cm nicht besonders hoch, d.h. Interviews im Stehen werden leicht untersichtig (daher: wenn möglich hinsetzen).

Als Handyhalterung empfehle ich The Glif (Affiliate-Link) – ein raffiniertes Stück Plastik mit Gewinde, das sich problemlos an jedes Stativ montieren lässt, aber auch als Tisch-Stativ dient. Der Preis von rund 20 Euro schmerzt, die Alternativen (Affiliate Link). bewegen sich aber alle in vergleichbarer Höhe.

Fazit
Wenn es ums Filmen geht, war ich schon immer Purist: für mich steht immer die Story im Vordergrund, nicht die Technik. Natürlich kann man auf den letzten Metern für professionelles Bild, Ton und Schnitt viel Geld ausgeben. Bevor ich aber eine Geschichte gar nicht machen kann, weil ich die große Ausrüstung nicht dabei habe, wähle ich doch lieber die Billig-Variante. Ich bin davon überzeugt: sowohl High End, als auch Low Budget werden eine große Zukunft haben. Verlieren wird, wer gar keine Videos macht. In diesem Sinne: ran an die Kamera und …Action!

Disclaimer: Bei den hier aufgeführten Produkt-Links handelt es sich um Partner-Links, d.h. wenn Ihr über diesen Link bestellt, erhalte ich von Amazon einen kleinen Obolus (max. 5 Prozent). Kommt mir zugute und kostet Euch keinen Cent mehr. Über flattr oder Direkt-Spenden freue ich mich natürlich auch ;-)

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60 Gedanken zu “Web-Videos: Das ultimative Travel-Kit für 100 €

Zitiert von
  1. Web-Videos: Das ultimative Rei… | screamy.network - der.blog

  2. Web-Videos: Das ultimative Reise-Set für 100€

  3. Mobil, mobiler, iPhone | Kay Hövelmann

  4. Ein kurzes Memo | Mics&Beats

  5. Links fürs Wochenende

  6. Techniktest und Raucher-Exkurs: Die Empfehlungen von Richard Gutjahr « Ich sag mal

  7. Webvideo to go | Journalismus Heute – das Blog

  8. Eignet sich das iPhone als multimediales Reporter-Werkzeug? Ein Video-Test | ostroplog – Das Weblog von Philipp Ostrop

  9. Media Future: Das Netz der Selbermacher » t3n Magazin

  10. It’s an exciting time to be a reporter! | RADIOSZENE

  11. eFlash 8 / 2011 – Die wöchentliche Geek Kolumne » Apple, Woche, Europa, Fotostream, iCloud, Facebook » JCFRICKs Tech Blog

  12. neolog consulting » Von der Auswahl der Kamera bis zum Schnitt: mein Social-Media-Video-Setup

  1. Hatte schon die Hoffnung, hier wirklich equipment für 100€ zu finden. Das wird wohl wirklich schwer. Denn das iPhone4 gibts ja nun nicht für “nen Appel und n Ei”!

  2. In zwei Punkten stimme ich dir direkt zu: 1.) Ohne Video geht schon jetzt nichts mehr 2.) Stimmen Bild- und Tonqualität zu einem gewissen Maß, sollte jede Ressource in den Inhalt gesteckt werden.

    Der zweite Punkt geht leider allzu häufig unter. Die Aufmerksamkeitsökonomie bei Webvideos ist brutal. Das Netz verzeiht keine Durchschnittsware, keine Bewegtbilder vom Fließband.

    Deswegen noch wichtiger denn je: Wie lassen sich mit einfachen Mitteln Geschichten mit Video erzählen? Fernab von schnellen und x-beliebigen Interview-Schnipseln…

  3. Hi,

    Schöner Artikel ;) Ich kann dir aber noch etwas empfehlen! Nämlich die Kodak Zi8, hat einen Mikrofoneingang und filmt bei genug Licht auch in guten 1080p. Die kostet mittlerweile auch nur noch ca. 80€.

    René

    • @René Ja, die ZI8 habe ich auch – ist eine tolle Kamera (+ Mikroeingang!!!!). Wie gesagt: die Kamera, die ich gerade dabei habe, ist mir immer am liebsten. Wenn dazu die Story passt, ist das schon die halbe Miete. Danke für’s Feedback!

