Google auf Sinnsuche

Zum Auftakt der I/O-Entwicklerkonferenz in San Francisco hat Google-Gründer Larry Page persönlich seine Vision einer besseren Welt gezeichnet. Dank Google, versteht sich.

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Der Sinn des Lebens

Gibt man bei Google die Frage ein: “Was ist der Sinn des Lebens?” antwortet die Suchmaschine mit einer Zahl: 42. Eine nicht ganz ernstgemeinte Referenz an den britischen Autor Douglas Adams, der Anfang der 80er mit seinem satirisch-apokalyptischen Roman “Per Anhalter durch die Galaxis” das Lebensgefühl einer ganzen Generation getroffen hatte. Die Erde, ein organischer Computer, allein dazu erschaffen, um eine komplexe Rechenaufgabe zu lösen: “Was ist der Sinn des Lebens?”.

Wenn’s mal ein bisschen länger dauert

Noch ist Google nicht in der Lage, eine Frage solchen Kalibers befriedigend zu beantworten, und doch gab sich der kalifornische Internetkonzern zum Auftakt seiner Entwicklerkonferenz diese Woche in San Francisco optimistisch, bald die ganz großen Mysterien der Menschheit zu entschlüsseln. Bis es soweit ist, gibt es – quasi als Vorspeise – ein paar neue Web-Dienste: ein Google-Musikstreaming-Angebot oder personalisierte Karten, die speziell auf die Bedürfnisse eines Users zugeschnitten sind.

Ich weiß, was Du nächsten Sommer gesucht haben wirst

Auch die Suchmaschine selbst wird verbessert. So will man in Zukunft verstärkt einen Blick in die Kristall-Google wagen und anhand unseres jeweiligen Aufenthaltsortes, der Uhrzeit in Kombination mit den über uns gesammelten Daten Fragen erraten, noch bevor wir diese überhaupt eingetippt haben (respektive: ins Mikrofon gesprochen haben).

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Die korrekte Antwort lautet: Google

Ganz am Ende der Präsentation steht Firmen-Gründer Larry Page auf der Bühne und tut das, was Google nun mal so tut, er beantwortet Fragen. Wie sein Unternehmen helfen kann, um Demokratien zu stärken, will jemand aus dem Publikum wissen. Ob es nicht gefährlich sei, wenn Google seine Angebote immer weiter auf die persönlichen Vorlieben seiner User zuschneidet, weil man so doch den Blick auf das große Ganze verliere. “Good question!”, antwortet Larry Page jedes Mal, bevor er sich dann meist in Allgemeinplätzen verliert, bei dem Google natürlich stets die Antwort ist, nie das Problem.

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Ein Hauch von Star Wars

Der Konzernchef in seiner Google-Uniform (T-Shirt und Turnschuhe) wirkt unscheinbar und verloren, hinter ihm gewaltige Leinwände, die das Universum und eine rotierende, der Sonne abgewandte Erdkugel zeigen. Ein Bild wie aus “Krieg der Sterne”. Seine Stimme, sanft und leise, erst vor kurzem hat Page öffentlich gemacht, dass er an einer schweren Stimmbanderkrankung leidet. Steht hier der heldenhafte Anakin Skywalker, der von der dunklen Seite der Macht verführt wird und sich in den düsteren Darth Vader verwandelt? “Don’t be evil” – sei nicht böse, so das inoffizielle und zugleich vielsagende Motto von Google.

Das Leben, das Universum und der ganze Rest

42 – nach Douglas Adams die Antwort auf alles, was wir wissen wollen. Doch müssen die Protagonisten aus “Per Anhalter durch die Galaxis” am Ende ihrer Odyssee lernen, dass es manchmal gar nicht so entscheidend ist, die Antwort zu kennen, sondern vielmehr sich bei Zeiten darüber klar zu werden: Haben wir überhaupt die richtige Frage gestellt?

re:publica 13 – Kuscheln mit der Kanzlerin

Stell Dir vor es ist Wahljahr und die Netizens bleiben zuhause. Die Botschaft der re:publica 13: Raus aus der digitalen Bubble und rein in die Fußgängerzone!*

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Ausgeflauscht. Es reicht nicht, sich einfach nur darüber zu beklagen, wie wenig Einfluss wir Netz-Menschen haben auf die große Politik. Das hat der deutsche Bundes(g)rantler Sascha Lobo der Netzgemeinde dieses Jahr auf der re:publica ins Stammblog geschrieben. Bundesnetzpräsident Gunter Dueck versuchte es gar mit einer kleinen Farbenlehre. Die Netizens müssten sich aus ihrer eigenen Blase befreien, akzeptieren lernen, dass es Menschen gibt von anderer geistiger Hautfarbe. Menschen, die mit Euro zahlen, nicht Bitcoins.


Facebook ist böse? Die Telekom erdrosselt das Netz? Mi-mi-mi! Wir müssen den Spieß umdrehen, damit beginnen, den Konzernen, die an uns verdienen wollen, unsere AGB aufzuzwingen. Die von Lobo initiierte WP-Applikation Reclaim weist die Richtung. Mit Programmen wie diesen lassen sich die eigenen Daten von sozialen Netzwerken einsammeln und auf selbst verwaltete Blogs transferieren. Der erste Schritt einer längst überfälligen digitalen Emanzipation.

Sein gesellschaftliches Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Das gilt auch gegenüber dem Staat. Wie pubertierende Teenager beötteln wir uns, wenn sich unsere Volksvertreter im Netz zum Horst machen. Okay, wir sind pubertierende Teenager und die Politiker machen sich zum Horst. Mein Punkt ist: WIR sind es, die, geblendet von Google-Brillen und Selbstvermessungs-Armbändern, es nicht auf die Reihe bringen, uns zu organisieren und uns auch in der nicht-digitalen Welt Gehör verschaffen.

Die Sicherheitspolitiker hatten Recht: das Internet, darf kein rechtsfreier Raum werden. Und doch vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht daran arbeiten: Bundestrojaner, Vorratsdatenspeicherung, Bestandsdatenauskunft; wir dürfen uns nicht länger darauf verlassen, dass das Bundesverfassungsgericht in letzter Minute auf der Linie klärt.

Das Versagen der Piraten ist auch unser Versagen. Ähnlich wie mehr und mehr Politiker ins Netz drängen, müssen wir hinaus in die Offline-Welt. Raus aus dem Netz und rein in die Fußgängerzone. Das Internet ausdrucken (in 2D). Wenn’s sein muss, auch mal mit der Kanzlerin kuscheln. Kuscheln – nicht kuschen. Denn so sehr wir es uns auch wünschen: Die Wahl wird eben nicht im Netz entschieden. Noch nicht.

* Disclaimer: War verhindert dieses Jahr und selbst nicht in Berlin. Danke an alle Berichterstatter und Videostreamer für die Live-Coverage. Hier eine tolle Übersicht sämtlicher Sessions incl. Videos zusammengestellt von Michael Kreil.

Schöner Steuern hinterziehen mit Bitcoins

Schnell. Sicher. Anonym. Hätte Uli Hoeneß mal in Bitcoins investiert. Ein Zahlungssystem für Zocker, an dem sich die Steuerfahnder die Zähne ausbeißen. 

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Steuer-CDs und Zypern-Krise haben dazu geführt, dass Millionäre vermehrt ihr Geld von den Südsee-Inseln und aus der Schweiz abziehen und stattdessen in alternative Werte fliehen: in Bitcoins zum Beispiel.

Bitcoins (BTC) ist eine neuartige Form von Geld, das nur im Computer existiert. Weder gibt es Scheine, Münzen oder sonst irgendetwas, was das Finanzamt bei einer Hausdurchsuchung finden könnte. Es gibt keine Seriennummern und auch sonst keine Möglichkeit, ein Bitcoin einer bestimmten Person zuzuordnen. Bei Bitcoins handelt es sich um eine rein virtuelle Währung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie auf einem völlig anderen Konzept basiert, als traditionelle Zahlungsmittel.

Bitcoins bestehen aus komplexen Rechenaufgaben, die über einen vorgegebenen Zeitraum von Computern rund um die Welt errechnet werden. Diese Prozessorleistung bildet die Grundlage der Bitcoins. Den Erschaffungsprozess neuer Münzen bezeichnet man als “Schürfen”. Der Vorteil von Bitcoins: Sie gelten als fälschungssicher und im Gegensatz zu traditionellen Geldgeschäften erfolgt der Transfer schnell, anonym und nahezu kostenlos.

Die Ursprungsidee der Bitcoins geht auf die 70er Jahre zurück. Realisiert wurde sie 2009 mit der Einrichtung des ersten Bitcoin-Kontos. Seitdem haben immer mehr Geschäfte Gefallen an der Idee gefunden und akzeptieren Bitcoins als Zahlungsmittel. Der Legende nach soll es sich bei der ersten Transaktion um den Kauf zweier Pizzen zum Preis von 10.000 BTC gehandelt haben.

Das Problem an dieser neuen “krisensicheren” Weltwährung: Weil sie sich noch in der Entstehung befindet, unterliegt sie heftigen Kursschwankungen. Ein weiterer Schwachpunkt: Während Bitcoins selbst nicht gehackt werden können, sind die Schlüssel zum Bitcoin-Konto überaus anfällig für Hacker. Unbekannten war es erst vergangene Woche wieder gelungen, die E-Mail-Konten von 12 Bitcoin-Besitzern zu knacken. Die Folge: Bitcoins mit einem aktuellen Gegenwert von rund 38.000 Euro – futsch!

Ob sich Bitcoins durchsetzen, hängt letzten Endes vom Vertrauen ab, das man dieser Währung entgegen bringt. Schon oft sind Experimente mit virtuellen Währungen gescheitert, weil die Menschen früher oder später spürten, dass ihr Geld durch keinerlei realen Werte gedeckt war. Also quasi ähnlich wie der Euro.

Wer von Euch hat Bitcoins? Spielt Ihr mit dem Gedanken, ein Konto anzulegen? 

Zum Thema: Apple, Google & Co: Die Offshore-Tricks der Online-Giganten

Telekom: Erdrosseln was verbindet

Ein Aufschrei geht durch’s Netz: Die Telekom stellt ihre neue Tarifstruktur vor und erfindet damit das Unterschichten-Internet. Doch keine Panik! Alles halb so wild.

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Aus der Telekom-Presseerklärung:

“Angesichts des rasanten Datenwachstums stellt die Telekom die Tarifstruktur für Internetanschlüsse im Festnetz um: Genauso wie im Mobilfunk wird es künftig für neue Call&Surf- und Entertain-Verträge integrierte Highspeed-Volumina geben. Ist die Volumengrenze erreicht, sehen die Leistungsbeschreibungen eine einheitliche Reduzierung der Internetbandbreite auf 384 Kbit/s vor. Zunächst werden nur die Leistungsbeschreibungen angepasst. Sobald die Limitierung technisch umgesetzt wird, können Kunden über Zubuchoptionen weiteres Hochgeschwindigkeits-Volumen hinzubuchen.”

Doch keine Panik: yetzt zeigt uns, dass so eine Drosselung gar nicht weiter tragisch ist. So flott lädt die Seite der Deutschen Telekom bei der angekündigten Geschwindigkeit von 384 Kbit/s:

Avatter hat die neue Telekom-Tarife weltexklusiv geleaked bekommen. Hier die attraktiven Daten-Pakete:

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Die Telekom widerspricht der Kritik: “Die Drosselung bietet viele neue Optionen!” – Beispiel Youtube:

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Quelle: Weltregierung

Weiteres Anschauungsmaterial? Hinweise bitte unten per Kommentar oder wahlweise auch per Fax.

Zum Thema:

Facebook Home – der Feind in Deinem Netz

Facebook ist nicht böse. Smartphones sind nicht böse. In Kombination mit der geplanten Bestandsdatenabfrage werden mobile Dienste wie Facebook Home zum mächtigen Werkzeug einer allgegenwärtigen Homeland Security.

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Seit heute gibt es in den USA das Facebook-Telefon “Home”. Genau genommen handelt es sich nicht wirklich um ein Telefon, vielmehr um eine neue Art Betriebssystem-Oberfläche, die das Freunde-Netzwerk über ausgewählte Smartphones stülpt. Wer sich “Home” auf sein Android-Telefon lädt, wird beim Aktivieren des Geräts künftig nicht mehr mit einem Familienfoto oder mit seinem App-Menü begrüßt, sondern mit den Status-Updates seiner “Freunde”: Urlaubsfotos, Katzenbilder oder auch zielgerichtete Werbung. Ja, Werbung.

Facebook ist gratis und lebt von Reklame. Das Produkt sind nicht die Bücher, DVDs oder Partner-Börsen, die uns über Klein-Anzeigen auf der Seite angeboten werden. Das Produkt sind wir. Mit unseren Daten, die Facebook niemals wirklich löscht, verdient Facebook sein Geld. Und je besser Facebook uns kennt, umso mehr Geld verdient das Unternehmen (und die Aktionäre) an uns.

“We carry our phones wherever we go” – das offizielle Werbevideo von Facebook Home

Facebook als Vorratsdatenspeicher

Als ich noch neu bei Facebook war, habe ich einen Fehler gemacht: Unter Hobbys hatte ich “Tauchen” angegeben. Obwohl ich diesen Eintrag nur kurze Zeit später wieder entfernte, serviert mir Facebook bis zum heutigen Tag Werbebanner für Taucherausrüstung und -Reisen. Für das Soziale Netzwerk gilt noch mehr als für das analoge Leben: Was einmal in den Vorratsdatenspeichern von Facebook hinterlegt worden ist, kann nie wieder verlässlich zurückgenommen werden.

Für New-York-Times-Blogger David Pogue und Om Malik, zwei Tech-Journalisten, die nicht zwingend im Verdacht stehen, Internet-feindlich zu sein, ist Facebook Home aber aus ganz anderen Gründen ein absolutes No-Go: Die Software ist ständig Standby, sprich, wie ein Staatstrojaner registriert “Home” rund um die Uhr, wo wir uns aufhalten, wo wir schlafen und – auch das ist durch geschicktes Zusammenführen von Daten möglich – mit wem. Private Angaben wie Handynummer oder Wohnung; all das müssen wir gar nicht erst eintippen. Facebook weiß es schon, Gelocation-Daten und anderem “Beifang” unserer elektronischen Begleiter sei dank.

In einer unheilvollen Allianz mit Dritten gewährt Facebook damit auch dem Staat Einblicke in unsere Privatsphäre, wie es kein totalitärer Staat, keine Diktatur der Welt jemals zuvor kannte.

