Fremdschämen für „Schlag den Raab“

by Richard Gutjahr on 13. September 2009

Fremdschämen für „Schlag den Raab“

Von Pro-Sieben zum Pro-Seminar: „Schlag den Raab“ gestern war weniger TV-Show als Psychologie-Vorlesung über Neid, Missgunst und die Kraft der Inszenierung moderner Gladiatoren-Kämpfe.

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Deutschland hasst Hans Martin. Ein Pharmazie-Student, 24 Jahre alt aus Oldenburg. Sportskanone, Intelligenzbolzen, Superstreber. Die Show beginnt wie immer. Einspielfilme zu den Kandidaten, die schon mal die Richtung vorgeben. Das Zuschauer-Voting, bei dem man komischerweise nie erfährt, wie viele da eigentlich für wen angerufen haben. Dann: das erste Spiel. Schon früh katapultiert sich der über-ehrgeizige Hans Martin beim Publikum ins Aus: Neunmalkluge Kommentare. Komisch anmutende Selbstgespräche. Der personifizierte Unsympat.

Ich leide am Underdog-Syndrom. Ein Reflex, der bewirkt, dass ich immer gerne zum Schwächeren halte (eine Eigenschaft, die es mir sehr schwer macht, je ein Fan des FC Bayern zu werden). Schon nach dem ersten Spiel waren die Rollen besetzt: Hans Martin, der Klugscheißer mit dem hohen IQ. Stefan Raab: das etwas aus der Form geratene, unbedarfte Opfer. So dachten wir. So dachte ich, am Anfang zumindest.

Das war, bevor ich gesehen habe, was zeitgleich bei Twitter abging. Schierer Hass und Häme, welche da aus der Anonymität des Internets heraus auf den Kandidaten einschlugen. Hier nur ein kleiner, noch eher harmloser Auszug:

pictwitterraab

Man muss sich das einmal vorstellen: nur wenige Stunden nach Beginn der Show gibt es bereits erste Facebook und StudiVZ-Hass-Seiten gegen den Studenten! Ich traue meinen Augen nicht. Was geht denn hier ab? Ist doch nur Fernsehen, oder…?

Meine erste tiefe Abscheu gegenüber dem Kandidaten, meine Gefühle von Neid und Missgunst schwenken nach und nach um. Plötzlich bin ich mir nicht mehr sicher, ob mein erstes, auf dem üblichen schwarz/weiß-Muster basiertes Urteil, gerechtfertigt ist. Wieso mag ich diesen Jungen eigentlich nicht? Wie würde ich mich denn in so einem aufgeheizten Kolosseum anstellen?

bannergladiators1Je länger die Show dauert und je mehr Kommentare ich bei Twitter lese, um so mehr wächst mein Unbehagen, schlagen meine Sympathien plötzlich für den 24jährigen. Ist nicht Hans Martin (bei Twitter nur noch „#HassMartin“) der eigentliche Underdog, der Schwächere der beiden Kontrahenten? Sind seine Motive, diese Show zu gewinnen, nicht weitaus nachvollziehbarer und ehrlicher, als die von Stefan Raab?

Der 24jährige hat sich in der Vorauswahl gegen Hunderte andere Kandidaten durchgesetzt. Er hat jetzt diese (im Leben wohl einzigartige Chance) in 4-5 Stunden mehr Geld zu verdienen, als in seinem angestrebten Beruf als Apotheker über einen Zeitraum von 20 Jahren. Eine halbe Million Euro Preisgeld: Raab und seine Firma hatten diese Summe schon in der Tasche, bevor im Studio die ersten Lichter angingen.

bannergladiators2Raab mag alles sein – aber nicht schwach. Nicht einmal dann, wenn es so aussieht. Raab teilt mehr Eigenschaften mit dem Kandidaten, als gestern rüberkam. Eigenschaften, ohne die er nicht die TV-Karriere hingelegt hätte, die er gemacht hat: Raabs ungebremster Ehrgeiz und seine fehlende Scheu, sich öffentlich auch immer wieder zum Affen zu machen. Raab hatte, wie schon Stefan Niggemeier bei faz.net schreibt, einen entscheidenden Vorteil: er weiß, wann er sich zu bremsen hat. Er kennt die Gesetze des Fernsehens und versteht, wie das Publikum tickt. Der Moderator hat an den richtigen Stellen die Klappe gehalten, den Kandidaten damit ins offene Messer laufen lassen. Was wiederum viel über den Erfinder der Show aussagt.

 Raab verfügt über eine professionell organisierte Casting-Maschinerie, die jeden Protagonisten schon lange vor der Show in einer aufwendigen Prozedur gründlich screent; nicht nur nach Fitness-Aspekten sondern auch nach der Persönlichkeitsstruktur. Das dient zwei Gründen: zum Einen, um zu testen, ob ein Bewerber eine solche Show überhaupt mental bis zum Ende durchstehen kann. Zum Anderen aber auch: welche Rolle könnte so ein Kandidat von der Straße gegenüber Raab einnehmen: Sympathieträger? Schönling? Ehrgeizling? Wer meint, solche Überlegungen kämen bei der Auswahl von potentiellen Kandidaten nicht zum Tragen, kennt das Millionen-schwere Fernsehgeschäft nicht. Da wird nichts dem Zufall überlassen.

bannergladiators4Zur Schadenfreude des Kandidaten: Hat nicht auch Raab stets einen großen Teil seines Erfolges dadurch gemacht, dass er sich schamlos über die Schwächen anderer (oft auch sehr viel schutzloseren) Menschen vor einem Millionenpublikum lustig gemacht hatte („Maschendrahtzaun“)? Seine ganze Show TV-Total basiert im Grunde genommen auf diesem Konzept.