  4. Hallo Richard, ich finde es mal klasse, dass du über dein Equipment ausführlich berichtest.
    Neben dem iPhone 4 kann ich auch die Pocketkameras von Kodak die Zi8 oder auch Zi10 empfehlen, die haben auch einen externen Micro-Eingang. Beim Micro kann ich als Nicht iPhone4-Filmer das iRig-Micro nicht verwenden, es funktioniert wirklich nur beim iPhone oder iPad, bei allen anderen Geräten gehts leider nicht (ich habe auch die schmerzliche Erfahrung machen müssen und das iRig zurückgegeben).

    iphonemiami

  5. Ich hatte mich schon gefreut… aber ein iPhone für 0€ bekommt man wohl dann doch nicht. Sehr schade.
    Ich halte wenig von dem ganzen Apple-Kram, von daher wird mir deine Lösung wohl weniger bringen. Aber wenn du mal wirklich eine Lösung für 100€ findest, würde mich ein erneuter Artikel sehr freuen. ;-)

    lg

    • @AndréG Wie schon erwähnt, viele Blogbesucher haben mich gefragt, womit ICH arbeite. Betrachte das doch als Anregung. Ob Apple, Google-Android, Flip oder Kodak – die Firma ist doch gar nicht entscheidend. Auf’s Machen kommt’s an.

  6. Wie gehst Du damit um, dass die 720p30 des iPhone nicht wirklich zu unseren PAL-Formaten in DE (bzw. zur 50i-Framerate) passen? Hast Du denn wirklich mal Bewegtbild vom iPhone beim BR ruckelfrei gesendet? Und wenn ja: wie hast Du gewandelt? Mein FCP rechnet sich da dusselig dran. Die neuen Flips mit 50p sind da schon eine ganze Ecke eleganter als das iPhone-Format und werden z.B. auch von Avid (auch von FCP und Edius btw) nativ verarbeitet.

  7. @kirscheplotzer TV-Beiträge mit dem iPhone? Vergiss es. Wie schon in den ersten beiden Absätzen geschrieben: ich benutze untersch. Kameras für untersch. Zwecke/Einsatzgebiete. Flips sind toll, leider kein Mikroeingang, außerdem wurden die ja gerade erst beerdigt. Bei mir laufen die iPhone-Aufnahmen im FCP ohne Probleme. Schraub mal an Deinen Settings.

  8. Die Videoqualität des iPhone4 halte ich für absolut unzumutbar (Story hin, Story her). Mein Alternativvorschlag zum Reisen ist deshalb …
    Kamera: Canon 550D
    Objektiv: Tamron SP AF 17-50mm 2,8 Di II VC
    Stativ: Cullmann Nanomax 220
    Ton: ZOOM H1 Handy Recorder (Stereo)
    Kostet nicht besonders viel mehr als das vorgeschlagene Equipment, bietet aber viel mehr Möglichkeiten.
    Nur telefonieren geht damit nicht.

    • @Schluppe Worum es mir mit diesem Blogpost geht: die absolute Minimal-Ausstattung, d.h. so wenig Extras (Platz, Gewicht) wie nur irgend möglich. Ich gebe zu: die Canon 550D ist klasse – aber auch ein ganz schöner Brummer. Hast Du die auf einer Geschäftsreise / Konferenz immer dabei?

  9. Moin. Klar kann ich iPhone-Videos problemlos in FCP schneiden. Bin ja vom Fach. ;-)
    Ich hab’ mich unpräzise ausgedrückt. Es ging konkret um die Konvertierung der Framerate des iPhone von 30p in 50p oder 50i, was besser in die hiesige TV-Landschaft passen würde.