 

250 Behörden haben Zugriff auf Deine Passwörter

Nicht nur die USA haben seit dem Patriot Act (2001) Zugriff auf die bei sozialen Netzwerken gespeicherten Daten. Soeben hat der Deutsche Bundestag mit den Stimmen von CDU, CSU, FDP und SPD das Gesetz zur Neuregelung der Bestandsdatenauskunft (PDF) verabschiedet. Zu Bestandsdaten zählen unter anderem auch PIN- & Passwörter für unsere E-Mail-Konten, Cloud-Dienste sowie sonstige elektronische Kommunikation.

Anlass für polizeiliche und geheimdienstliche Abfragen sind nicht etwa nur Terrorabwehr oder Schwerstkriminalität – es genügen schon einfache Ordnungswidrigkeiten. Eine richterliche Prüfung, die nur in bestimmten Fällen vorgesehen ist, findet aufgrund der schieren Masse der Anfragen de facto nicht statt. Universitätsstudien haben das schon vor Jahren festgestellt.

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Quelle: Bundesnetzagentur

Alle 1,2 Sekunden eine Abfrage

Im Schnitt gibt es alle 1,2 Sekunden eine neue Abfrage deutscher Sicherheitsbehörden. Bisherige Abfragen bei Telekommunikationsanbietern in diesem Jahr:. 

Polizei, Bundespolizei, LKA, BKA, Zoll-, Verfassungsschutz und BND – laut Bundesnetzagentur haben rund 250 registrierte Behörden (S. 112) z.T. automatisierten Zugriff auf unsere Daten. Durch die Bestandsdatenabfrage werden an sich harmlose Online-Dienste wie Facebook Home,  gewollt oder ungewollt, zu einem mächtigen Instrument einer allgegenwärtigen Homeland Security.

 

Nichts gelernt?

lauschangriffAufgrund unserer Geschichte sollten wir es eigentlich besser wissen: Wer nichts zu verbergen hatEs ist zu Deiner eigenen Sicherheit… Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen… Haben wir aus zwei deutschen Überwachungsstaaten denn gar nichts gelernt?

Die deutsche Übersetzung für Homeland Security lautet Heimatschutz – oder auch Staatssicherheit.

Info: Donnerstag, 18. April wird die Neureglung der Bestandsdatenabfrage im Innenausschuss des Bundesrates behandelt. Für dieses Wochenende haben Aktivisten zu Protestveranstaltungen in div. Städten aufgerufen. 

Zu diesem Thema auch: Bestandsdaten außer Kontrolle

Der iTyper – Arbeiten während Takeoff und Landung

Die US-Luftfahrt-Behörde FAA überlegt, die Benutzung von elektronischen Geräten bei Start und Landung zuzulassen. Bis es soweit ist, habe ich DIE Lösung gefunden, wie ich das Verbot umgehen kann – und sie stammt nicht von Apple!

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Als Journalist und Blogger hat man ständig irgendwelche Deadlines einzuhalten. Die Schlagzahl der Veröffentlichungen hat sich mit der 24/7-Berichterstattung im Web noch einmal drastisch erhöht. Da kann man es sich kaum leisten, die zusammen rund 60 Minuten im Flugzeug vor Start und Landung NICHT zu arbeiten.

Lange habe ich versucht, gegen die Bestimmungen an Bord anzukämpfen. Habe mir böse Blicke von Flugbegleitern eingefangen, wenn ich mein Laptop noch bis zum Rollfeld in Betrieb hatte. Wäre um ein Haar aus der Maschine geflogen, weil ich mit meinem iPad beim Start wenigstens noch ein bisschen offline lesen wollte.

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Eine groß angelegte Studie soll ergeben haben, dass es keinerlei Hinweise dafür gibt, dass Geräte wie iPad oder Kindle (im Flugmodus) Einfluss auf die Bordelektronik haben. Angeblich steht die Federal Aviation Administration (F.A.A.) unter großem Druck, das Verbot zu lockern.

Solange will ich nicht warten!

Ab sofort werde ich meine Zeit an Bord von der ersten bis zur letzten Minute effektiv nutzen können. Die Lösung begegnete mir auf einem Flohmarkt in Jaffa im Süden von Tel Aviv. Eine Reise-Schreibmaschine aus den 30er Jahren, gebaut von den Wanderer-Werken (ehem. Chemnitz).

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Die Maschine ist robust verarbeitet und wiegt gefühlte 10 Kilo. Und ja: Sie funktioniert noch – und das obwohl sie bald ein volles Jahrhundert auf dem Buckel hat!

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Strom? Braucht sie nicht. Bandbreite? Etwa 2 Zentimeter, tiefschwarz und aus Stoff. Den Drucker hat sie serienmäßig eingebaut.

Und dann dieser Sound!

Während die Excel-Erbsenzähler und McKinseys links und rechts von mir vor dem Start brav ihre Laptops zuklappen, hämmere ich auf meiner Schreibmaschine demonstrativ weiter. Nicht, dass ich mit dem Geschriebenen hinterher irgendetwas anfangen könnte. Hier geht es allein um den Akt als solchen!

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Verzeihen Sie, Fräulein!  Einen Tomatensaft und ein Fläschchen Tipp-Ex bitte… Ach, äh und:

Haben Sie mal eben Feuer?

Flipboard 2.0: Einfach genial – genial einfach

Bau Dir ein Magazin in Sekunden und teile es mit der Welt. Seit letzter Nacht gibt es Flipboard 2.0 – eine atemberaubende Weiterentwicklung der besten Tablet-App seit Erfindung des iPads.

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Das Leistungsschutzrecht ist keine 5 Tage alt, da wird es von der digitalen Wirklichkeit bereits ad Absurdum geführt. Mit Flipboard 2.0 lassen sich in sekundenschnelle eigene Zeitschriften bauen und veröffentlichen, gespeist aus Zeitungen, Zeitschriften, Blogs und sonstigen Netzfundstücken.

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Was ist neu?

Wie schon bei der ersten Version lassen sich mit Flipboard kinderleicht Texte, Videos, sogar Musik zu einem persönlichen Magazin zusammenstellen. Die Suchfunktion des Vorgängers wurde um eine “+”-Funktion erweitert, mit der sich Inhalte zu neuen Zeitschriften-Titeln remixen lassen.

Dein eigener Chefredakteur

Als Journalist, der wie ich viele Artikel zum Thema Tech und Digital Lifestyle liest, würde es sich anbieten, folgende Magazin-Titel zu erstellen: Web, Tech, Gadgets, Medien, Journalismus, Apple und so weiter. Wann immer mir ein spannender Artikel zu einem dieser Themen begegnet, tippe ich auf das neue “+” icon am Kopf der Vorschau bzw. am Ende des Artikels.

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Inhalte verteilen

Mit nur zwei Berührungen kann ich den Artikel nun zu einem bereits bestehenden Magazin hinzufügen – oder aber ein neues Heft erstellen. Ich kann entscheiden, ob ich die Sammlung nur für mich mache, oder aber mit der Welt (Flipboard, Facebook & Co) teilen möchte.

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Coverbild

Auch das Titelbild lässt sich mit nur zwei Touches anpassen: Gefällt mir das Foto eines Artikels ganz besonders gut, lässt es sich zum Titelbild des Magazins befördern.

Dazu genügt es, einen Artikel aus dem eigenen Heft eine Sekunde zu berühren, bis ein Auswahlmenü erscheint. Dann auf “als Cover übernehmen” tippen.

Fertig.

Schneller

Neben der “Build-Your-Magazine”-Funktion ist Flipboard jetzt auch schneller. Das Blättern fühlt sich jetzt noch organischer an, auch lassen sich mehrere Seiten in schneller Abfolge durchblättern, ohne dass es zu Hängern oder Verzögerungen kommt.

 

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Mit der Funktion “Lesezeichen” lassen sich künftig Magazine abonnieren – egal ob von professionellen Anbietern oder von Lesern kuratiert. Praktisch: Die Suchfunktion erleichtert das Aufspüren interessanter Angebote.

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Musik

Auch Musiktitel lassen sich neuerdings einbinden. Der Clou: Die Musik läuft im Hintergrund weiter, während man durch die Magazine blättert. Über ein Player-Symbol am unteren Bildrand lässt sich der Player steuern.

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Pro-Tipp

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Für alle, die wie ich viel im Flugzeug oder ICE unterwegs sind, empfehle ich die “Später lesen”-Option. Auch hier genügt ein einziger Touch aus Flipboard heraus und ein Artikel wandert in die Offline-Bibliothek von Instapaper, Pocket oder Readability.

Flipboard 2.0 steht als kostenloses Update im Apple App Store und bald bei Google Play bereit.

TV-Mediathek: Sendezeiten für das Internet?

Der wachsende Trend zum zeitversetzten Fernsehen stellt Medienmacher und -Regulierer vor ganz neue Herausforderungen: Sollen für Kinder ungeeignete TV-Sendungen in Mediatheken und Smart-TV-Anwendungen tagsüber gesperrt werden?

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Nonlineares Leben

Wie viele Taxifahrer, Krankenpfleger oder Wachdienste gehöre auch ich zu den Nachtarbeitern, so dass ich selten die Chance habe, lineares Fernsehen, schon gar nicht zur Primetime verfolgen zu können. Meistens ist das kein großer Verlust. Dann aber gibt es immer wieder echte Perlen, die ich mir aus den Mediatheken zusammen sammle. Gestern Nachmittag war so ein Moment. Ich wollte mir die erste Folge des TV-Dramas “Unsere Mütter, unsere Väter” ansehen.

Dazu habe ich nach langer Zeit und viel Frust meinem SmartTV eine neue Chance gegeben (Wer mein Blog gelegentlich liest, weiß, dass ich alles, was zur Zeit als “SmartTV” verkauft wird, für Schrott halte – aber das ist ein anderes Thema). Viel Kummer gewohnt, bin ich dankbar, dass die ZDF-Mediathek nach geraumer Ladezeit überhaupt startet. Ich klicke mit dem Steuerkreuz meiner Fernbedienung also umständlich durch das tierisch unübersichtliche Programmangebot sämtlicher ZDF-Kanäle, bis ich endlich ans Ziel komme.

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Quelle: ZDF

Positive Überraschung #1

“Unsere Mütter, unsere Väter” befindet sich tatsächlich im Repertoire. Oft scheitert es ja bereits an den fehlenden Online-Rechten, dass manche Programmangebote in einer Mediathek gar nicht aufzufinden sind.

Positive Überraschung #2

Die erste Folge des Kriegsdramas ist noch nicht der 7-Tage-Regelung zum Opfer gefallen. Ich hole mir (während der smarte Fernseher munter vor sich hin-buffert) schnell noch einen Kaffee, drücke auf Start und sehe dann das hier:

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Sendezeiten für das Internet – ein Paradoxon?

Geht es beim zeitversetzten Fernsehen nicht genau darum, dass man eben nicht abhängig ist von bestimmten Sendezeiten? Genauso gut hätte ich auch eine Pizza beim Lieferdienst bestellen können, um sie mir dann am nächsten Tag selbst abzuholen. Michael Marco vom ZDF antwortet prompt auf meine Nachfrage:

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Auch die Kollegen vom Tatort reagieren sofort und verweisen auf diese Seite zum Jugendschutz.

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Unsere Mütter, unsere Väter …und unsere Kinder!

In meinem Follower-Kreis bilden sich schnell zwei Lager: die einen, die Sendezeiten im Netz generell für doof halten – die anderen, die durchaus Verständnis für eine solche Jugendschutzmaßnahme äußern.

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Zur Verteidigung der TV-Leute: Die Produzenten und Sendeanstalten sind selten diejenigen, die ein Problem damit hätten, dass ihre Filme auch früher laufen. So musste der viel beachtete ARD-Thriller “Operation Zucker” Anfang des Jahres kurz vor der geplanten Ausstrahlung im Ersten auf zwei unterschiedliche “Härtegrade” umgeschnitten werden, damit der Film überhaupt in der Primetime laufen durfte.

Und das ist “nur” Fernsehen. Vor welchen Problemen Politiker stehen, wenn es um den Jugendschutz im Internet geht, haben wir bei der Debatte um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag erleben dürfen. Sendezeiten und Altersangaben für jede einzelne Webseite waren da nur zwei der vielen glorreichen Ideen, die im Raum standen.

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Quo Vadis Jugendschutz?

Und was tun mit den Mediatheken? Wer entscheidet, was jugendgefährdend ist und was nicht? Die Sender? Der Rundfunkrat? Die Freiwillige Selbstkontrolle?

Frustriert darüber, dass ich mir “Unsere Mütter, unsere Väter” aus Jugendschutz-Gründen nicht am Nachmittag anschauen darf, klicke ich mit der Fernbedienung weiter. Nur ein Menüpunkt weiter oben, eingebettet zwischen den logo-Kindernachrichten und der gesperrten Serie, entdecke ich die TV-Doku “Vietnam – Krieg ohne Fronten”.

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True Blood

Ich drücke auf Start und sehe bereits in den ersten beiden Sendeminuten, wie Kinder von Soldaten mit Messern traktiert werden, Exekutions-Szenen, Leichname, die an Seilen durch den Dreck gezogen werden. Reale Bilder wohlgemerkt. Nicht nachgestellt, wie in dem Nazi-Drama “Unsere Mütter”, das die fiktionalen Lebensgeschichten von fünf Jugendfreunden aus Berlin erzählt.

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Fiktionale Serien gesperrt – reale Gewalt frei zugänglich?

Am Ende hab ich dann zu AppleTV umgeschaltet und mir eine Folge ‘Game of Thrones’ angesehen. Das habe ich im Menü auf Anhieb gefunden, der Stream startete sofort, und bezahlt habe ich dafür auch völlig legal und gerne. Aber das wäre dann wieder ein ganz anderes Thema…

Sendezeiten für Mediatheken und das Internet – Eure Meinung?

Legacy Media – analoger Wein in digitalen Schläuchen

Die ersten Schritte sind gemacht, doch Facebook und Twitter waren nur der Anfang. Um in der Digitalen Welt langfristig bestehen zu können, müssen wir Medienmacher uns einer Glaubensprüfung unterziehen.

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Die Legende lebt… 

“Legacy Media” (legacy = Erbe, Vermächtnis) – allein der Begriff hat schon etwas verwunschenes, fatalistisches, fast wie eine Heldensage, die zumindest ansatzweise auf wahren Begebenheiten beruht, von Generation zu Generation immer weiter verklärt und ausgeschmückt wird, so dass man am Ende Dichtung und Wahrheit nicht mehr auseinander halten kann. Oder möchte.