Und auch das sollten wir nicht vergessen: So sehr Raab sich auch immer vor den Kameras über verlorene Spiele ärgert – am Ende der Show gewinnt stets nur einer: er selbst. Raab bestimmt die Regeln. Er hat sie erfunden. Raab zieht die Strippen im Hintergrund. Er gewinnt auch dann, auch wenn er (vordergründig) verliert.

Gestern, während der Sendung habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mich über die giftigen Seitenhiebe der Moderatoren-Crew amüsiert habe. Heute, am Tag danach, sehe ich das anders. Diese vier TV-Profis (Moderator Opdenhövel, Kommentator Buschmann, Sidekick Elton und Produzent Raab) haben sich ziemlich unfair gegenüber dem Kandidaten verhalten. Als Privat-Personen vielleicht noch akzeptabel. Als bezahlte TV-Personalities unverantwortlich. Scheinheilig. Menschenverachtend.

Den Raab-Tieren zum Fraß vorgeworfen. Ich schäme mich, dass ich selbst auf diese Inszenierung reingefallen bin.

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Digitales Mobbing eines “Schlag den Raab”-Kandidaten – wo war das Community Management? | Community Management Blog
13. September 2009 at 15:35
Skandal: Hans-Martin ist mir total schnuppe! | feynschliff Blog
1. February 2010 at 14:25

{ 50 comments… read them below or add one }

1 Fabian 13. September 2009 at 12:18

Sehr guter Artikel. Auch ich habe gestern während der Show ein wenig gewettert gegen Hans-Martin. Aber er ist jung. Stefan oder der Moderator hätten gekonnt eingreifen können. Stefan hätte zurück stacheln können um einen Ausgleich zu schaffen. AAABER: Die Versuche gab es! Auch Stefan hat ihn mal gut ausgelacht. Der Moderator hat mehrmals deutliche Signale gesendet, dass sich hier jemand zum Affen macht! Das alles ist an Hans-Martin aber völlig abgeprallt. Und gerade das machte ihn einzigartig gegenüber den vorherigen Kandidaten. Er hatte nur sich selbst im Kopf.

Ob es mir besser ergangen wäre wage ich nicht zu beurteilen. Aber, dass es anders geht haben andere Kandidaten bereits mehrfach bewiesen. Auch Oku oder Nino(?) waren lässig, großmäulig, aber dennoch immer fair!

Hier hat ein Egoschwein gespielt. Er ist nicht DAS Opfer gewesen. Alle haben versucht ihn “zu retten”. Aber er wollte es gar nicht.

Egal, in 2 Tagen ist er vergessen. Was jedoch im Internet nachhaltig bleibt ist übertrieben. Hassgruppen, recherchierte Adressen und Telefonnummern gehen einfach zu weit.

2 Erik 13. September 2009 at 12:20

Naja. Hassmartin als das arme Opfer darzustellen finde ich doch etwas überzogen. Die Arroganz die dieser Unsympath an den Tag gelegt hat – z.B. beim Diskus – lässt sich nicht so einfach mit der schwächeren Rolle im TV-Zirkus schön reden.

3 Frank Müller 13. September 2009 at 12:22

Meine Sichtweise ist gestern auch zunehmend umgeschwenkt. Das war ja gerade zu eine Massenhysterie im Twitterspace, bei weitem nicht mehr sachlich. Es schien nur mehr cool zu sein, wenn man sich gegen Hans-Martin äußert. Aber hat das Biz, denn Sinn der Show vollkommen erkannt: Streng Dich an um an die Kohle zu kommen. Es war nicht “Deutschland such den Supersympathieträger”. Hans-Martin ist jung und ehrgeizig, daher in seiner Unerfahrenheit vielleicht zu ungestüm. Aber er hat eines geschafft, was im Titel der Show steht: Er hat den Raab geschlagen, mit seinen eigenen Waffen. Chapeau!

Und Dir Richard herzlichen Dank für diesen sehr guten Beitrag.

mue

4 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 12:29

@Fabian und @Erik. Ich teile ja Eure Meinung geg. seinem Auftreten (Nervosität, Typ-Frage? – kann ich nicht beurteilen). Was mich befremdet hat ist die Reaktion darauf. Aufrufe zur “Twobbing”-Session im Internet – egal wie sich einer in einer TV-Show auch immer benimmt – das geht zu weit.

5 Dr-Gonzo 13. September 2009 at 13:12

“Als bezahlte TV-Personalities unverantwortlich. Scheinheilig. Menschenverachtend.”
Das ist in meinen Augen ziemlich blödsinnig.
Die Kommentare waren vorallem erfrischend ehrlich. Man darf nicht vergessen, dass die Sendung zum ersten mal einen solchen Verlauf nahm (den letzten Gewinner hat keiner ausgebuht) und das nicht ohne Grund. Die Seitenhiebe von Moderator/Kommentator hat der Kandidat erst herbei-provoziert. Das ist also nicht unfair, sondern menschlich. Wer Arroganz streut, wird Häme ernten.
Und wer einen mensa-tauglichen IQ für sich beansprucht, der sollte sich auch über alle möglichen Konsequenzen eine TV Auftritts im Klaren sein.
Deswegen find ich es arm, wie du dich durch die Twitter Einträge hast beeinflussen lassen. Allein weil plötzlich die Alarmglocken deines Underdog-Syndroms Alarm schlagen und du plötzlich ein David gegen Goliath Szenario vor dir siehst, indem die Masse auf den Einzelnen einprügelt, verschlägt es dich auf dessen Seite. Diese Einträge rechtfertigen es vielleicht, den Kandidaten in Schutz zu nehmen, nicht aber die moralische Komponente über Bord zu werfen – was für ein Underdog-Syndrom ist das denn? Ein ziemlich scheinheiliges wie ich finde.
Eigentlich gab es ohnehin keinen Underdog in der Sendung – aber vielleicht musst du ja diese Rolle auf jemanden projezieren, damit du überhaupt Empathie empfinden kannst und die Sendung somit nicht langweilig wird? ;-)
Versteh das nicht als Angriff, aber ich find’s einfach echt schade, wie Leute Opfer von meinungsbildenden Maschinerien werden und sich unbedingt dem Drang hingeben müssen, die Wellen mit zu reiten oder unbedingt dagegen zu laufen.
Ich such mir gern meine eigene Welle.