    Relevanz hat das z.B. in der Diskussion um den Einsatz von User Generated Content im TV:
    Hast Du einen zufällig gedrehten Schnipsel eines Zuschauers von einem Ereignis von größeren öffentlichen Interesse zur Verfügung (wie neulich z.B. tatsächlich vom Sandsturm in Rostock), passt er rein technisch besser in Deinen Beitrag (und ruckelt weniger bzw. benötigt erheblich weniger Renderzeit), wenn er in 50p gedreht wurde – was Flip zuletzt anbot. In der Regel haben wir es bei den Consumerprodukten ja aber mit NTSC-Ablegern zu tun. Das Material, das sie liefern, ist im hiesigen TV-Markt mit erhöhtem Aufwand in der Postproduction verbunden und sieht i.d.R. auch dann noch hässlich aus – was eventuell dazu führt, dass UGC in DE nicht so häufig verwendet wird wie anderswo auf der Welt.

    Das führt in diesem Kommentar nun aber alles zu weit und wird zu speziell. Ich schreib’ gelegentlich nochmal etwas
    Längeres dazu. Allein fürs Web sind Deine Tipps sehr hilfreich – und ich teile Deine Auffassung, dass Video einen immer höheren Stellenwert bekommt uneingeschränkt. Merci.

    • @kirscheplotzer Ich verfolge den folgenden Ansatz: wenn ein Clip relevant genug ist, dann ist die Qualität am Ende zweit- wenn nicht gar drittrangig (s. Iran oder Ägypten). Die 50 frames werden kommen, Flip hin oder her. Ich denke: die größte Hürde für guten UGC in Deutschland ist nicht technisch bedingt sondern psychologisch, weil wir dazu neigen, alles durch die Perfektions-Brille zu sehen. Ein bisschen mehr Experimentierfreude würde uns nicht schaden, auch wenn die Qualität hier und da mal auf der Strecke bleibt. Mein ZDF-Video von letzter Woche ist inzwischen 3500 angesehen worden, wurde in Dutzenden Zeitungen, Radio- und TV-Sendern zitiert (die haben die O-Töne sogar im Radio gesendet). Das wäre nicht möglich gewesen, hätte ich meine Mini-Ausrüstung an dem Tag nicht bei mir gehabt.

  10. Eben. Sehe ich ganz ähnlich. Da sitzt mancher Kollege noch auf einem sehr hohen Ross. Dennoch versucht man für den TV-Zuschauer aus den angelieferten Videos ja das Beste herauszuholen, was mit werksseitigen 50p einfach besser funktioniert. (Um es zu überspitzen: Mit 50p hätten sie von den ZDF-Twitterern (schöne Geschichte btw) evtl. nicht nur Audio-O-Töne gesendet, sondern in irgendeinem ZDF-Format sogar ein bissel was vom Video, was inhaltlich sicher gepasst hätte.)

    • @Rene Danke für das Lob, dennoch hab ich das Gefühl die meisten von Euch verstehen die Grundaussage dieses Blogpostes nicht:

      “Jede Kamera ist besser als das iPhone – aber nutzt Euch nix, wenn Ihr sie nicht dabei habt.”

  11. Finde es toll, dass man bei Dir auch immer mal wieder etwas über die Entstehung Deiner Arbeiten aus technischer Sicht erfährt. Auch hier wieder ein sehr schöner Artikel. Vielleicht könntest Du den Beschreibungen Deiner Videos bei YouTube künftig eine Art “Technical Rider” beifügen, damit man mal verfolgen kann, welche Technik unter welchen Bedingungen zu den gezeigten Ergebnissen führen. Fände ich sehr interessant und auch hilfreich für die eigenen Arbeiten.
    Dazu noch eine Frage: Ich habe für “größere” Sachen eine Sony HVR A1e. Die ist ja so zwischen Consumer und Pro angesiedelt, dass sie in Sachen Handhabung und Film-Qualität weder Fisch noch Fleisch ist. Über kurz oder lang möchte ich sie deshalb gegen ein größeres Modell eintauschen (auch so in der Richtung Z1).
    Doch die Frage ist: Kamera mit Speicherkarte oder bleibt man lieber bei der guten alten Kassette? Was denkst Du? Hast Du da vielleicht schon Erfahrungen?