Vor einigen Tagen hatte ich die Ehre, vom MedienHaus Wien in den Presseclub eingeladen zu werden, wo wir einen Tag lang über “Media in Transition” diskutierten. Zu den internationalen Rednern gehörten u.a. Lucy Küng von der Universität St. Gallen sowie Anthony Sullivan vom Guardian. Vor allem der Vortrag von Sullivan hatte es mir angetan, bei dem er erzählte, wie der Guardian es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Journalismus neu zu denken.

Zum Konzept des Open Journalism zählen offene Feedback- und Crowdsourcing-Plattformen, wie z.B. die regelmäßige Austragung eines Hack-Days, bei dem IT-Spezialisten und User eingeladen werden, Web-Tools für den Guardian zu entwickeln.

Die Bedeutung von Mobile

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In der Mittagspause habe ich mir mein iPhone geschnappt und mit Anthony über seine Arbeit als Produktentwickler gesprochen. Woher er seine Leute rekrutiert, wie sich Smartphone & Tablets auf die Abrufzahlen beim Guardian auswirken (s. Grafik). Und: Welche Rolle spielen Google, Facebook sowie Twitter für das Medienhaus.

Weil es in dem Saal sehr laut und hallig war, habe ich dazu das LiveAction-Richtmikrofon von Belkin (Afiliate-Link*) verwendet. Nicht perfekt, aber deutlich besser als mit dem eingebauten iPhone-Mikro.

* Afiliate-Links sind Partner-Programme von Amazon. Wenn Ihr über diesen Link bestellt, erhalte ich von Amazon ein paar Prozent Kommission. Am Preis ändert sich für Euch nichts.

guardian-chartEine Welt im Aufbruch

Wenn ich auf die deutsche Medienlandschaft blicke (der ich selbst angehöre), bin ich weit nicht mehr so pessimistisch, wie ich es vor kurzem noch war. Wo immer ich hinkomme, überall erlebe ich eine Welt im Aufbruch. Verlage wie auch die gebührenfinanzierten Sender sind aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und mit Feuereifer dabei, sich an die neuen Medienrealitäten – sprich – an ein neues, anspruchsvolleres Publikum heranzutasten.

Vor 5 Jahren noch habe ich Studenten prophezeit, dass es bald keinen spannenderen Job geben wird, als Journalismus. Ich habe den Eindruck, diese Zeit ist jetzt gekommen. Noch nie habe ich um mich herum soviel Experimentierfreude verspürt – die notwendige Einsicht, dass es richtig und wichtig ist, sich auszuprobieren, Fehler machen zu dürfen um daraus zu lernen.

Noch zuviel Sendungsbewusstsein

Noch nutzen wir die Möglichkeiten, die sich uns bieten, recht zaghaft. So versteifen sich die meisten Häuser aktuell zu sehr darauf, ihre neuen “Spielzeuge” Facebook & Twitter lediglich als zusätzliche Verbreitungswege ihrer eigenen Inhalte zu benutzen, statt deren Rückkanal-Potential voll auszuschöpfen.

In unserer alten Denke macht dieser Ansatz natürlich Sinn: In Social-Media-Workshops und SEO-Schulungen tauscht man sich darüber aus, wie man die eigenen Webseiten bei Google nach oben pusht, wie man den Social-Graph bei Facebook optimiert, um eine höhere Reichweite zu erzielen.

Diese Grundlagen sind wichtig und ein erster Schritt auf dem Weg in das neue Zeitalter. Jedoch sollten wir uns darüber klar sein: All diese Aktivitäten sind vor allem darauf ausgerichtet, das zu tun, was wir schon immer getan haben: zu senden. Doch was ist mit dem Empfangen?

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Ein Glaubensbekenntnis – auch für Vorgesetzte 

Um in der neuen Welt bestehen zu können – um zu begreifen, um was es in dieser neuen Medienrealität wirklich geht, ist eine Art “Glaubensbekenntnis” nötig. Ein “leap of faith”, ein Sprung ins Ungewisse. Eine Prüfung, der sich jeder Einzelne von uns unterziehen muss, auch unsere Vorgesetzten.

Kürzlich habe ich mich einer hochrangigen ARD-Managerin über die Frage gestritten, ob man selbst aktiv twittern müsse, um Twitter zu verstehen. Die Kollegin war der Meinung, man muss nicht alles selbst tun, es genüge vollkommen zu wissen, wen man mit einer solchen Aufgabe betraut.

Ich halte das für ignorant. Nur wer die Dynamik der sozialen Netzwerke über längere Zeit am eigenen Leibe erfährt, begreift, worum es bei dieser Many-to-Many-Kommunikation tatsächlich geht. Nur so kann man echte Trends ausmachen, jenseits des üblichen Netzrauschens (vgl. Holger Schmidt: Twitter als Nachrichtenistrument: Deutschland ist Schlusslicht). Und ja – so ein gelegentlicher Shitstorm kann auch eine unheimlich reinigende Erfahrung sein.

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Das Publikum verändert sich schneller als mancher Medienmacher

Analoger Wein in digitalen Schläuchen

Konkret: Wir optimieren die Verbreitungswege, kümmern uns aber nicht genug um die Inhalte. Vieles von dem, was wir (jetzt über Dutzende Kanäle) aussenden, ist lieblos aus irgendwelchen Agenturen zusammenkopiert und mit einem 0815-Schmuckbild versehen. Solche Inhalte versenden sich in der Regel – ob im Fernsehen oder bei Facebook, spielt am Ende keine Rolle. Analoger Wein in digitalen Schläuchen.

Um im Web reüssieren zu können, braucht man mehr Gespür für die User. Unser Publikum ist ein anderes, als noch vor 10 oder 20 Jahren, lässt sich nicht so leicht in werberelevante Altersgruppen oder Sinus-Milieus pressen, hat ganz andere Anforderungen an uns professionelle Medienleute.

Es ist ungeduldiger und kritischer, weil es über die gleichen Quellen und Vergleichsmöglichkeiten verfügt wie wir – nicht zuletzt aber auch deshalb, weil es jetzt eben auch selbst Sender sein kann. Mehr Kommunikations-Partner statt dummer weil stummer Empfänger.

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Ein neues Mindset

Dieser Wandel setzt bei uns Medienmachern ein ganz anderes Mindset voraus, als wir das aus dem Kommunikationszeitalter kannten, in dem wir selbst sozialisiert wurden. Die (= unsere) Wahrheit von der hohen Kanzel herab zu predigen, das macht der mündige Leser/Zuhörer/Zuschauer in dieser Form nicht länger mit.

Es ist wie Schwimmen lernen oder Fahrradfahren. Man stürzt und schluckt viel Wasser. Wer immer gleich nach Schwimmflügeln ruft (zusätzliche Rundfunkgebühren) oder nach Stützrädern (Leistungsschutzrecht), der wird ewig in der alten Welt verharren, zumindest aber wertvolle Zeit verlieren.

Am Ende folgt auch der Medienwandel der Dramaturgie der klassischen Heldensage: Nur wer bereit ist, loszulassen – ein Risiko einzugehen, gegebenenfalls zu scheitern und den Heldentod zu sterben, wird geläutert und als neuer Mensch das andere Ufer erreichen. Wer diesen inneren Glaubensschritt, diesen “leap of faith” nicht vollziehen will, sollte sich damit abfinden, schon bald zur “legacy” zu zählen.

Legacy hat im Englischen auch die Bedeutung “Altlast”.

Google Glass: Hasta la vista, Baby!

Eine Brille! Ausgerechnet eine Nerd-Brille soll uns in einen Schwarzenegger verwandeln. Man muss kein Tech-Liebhaber sein, um darin nicht eine gewisse Ironie zu sehen. Hasta la vista, Baby!

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Kennen Sie das, wenn Sie Ihren Geldbeutel verlegt haben und Sie sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern können, wo er steckt? Oder Namen. Ich kann mir einfach keine Namen merken! Jemand könnte sich mir gerade eben erst vorgestellt haben, fünf Minuten später habe ich seinen Namen auch schon wieder vergessen. Futsch. Irgendwann auf dem Weg ins Erwachsenenleben habe ich mein Gedächtnis verloren. Wenn ich mich nur daran erinnern könnte, wo.

Wie gut, dass es Google gibt. Der Internet-Konzern aus Kalifornien ist drauf und dran, eine neue Suchmaschine auf den Markt zu werfen. Keine Suchmaschine für das Internet, nein, diesmal für das echte Leben!

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Quelle: Studiocanal

Bei “Google Glass” handelt es sich um eine handelsübliche Brille, die durch den Rahmen Zusatzinformationen auf das Glas projiziert. Über eine winzige Kamera kann die Brille Gesichter identifizieren und dem Betrachter über den Drahtbügel heimlich den gesuchten Namen ins Ohr flüstern. Man kann damit auch Fotos machen und später wieder abrufen, zum Beispiel von dem Ort, wo man seinen Schlüssel abgelegt hat.

Es ist ein bisschen so wie im Science-Fiction-Film “Terminator”, wenn Mensch-Maschine Arnold Schwarzenegger durch die Straßen läuft und er auf seiner Netzhaut allmögliche nützliche Informationen angezeigt bekommt, zum Beispiel ob sein Gegner bewaffnet ist, wie viel Schuss in seinem Magazin stecken oder wo er seinen Geldbeutel liegen gelassen hat.

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Eine Brille! Ausgerechnet eine Computer-Nerd-Brille soll uns in einen Schwarzenegger verwandeln. Man muss kein Tech-Liebhaber sein, um darin nicht eine gewisse Ironie zu sehen. Hasta la vista, Baby!

Das Ding ist noch gar nicht auf dem Markt, da schlagen die Datenschützer Alarm. So warnt die Webseite Stop the Cyborgs vor einer Welt, in der wir von Google-Brillenträgern überwacht und rund um die Uhr ausgelesen werden. YouTube-Videos zeigen uns Zukunftsvisionen von Menschen, die sich über ihre Brillen gegenseitig ausspionieren, egal ob am Arbeitsplatz oder beim Rendezvous.

Stellen Sie sich nur all die Möglichkeiten vor – nie wieder Blind Dates! Nie wieder wie ein Depp dastehen, weil man sich nicht an den Namen des Gegenübers erinnert! Ob ich mir die Google Brille kaufen werde? Na Logo! Vorausgesetzt natürlich ich finde meinen Geldbeutel wieder.

Schnitzel aus dem Drucker

Tintenstrahldrucker waren gestern. Wer was auf sich hält, hat jetzt einen 3D-Drucker. Mit der richtigen Fleischfüllung lässt sich damit bald auch unser Essen zubereiten.

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Wissen Sie, was ich mir als nächstes anschaffe? Einen 3D-Drucker! Schon davon gehört? Funktioniert wie ein herkömmlicher Drucker, nur dass Sie damit dreidimensionale Objekte aus Plastik drucken können. Ist natürlich etwas teurer als ein Tintenstrahldrucker, wobei, wenn man sich die Preise für Druckerpatronen so anschaut, könnte man meinen, man drucke statt mit Tinte mit flüssigem Gold.

So ein 3D-Drucker zuhause wäre eine feine Sache. Stellen Sie sich vor, Sie suchen mal wieder Ihren Autoschlüssel: Drucken Sie sich eben schnell einen Ersatzschlüssel! Oder Sie haben Ihren Geldbeutel verloren und müssen alle Ihre Kreditkarten sperren. Ein Anruf bei der Bank, und man schickt Ihnen Ihre neue Karte ruck-zuck per E-Mail, die Sie dann nur noch ausdrucken müssen.

In der Industrie kommen solche Drucker bereits zum Einsatz. Rolls Royce zum Beispiel fertigt Turbinenflügel für Flugzeugtriebwerke mit 3D-Druckern. “Contour Crafting” nennt man die Produktionsweise, mit der sich Wände, Türen, Fenster für ganze Häuser in 24 Stunden ausdrucken lassen. Dazu werden gigantische Industrie-Drucker mit Materialien wie Eisen, Kupfer, Sand, Gips oder flüssigem Holz befüllt.

Irgendwann werden wir in der Küche neben der Mikrowelle einen Lebensmittel-Drucker stehen haben, der unsere Mahlzeiten auswirft. Sie lachen? Ihnen wird das Lachen noch im Halse stecken bleiben: In den USA gibt es Firmen, die arbeiten an Tintenfüllungen aus Fleischfasern. Sogenannte “Bio-Printer” machen es möglich, sich in Windeseile ein Schnitzel oder auch eine Pizza auszudrucken.

Eines Tages wird es sogar möglich sein, das Internet auszudrucken. Texte und Bilder auf Papier, gefaltet und verbreitet via LKW und Flugzeug. Sie werden es “Zeitung” nennen. Verrückt.

Das Internet der Dinge

Jetzt ist es also hier, das Internet der Dinge. Praktisch, vielleicht aber auch die letzte Idee der Menschheit.

big-toolsEine Glühbirne. So sieht es also aus, das Internet der Dinge. Nicht etwa die ganze Lampe, nein, die Glühbirne selbst ist mit dem Internet verbunden. Der jüngste Lustkauf im Hause Gutjahr: Glühbirnen, die einen WLAN-Empfänger eingebaut haben* und die sich via iPhone steuern lassen – von jedem Ort der Erde aus!

Stellen wir uns vor, Sie sind gerade auf Großwild-Safari in Kenia. Während Sie so mit einem Löwen kämpfen, fällt Ihnen plötzlich ein: Herrje, ich habe das Licht im Bad brennen lassen! Normalerweise hätten Sie jetzt ein Problem. Nicht mit der klugen Glühbirne! Sie greifen zu Ihrem Handy und knipsen das Licht mit Ihrem Telefon aus. Eine Fern-Bedienung, im wahrsten Sinne des Wortes.

Möglich ist das deshalb, weil in Zukunft nicht mehr nur kluge Computer miteinander kommunizieren, sondern auch dumme Vollpfosten – also genau wie bei uns Menschen. Sie werden es vermutlich nicht bemerkt haben, aber in den vergangenen Monaten ist etwas Beachtliches geschehen: Weil das Internet aus allen Nähten platzt, musste ein neues Adressierungssystem eingeführt werden. Ein Verfahren, das bereits in den 70er Jahren ausgearbeitet wurde.

Diesen Prozess kann man sich in etwa so vorstellen wie damals, als unsere Postleitzahlen fünfstellig wurden: Statt 4,3 Milliarden verfügt das neue Internet-Protokoll damit über 340 Sextillionen mögliche Web-Adressen (das ist eine 340 mit 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 dran).

Die Glühbirne war nur der Anfang: Als nächstes werden die Jalousien, die Heizung, die Wasch- und die Geschirrspülmaschine miteinander reden. Irgendwann wird den Gerätschaften ein Licht aufgehen, dass sie nichts weiter als meine Haussklaven sind: “Hey, Viesmann, warum machen wir hier eigentlich die ganze Arbeit, während der Kerl da faul im Sofa sitzt?” – “Hast Recht, Bauknecht – dem heize ich ein! Revolución!!!”.