6 Daniel 13. September 2009 at 13:20
7 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 13:26

@Frank Danke für Deinen Beitrag. Scheint so, als ob noch andere diesen Stimmungswandel durchgemacht haben. Interessante Erfahrung.
@Gonzo Sorry, gonzo, da sind wir komplett gegensätzlicher Meinung. Wenn du mal liest, was gerade in diesen Minuten (bei ProSieben läuft die Wdh. von gestern Abend) bei Twitter und inzwischen auch in der Blogosphäre alles über den Kandidaten verbreitet wird, halte ich meinen Text für noch zu harmlos.

8 Dr-Gonzo 13. September 2009 at 13:39

Meine Meinung wird/wurde allerdings nach dem Lesen von Twitter-Kommentaren nicht zu einer anderen.
Idioten bei Twitter mach den Idioten im TV doch nicht zum Nicht-Idioten, die reihen sich nur ein! *g*

9 ocram 13. September 2009 at 13:43

sehr gut geschrieben richard

10 aquarienfisch 13. September 2009 at 14:30

Mir ging es gestern ähnlich… Habe von der Sendung etwa 15 Minuten gesehen, eigentlich viel zu wenig um sich wirklich ein Urteil erlauben zu können, dennoch bin ich kurz darauf auf den Zug aufgesprungen und hab auch mal gegen ihn gewettert (ich gebe zu, das lag zu 85% daran, dass ich gestern echt einen miesen Tag hatte). Später im Bett sah ich in meiner Timeline dann tweets, die Hans-Martins Telefonnummer etc. enthielten.
Leider ist das ein ganz menschliches Verhalten; wir neigen dazu, auf unliebsame Mitbürger oä. einzuprügeln, ohne Sinn und Verstand.
H-M war ein leichtes Opfer, er konnte sich nicht wehren, immer drauf ohne Konsequenzen. Für mich persönlich greift der Fremdschämfaktor eher dahingehend, dass ich Teil dieser Community bin, die sich so widerlich verhalten hat. (Naja… 100%ig “fremd” ist das ja auch nicht…)

11 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 14:59

Hallo Aquarienfisch. Was ich an mir selbst festgestellt habe, wieviel Überwindung es doch kostet, seine eigene Meinung noch mal zu überdenken und ggfs. auch zu korrigieren. Dachte immer, mit dem Alter setzt eine gewisse Lebensweisheit ein und man ist per se immun gegen niedere Instinkte – dem ist wohl nicht so.

12 Simmelrogge 13. September 2009 at 15:05

Lieber Herr Gutjahr,

netter Artikel, wenn auch etwas blauäugig und in Sachen “Martin”… ich sag mal Thema verfehlend. Wie naiv kann man sein, nicht zu begreifen, dass bei TV Total eine mediale Geldmaschine läuft – was denn sonst? Und natürlich ist das Hauen und Stechen Polarisierung, sowohl von Stefan Raab, als auch von den “Angestellten”. Auf der anderen Seite sind Raab und Co. gleichzeitig (!) sehr authentisch. Business machen schließt nämlich weder Moral noch Klasse aus. Keine political correctness, kein Memmen-Gepampere, Angriff und Gegenangriff, so wie es das Volk will und wie die Quoten gemacht werden. Die Regeln bestimmen die Macher, natürlich!? Wie beim Heute Journal. Sich dann aktiv in den Ring zu begeben oder eben nicht- darüber entscheidet immer noch jeder selber. Und vor allem entscheidet man darüber wie man sich aufführt, das beweisen zig frühere, tolle, grundsympathische Kandidaten.

Der Typ “Hans-Martin” war in seiner Rolle durchweg unsympathisch, ich bin immer noch in der Lage, mir meine eigene Meinung zu bilden, die ich dann nicht gleich widerrufe, nur weil eine Horde wild gewordener Blogger dann jedes Maß verliert (Bsp. “Hitler-Vergleiche”, “Fresse polieren”, “die werden das mit der dringend notwendigen Schönheits-OP schon notwendig machen” etc. – un-fass-bar). Wie gesagt, das ändert aber nichts daran, dass “Schlag den Raab” einfach ein geniales Konzept ist, Stefan Raab mit seiner “Fair-play-Dogmatik” dem Brot-und-Spiele-Volk gesellschaftspolitisch mehr gibt, als so mancher gut meinende Politiker und dieser Hans-Martin sich wie ein Ekelpaket aufgeführt hat.

Beste Grüße
S.

PS: Auf VIVA fad ich Raab zum Kotzen mit dem Menschen verachtenden “Wand-Kopf-durchsteck-Ding”. Er hat sich geändert …

PPS: Die rollende Medeinemaschine und das “aufgebrachte Internet” sind danndas nächste coole Ding für Pro 7. Für mich aber was zum Schmunzeln und “Hut ziehen”.