    • @Patrick Gerhardus Danke für das Feedback. Was die Band/Chip-Frage betrifft, wirst Du um die Speicherkarte nicht herumkommen. Obwohl die Bänder zuverlässiger und qualitativ bessere Bilder machen – behaupten zumindest Experten. Die HVR A1 wird von vielen VJs verwendet und ist bestimmt nicht schlecht. Mir gefällt der Kino-Look der Canon Mark II. Da zahlst Du dann aber allein für den Body schon 2000 Euro…

    • @cwc Findest Du? Ich finde im Zweifel sind die Amazon-Kundenbewertungen aussagekräftiger, als die Werbeseite einer Firma. Oder missgönnst Du mir die paar Pennies, die für mich im Falle einer Bestellung abfallen?

  12. Hallo Richard,
    in einem Punkt möchte ich widersprechen: gutes Blogging kann sehr wohl ohne Video auskommen, und sollte es meiner Meinung nach auch. Mein Problem ist folgendes:
    1, muss man, um den Inhalt zu verstehen, den Ton anhaben, also entweder muss man, wenn man Netbook- oder iPaduser ist, mit Kopfhörern die U-Bahn übertönen (was schnell zu Hörschäden führt), oder über schepperige Boxen zu Hause hören. wer setzt sich denn für “Nachrichten” zu Hause an seinen Desktop Computer? mal davon abgesehen, dass man nebenbei weder Musik hören, noch einem Gespräch folgen kann.
    2, kann man aus einem Video weder schnell zitieren (StrgC-StrgV) noch eine Volltextsuche starten. Also auch als Quelle absolut ungeeignet. Des weiteren sind Videostills (zumal bei MPEG), eine absolute Katastrophe, was Details angeht. Da ist mir eine kleine Fotostrecke viel viel lieber. Ich möchte mich mit meinen Medien gerne in der Reinfolge und der Geschwindigkeit beschäftigen, die ich für gut halte, und nicht das Medium.
    Ich möchte das mal mit einem Beispiel untermauern: vor 2 Wochen war Musikmesse in Frankfurt, also viele schlecht belichtete, ruckelige Videos von Neuheiten, die irgendein Scherge erklärt, und die ganze Zeit versucht der Filmer mitzukommen. klappt aber niemals.
    besserer Ansatz: Fotos machen (gerne auch mal mit Blitz), und den die Ansprache des Vorstellers auf das wesentliche destillieren (spart man seinen Usern auch den PR-Bullshit). Viel angenehmer, viel schneller zu erfassen, viel besser zu verarbeiten.
    Ich schlage vor: alles, was gefilmt werden muss, soll gefilmt werden, für alles andere gerne gut geschriebene Artikel.

    • @binaerfunk Lass es mich so ausdrücken: geschrieben wurde schon immer – daran wird sich nicht viel ändern. Allerdings: das größte Wachstumspotential sehe ich in Video – einfach aus dem Grund, weil es lange eine technische und finanzielle Barriere gab, die nun wegfällt. Da muss noch viel nachgeholt werden.

  13. Trotz meines Berufes als Cutter bin ich allerdings NICHT der Meinung, dass das Video die Fotografie verdraengt. Manch ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Selbst Reportagefotografie sieht oft geil aus. Mit dem iphone moechte ich mal ein sauber belichtetes reportagig gedrehtes Video sehen.
    Allerdings gebe ich dir ansonsten vollkommen recht. Die beste Kamera, egal Vodeo oder Foto, ist die, die man dabei hat.
    Uebrigens, auch mit den guenstigeren Varianten der 5D laesst sich der Filmlook gut reproduzieren. Z.B. EOS 60D mit Canon 50mm oder 35mm. Sehr guenstig zu haben.
    Aber hier gilt in der Reportagevideografie, als ungeuebter Kameramann hat man kaum eine Chance bei bewegten Motiven die Schaerfe sauber zu treffen. Und eine Schulterstuetze wuerde ich auf jedenfall empfehlen.

    • @Martin Ja, die Canon Ds sind als Reportage-Kamera unbrauchbar. Trotzdem liebe ich diesen Filmlook! Was die Fotos betrifft, werden wir ja sehen. Ich bin der Meinung, dass Video noch am meisten (bisher ungenutztes) Potential besitzt. Die Medienformen Text und Foto blicken auf eine lange Tradition in den klassischen Medien zurück und sind weitestgehend ausgereizt (damit sage ich nicht “am Ende”). Ich bleibe dabei: die größten Entwicklungschancen in den Medien sehe ich im Bereich Video.