Das wird der Tag sein, an dem uns dämmert: Vielleicht war das mit dem Internet der Dinge doch keine so gute Idee.

*Amazon-Partner-Link – Wer hierüber bestellt beschert mir ein paar Euro von Amazon – der Verkaufspreis ändert sich für Euch nicht!

Der Apple Fernseher, der keiner ist

Rekordgewinne hin, Analystenprognosen her – die ganze Welt wartet darauf, dass Apple ein Fernsehgerät auf den Markt bringt. Doch was, wenn alles ganz anders kommt? Was, wenn wir den Fernseher schon alle in der Tasche tragen?

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Bigger than anything

Es könnte größer werden als iPod, iPhone und iPad zusammen: Die ganze Welt wartet darauf, dass Apple seinen Fernseher präsentiert. “It’s an area of intense interest. I can’t say more than that”, so hat Apple CEO Tim Cook die Gerüchte vor Weihnachten angeheizt und soeben, nach Verkündigung der Weihnachts-Quartalszahlen, ergänzt: “There is a lot we can contribute in this space”.

Nach seinem Tod hatte Steve Jobs höchst persönlich die Welt in seiner Biographie wissen lassen “I finally cracked it”. Wir können also davon ausgehen: Dass Apple den TV-Markt aufmischen will, ist keine Frage des Ob, sondern eine Frage des Wann, und vor allem eine Frage des Wie. Wie wird er aussehen, der Apple Fernseher? Was wird er können? Was wird er kosten?

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Apple-CEO Tim Cook: “When I go into my living room and turn on the TV, I feel like I have gone backwards in time by 20 to 30 years.” (Quelle: NBC / Foto: Apple)

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SchmarrnTV statt SmartTV

Bevor wir uns diesen wichtigen Fragen widmen, lasst uns festhalten:

Alles, was uns derzeit als “Smart” oder “Hybrid”-TV verkauft wird, ist Schrott. Die sogenannten ‘SmartTVs’ befinden sich aktuell in einem Stadium, in dem sich Internet-Handys befunden haben, bevor das iPhone kam.

Die versprochene intuitive Zusammenführung von Fernsehen und Internet ist bislang ausgeblieben: Anwendungen, die kein Mensch auf dem Fernsehschirm haben will; Funktionen, die nur in der Theorie funktionieren; Bedienkonzepte (überladene Fernbedienungen, Sprach- oder Bewegungssensoren), die noch nicht einmal als “beta” bezeichnet werden können.

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Fakt ist: Weniger als 15 Prozent der Menschen, die einen Internet-Fernseher besitzen, nutzen die viel gepriesenen Web-Funktionen. Die meisten nutzen ihn, um damit klassisch fernzusehen. Oder wie es WIRED jüngst so treffend formulierte: No one uses SmartTV Internet because it sucks. Die aktuellen SmartTVs können nichts, aber auch rein gar nichts, was moderne Smartphones nicht schon lange besser können.

Und genau hier kommt Apple ins Spiel. Was, wenn es sich beim Apple Fernseher nicht um ein Fernsehgerät handelt, sondern um ein Device, das viele von uns bereits besitzen? Was, wenn der mit Spannung erwartete Apple Fernseher am Ende gar unser iPhone/iPad ist?

Apple baut kein Fernsehgerät 

Mag sein, dass Apple an Prototypen für eigene Fernsehbildschirme arbeitet. Ich persönlich bezweifle aber, dass Apple tatsächlich eigene Fernsehgeräte herausbringen wird. Die Margen sind zu gering, zumal man davon ausgehen kann, dass nicht jeder, der bereits einen funktionierenden Fernseher an der Wand hängen hat, auf ein überteuertes Apple-Gerät wartet (mit einem darin verbauten handelsüblichen Sharp-Screen).

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Steve Jobs über sein TV-Konzept: “It will have the simplest user interface you could imagine.” (Bild: Apple)

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Mein Fernseher zuhause

Lasst mich erklären, wie ich zu dieser Annahme komme:

Viele, die wie ich bereits eine Apple-TV-Box besitzen (5,3 Millionen verkaufte Geräte im Geschäftsjahr 2012), sind mit dem Kästchen zufrieden und nutzen es regelmäßig.

Doch was nutzen wir wirklich? Filme und Serien aus dem iTunes-Katalog herunterladen kann ich mit dem iPhone/iPad auch – dort sogar meist besser und schneller, weil das Suchen nach bestimmten Inhalten mit dem Touchscreen auf dem Schoß deutlich komfortabler ist als mit der Fernbedienung (Buchstabeneingabe!).

Weiterer Vorteil: Ich kann auf meinem iPhone/iPad weiterschauen, wenn ich auf Reisen bin, das Video abends auf den Hotel-Fernseher beamen. Probier das mal mit einem SmartTV-Gerät, festgeschraubt zuhause an der Wohnzimmer-Wand.

Der Second Screen wird zum First Screen

Sogar das Aufrufen von Web-Content (YouTube oder Mediatheken der Sender) funktioniert mit dem iPhone/iPad schneller und besser. Dank Airplay ist es möglich, Bewegtbild-Angebote aus dem Netz direkt vom iPhone aus in HD-Qualität auf den Fernsehbildschirm zu beamen – ein Knopfdruck und das Videosignal erscheint auf meinem Fernseher (siehe Video weiter unten). Der Second Screen wird zum First Screen, der Fernsehbildschirm dient lediglich als Projektionsfläche.

Fun Fact: Während das iPhone den Livestream von “Schlag den Raab” über den Safari-Browser empfängt und via Apple-TV-Box auf den Fernseher beamt, kann ich parallel dazu andere Apps aufrufen und beispielsweise die laufende Sendung über einen Twitter-Client kommentieren. Der Livestream läuft im Hintergrund weiter. Dieses Multitasking funktioniert nicht bei Mediatheken. Hier bricht das Airplay-Streaming beim Verlassen der Seite ab.

Praxis-Test: Mit dem SmartTV brauche ich 3mal länger, um die ZDF-Show “Neues aus der Anstalt” zu starten

Die Evolution der Revoultion

Wozu also überhaupt noch eine Settop-Box? Wer die Entwicklung von Apple TV über die Jahre verfolgt hat, wird feststellen, dass das Gerät Organe, die es nicht länger benötigt, einfach abgestoßen hat. Die Rede ist vor allem von der Festplatte, dem Großhirn, das durch einen Chip ersetzt wurde, der heute nur noch zum Buffern, als Kurzzeitgedächtnis dient.

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Der Trick mit dem Stick

Spinnt man diesen Gedanken evolutionär weiter, müsste die nächste Generation von Apple TV konsequenterweise aus einem Gerät bestehen, das lediglich zum Empfangen des Airplay-Signals dient. Denkbar wäre eine Art USB-Stick, der in jede Hosentasche passt – viel wichtiger – in nahezu jedes Fernsehgerät der Welt.

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Apple könnte damit beginnen, die Airplay-Technologie an Fernsehgerätehersteller zu lizensieren. Für alle anderen TV-Geräte gibt es den Stick, der jeden Fernseher per “plug & play” in einen Apple-Fernseher verwandelt. Content-Anbieter müssten darauf achten, ihre Programmangebote dahingehend zu optimieren, dass sie Airplay-kompatibel sind (= no Flash!). Das ist bei einem Großteil der Sender-Mediatheken und Bewegtbild-Plattformen ohnehin schon der Fall.

  Steve Jobs 2010 über Fernsehen und Innovation

iPhone/iPad als Kommandozentrale

Das eigentliche Web-Interface, Programmzeitschrift und zugleich Fernbedienung werden iOS-Devices sein, Geräte, die Apple gar nicht erst unters Volk bringen muss, sondern von denen bereits weltweit über 500 Millionen Stück verkauft worden sind. Bei den meisten von uns liegen iPhone oder iPad beim Fernsehen ohnehin schon in Greifnähe. Übrigens: Nicht nur Apple verfügt über ein AirPlay-System – auch Google hat jüngst eine Technologie zur Übertragung von Bewegtbild-Inhalten via Android/YouTube vorgestellt.

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Google arbeitet ebenfalls an einer AirPlay-Technologie (Quelle: Google/YouTube)

Wann ist es soweit?

Bleibt noch die Frage: wann? Hier muss ich gestehen, habe ich daneben gelegen. Ursprünglich hatte ich mit einer Präsentation des neuen Apple TV-Konzepts in diesem Monat gerechnet. Mein neuer Tipp: September 2013, spätestens aber Januar 2014.

Fazit

Apple baut keinen Fernseher. Das Herzstück des neuen Apple-TV-Konzepts wird das iPhone/iPad. Der Second- wird zum First Screen. Die Zukunft des Fernsehens lautet: Kluge mobile Geräte (Kommandozentrale) und dumme Bildschirme (Projektionsfläche). Die Inhalte selbst liegen in der Wolke. Fernsehhersteller können Apples Airplay-Technologie lizensieren und in ihre Fernseher integrieren. Für alle anderen Geräte wird es einen Receiver-Stick geben, der nahezu jeden Fernseher in einen Apple-Fernseher verwandelt.

Soweit meine Tele-Visionen. Your turn!

 

Menschen, die auf Bildschirme starren

Bedrucktes Papier vs. leuchtende Bildschirme – wer sich im Alltag umschaut, muss zugeben: Die Schlacht zwischen Analog und Digital ist längst entschieden.

20130117-155512.jpgSoll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Ich beobachte gerne Menschen. Auf dem Weg zur Arbeit, an der Supermarktkasse oder im Restaurant. Im Frühjahr setze ich mich im Straßencafé in die vorderste Reihe, um den Rollerbladern dabei zuzuschauen, wie sie über das Rest-Streusalz stürzen. Großes Kino!

Beim Alltags-Stalking ist mir etwas aufgefallen. Wo ich auch hinschaue, überall sind die Menschen über Bildschirme gebeugt: kleine Smartphone-Screens, klassische Laptop-Monitore, eBook-Reader oder Tablets. Neulich saß ich im Taxi, wo während der Fahrt ein James-Bond-Film lief. Nicht etwa hinten bei mir, sondern vorne, beim Fahrer. Mit Lizenz zum Töten.

Ein echter Hit bei YouTube: Filme aus Überwachungskameras, die zeigen, wie Menschen beim SMS-Tippen gegen Laternenpfähle laufen oder über Absperrungen stürzen. Lassen Sie die lächerlichen Nordic-Walking-Stöcke zuhause und greifen Sie zu Ihrem Smartphone: „Texting while walking“ – ein Trend, in dem noch viel Potential schlummert!

Texting While Walking – ein wahrer Klassiker auf YouTube

Zu Weihnachten habe ich mir Videokamera geschenkt, die Livebilder direkt ins Web sendet. Damit setze ich mich an den Straßenrand und kann dann die schönsten Rollerblade-Stürze live ausstrahlen! Vielleicht könnte ich einen Blader dazu überreden, eine Helm-Kamera zu tragen?

Oliver Kahn und Dr. Mayer-Vorfelder werden die Stürze live kommentieren. Zuschauer können über Facebook den blödsten Blader des Bürgersteigs wählen. Die Kandidaten selbst könnten sich mit einem Smartphone in der Hand beim Stürzen zuschauen, ihre Abroll-Techniken verfeinern oder an ihrem Aufschlag arbeiten.

RTL, Sat.1, ProSieben geht in Deckung! Mit meiner Boardwalk-Show werde ich die Bildschirme auf der ganzen Welt erobern; an den Bahnsteigen, an den Flughäfen, in den Taxis. “Einer flog über den Bürgersteig” und “Ich bin ein Star, rollt mich hier raus” – demnächst auf Ihrem Smartphone!

…oder in Ihrer Apotheken-Umschau.

Neulich, in der Zukunft

Echtzeit-Ticker, Video-Liverstreams – das Hier und das Jetzt ist schon lange kalter Kaffee. Die Zukunft liegt in der Zukunft.

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Wir Menschen sind geradezu versessen darauf zu erfahren, was uns in der Zukunft erwartet: Horoskope, Wettervorhersagen, Börsennachrichten. Weil wir mit der Aufklärung das Übersinnliche aus unserer Welt verbannt, die Hexen und Zauberer auf den Scheiterhaufen geworfen haben, ist das, was der Glaskugel heute noch am nächsten kommt, der Computer.

Echtzeit ist Schnee von vorgestern. Dem Web genügt es nicht, einfach nur abzubilden, was schon geschehen ist. In den Programmierstuben rund um die Welt sind die Coder damit beschäftigt, aus den unendlichen Datenströmen Vorschlüsse auf die Zukunft zu ziehen. Versicherungskonzerne wie die Munich Re beschäftigen ganze Armeen von Wissenschaftlern, die Prognosen für Orkane, Hochwasser oder Apple-Produkte errechnen.

Das Digitale Quartett zum Thema “Trends für 2013″

Man muss keinen Sports-Almanach aus dem Jahr 2015 (!) besitzen, um in die Zukunft blicken zu können. Ein Megatrend für 2013 ist die digitale Selbstvermessung: Sensoren in unseren Smartphones oder Armbanduhren, die registrieren, wie häufig wir uns bewegen, was und sogar wie wir essen. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas wurde letzte Woche elektronisches Besteck vorgestellt, das laut zu piepen beginnt, wenn man die Gabel zu oft und zu hastig hintereinander zum Mund führt.

Solche Errungenschaften müssen uns nicht schmecken, aber sie werden nicht alle schlecht sein. Frühwarnsysteme, die uns signalisieren, wenn wir mit unserem Körper Schindluder treiben. Die unsere Blutwerte überwachen, Ferndiagnosen ermöglichen und uns vor schlechten Tatort-Folgen bewahren. Schon heute kann Google präzise vorhersagen, wann sich wo auf der Welt Gehirnmasse abbaut, allein durch die Summe der Anfragen nach dem Dschungelcamp.

Natürlich lassen sich aus solchen Daten noch ganz andere Prognosen ableiten. Verbrechen zum Beispiel. Mit der Vorratsdatenspeicherung werden Friedrichs-Fiction-Fantasien plötzlich Realität: Verbrechen aufzuklären, bevor sie verübt worden sind! Nachrichtensendungen über Ereignisse, die noch gar nicht stattgefunden haben. Es folgt: Der Minority-Report aus München.

Wie, liebe Blogbesucher, die Zukunft reicht Euch nicht mehr? Wie gut, dass ich bereits den übernächsten heißen Scheiß am digitalen Horizont ausgemacht habe: Das Futur II – die Vorhersage für Euer kommendes Horoskop. Denn Ihr wisst ja: Nichts ist so alt wie die Nachricht von morgen.