13 OM 13. September 2009 at 15:10

Ich finde du übertreibst.
Der Typ ist und war ein Arsch, schon sehr bezeichnend, wenn man keien Freunde mitnimmt, sondern Verwandte und seinen Nachbarn.
Da gibts nichts zu beschönigen, man kann auch einfach mal deutsch sprechen. Viele mögen den Typ nicht und er hat vieles selber dazu getan.
Das über Twitter etc Hassparolen abgehen ist nun mal der Anonymität im Netz geschuldet, nichts was auf Raab oder die Show gemünzt ist.

Ich würde nicht in seiner Apotheke einkaufen.

14 Reiner 13. September 2009 at 15:29

Für mich hat gestern der Mob auf Twitter die Macht übernommen.

Selbst Accounts, die ansonsten durchaus okay sind, haben sich anstecken lassen & in das Horn der Massen gestoßen. Da wurde dann z.B. dazu aufgerufen, Hans-Martin am Studioausgang aufzulauern.

Twitter verlor gestern seine “Unschuld”. Klingt jetzt großspurig, aber in der Zukunft wird genau dieser Samstag Abend als Milestone genannt werden.

15 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 16:09

@Reiner: großartiger Satz: Twitter verlor gestern seine “Unschuld”. Danke.
@Simmelrogge Lieber Herr S. (Simmelrogge), Sie haben mich offenbar falsch verstanden. Mir geht es nicht darum, irgend jemandem zu sagen, was er zu denken hat. Auch muss ein (halbwegs erwachsener) Mann wissen, worauf er sich einlässt, wenn er bei Raab in die Arena steigt. Dennoch bin ich der Meinung, dass man auch seinen Mund aufmachen muss, wenn hier etwas ausser Kontrolle gerät. Nennen Sie das blauäugig, naiv, oder wie auch immer. Wenn private Telefon-Nummern, kriminelle Verleumdungen und Aufrufe zur Gewalt im Netz verbreitet werden, sollte man Position beziehen.

16 Simmelrogge 13. September 2009 at 16:24

Lieber Herr Gutjahr,

nochmal, es geht mir nicht um den außer Kontrolle geratenen Mob im sog. Social Web. Ich denke, man muss nicht mehr drüber diskutieren, dass hier jegliches Maß und Ziel verfehlt ist. Es geht aber vielmehr darum, dass Sie Raab und Co. vorwerfen Ihren Job zu mißbrauchen. Ich sage 1) die Jungs machen ihren Job und zwar sehr gut, 2) Raab & Co. entwerfen Show-Konzepte für die ich einfach nur Respekt empfinde 3) der Typ HM verhielt sich wie ein Widerling. Pure Arroganz, besch…., überhebliches Getue und stilfrei. Völlig egal, wie da “getwittert” wird – das kann doch diese Tatsachen nicht aushebeln!?

Nichts für ungut und trotzdem Danke für Ihren polarisierenden Artikel ;-)

Es grüßt
U. S.

17 MiniMoppel 13. September 2009 at 16:40

Wenn Sie Apfelkuchen eigentlich nicht mögen, und dann im Internet Seiten finden, in denen Apfelkuchen auf das Übelste beschimpft werden (zum Kotzen, gehört in den Müll, sollte man gar nicht erst machen), fangen Sie dann auch an, Apfelkuchen zu mögen?

18 Chris 13. September 2009 at 16:43

Am Ende hat er sich denkbar ungünstig, und zwar getrieben durch Gier/Ehrgeiz und übersteigertem Siegeswillen, auf einer Projektionsfläche dargestellt, die 26% aller 14-49 jährigen Fernsehzuschauer gestern gesehen haben.
Das betriebene Twobbing und die Recherche persönlicher Daten sind nicht ok, dennoch gibt es gerade durch Twitter $ Co. die Möglichkeiten dazu. Er wird vorher auch einen Vertrag unterschrieben haben mit RaabEntertainment und deshalb muss er sich auch im klaren sein, welche Auswirkungen er auf fast 4 mio Zuschauern haben kann. Wenn er sich dann einzig und allein der Gier des Geldes hingibt, dann scheint das ein Teil seines Wesens zu sein.
Andere Kandidaten konnten sich auch “normal” verhalten bei 3 mio € .

19 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 16:51

@MiniMoppel Ihr Apfelkuchen-Gleichnis ist zu hoch für mich.

20 MiniMoppel 13. September 2009 at 16:58

“Meine erste tiefe Abscheu gegenüber dem Kandidaten…”
“Je länger die Show dauert und je mehr Kommentare ich bei Twitter lese, um so mehr schlagen meine Sympathien plötzlich für den 24jährigen.”

21 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 17:17

@MiniMoppel Nicht die Spinner änderten meine Meinung sondern die Tatsache, dass da plötzlich ein Prozess in Gang gekommen war, der außer Kontrolle geriet. Wenn man selbst Teil der Gleichung ist, begreift man diese oft nicht (oder erst wenn es zu spät ist). Einfacher: Spiegel vorgeführt bekommen. Klar?

22 kati 13. September 2009 at 17:18

Also ich kann dir völlig zustimmen, Richard. Ich hab die Show nicht gesehen aber ich bekomme gerade diesen Hype mit und bin …. tja was eigentlich schockiert. Das geht eindeutig zu weit und egal wie man es dreht und wendet. Ich denke da steckt viel Wahrheit drin. Raab weiß wie man eine gute Show macht und nichts von alle dem passiert aus Zufall, das kann genauso gut alles Strategie sein!

23 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 17:27

@Kati: Dazu fällt mir ein Zitat aus Spiderman (ich glaube es war Teil 1) ein. Du weisst schon, am Ende des Films, als Peter Parker lernen muss, dass seine Superkräfte auch eine Bürde sind: “Aus großer Kraft folgt große Verantwortung”. Durch das Internet haben wir, die Zuschauer, an Kraft gewonnen. Sind wir auch bereit, die damit verbundene Verantwortung zu übernehmen?