  14. Nunja, was das Entwicklungspotenzial angeht hast du vollkommen Recht. Da stehen wir im Bereich Video am Anfang. Leider fehlt es in fast allen Bereichen des. Lebens und selbst groesseren Firmen oft noch an Medienkompetenz in Hinblick auf Film.
    Aber das wird sich aendern.
    Trotzdem bin ich persoenlich der Meinung, dass haeufig trotzdem das Foto oder besser der Text das Mittel der Wahl ist. Aber darueber liesse sich ewig streiten.
    Uebrigens kenne ich Kameramaennner die mit den EOS tatsaelich reportagig drehen. Es geht schon. Aber es geht eben auch viel schief ;)

  15. Klasse Tips!

    Den “Glif” hab ich schon und kann ihn sehr empfehlen. Ist zwar tatsächlich nur ein kleines Stück Plastik … aber die Multi-Funktionalität lässt die €20 verschmerzen. Manchmal kostet halt einfach das “gewusst wie” und nicht da Material.

    Das “Tamrac Zip Shot Stativ” kannte ich noch nicht. Hoffe dass ich es hier in München noch vor meinem Abflug finde (und ja, mit mehr Zeit hätte ich gerne über Deinen Link bestellt).

    Nur beim “iRig Mikrofon” bin ich noch unschlüssig. Hatte es mir schon mal angeschaut und es ist halt doch ganz schön groß. Gerade für schnelle, kurzfristige Interviews würde ich mir was kompakteres vorstellen. Habe bisher einen Mikro-Adapter für die Kopfhörer. Der funktioniert als reines Mikro (ohne Kopfhörer) an sich ganz gut. Nur das Kabel ist leider zu kurz.

    Naja, am Montag gehts auf nach Las Vegas und dann werden neben Photos hoffentlich auc die ersten Videoblogs produziert ;-)

  16. Ja Klasse. Grad zum zweiten mal auf deinen Artikel gestossen, zum ersten damals von dir und jetzt weil ich auf Google nach ‘iPhone Stativ’ suchte (übrigens bist Du da auf der ersten Seite der Ergebnisse!;)
    Wird so gekauft. Derzeit filme ich (unterwegs!) für meinen Lifecast und neue YouTube Reihe “Tom tut’s” mit meinem iPhone 3GS und stelle es online http://youtube.com/isartom. Schnitt gleich im iPhone. Geht auch.

    Ist natürlich Privatanwendung. Aber mit deinem Setting sehe ich meine Zukunft für TV im Netz. Und glaube fest an die neuen Journalisten, die das verstehen, dass eine Story, die nicht im Radio oder Zeitung erscheint, immer noch im Netz gut funktionieren kann und Zuspruch findet!

  17. Hi Richard
    ich finde Deine Videos toll und versuche mir einiges abzuschauen. Bisher hatte ich immer das Problem, dass meine iPhone Videos meist eine schlechte Tonqualität hatten. Ich habe lange überlegt das iRig Mic zu kaufen, dass Du empfiehlst.

    Ich bin im Netz über die iMicrophone von Edutige gestolpert, ein Hersteller aus Korea. Seit neustem gibt es diese auch in Deutschland zu kaufen. Ich habe eines bestellt und bin begeistert. Die Qualität ist wirklich gut und man hat die Hände frei.

    http://www.edutige.de

    Ist bestimmt auch was für Dich.

    Viele Grüße

    Andreas

    • @Andreas Danke für den Tipp! Das Mikro habe ich schon gesehen, ist aber für meine Zwecke ungeeignet, weil ich oft in lauter Umgebung (Straßen, Messehallen) Interviews mache. Da muss ich das Mikro – getrennt von der Kamera – nah an den Interviewpartner halten. In solchen Situationen führt leider noch kein Weg dran vorbei.

  18. Danke für die Tipps. Habe vor einigen Tagen mit diesem Equipment mein erstes Videointerview gedreht und die Qualität ist sehr gut. Link erspar ich mir, da den Dialekt außerhalb Vorarlbergs niemand versteht :-)