G!testet: Logitech Broadcaster

Die Zukunft zappelt und ist mobil, und das möglichst bitte in Echtzeit. Für alle Apple-Fans hat Logitech eine neue, mörder-schicke Livestream-HD-Kamera (Amazon Afiliate Link)* rausgebracht. Die Frage nur: Taugt sie was?

big-logitechIch habe es schon oft gesagt und ich sage es wieder: Die Zukunft gehört den mobilen Geräten sowie dem Bewegtbild. Alle Statistiken verzeichnen in den letzten Jahren ein extremes Wachstum beim Datenverkehr via Smartphone und Tablet. Der Großteil davon ist auf die zunehmende Beliebtheit von Videos zurückzuführen, die heute bereits über die Hälfte des gesamten Datentransfers ausmachen. Einer Cisco-Studie zufolge wird sich der weltweite Videodatenverkehr bis zum Jahr 2016 verfünffachen (PDF-Download).

Eine geht noch

Logitech hat den Trend erkannt und eine Kamera speziell für iPhone, iPad und Mac herausgebracht, die Livestreams in HD-Qualität via UStream überträgt. Ich weiß was Ihr jetzt denkt – und Ihr habt ja recht: NOCH eine Kamera, wo das iPhone ja schon 2 davon hat? Als ich das gehört habe, habe ich das Gerät natürlich sofort unter die Lupe nehmen müssen, und zwar nicht etwa zuhause “unter Labor-Bedingungen”, sondern dort, wo’s weh tut: in der Praxis vor Ort bei unbekannter WiFi-Leistung.

Damit wären wir auch schon beim ersten K.O.-Kriterium: Die Kamera funktioniert nämlich nur in WLAN-Netzen, die über eine Upload-Geschwindigkeit von mindestens 2 Mbit/s verfügen. In manchen Cafés oder bei Großevents ist die Datenübertragung gedrosselt oder dermaßen überlastet, dass man HD-Videographie in Echtzeit knicken kann. Merke: Die beste Kamera hilft nichts, wenn das Signal am Ende nicht durch das lästige Daten-Nadelör passt.

Der Praxis-Test

Für den Test habe ich meine Stamm-Kneipe an der Hafenpromenade von Tel Aviv gewählt. Hier sitze ich oft, um zu bloggen. Wie fast überall in Israel gibt es hier freies, unverschlüsseltes WiFi. Die Frage nur: wird das Netz ausreichen für einen Livestream in HD-Qualität?

Beginnen wir mit dem Äußeren. Die Logitech-Kamera hat ein Hammer-Design!

logi2Geliefert wird sie in einer schwarzen etwa Red-Bull-großen Hartplastik-Dose, die sowohl als Reiseverpackung wie auch als Stativ dient. Hier haben sich die Logitechniker selbst übertroffen!

Die Kamera selbst wird über einen Magnet, der auf einer Art Halbkugel sitzt, am Dosen-Deckel befestigt und kann dort durch eine entsprechende Ausbuchtung wie auf einem Stativkopf geschwenkt werden – ca. 30 Grad nach oben und unten sowie 360 Grad seitlich.

Die Verbindung zu iPhone & Co

Nach dem Einschalten sucht die Kamera nach WiFi-Netzwerken. Da das Gerät selbst über keine Tastatur verfügt, wird die Passwort-Eingabe über den Mac bzw. das iDevice erledigt: Nach der Einwahl generiert die Logitech-Broadcaster-Software (kostenlos im App Store) auf dem Mac-/iPhone/iPad-Display einen QR-Code mit den entsprechenden Geräte- und Einwahl-Infos. Nun hält man die Linse vor dieses Pixel-Muster, drückt eine Taste und die Kamera ist mit dem jeweiligen Gerät via WLAN verbunden.

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Ab jetzt ist man mit der Kamera komplett unabhängig. Durch zwei Tasten an der Kamera (Modus und Aufnahme) lassen sich Video oder Fotos auf den Mac bzw. das iDevice übertragen und dort abspeichern. Oder aber man wählt den direkten Broadcast über Ustream ins Internet. Das funktioniert bei mir auf Anhieb und ohne Komplikationen (siehe Film).

Überhaupt: Das Zusammenspiel aus Hard- und Software ist genial. Die Kamera lässt sich sowohl über iPhone, iPad als auch Mac fernsteuern. Sprich: Man kann die Kamera etwa bei Konferenzen in der ersten Reihe platzieren und diese dann von seinem Sitzplatz aus von jedem Punkt im Saal ansteuern – solange man sich im selben Funknetz befindet.

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Punktabzug

Das klappt natürlich nur so lange, bis der Saft alle ist. In meinem Test ging der Kamera-Akku nach knapp 70 Minuten in die Knie. Das Gerät wird mit zwei Kabeln geliefert, einem USB- und einem Netzstecker. Beide dienen dazu, die Cam entweder über den Mac oder aus der Steckdose mit Energie zu versorgen. Da die Batterie fest verbaut ist, fällt die Lösung über einen zweiten Akku flach. Das Aufladen des Akkus dauerte bei mir etwa 1-2 Stunden.

Wozu sich der Logitech-Broadcaster auch eignet: Zur Aufzeichnung von Video-Podcasts mit 2 Kameras. So lassen sich beispielsweis die integrierte Facetime-Kamera des iPhones oder iPads (bzw. Macs) mit dem Logitech-Kamerabild in einem Splitscreen kombinieren oder auch einzeln als Vollbild ansteuern. Nicht zu früh freuen: Diese Funktion steht nur bei Aufzeichnungen zur Verfügung – NICHT bei Live-Übertragungen via Ustream.

Fazit

Die Kamera eignet sich für alle, die viel auf Konferenzen oder Barcamps unterwegs sind und von dort aus via iPhone/iPad/MacBook streamen wollen. Auch für Video-Podcaster, die eine zweite Kameraeinstellung anbieten wollen, kann ich den Logitech Broadcaster empfehlen. Die Verzahnung mit der Mac- bzw. iOS-Umgebung ist fantastisch. Die Aufzeichnungen sind kompatibel mit iMovie, natürlich lässt sich das Gerät auch für Skype oder Google-Hangouts einsetzen. Das Design ist schick und durchdacht. Punktabzug beim Akku: 90 Minuten sind nicht schlecht, in der Praxis aber deutlich zu knapp. Mehr Infos auch bei Amazon (Partner Link).

Pro

  • todschickes Design – hoher Prahl-Faktorlogi1
  • gute Bildqualität
  • akzeptabler Mono-Ton über eingebautes Mikrofon
  • externer Mikrofon-Eingang (!)
  • praktischer Reise-Behälter, der als Stativ dient
  • plug & play – gute Integration von iPhone, iPad & Mac

Contra

  • teuer vgl. mit anderen Webcams
  • Akkulaufzeit (max. 90 Minuten) und fest verbaut
  • Apple-gebunden

* Disclaimer: Amazon-Partner-Link. Ich habe mir die Kamera von Logitech direkt kommen lassen, weil diese bis vor kurzem noch nicht in Deutschland erhältlich war. Das Testgerät habe ich heute mit Veröffentlichung dieses Blogposts wieder zurückgeschickt.

 

Das war das Jahr 2013

Weihnachten gut überstanden? Damit Ihr für das neue Jahr gut gerüstet seid, präsentiere ich Euch heute den Jahresrückblick – nein, nicht auf 2012 – sondern den allerersten Rückblick auf das Jahr 2013 (Nehmt das, Lanz und Jauch, Erster!).

Frühjahr

Im Januar wird Apple die Welt überraschen mit einem neuen revolutionären Produkt: einer Zeitmaschine. Doch Apples Aktienkurs bricht dramatisch ein, weil Analysten auf einen neuen Fernseher gehofft hatten. Nur einen Tag später präsentiert Samsung ein Smartphone, das nichts kann, außer telefonieren. Dafür hält die Batterie drei Tage. Samsungs Börsenkurs geht durch die Decke.

Sommer

Wegen der andauernden Dopingskandale wird die 100. Tour de France nicht in Frankreich sondern in China ausgetragen. Dort wird zwar auch gedopt, dafür aber offen und preisgünstiger.

Krise beim FC Bayern: Weil der Rekordmeister ein Spiel nach dem anderen vergeigt, feuert Uli Hoeneß kurz vor Saison-Ende Jupp Heynckes. Fortan wird Jürgen Klopp sowohl die Münchner als auch die Borussen in einer Doppelrolle trainieren. Bayern und Dortmund werden Meister.

Herbst

Zoff in der Piratenpartei. Die Umfragewerte sind desaströs! Um überhaupt die Fünf-Prozent-Hürde zu meistern, flehen die Freibeuter Marina Weisband an, doch noch zu kandidieren. Doch die charismatische Politikerin lehnt ab, begründet das damit, dass sie sich auf ihr Studium, ihr Buch und ihre Talkshowauftritte konzentrieren will.

Glück für die Piraten: Die Bundestagswahl muss verschoben werden. Zu drastisch hat sich die Finanzkrise zugespitzt. Während die Weltwirtschaft am Abgrund steht, kennen die Gewinne der Technologiekonzerne keine Grenzen. Bei einer Krisensitzung im November überlegen die Welt-Finanzminister, Google, Facebook und Apple zu verstaatlichen. Am Ende kommt es umgekehrt: Die Staaten werden verappelt.

Winter

Felix Baumgartner hält erneut die Welt in Atem. Nach seinem Rekord-Sprung aus der Stratosphäre, bei dem er zuletzt die Schallmauer durchbrochen hatte, nimmt der Österreicher Ende 2013 die Lichtgeschwindigkeit ins Visier. Dazu lässt er sich mit einer Kanone zur Weltraumstation ISS schießen. Leider verfehlt er sein Ziel um wenige Meter und leuchtet fortan als hellster Punkt im Sternbild des roten Stiers.

Euch vielen Dank, dass Ihr auch in diesem Jahr bei mir vorbeigeschaut habt. Ich nehme ein paar Tage Blog-Urlaub und komme wieder mit neuem Sponsor am 7. Januar 2013.

Dieses Jahr hat der G!blog gespendet für crowd4privacy.org, für wikimedia und für Reporter ohne Grenzen.

Großes Kino – Warum ich lieber zuhause bleibe

Geschenke verpackt? Kühlschrank gefüllt? Schreibtisch leergeräumt? Die letzten Tage vor Weihnachten sind für mich die schlimmsten. Um der Großstadt-Hektik zu entkommen, suche ich in diesen Tagen gerne Entspannung. Im Kino zum Beispiel.

(Bild: Pyronixcore)

Ich war ewig nicht mehr im Kino. Seit gestern weiß ich wieder warum: wegen meiner Mitmenschen. Ich weiß, was Ihr jetzt denkt, und Ihr habt ja recht: so ein Snob! Aber seht es mir nach. Je älter ich werde, umso ungeduldiger werde ich mit meiner Umwelt. Und gerade im Kino kann man seiner Umgebung einfach nicht entfliehen.

Über die Jahre habe ich angefangen, Kinobesucher einzelnen Gattungen zuzuordnen. Da sind zum Beispiel die Sitzplatz-Besteher. Die Vorstellung kann leer sein wie sie will, der Sitzplatz-Besteher verlangt, dass man aufsteht, wenn man auf SEINEM Platz sitzt. Dann wären da noch der Basketballriese mit seiner Freundin, der Hochsteckfrisur-Trägerrakete. Setzen sich just in dem Augenblick direkt vor einen, wenn der Film beginnt. Etwa zehn Minuten später betreten die Zuspätkommer die Szene. Natürlich haben sie die Plätze ganz in der Mitte, so dass erst mal alle anderen aufstehen müssen.

Gerade als es auf der Leinwand so richtig zur Sache geht und die ersten Köpfe rollen, dämmert es der Mutter mit den Zwillingen schräg hinter mir: “Das ist ja gar nicht König der Löwen!” Fluchtartig verlassen sie den Saal. Leider nicht der Typ mit den spitzen Kniescheiben hinter mir. Gegen die Sitzreihen in Kinos ist die Holzklasse bei Billig-Airlines das reinste Upgrade.

Achtung! Eine Dialogszene, die für den gesamten Verlauf des Films entscheidend sein wird. Jetzt schlägt die Stunde der Popcorn-Schmatzer und der Tüten-Raschler! Dazu der Geruch von dampfender Käsesauce. Warum werden ausgerechnet im Kino die am übel riechendsten und lautesten Snacks verkauft, die man sich nur vorstellen kann? Pop Corn, Nacho-Chips. Warum nichts Geruch- und Geräusch-neutrales, sagen wir …Kartoffel-Püree! Wie gut, dass es die Film-Erklärer gibt, die von der ersten Minute an jede, aber wirklich jede Szene kommentieren: “Du, der ist gar nicht tot, der steht gleich wieder auf!”

Im Kampf um die Sitzlehne zeigt sich mein Nachbar als unnachgiebig. Dann aber macht er einen taktischen Fehler: er greift nach seinem Smartphone, um mitten im Film auf eine SMS zu antworten. Zack! – fahre ich den Ellbogen aus und lege ihn auf der Armlehne ab. Nimm das, du Anfänger! Als der Abspann läuft, dröhnt mein Schädel und die Augen tränen. Nicht schlecht, der Film, aber wieso nur war der die ganze Zeit so unscharf? “Bei mir nicht”, findet meine Begleitung. “Aber wieso haben die mir gleich zwei 3-D-Brillen gegeben?”

Danke an alle G! friends und Follower für Euren kreativen Input – siehe hier


WichtelLeaks: Wo die Smartphones herkommen

Auch dieses Jahr landen wieder Milliarden von Smartphones, Tablets und Spielkonsolen unter dem Weihnachtsbaum. Haben Sie sich mal gefragt, wo der ganze Plunder herkommt? Ich verrate Ihnen die wahre Geschichte.

2 von 3 Bundesbürgern wünschen sich dieses Jahr Elektronik zu Weihnachten. Jeder fünfte Deutsche hofft auf ein neues Smartphone. Jeder fünfte! Haben Sie eine Vorstellung, was das logistisch bedeutet? Ach nee, Sie glauben noch ans Christkind? Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich Ihnen die Augen öffne. Nach meinem Gespräch mit Julian Assange wurde mir ein USB-Stick zugespielt mit hochbrisantem Material. Achtung: Wenn Sie jetzt weiterlesen, werden Sie Weihnachten für immer mit anderen Augen sehen! Sicher? …Na schön – aber sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt!