24 JieMiles 13. September 2009 at 17:38

Ich verstehe überhaupt nicht, wieso “ihr” euch über eine getrükte Sendung so aufregen könnt. Da ist doch alles bis ins kleinste Detail abgesprochen. Ich jedenfalls schau mir solchen Mist gar nicht mehr an, dafür ist mir die Zeit zu schade.

25 Sebastian 13. September 2009 at 17:43

Sehr schöner Artikel. Wer aber so austeilt wie Hans-Martin gestern, der muss auch einstecken können. Was aber gestern Abend und auch jetzt noch auf Twitter geschieht (Jahrbuchseiten werden veröffentlicht, etc) geht eindeutig zu weit.

26 TV-Hasser 13. September 2009 at 17:53

Tja, hat Twitter die Unschuld verloren oder verliert man nur Illusionen? Das Erschreckende ist die Agressivität aus der Anonymität heraus. Das ist das gute alte, vulgäre und banale Mitläufertum, wo jeder noch mal draufhaut, einfach nur weil er endlich darf und ein Opfer öffentlich zum Draufhauen freigegeben wurde. “Er ist doch ein Arsch, oder?! Da kann man doch drauf treten, oder?! Den dürfen wir doch fertig machen, oder?!” Und in diesem Zusammenhang sind diese hoch kochenden Feedback-Schleifen dann auf einmal eine sehr ambivalente Sache. Man kann Angst bekommen, was da noch alles möglich ist, sobald sich nur mal die “niederen Instinkte” legitmiert fühlen, sich gegenseitig in Niedertracht zu übertreffen. Wobei wohl speziell diese Cross-Media-Kombination TV mit Internet eine gefährliche Sache ist.

27 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 18:02

@chris (#18) und @Sebastian (#25): Stimme zu, was die Eigenverantwortung des Kandidaten angeht. Doch auch Raab und Co müssen wissen, dass ihre Aktionen heute anders als früher durch das Web verstärkt werden und ganz andere Reaktionen beim Publikum hervorrufen können. Hier setzt die Verantwortung des Senders ein. Anders als der junge Kandidat wissen die ganz genau, was sie da tun!

28 Leitkultur 13. September 2009 at 18:16

Na klar, jeder, der uns unsympathisch ist, darf und kann zum Abschuss freigegeben werden… wie kann der sich auch wagen, nicht um unsere Sympathie zu betteln, sich uns angenehm zu machen – damit hat er doch selber provoziert, dass er gebashed wird und zu Gewalt gegen ihn aufgerufen wird…

Sagt mal, geht’s noch? Wo leben denn Menschen, die derart argumentieren? Und natürlich hat er Recht, wenn er gegen Ende der Mobbingshow sagt, dass er wegen dem Geld gespielt hat und nicht deswegen, dass Stefan Raab ihn als Freund haben möchte.
Ich hab die Sendung getsern gesehen (leider ohne Twitter on) und ich fand, dass der Moderator ganz gezielt gegen den Kandidaten gestichelt hat… so lange, bis er das Publikum auf seiner Seite hatte… nein, guter Stil war das nicht!
Was einige Twitterer dann im Netz an Unrat abgelassen haben, hinterlässt mehr als nur einen schlechten Geschmack, ist aber eine Erfahrung, die ich schon oft in Foren gemacht habe. Die Firniss des Humanismus ist sehr dünn und bricht schnell, wenn sich ein Mob bildet, der sich gruppendynamisch gegenseitig derart hochpusht und dann zu einem Lynchmob wird, der Angst macht und sich durch sich selber legitimiert fühlt.

29 Christian 13. September 2009 at 19:08

Ein Idiot im Fernsehen lockt ganz, ganz viele vor dem Bildschirm. Das ist leider das Konzept der Sendung. Das einzige, worüber ich mich da aufregen kann, dass es so viele Menschen gibt, die nichts besseres zu tun haben, als mit ihren Tweets ihre eigene Blödheit kundzutun.

30 Fabian 13. September 2009 at 20:06

Um hier mal die “Abgründe des Internets” zu relativieren. Blendet mal das Internet aus. Setzt euch mit Freunden vor die Glotze und schaut Schlag den Raab. Sammelt die Abgründe, die sich auf tun. Geht in Deutschlands Wohnzimmer und sammelt die Abgründe, die auch ganz ohne Internet vorhanden sind. Das Internet ist gut! Sie bringen die Abgründe, die ohnehin existieren, ans Licht! Sie führen zu Diskussionen!
Das ganze darf man nicht überbewerten! Es gab kein gemeinsames Kollektiv! Viele Leute waren der gleichen Meinung, viele haben unabhängig ihre Meinung mehr oder weniger elegant hinaus posaunt. UNABHÄNGIG von einander. Aus heißer Luft ist ein kleiner Schauer in der Wüste geworden. Mehr nicht. In einer Woche spricht kein Mensch mehr darüber. Viel zu viel passiert. Viel lustigeres. Es wird hunderte neue StudiVZ-Gruppen geben mit noch mehr Mitgliedern. Es wird noch lustigere T-Shirts geben. Die Welt ist schnelllebig. Und öffentlich. Und das ist gut!
Abgründe, die bisher in ihren Wohnzimmern verblieben sind landen im Internet und können diskutiert werden. Das Internet macht keine Meinung. Das Internet ist ein Topf voller Meinungen. DAS IST GUT! Menschen sind mit ihrem Hass nicht mehr alleine. Es besteht die Möglichkeit sich Luft zu verschaffen. Es besteht die Möglichkeit Meinungen zu tauschen, zu ändern. Zur Vernunft aufzurufen.
Richard. Du sagst selbst, deine Meinung hätte sich geändert. Wegen dem Internet. Ohne Internet wärst du in der Wut über Hans-Martin verblieben. Denkst du, du bist der einzige, der erkannt hat, dass da irgendwie was nicht stimmt? Heute sind viele Leute mit einem Kater aufgewacht. DANK INTERNET! Glaub’s mir!

31 Markus F Felber 13. September 2009 at 20:20

Lieber Richard, so sehr und oft ich auch mit Dir einer Meinung bin und Dich für einen guten Journalisten halte, hier glaube ich, liegst Du mit Deinem Artikel gewaltig daneben: weder Raab, noch die Firma Brainpool (wie zynisch, sich als Gossenfernseh-Produktionsfirma so einen Namen zu geben), noch diese Art von Colosseum-Moderatoren und last but not least diese besondere Spezies von Kandidaten verdienen es, daß auf so hoher intellektueller Ebene, wie Du sie mit Deinem Blog betreten hast, auf Kierkegaard / Camus Art über sie philosophiert wird. Wenn ich die öffentliche Bühne mit panem et circenses beschmutze, muß ich damit leben, daß die Daumen des Plebs auch mal nach unten zeigen, siehe Twitter und Facebook, letztendlich setzt sich das Gros (leider) nicht hauptsächlich aus Gutmenschen und Underdogs zusammen sondern aus emotionsgeladenen Zweibeinern, die gerne mal aus dem Bauch heraus reagieren. Gruß, Markus.

32 Richard Gutjahr 13. September 2009 at 20:27

@Fabian Stimme dir zu. Das Internet ist nicht gut, nicht böse. Es ist. Punkt.

33 MissingLinks 13. September 2009 at 21:44

Freunde, Ihr habt wohl alle nichts (besseres) zu tun.

Television – The Drug Of The Nation

34 Chrischian 14. September 2009 at 09:26

Sicherlich hat sich der Kandidat eindeutig einiges selbst zuzuschreiben. Die Zeichen, dass er sich ins “abseits” schiebt, gab es doch schon früh. Und seine Aussage, dass er keine Freunde gewinnen möchte, zeigt doch, dass er diese mitbekommen hat, aber wollte es so. Dabei hat er garantiert mögliche Folgen im Web nicht berücksichtigt, klar, wenn man bei SDR ist, hat man erstmal nur im Kopf die 500.000 zu gewinnen… Sicherlich hat Raab auch einige Eigenschaften von Hans-Martin, aber wie schon richtig gesagt, er weiß, wann Schluss ist. Wirklich leiden kann ich den Opdenhövel auch net, er war bisher immer der, der mir zuteils arrogant rüber kam.

(ADMIN: DEN HINWEIS AUF DIE WEBSITE HABE ICH ENTFERNT WG. DER WERBUNG AUF DER GENANNTEN SEITE)

35 Robert Sloganmaker 14. September 2009 at 09:35

Verdammt gute Analyse zum Geschehen, Richard. Letztendlich wollen wir als Zuschauer doch genau das! Alles andere wäre doch zu langweilig.

36 Michael 14. September 2009 at 11:30

Richard, vielen Dank für den guten Artikel!
Ich empfinde es allerdings als sehr traurig, dass es überhaupt notwendig war, ihn zu schreiben.
Ich habe die Sendung auch – zumindest teilweise – gesehen und war schon über die Reaktionen des Studiopublikums irritiert. Sicherlich war der Hans-Martin nicht in der Show, um Freunde zu gewinnen, aber dazu ist dieses Format ja auch nicht da. Für Kandidaten mit dieser Absicht gibt es andere Shows. Hans-Martin hat sich einfach nur „professionell“ verhalten und sich ausschließlich darauf fokussiert, zu gewinnen. Nichts anderes war sein Ziel und das ist keinesfalls verwerflich.
Jeder mag jetzt für sich selbst entscheiden, ob er Hans-Martin sympathisch findet oder nicht. Jeder sollte aber auch genau überlegen, ob er das, was er über Hans-Martin schreibt, auch gerne über sich selber lesen möchte. Vor allem anderen bleibt Hans-Martin nämlich eines: ein junger Mensch mit einer schützenswerten Privatsphäre. Das sollten bitte alle diejenigen bedenken, die aus der Anonymität des Internets ihren Spott vergießen.

37 Daniel B 14. September 2009 at 14:50

Hallo Richard,

danke für Deinen Artikel! Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber versucht herauszufinden, warum soviele (bei Twitter) negativ über jemanden schreiben, den ich bisher nicht kannte.

Aus den Videos bei Youtube kann man sich das nicht zusammenreimen, kann es sein, dass es am “Vor-Film” liegt, in dem die Kandidaten vorgestellt worden?

Zivilcourage ist sehr wichtig, das ist was gutes! Ich finde “Underdog-Syndrom” klingt nach eine Krankheit. Zivilcourage ist was Gesundes :-)

Viele Grüße
Daniel

38 Daniel B 14. September 2009 at 16:01

Hallo Richard,

was wurde eigentlich als Vorspann über den Kandidaten gezeigt, da wurde doch sicherlich ein Video abgespielt, wodurch man sich über ihn ein Bild machen konnte?