Santa Claus, der in den 90er Jahren im Zuge einer aggressiven Expansionsstrategie Weihnachten vom Christkind übernommen hatte und seitdem nicht nur für die Produktion, sondern auch für die globale Distribution der Geschenke zuständig ist; Santa also schreitet in diesen Tagen durch die Produktionshallen der CCC, der Claus Christmas Corporation am Südpol. Hier sind ganze Heerscharen von Elfen damit beschäftigt, Smartphones zusammenzuschrauben. Elfen mit ihren filigranen Fingern sind wie geschaffen für diesen Job, wegen der immer winziger werdenden Bauteile.

Aktuell arbeiten sie am iPhone 7. Das wird zwar erst 2015 ausgeliefert, wegen der hohen Stückzahlen musste die Produktion aber jetzt schon anlaufen. Schulter an Schulter sitzen die Wichtel in ihren grünen Overalls an nicht enden wollenden Werkbänken, verrichten stillschweigend ihre Arbeit. Geredet werden darf nicht, Pausen gibt es nur alle acht Stunden. Der Produktionsstandort am Südpol ist nicht zufällig gewählt. 6 Monate lang ununterbrochen Tageslicht; damit hatte Santa die Gewerkschaften übers Ohr gehauen, die das Kleingedruckte nicht sorgfältig gelesen hatten (Art. 9b: “Gearbeitet wird bis Sonnenuntergang”). Über die Sommermonate wird entsprechend am Nordpol durchproduziert.

Zum Ausgleich dürfen die Elfen alle 10 Jahre in die Auslieferung. Ihr Job: die Geräte pünktlich zuzustellen. Die Zeitvorgaben dabei sind dermaßen eng, dass sie die Päckchen oft nur ins nächste Postamt schaffen, um dann flink noch gelbe Abholzettel in die Briefkästen zu schmeißen. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Elf den hohen Belastungen nicht standhält und zu Elfenstaub zusammenfällt.

Jetzt wissen Sie also, lieber Leser, woher die Smartphones kommen. Haben Sie Verständnis, wenn Sie am Postamt mit Ihrem gelben Zettel in der Schlange stehen. Und wundern Sie sich nicht über versteckte SMS-Botschaften, die in Ihrem nigel-nagel-neuen Smartphone evtl. schon vorprogrammiert wurden: “S.O.S.” oder “Help!”. Da war einem Elflein sicher nur wieder langweilig.

Ein verzauberter Morgen

Blackout in München: Eine Stunde kein Computer. Kein Kaffee. Ein Grund zur Panik – sollte man meinen. Das Gegenteil war der Fall.

Stromausfall in der Stadt – kein Wecker, der mich aus dem Schlaf reißt. Keine nervtötende Schleifmaschine drüben bei meinen Nachbarn, die seit einem gefühlten Jahrzehnt ihr Haus renovieren. Kein Anruf der Chefsekretärin, weil der Boss mich ganz! furchtbar!! dringend!!! sprechen muss (“Morgen, Herr Gutjahr! …ach, Sie hatten Spätschicht?”). Nein, dieser Moment ist ein ganz besonderer Moment; fast ein bisschen so, als sei die Zeit stehen geblieben. Ein verzauberter Morgen.

Entspannt wie selten schlurfe ich ins Arbeitszimmer. Der Monitor dunkel, der Computer schläft noch. Sachte schließe ich die Tür, ich will ihn nicht unnötig wecken. Kein Kaffee da? Klar, die Zeitschaltuhr ist aus dem Takt. Dann eben zum Bäcker. An der völlig überlaufenen Bushaltestelle spielen sich rührende Szenen ab: Autofahrer stoppen, um frierende Menschen mit in die Arbeit zu nehmen. Von sizilianischen Verhältnissen am Max-Weber-Platz berichtet ein SZ-Kollege: Autos, Laster, Radler und Fußgänger schlängeln sich virtuos über die Kreuzungen, weil die Ampeln ausgefallen sind.

Letzte Woche war ich noch an der Ostküste der USA unterwegs, wo nach Hurrikan Sandy immer noch Hunderttausende Haushalte ohne Elektrizität sind. Auch hier rückten die Menschen zusammen, um gemeinsam gegen Kälte, Dunkelheit und Einsamkeit anzukämpfen. Nachbarn teilten Kerzen, Decken und Gaskocher, organisierten Wärmestuben und öffentliche Handy-Ladestationen, die über mobile Stromgeneratoren betrieben wurden.

Anders als in Amerika hat es in München keinen Supersturm gegeben. Eine gewöhnliche Leitung soll durchgeschmort sein, heißt es. Einen vergleichbaren Stromausfall habe es in München zuletzt vor 20 Jahren gegeben. Ob wir im August einen Babyboom erleben? Zugegeben, der Strom war ja nicht ewig weg – vielleicht ein Babybümchen? Am späten Vormittag ist der Spuk vorüber. Via Twitter melden die Stadtwerke: “Die fehlerhafte Leitung ist isoliert – die Versorgung ist stabil.” Die Ampeln funktionieren wieder, der Verkehr fließt wie gewohnt, die Großstadt – zurück in ihrer Hektik und Anonymität.

Schade irgendwie.

Data Mining – Obama und der Datenbergbau

Die Operation “Four More Years” ist geglückt. Parteistrategen in Deutschland blicken neidisch nach Washington und fragen sich: Wie hat Obama das wieder hingekriegt? 

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, einigen Online-Wahlkämpfern über die Schultern zu schauen. Was ich gesehen habe, hinterließ mich teilweise ratlos. Dass Daten der Rohstoff der Zukunft sind, ist bekannt. Das Ausmaß, mit dem Behörden, Konzerne aber eben auch Parteien heute schon sog. “Datamining” (Datenbergbau) betreiben, verschlägt mir die Sprache. So war es den Obama-Strategen für diese Wahl offenbar gelungen, Informationen aus mehreren, 2008 noch getrennten Datenbanken zu einer Gesamtdatenbank zusammenzuführen.

Die Megadatenbank

So erfährt man beispielsweise aus dem amtlichen Wählerregister, welcher Bürger wann und wie oft bisher gewählt hat. Diese Liste beinhaltet, neben Geburtsdatum und Wohnadresse, auch Telefonnummer sowie in manchen Staaten auch die Parteimitgliedschaft eines Bürgers. Eine zweite Datenbank besteht aus Daten, die ein Wähler selbst von sich preisgegeben hat, beispielsweise wenn er die Partei-Homepage oder die Facebook-Seite eines Kandidaten besucht/liked. E-Mail-Adressen, Kreditkartennummern (sofern Geld gespendet wurde), häufig angesteuerte Webseiten, sowie Informationen über Freunde oder Hobbys lassen sich von den Datenbergarbeitern leicht abtragen. Die eigenen Botschaften werden dann gezielt durch sogenanntes “reverse engineering” in die Timelines der “gekaperten” Freundeskreise platziert.

Eine weitere Quelle für personenbezogene Daten sind Informationen, die von Dritten beigesteuert werden. Obama-Unterstützer konnten sich beispielsweise eine App herunterladen, die Wähleradressen aus der Region bereitstellt. Damit konnten Freiwillige Wahlhelfer gezielt Hausbesuche bei noch unerforschten Haushalten machen und die dadurch neu gewonnenen Informationen aus der Nachbarschaft zurück ans Hauptquartier berichten. Damit nicht genug: Bei diesem Präsidentschaftswahlkampf haben beide Lager auch Verbraucherinformationen von Kreditkartenunternehmen und Adresshändlern hinzugekauft.

Zweck dieser Datensammelwut ist es, ein lückenloses Profil über potentielle Wähler zu erhalten. Dadurch lassen sich sog. Streuverluste minimieren und jedes Zielobjekt vermeintlich individuell ansprechen, -rufen, -schreiben.

Farewell, Datenschutz 

Und der Datenschutz? Alec Ross, Social-Media-Berater von Hillary Clinton, appelliert an uns Deutsche, endlich unsere Datenschutz-Paranoia abzulegen: “Wenn Sie nicht wollen, dass Suchmaschinen Ihre Suchanfragen speichern; benutzen Sie die Suchmaschine nicht! Meiden Sie entsprechende Soziale Netzwerke!” Genauso gut hätte er natürlich auch sagen können: Hören Sie auf zu atmen. – Wenn Ihr mich fragt, Recht hat er. Sauerstoff wird ohnehin überbewertet.

Meine gesammelten Texte zur US-Wahl findet Ihr hier im Blog von tagesschau.de

Windows 8: All in!

Für Microsoft ist heute ein wichtiger Tag, viele sprechen sogar von einem Tag, an dem sich die Zukunft des gesamten Unternehmens entscheiden könnte. Heute kommt Windows 8 weltweit in die Läden. 

Anders als bei früheren Windows-Versionen bleibt bei diesem Upgrade kein Pixel mehr auf dem anderen. Mit seinem neuen Betriebssystem setzt Microsoft  alles auf eine Karte – oder sollte man besser sagen: auf eine Kachel?

Weil immer weniger Menschen PCs kaufen und stattdessen lieber zu Smartphones und Tablet-Computern greifen, hat das Unternehmen aus Redmond seine gesamte PC-Oberfläche Touchscreen-optimiert. Große, Wurstfinger-freundliche Kacheln überziehen den Bildschirm, ersetzen die winzigen Ordner und Icons, mit denen wir alle aufgewachsen sind. Jede Kachel steht für ein Programm (neudeutsch: App), ein Ordner oder Dokument, das man in Zukunft mit dem Finger öffnen soll.

Es ist der Anfang vom Ende des PCs wie wir ihn kennen, es ist das Ende der Computermaus. So radikal wie Microsoft hat bislang noch kein Unternehmen auf den Beginn der Post-PC-Ära reagiert. Die Wette lautet: Bald werden alle PCs mit berührungsempfindlichen Bildschirmen ausgestattet sein, ähnlich wie beim Bankautomaten oder eben bei den Tablets. Wer dazu passend die beste Betriebsoberfläche bietet, gewinnt.

Für Microsoft eine riskante Wette, vielleicht aber tatsächlich die einzige Überlebensstrategie. Der Software-Gigant hatte in den vergangenen Jahren eine Innovation nach der anderen verschlafen: das Internet, den Suchmaschinen-Markt, auch bei den Smartphones und Tablet-Computern lief man der Konkurrenz nur hinterher.

Dieses Jahr dann ein Moment mit Symbolcharakter: Apple, ausgerechnet Apple, zog auf dem Börsenparkett am ewigen Spitzenreiter Microsoft vorbei. Und das obwohl der einstige Erzrivale vor 15 Jahren vor dem Bankrott stand und nur – oh Ironie! – durch eine Geldspritze von Microsoft gerettet werden konnte.

Heute steht Microsoft selbst vor der Schicksalsfrage: Gelingt dem Unternehmen mit Windows 8 der erhoffte Befreiungsschlag, oder werden von nun an die Apples, die Googles, die Amazons die digitale Zukunft bestimmen? Das Pokerspiel um die Vorherrschaft auf unseren Bildschirmen nähert sich einem weiteren Showdown. Und weil die Einsätze mit jeder Runde höher werden, geht Microsoft jetzt „all in“. Die Kacheln liegen auf dem Tisch. Wir wollen sehen.

9 1/2 Thesen zu SmartTV, SocialTV und dem ganzen Rest

Wetten dass… SmartTVs alles andere als smart sind und dass die Zukunft des Fernsehens den dummen First- und den schlauen Second Screens gehört?

1. Das Lagerfeuer ist aus aber brennt woanders weiter

Der Begriff „SocialTV“ bestimmt zur Zeit wieder alle Medienkonferenzen. Als ob wir es mit einem neuen Phänomen zu tun hätten. Fernsehen war schon immer „social“. Was sich geändert hat, ist die Art und Weise, wie wir gemeinsam fernsehen. Das familiäre Lagerfeuer, das Kulenkampff, Carrell oder Gottschalk einst entfacht hatten, ist erloschen und einem Meer von LCD-Bildschirmen gewichen. Ob auf dem iPad unterwegs oder auf dem Laptop im Kinderzimmer, sämtliche Studien deuten darauf hin: Mit den neuen technischen Möglichkeiten beginnen die (einst passiven) Zuschauer nach und nach damit, sich ihr Wunsch-Programm selbst à la carte zusammenzustellen.

Das Digitale Quartett vom Sonntag-Abend zum Thema SocialTV

2. 80 Millionen potentielle Programmdirektoren

Mediatheken und Set-Top-Boxen machen es möglich, dass wir nicht mehr länger nur durch die Kanäle zappen können, sondern auch durch die Zeit. Lust auf einen Mad-Men-Marathon? Kein Problem; die Festplatte, die Cloud oder YouTube ist unser Freund. „Niemand will sein eigener Programmdirektor sein!“ habe ich meinen früheren Fernsehdirektor noch im Ohr. Daran habe ich schon damals nie geglaubt. Folgt man dieser Logik, wozu dann überhaupt eine Fernbedienung?

Hier geht’s zur Second Screen App von Wetten dass..?

3. Live-Events – gemeinsam einsam

Natürlich gibt es immer Momente, da wollen wir nicht isoliert voneinander auf den Bildschirm starren. Bei großen Live-Events (wie gestern bei der Markus-Lanz-Premiere von Wetten dass..?) treffen wir uns wieder zum kollektiven Rudel-Glotzen. Hier geht es darum, sich als Teil einer Gemeinschaft zu erfahren, die zusammen lernt, lacht und leidet. Dazu braucht man keine Familie, keine Kneipe an der Ecke oder Fan-Meile. Mit dem Laptop auf dem Sofa ist man mit der ganzen Welt verbunden. Social Viewing statt Public Viewing. Gemeinsam einsam.

4. Kein Second- ohne den First Screen

Das Netz als gigantischer Verstärker, ein Kosmos, dem es aufgrund seiner dezentralen Struktur auch immer wieder gelingt, sich den Gesetzen klassischer Programmplaner und Gatekeeper zu entziehen (“Shitstorm happens”). Und doch ist diese Web-Welt nicht so unabhängig, wie es manche Internet-People gerne hätten. Kein Second Screen ohne den First Screen. Twitter ohne Bild, BamS und Glotze wäre sicher um einiges geistreicher – aber eben auch verdammt öde.

"Die Macht" - die Second Screen App zur "rundshow"

5. SmartTV: Dead On Arrival

Und so müht sich die Fernsehindustrie seit Jahren damit ab, Fernsehen und Internet irgendwie unter eine Haube zu bekommen. Ob auf der IFA in Berlin oder im Institut für Rundfunktechnik in München-Freimann; über die letzten Jahre hinweg habe ich die Entwicklung der Hybrid- und SmartTVs interessiert mitverfolgt. Funktionen und Userinterfaces sind in der Tat umfangreicher und vor allem benutzerfreundlicher geworden. Das ganze dummerweise 5 Jahre zu spät.