Viele Grüße
Daniel

39 Inge Seibel 14. September 2009 at 16:57

Lieber Herr Gutjahr,
es ist mir ähnlich ergangen wie Ihnen; wobei ich dem Kandidaten nach den immer unfairer werdenden Reaktionen des Publikums im Saal die Daumen gedrückt habe, dass er als Entschädigung wenigstens das Geld mit nach Hause nehmen darf. Die Stimmung des Publikums wurde eindeutig von der Moderatoren-Crew in diese negative Richtung gelenkt. Daher finde ich Ihre Sätze zu dem Thema auch die wichtigste Erkenntnis aus dem ganzen Geschehen: “Gestern, während der Sendung habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mich über die giftigen Seitenhiebe der Moderatoren-Crew amüsiert habe. Heute, am Tag danach, sehe ich das anders. Diese vier TV-Profis (Moderator Opdenhövel, Kommentator Buschmann, Sidekick Elton und Produzent Raab) haben sich ziemlich unfair gegenüber dem Kandidaten verhalten. Als Privat-Personen vielleicht noch akzeptabel. Als bezahlte TV-Personalities unverantwortlich. Scheinheilig. Menschenverachtend.” Das ist für mich der Knackpunkt, über den viel zu wenig diskutiert und geschrieben wird. Vermutlich sind sich die TV-Profis auch erst im Nachhinein dieser Tatsache bewusst geworden und würden heute anders moderieren – das hoffe ich jedenfalls. Denn bei aller Vorausplanung und Professionalität sind die Moderatoren ja auch nur Menschen ;-)
TV-Total wird heute Abend sicher eine super Einschaltquote hinlegen und ich bin gespannt, ob Raab Größe beweist, indem er den Kandidaten zumindest versuchsweise rehabilitiert.

Beste Grüße
Inge Seibel

40 Richard Gutjahr 14. September 2009 at 19:27

@Daniel B (#37 + 38) Danke für Deine Zustimmung. Mit dem “Underdog Syndrom” hab ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Wg. des Vorstellungsfilms. Das zeigte einen ehrgeizigen Sportler, war jedoch (soweit ich mich erinnere) okay.

@Michael (#36) Guter Punkt: als ob man sein Recht auf Menschenwürde abgeben würde, nur weil man an einer Gameshow teilnimmt! Beim oberflächlichen Gugeln gestern bin ich auf ein gutes Dutzend Seiten und Kommentare gestoßen (z.T. sogar mit Klarnamen), die eindeutig den Tatbestand von übler Nachrede u. Anstiftung zur Gewalt erfüllen. Könnte es sogar verstehen, wenn der Junge für ein paar Euro seines Preisgeldes einen Anwalt einschaltet.

@Inge Seibel (#39) Liebe Inge Seibel, danke für’s Teilen Ihrer Eindrücke. Ich habe die Sendung inzwischen nochmal in der Wdh. gesehen – die Moderatoren haben sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert an dem Abend. Die Seitenhiebe auf den Kandidaten waren sogar noch massiver als ich sie in Erinnerung hatte. Mit dem Wissen, das wir heute haben, werden Raab & Co beim nächsten mal sicher sensibler auftreten und ihrer Verantwortung, die sie als Moderatoren geg. ihrem Kandidaten haben, gerecht werden (egal wie unsympathisch der auch immer sein mag).

41 Pio 14. September 2009 at 19:39

Hallo an alle Schreibenden,

ich war am Samstag auch Kandidat in der Sendung und kann zumindest sagen, dass wir alle fair behandelt, gut umsorgt und genauso viel oder wenig informiert wie Raab auch, was die Spiele angeht. Das ganze Produktionsteam möchte selbstverständlich eine gute, spannende und den Zuschauer fesselnde Show, was in der Regel immer dann der Fall ist, wenn das vermeintliche Großmaul Raab vom Kandidaten geschlagen wird. Stefan stellt sich dieser Einer-gegen-alle-Situation jedes mal und hat meistens das Publikum gegen sich. Und wer die Sendung häufig gesehen hat sollte auch gemerkt haben, dass Kommentare von Seiten der Moderatoren und Kommentatoren sicherlich auch in anderen Shows schon stichelnd waren, und zwar auch gegen Raab, denn es sind einfach Reaktionen auf das Verhalten beider Kandidaten währen der Show. Bisher und auch am Samstag waren diese Sticheleien immer im Rahmen, auch witzig und keine persönlichen Angriffe. Würde man voraussetzen, dass die Sticheleien im Maße des Verhaltens der Kandidaten (egal ob Stefan oder Spieler) schlimmer werden und sich steigern, hätten Opdi, Buschi, Stefan und Elton ganz was anderes von sich geben müssen. Zwischenzeitlich wurde ja sogar sachlich versucht Hans-Martin nahe zu bringe, dass seine Art wenig Gegenliebe findet. Hans-Martin hat sich viel von der Show versprochen (nämlich Geld) und sicher auch viel dafür getan, es zu gewinnen (, dass er auch Leistung gezeigt hat möchte ich sicher nicht in Abrede stellen), aber die Reaktionen, die er erhalten hat (dich ich in diesem Ausmaß auch erschreckend und in ihrer Härte unangebracht finde), hat er alleine hervorgerufen.
Ich hätte auch gewonnen und ich wäre sympathischer und lustiger gewesen *g*

42 Michael 14. September 2009 at 23:28

Nur weil sich der Web-Mob wie so oft daneben benimmt, Raab hier eine Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, ist gelinde gesagt, gewagt. Das ist eine Live-Show und nie konnte irgendjemand damit rechnen, was parallel dazu bei den Tweetioten abgeht.

43 Richard Gutjahr 14. September 2009 at 23:29

@Pio (#41) Lustig, dass Du Dich meldest – warst mein Wunsch-Kandidat (nach der Fußballerin)! Habt Ihr hinter der Bühne eigentlich mitbekommen, was da zuhause an den Bildschirmen (im Web) für Hass-Parolen geschwungen wurden?