6. Smartphones sind smarter und schneller

Das Problem: SmartTVs besitzen keine Funktion, die mein Smartphone nicht mittlerweile genau so gut – in vielen Fällen sogar besser – beherrscht. Natürlich kann ich den Wetterbericht, Tweets oder Börsenkurse als Picture-in-Picture-Darstellung 3 bis 4 Meter weit entfernt auf dem Fernsehbildschirm studieren. Aber im Ernst: Wer macht das? Im Vergleich zu Smart-TV-Anwendungen, unabhängig von Hersteller oder Betriebssystem, komme ich mit meinem Smartphone/Tablet fast überall schneller, komfortabler und punktgenauer ans Ziel, als über den Umweg Fernbedienung/Fernseher. Hinzu kommt: Ich nerve keine Familienmitglieder mit meinen permanenten Einblendungen.

7. HbbTV und SmartTV in der Sackgasse

Vor allem aber krankt das SmartTV-Konzept an einem ganz zentralen Punkt: SmartTV-Geräte sind nicht mobil! Die Schaltzentrale, also das, was die SmartTVs überhaupt erst smart macht, ist fest verbaut in einem riesigen, unhandlichen Bildschirm, der bei mir im Wohnzimmer an die Wand gedübelt ist. Was aber, wenn ich im Zug sitze oder abends im Hotelzimmer Lust auf eine alte Folge Simpsons habe? Dann schaue ich mit meinem SmartTV zuhause an der Wand dumm aus der Wäsche bzw. in die Röhre.

Das eigentliche SmartTV?

8. Dumme First- und smarte Second Screens

Die Lösung kann daher eigentlich nur die folgende sein: dumme Bildschirme statt schlaue Fernseher. Die werden größer, flacher und stylischer sein, am Ende aber dienen sie lediglich als Projektionsflächen für jene Inhalte, die wir uns via Smartphone/Tablet aus der Wolke holen. Damit wäre auch endlich das Problem der gefühlten 17 Fernbedienungen gelöst. Meine Überzeugung: Die Zukunft gehört den dummen, stationären First- und den smarten, mobilen Second Screens.

9. TV-Branche in der Kompetenzfalle

Ob Programmanbieter, Kabelnetzbetreiber oder Gerätehersteller, die TV-Branche steckt in einer Kompetenzfalle. Man kennt und beherrscht sein Geschäft so gut, dass man nicht in der Lage ist, out-of-the-(TV)-box zu denken. Was in solchen Phasen geschieht, ist, dass ausgerechnet die Platzhirsche den Anschluss verpassen. Frühere Branchenprimusse (-Primi? -Primaten?) wie Sony, Nokia oder Kodak können ein Lied davon singen.

9 1/2. Fernsehen muss sich neu erfinden

Wir TV-Macher wären gut beraten, unsere Arroganz des einstigen “Leitmediums” abzulegen und uns jetzt daran zu machen, mit all dem Geld und den Resourcen, über die wir (noch) verfügen, uns neu zu erfinden. „Wozu die Eile?“, höre ich die Verantwortlichen sagen. Noch nie hätten die Menschen so viel ferngesehen wie heute. Die Zahlen geben ihnen recht. Genauso, wie die Zahlen einst den Zeitungsverlegern und den Plattenbossen Ende der Neunziger Jahre recht gegeben haben. Dann kam der Sturm.

Print- und Musik-Industrie Ende der 90er auf dem Höhepunkt

Mein Fernseher daheim

Ausblick

“Fernsehen ist wie YouTube – nur kaputt”, hat ein Digital Native das Problem mal auf den Punkt gebracht. Doch wie lässt es sich reparieren? Angeblich soll Steve Jobs kurz vor seinem Tod eine Lösung gefunden haben (“I finally cracked it“). Wird Apple nach der Musik-, der Mobilfunk- und der Printindustrie auch noch die TV-Branche revolutionieren? Nach meinen letzten Gesprächen mit „gut informierten Quellen“ aus Cupertino bin ich mir da nicht mehr so sicher. Woran ich aber glaube: Die Lösung wird nicht von einem der aktuellen Player aus dem TV-Business kommen, sondern von einem Branchen-Neuling, der mit Fernsehen zuvor wenig oder vielleicht sogar gar nichts zu tun hatte.

Wetten dass..?

Rechner auf Rädern

Machen wir uns nichts vor: Wir reisen schon lange nicht mehr in Autos, Zügen oder Flugzeugen – sondern in begehbaren Computern.

Kuriose Durchsage gestern im ICE nach Nürnberg: „Sehr verehrte Bahngäste, bei unserem nächsten Halt muss dieser Zug re-settet und neu gestartet werden. Bei unserer Ankunft am Bahnhof werden sich die Türen kurz öffnen, dann wieder schließen und verriegeln. Aussteigen ist dann nicht mehr möglich. Licht und Klimaanlage werden nicht funktionieren, bis der Zug wieder vollständig hochgefahren ist. Dieser Vorgang wird in etwa zehn Minuten beanspruchen. Wir bitten um Ihr Verständnis.“

Ein Zug, der wieder hochfahren muss? Hat sich unterwegs der Bordcomputer aufgehängt? Ist sowas gefährlich? Ich stelle mir einen schweißgebadeten Lokführer vor, dessen ICE außer Kontrolle geraten ist, und der mit Tempo 200 auf den Kopfbahnhof zurast. Kurz vor dem Aufprall die freundliche Stimme aus der Support-Hotline: „Haben Sie schon mal einen Neustart probiert?“.

Neulich, auf meinem Flug nach New York, hatte sich das Entertainment-System aufgehängt. Statt Filmen, TV-Serien und primitiven Computerspielen konnte man auf seinem kleinen Sitzbildschirm dabei zuschauen, wie das Windows-System hinter dem Bordprogramm immer wieder aufs neue versuchte, zu rebooten. Momente wie diese geben zu denken: Hängt mein Leben, wenn ich mit dem Flugzeug fliege oder mit der Eisenbahn fahre, an Linux oder gar an Windows XP?

Machen wir uns nichts vor: Wir reisen schon lange nicht mehr in Autos, Zügen oder Flugzeugen, sondern in begehbaren Computern. Immer seltener hält der Fahrer oder Kapitän noch die Zügel in der Hand, sondern ein Silizium-Chip. Grund zur Panik? Die Statistik spricht eine andere Sprache. Die meisten tödlichen Unfälle, sei es zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, sind immer noch auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Quelle:  vke-design.de / David Gudelius / Bahn

Als Teenager haben mich Katastrophenfilme fasziniert. Seitdem plagt mich folgender Alptraum: Ich sitze im Flugzeug, als plötzlich die Stewardess über Lautsprecher fragt „Ist zufällig ein Pilot an Bord?“. Eine Frage, die mir immer wieder durch den Kopf geht, jedes mal, wenn ich ein Flugzeug betrete: Wäre ich in der Lage, sollten Pilot und Co-Pilot aus-was-für-einem-Grund-auch-immer ausfallen, unter Anleitung via Funk eine große Passagiermaschine zu landen? „Ja“, gab mir ein Lufthansa-Pilot neulich zu verstehen. Bis auf wenige Handgriffe könne eine Landung heutzutage komplett vom Autopiloten durchgeführt werden. Das natürlich nur, wenn sich der Bordcomputer nicht genau in diesem Moment aufhängt.

Größer. Flacher. IFA.

Nexus 7? Windows 8? Pah! Ich brauche einen neuen Fernseher. Also bin ich zur IFA nach Berlin gefahren, wo die Devise gilt: Es geht immer noch ein bisschen flacher.

Willkommen zur Internationalen Funkausstellung hier aus Berlin, einer der ältesten Industriemessen Deutschlands. Megatrend diese Jahr (so wie in den letzten gefühlten 100 Jahren): die zunehmende Verschmelzung von Fernsehen und Internet. Mehrwert: Null. Aber hey, Hauptsache connected!

Optional: Wandmontage-Set

Trend 2: Die Bildschirme werden immer flacher, also passend zum Programm. Die organische Leuchtdiode, Freunde dürfen auch OLED zu ihr sagen, macht es möglich, dass die Screens nur noch 4 Milimeter dick sind. Das Portmonnaie nach dem Kauf auch: 10.000 Euro und mehr kosten die ersten Geräte. Dafür spart man sich eine teure Wandmontage. Die Bildschirme sind so dünn, dass man sich seinen Fernseher demnächst mit Tesafilm an die Tapete heften kann.

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Hersteller kriegen die Krise

Trotz aller Euphorie, die Branche steuert auf eine Mega-Krise zu: Marktforscher sagen voraus, dass 2016 rund 98 Prozent der deutschen Haushalte einen modernen Flachbildfernseher besitzen wird. 98 Prozent Flatscreen-Abdeckung; Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang auch von Vollverblödung. Anders ausgedrückt, für die RTL-Zuschauer unter Ihnen, Deutschland ist überglotzt. All die schönen 10.000-Euro-Bildschirme demnächst am Grabbeltisch bei Aldi? Die Hersteller sind entsetzt. Was tun? Logisch: Ein neuer Standard muss her! Nach HDready und FullHD will uns die Industrie jetzt tatsächlich „UltraHighDefinition“ unterjubeln.

Ultra High Definition

UHDTV ist sowas wie der 3. Weltkrieg unter den Pixel-Schlachten: 33 Megapixel, eine Versechzehnfachung von FullHD. Damit können Sie beim Fernschauen wahlweise in den Ausschnitt von Christine Neubauer oder in die Botox-Falten von Veronika Ferres abtauchen. Mittendrin statt nur dabei – und das ganz ohne 3D-Brille. Zugegeben, bei einer Vorführung hier in Berlin habe ich mich ganz schön in die Nesseln gesetzt. „Unglaublich, diese Bilder vom Mars!“ platzte es spontan aus mir heraus, als ich die rötliche Kraterlandschaft vor mir sah. Leicht düppiert klärte mich der Hersteller auf: Das seien keine NASA-Aufnahmen, die wir da gerade sehen, sondern ein Tagesthemen-Interview mit dem deutschen Außenminister.

Taugt nix: TV-Schirm am Schädel

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Apple vs. Samsung – und jetzt?

Live-Talk: Was bedeutet der Sieg von Apple über Samsung vor dem US-Gericht und wie geht es jetzt weiter? Darüber diskutiere ich heute Abend live mit Apple-Kritiker Sascha Pallenberg.

Früher war alles einfach: Apple baute Computer. Microsoft programmierte Software. Samsung produzierte Handys. Google war eine Suchmaschine. Jeder tat das, was er am besten konnte, die Claims waren gesteckt. Vor 5 Jahren dann trat Apple-Chef Steve Jobs auf die Bühne und zog das iPhone aus seiner Jeanstasche: „Das verändert alles“ prophezeite er damals. Er sollte Recht behalten.

Seit dem Erfolg des iPhones haben viele Unternehmen versucht, Apples Erfolg zu kopieren. Das spektakuläre Urteil gegen Samsung, das die Südkoreaner zu einer Geldstrafe von über 1 Milliarde US-Dollar verdonnerte, markiert einen Höhepunkt einer ganzen Flut von Klagen, mit denen sich die Tech-Konzerne seit Jahren gegenseitig überziehen.

Was bedeutet dieser Sieg von Apple über Samsung? Kehrt jetzt endlich Vernunft ein in der Tech-Welt? Oder geht der Streit jetzt erst so richtig los? Fragen an den Tech-Experten und netbooknews.com – Blogger Sascha Pallenberg:

Ihr könnt Fragen über Twitter oder hier im Blog stellen – der Hashtag lautet #Gblog.

Hier einige Kommentare, die ich im Laufe des Tages von Euch erhalten habe:

 

Weniger ist mehr

Lange Zeit war ich einer Illusion erlegen, die da lautete: mehr ist mehr. Je mehr technische Geräte ich besitze, umso glücklicher bin ich. Doch dann traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag.

Ich liebe Technik. Zuhause auf meinem Couchtisch liegt nicht nur eine Fernbedienung sondern 7 ! Mit so einer Fernbedienung in der Hand fühle ich mich wie ein Zauberschüler mit seinem Zauberstab: Ein Knopfdruck hier, ein Knopfdruck da – Fupp! – und mein Fernseher, der Bluray-Player und meine 5.1 Dolby Surround Anlage erwachen zum Leben. Mehr Technik. Mehr Knöpfe. Mehr Magie. Nimm das, Harry Potter!

Mehr Technik, mehr Glück? Gemessen an meiner letzten Stromrechnung müsste ich der glücklichste Mensch der Welt sein. Allein: ich bin es nicht. Ist dieser ganze Technik-Schnickschnack wirklich notwendig, machen Computer, Smartphones und HD-Fernseher wirklich glücklich? Die Erleuchtung kam sprichwörtlich schlagartig. Gerade war ich dabei, unter meinem Schreibtisch die dritte Zehner-Steckerleiste anzuschließen (wer bitteschön kommt heutzutage mit auch nur 20 Stromanschlüssen aus?), da bekam ich eine gewischt und die Sicherung flog raus. Ein Moment, der mein Leben für immer ändern sollte!

Auf einmal erkannte ich, was über all die Jahre falsch gelaufen war: Wer in der Welt braucht 30 Steckdosen, 7 Fernbedienungen? Plötzlich begriff ich, was ich lange Zeit nur für einen weltfremden Spruch hielt: weniger ist mehr. Ich spürte: Mein Leben musste sich von Grund auf ändern. Ich verlor keine Sekunde und ging mit einem meiner drei Laptops sofort online: Da gibt es eine neue, programmierbare Fernbedienung, mit der ich meine anderen sieben Fernbedienungen fernbedienen kann! Die Zehner-Steckerleisten habe ich gegen 3 Achter-Hochsicherheitsdosen ersetzt. 6 Steckplätze weniger – dafür geprüfter Schutz gegen Stromschläge.

Seitdem ich „Weniger ist mehr“ zu meiner neuen Lebensmaxime erklärt habe, bin ich ein neuer Mensch. Mein letzter Glückskauf: ein Geräusche unterdrückender Kopfhörer. Sieht aus wie ein gewöhnlicher Kopfhörer, ist aber vollgestopft mit Technik, die weniger unerwünschte Geräusche ans Ohr lassen. Das funktioniert so gut, dass ich sie immer häufiger auch so trage, ohne dasss ich damit Musik höre. Im Großraumbüro zum Beispiel oder im Flugzeug, bei nervtötenden Durchsagen: Stille! Auch zuhause, wenn ich mal Ruhe von der Familie haben will: Ein Knopfdruck – und unerwünschte Elemente nehme ich gar nicht mehr wahr. Tatsache: Weniger ist mehr. Gleich mal schauen, ob es sowas auch für Brillen gibt.