44 Pio 15. September 2009 at 09:36

Wir haben schon mal über Iphone nachgeschaut und haben auch hin und wieder von den Brainpool Mitarbeitern Kommentare mitbekommen, dass sowas im Netz noch nie los war u. ä.
Ich bleibe auch dabei: Opdenhövel, Raab und Buschmann würde ich keinen Vorwurf mache. Wir alle waren erwachsene Kandidaten und wussten, worauf wir uns einlassen. Wir sind vom Team oft genug gebrieft worden in der Hinsicht, dass wir uns nicht vor der Kamera verstellen sollen (z. B. keine Witze reißen, wenn wir nicht lustig sind), da das Publikum sehr schnell merkt, was natürlich ist und was nicht.
Ich glaube 17 Sendungen davor geben Brainpool recht: man mochte Kandidaten mehr oder weniger, je nach ihrem Auftreten, nicht undbedingt nach der Leistung, die sie gegen Stefan gebracht haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Kandidat nicht die Unterstützung des Publikums hatte, auch wenn er im Wettkampf nix gerissen hat.
Es ist da auch ein sehr schmaler Grad, mit welchen Bemerkungen Samstag die Stimmun umschlug. Als HM z. B. vor dem Bahnradfahren Stefan den Bauch tätschelte und sagte, er würde sich richtig schämen würde er das Spiel nicht gewinnen war da kein verschmitztes Lächeln bei oder ähliches. Er hätte auch sagen können: rund ist ja eigentlich windschnittiger o. ä., das hätte ihn in den Augend des Publikums sicher nen Gag-Bonus gebracht. Aber so war der einfach nicht. Wir lernen uns ja bereits Freitags vor der Show kennen und Hans war sicher der seltsamste Typ in der Runde und hat auch schon mal nen Spruch von uns gekiegt.
Ttotzdem nochmals: Respekt, dass er das durchgezogen hat. Er hat die Kohle, und die wollten wir alle *g* und in 2 Wochen ist der Drops in der Öffentlichkeit gelutscht.

45 Fröhlich 15. September 2009 at 15:04

Naja zwischen Raab seinem Kontrahenten und dem Publikum wollte nicht so recht Sympathie aufkommen. Doch wenn man am Ende ne halbe Millionen gewinnt wer mir das auch Schnuppe :P. Leute is doch nur Fernsehen. Wenn ihr sonst keine Probleme habt als sich um son Scheiß zu kümmern. Dann tuts ihr mir leid.

46 Richard Gutjahr 15. September 2009 at 23:04

— sorry wg. der Ladeprobleme – gab Server-Probleme heute —

47 Richard Gutjahr 15. September 2009 at 23:18

@Pio (#41 + #44) Danke für Deine Schilderungen aus der Kandidatensicht. Hat man sich schwer vorstellen können, was da hinter den Kulissen abging. Nach allem, was ich gestern bei TVtotal gesehen habe, scheint auch der Sender den Ernst der Lage inzwischen erkannt zu haben. Die De-Eskalations-Maßnahme (sowohl der Kandidat, als auch Stefan Raab waren extrem nett zueinander) wirkte sehr aufgesetzt. Dennoch: die Stimmen in den Chat-Rooms und bei Twitter wurden prompt leiser. Interessant, welchen Einfluss wir TV-Leute auf unser Publikum doch haben können!

48 Marcel Grzanna 16. September 2009 at 04:24

ein paar überhebliche kommentare eines 24-jährigen im 1 gegen 1 gegen den regelmäßig despektierlichen raab sorgen für eine solche gewaltige pseudoempörung unter dem tv-volk… das ist heftig.

der unsympath (auch) dieses abends hieß matthias opdenhövel und hat die show moderiert. HM war so mit sich selbst beschäftigt, dass er nicht bemerkt hat, dass opdenhövel jegliche missachtung seiner bühnenautorität als persönliche beleidigung empfindet, für die ein kandidat büßen muss. kontinuierlich hat er stimmung gemacht, um sich ganz am ende sein alibi zu sichern (“nicht buhen, wir wollen doch fair bleiben”)
schon als quizmaster hat opdenhövel seine kandidaten gerne als vollidioten hingestellt und gnadenlos der häme des publikums ausgesetzt. der mann hat das ganz dringend nötig.

49 hans 16. September 2009 at 06:43

Hallo
Stellt Euch vor Sie machen krieg und Keiner geht hin

Oder anders:Stellt Euch vor Ihr seid alle von RTL gefaked
worden und voll auf das Hassspiel reingefallen..und die Sen-
dung hat sicher von dem Hasshype voll gewonnen.

Stellt Euch vor die Sendung war ganz gezielt so geplant…..

Stellt Euch vor alles ist Theater und Ihr zahlt auch noch.

Stellt Euch vor von Was es euch alles Abgelenkt hat.

Aber das koennt Ihr ja nicht mehr.

Aktion Reaktion…mehr seid Ihr nicht mehr.

Ich fands echt toll das der Rababa Heini genullt hat……

Gruesse aus dem Nirvana

50 Billigflug 16. September 2009 at 12:33

guter artikel, auch in anderen blogs wird der ausruf größer raab hätte hans martin schützen müssen!

Hans-Martin schützen???
jetzt mal ganz ehrlich: wer sich bei einer live-tv-show bewirbt, sollte wissen, dass alles, wirklich alles, was er sagt gesendet wird und natürlich in der heutigen zeit des web 2.0. auch heftig diskutiert wird. hinzukommt, dass man keinen menschen für sich selbst schützen kann. was hätte raab also machen sollen?! hans-martin bitten seine arrogante art und weise etwas zu zügeln oder ihm dumme kommentare verbieten!?
pio hat das meiner meinung gut auf den punkt gebracht:
die suppe die sich hans-amrtin da eingebrockt hat muss er nun fleißig selbst auslöffeln!

sebastian

sebastian

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