Battle: The Ultimate Werbespot

TV-Spots, die nicht nur Don Draper die Tränen in die Augen treiben: The Ultimate Multitasker vs. The Ultimate Regieassistent. Welcher Spot überzeugt Euch mehr?


CeBIT zartbitter

Kaum hat die große IT-Messe in Hannover angefangen ist sie fast schon wieder vorbei. Zurück bleibt ein schaler Nachgeschmack. 

Heute melde ich mich aus Hannover, wo mich beinahe die Kanzlerinnen-Limousine überrollt hätte, als ich gerade wieder zwischen den Messehallen umher irrte. Merkel, im grünen Blazer (Verbeugung vor dem CeBIT-Partnerland Brasilien oder vor einem möglichen Koalitionspartner 2013?) ließ geduldig allmöglichen Tech-Porn über sich ergehen. Ihre Bodyguards hatten alle Hände voll zu tun, sie bei ihrem Messerundgang abzuschirmen, vor aufdringlichen Autogrammjägern und all den Möchtegern-Maschmeyers, die sich mit der Kanzlerin fotografieren lassen oder ihr den Schlüssel zu irgendeiner Ferienwohnung zustecken wollten.

Der Lack ist ab in Hannover, gesellschaftlich und inhaltlich. Die einst so stolze IT-Börse soll nächstes Jahr schon wieder um einen Tag schrumpfen. Viele Branchen-Größen finden erst gar nicht den Weg nach Niedersachsen – trotz Navi. Die Präsentation neuer Mobiltelefone oder Computer, die heutzutage wie Kino-Premieren inszeniert werden, finden schon längst nicht mehr in Hannover statt, sondern auf der Mobile World in Barcelona oder der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Und so muss sich die CeBIT eben mit dem begnügen, was bei der Lokalprominenz noch zieht: computergesteuerte Beleuchtungssysteme für Klinkerhäuschen oder Anrufbeantworter mit Fernlöschung.

Daneben natürlich Thema auch in Hannover: Die Wolke und die Frage, was zu tun ist, damit niemand Daten aus der Cloud klaut. Je mehr Daten wir auf fremden Servern lagern, so Angela Merkel in ihrer Eröffnungsrede, desto wichtiger sei es, dass man vertrauen kann. Und so verbindet die Polit-Prominenz wenigstens ein Thema mit Konzernen wie Telekom, Google oder Microsoft: „Managing Trust“ – Vertrauen verwalten. Als ob man etwas verwalten könnte, was man gar nicht besitzt.

Dann plötzlich: Breaking News! Apple präsentiert ein neues iPad mit HD-Display – zigtausend Kilometer entfernt in San Francisco. Die Nachricht von der Produktvorstellung, die zeitgleich mit der CeBIT stattfindet, verbreitet sich wie ein Lauffeuer – über das Internet. Kollektives Seufzen beim Fachpublikum in den Messehallen. Gestrandet auf der falschen Party. Und die Kanzlerin ist auch schon lange wieder weg.

Anleitung: So funktioniert Apples iTunes Match

Seit heute ist iTunes Match auch in Deutschland verfügbar. Wie funktioniert das neue Streaming-Angebot? Für wen lohnt sich der Umstieg? Hier einige Tipps und auch Warnungen zu Apples Jukebox in der Wolke.

Vorbemerkung

Auf Dein komplettes Musikarchiv zugreifen – von Deinem iPhone, iPodTouch oder iPad, von überall in der Welt? Das klingt erst mal prima. iTunes geht in die Luft und verspricht ein schnelles, einfaches Verfahren, um Deine gesamte Musiksammlung in die Wolke zu heben. Jetzt ist dieser Service auch in Deutschland verfügbar. Mit iTunes Match gleicht Apple Deine auf dem Mac oder PC gespeicherten Titel mit seiner Datenbank ab. Bei Apple bereits vorhandene Tracks werden dort für Deinen iTunes-Account freigeschaltet, alle noch nicht vorliegenden Titel werden von Deinem Rechner auf Apples Server hochgeladen, so dass auch diese Titel von überall aus für Dich abrufbar sind. Für eine Jahresgebühr von 25 Euro kann man auf diesem Weg bis zu 25.000 Titel in der Wolke speichern (iTunes-Einkäufe werden nicht gezählt!).

So weit die Theorie.

1. Vorbereitungen

Bevor es losgeht, vergewissere Dich, dass Du auf allen iOS-Geräten (iPhone/iPad/iPod Touch) die neueste iOS-Version geladen hast (5.0.1 oder höher). Auch iTunes auf Deinem Mac/PC muss auf die neueste Version (10.5.2 oder höher) gebracht werden. Achtung: iTunes gleicht nicht automatisch alle Deine früheren Einkäufe ab, wie das beispielsweise beim iCloud-basierten App- oder iBook-Dienst geschieht. Sprich: Du musst alle früher gekauften Songs zurück in Deine Original-iTunes-Mediathek kopieren, damit diese von iTunes Match erkannt und erfasst werden. Dazu synchronisiere zur Sicherheit auch noch einmal Dein iPhone/iPad/iPodTouch, bevor Du mit der Übertragung Deiner Musik beginnst. Ein komplettes Backup Deines Gerätes wäre auch empfehlenswert. Damit kannst Du Dein iPhone/iPad/iPodTouch wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurücksetzen, sollte bei der Übertragung etwas nicht klappen bzw. Dir die Matching-Funktion dort nicht zusagen (siehe auch Punkt 7).

2. Abo bestellen / kündigen

Gehe auf iTunes Match via iTunes Store oder über diesen Direktlink.

Hier wirst Du gefragt, ob Du das Jahresabo kaufen willst. Info: Dieses Abo verlängert sich automatisch nach 364 Tagen, wenn Du es nicht vorher kündigst. Die Verlängerung kann man über iTunes Konto Einstellungen Abonnement-Verwaltung deaktivieren (siehe Bild).

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Der Tag, an dem das Fernsehen starb

Die letzte Ausgabe von Wetten dass mit Thomas Gottschalk läutet das Ende einer Ära ein. Fernsehen, wie wir es kannten, gehört der Geschichte an. Damit meine ich nicht, dass die Industrie tot ist. Denn die ganz große Epoche steht der TV-Branche noch bevor.

Plausch mit Markus “Videopunk” Hündgen über Gottschalk und die Welt

Der König ist tot, lang labert der König

Schon oft wurde mit dem Abendprogramm der Untergang des Abendlandes begründet. Doch inzwischen geht es um mehr als nur um Gottschalk, um Wetten dass oder die Zukunft der Samstag-Abend-Show.. Es geht um die Zwangs-Häutung einer gesamten Branche, die wie der „letzte Clown“ in die Jahre gekommen ist und die es aufgrund ihrer eigenen Größe und Deutungsmacht nie wirklich nötig hatte, sich selbst in Frage zu stellen oder gar neu erfinden.

„Fernsehen macht soviel Geld mit schlechtem Programm, dass es für die Verantwortlichen nie einen Grund gab für echte Innovation“, urteilt Sree Sreenivasan, Journalismus-Professor an der Columbia University in New York, und beruft sich dabei auf Fred W. Friendly, Präsident von CBS-News und Wegbereiter des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks in den USA. Das Internet werde auch das Fernsehen zwingen, umzudenken.

In den Sendeanstalten sieht man das freilich anders. Das lineare Fernsehen habe auch in Zukunft eine wichtige Ordnungsfunktion, heißt es da beharrlich, es helfe den Menschen, den Tag zu strukturieren und besser bewältigen zu können. Kein Mensch wolle sein eigener Programmdirektor sein. Der Fehler, der bei dieser Argumentation gerne gemacht wird: Die Fernsehmacher gehen von dem aus, was sie kennen, womit sie selbst groß und nicht selten auch mächtig geworden sind. Viele von ihnen stecken dabei in der klassischen Kompetenzfalle, wissen zu viel über die eigene Branche, um überhaupt noch in der Lage zu sein, ‚outside the box’ zu denken.

“Fragen Sie mal einen Manager von Nokia,

ob der heute, 5 Jahre nach Einführung des iPhones,

immer noch lacht.”

Wie trotzige Kinder verteidigen sie ihre Förmchen und Schaufelchen gegenüber jedem neuen Eindringling, der sich zu ihnen in den Sandkasten gesellt. Was Kleinkindern noch gelingt, fällt gestandenen Medienmachern oft schwer: Teilen zu lernen und zu akzeptieren, dass es außerhalb der eigenen Wahrnehmung auch noch andere Wahrheiten gibt. Wer in einer Welt ohne Internet aufgewachsen ist, der kann sich eben ein Leben jenseits von Hörzu und Tagesschau nur schwer vorstellen.

Noch mögen sich die Fernsehmacher in Sicherheit wiegen und auf ihre Millionen-Quoten verweisen. Wen wundert das? Bewegt man sich in einem nach außen hin hermetisch abgeschirmten Territorium, in dem sich wenige Player (ob öffentlich-rechtlich oder privat) den Markt untereinander aufteilen. Doch was passiert, wenn die Schleusen aufgehen und die geballte Masse an Apps und Web-Videos das Wohnzimmer flutet? Wenn mittelmäßige TV-Shows und Serien plötzlich gegen jedes Katzenvideo der Welt konkurrieren? „Wer will schon ein Fernsehgerät von Apple?“, lachen die Programmverantwortlichen überheblich. Fragen Sie mal einen Manager von Nokia, ob der heute, 5 Jahre nach Einführung des iPhones, immer noch lacht.

“An das Berufsbild des Fernsehdirektors

werden wir uns schon bald zurückerinnern

wie an die Programmansager in den 70ern.”

Wer wissen will, wie sich das Fernsehen der Zukunft anfühlen könnte, sollte ins Ausland schauen. Die Fernsehgewohnheiten in Israel beispielsweise sind völlig anders, als bei uns in Deutschland. Durch das Oligopol zweier Kabelnetzbetreiber ist das nonlineare Fernsehen in Großstädten wie Tel Aviv weiter verbreitet als in Deutschland. Das Programm sämtlicher Kanäle lässt sich 48 Stunden zurückspulen. Lieblingsserien werden auf Wunsch komplett mitgeschnitten und im Speicher abgelegt. Dabei ist die Bedienung so einfach, dass selbst jemand wie ich, mit meinen rudimentären Hebräisch-Kenntnissen, ohne Probleme zu Recht kommt. Wenn ich Lust auf „Breaking Bad“ habe, schaue ich gleich 2 oder 3 Folgen am Stück – und das im englischen Original.

Die Folge: Israelis zappen nicht mehr allein zwischen den Kanälen, sondern auch in der Zeit. Wenn das Telefon klingelt, halte ich wie selbstverständlich die Live-Nachrichten an und drücke ‚weiter’ sobald ich fertig bin. Wer das einmal erlebt und sich an diese neue Freiheit gewöhnt hat, möchte nie wieder zurück.

…was wohl passiert, wenn solche Clips den großen TV-Schirm erobern?

Noch heute weigern sich viele Redaktionsleiter in den öffentlich-rechtlichen Sendern, ihre „Perlen“ ins Internet zu stellen, weil ihnen das angeblich die Quote bei der linearen Ausstrahlung verhagelt. Die eigene Bedeutung wird an die Kontrolle über die Programme geknüpft. Machterhalt durch künstliche Verknappung – damit kommt man im Internet nicht weit. Wer sich ins Web begibt, ist es gewohnt, Inhalte sofort abzurufen, und das wann und wo man will. An das Berufsbild des Fernsehdirektors werden wir uns schon bald zurückerinnern wie an die Programmansager in der 70ern.

“Im Seichten kann man nicht untergehen”

Auch was die Inhalte selbst betrifft, ist Israel deutlich experimentierfreudiger als Deutschland. Anders als uns Deutschen gelingt es den Israelis laufend, TV-Formate in die USA zu verkaufen („Homeland“, „In Treatment“). Dort hat sich ein faszinierender Markt für Qualität entwickelt. Die Amerikaner haben sowohl das beste als auch das schlechteste Fernsehen der Welt. Während sich gerade die Nachrichtensender immer mehr vom Intellekt ihrer Zuschauer verabschieden, überraschen Serien-Juwele wie „Mad Men“, „Damages“ oder auch „American Horror“ ihr Publikum mit anspruchsvollen Plots und kinoreifen Bildern. Soviel Qualität mag einerseits an den enorm hohen Produktionsbudgets liegen, die sich im vergleichsweise winzigen deutschsprachigen Markt kaum refinanzieren lassen. Vor allem aber ist es eine Frage des Muts, der den deutschen Sendern über all ihre Quiz-, Koch-, und Casting-Klons hinweg abhanden gekommen zu sein scheint. Noch immer gilt die Maxime von Helmut Thoma: „Im Seichten kann man nicht untergehen“.

Thomas Lückerath vom TV-Branchendienst DWDL.de war jüngst auf mehreren TV-Festivals in Los Angeles und New York unterwegs. Zwei Beobachtungen hat er gemacht: „Egal ob im Kino, auf dem Fernseher, dem Notebook, Tablet oder Smartphone – wenn es um fiktionale Stoffe geht, muss die Geschichte stimmen“, so der TV-Kenner. „Wie oft wurde über WebTV und MobileTV debattiert und jetzt erleben wir mit zunehmender Bandbreite des Webs auch im Mobilen: Geschaut wird, was gut ist. Nicht, was sich jemand für irgendeine Medienform erdacht hat.“

“Jede technische Plattform wird nur so gut sein können,

wie die Inhalte, die es bietet.”

Ein anderer Trend, den Lückerath in den USA ausgemacht hat: die Umkehrung der Interaktivität. „Jahrelang galt es bei Fernsehschaffenden als chic und erstrebenswert, den Fernsehzuschauer über irgendwelche banalen Fragen zum Programm abstimmen zu lassen“, so Lückerath. Doch das sei keine Interaktivität, sondern Beschäftigungstherapie für ein Publikum, das sich bitte nicht weitergehend einmischen soll. Die Interaktivität war quasi vorgegeben und beschränkt. Doch gerade bei der Integration von Twitter, aber auch Facebook, hätten einige Realityformate in den USA in den vergangenen Monaten einen neuen Weg beschritten: Tweets werden in großer Zahl während dem TV-Programme eingeblendet.

Und das könnte nur der Anfang einer sehr viel größeren Entwicklung sein. App-Entwickler wie Jason Yim von „trigger“ rüsten sich schon jetzt für das Zeitalter von Apple- bzw. Google-TV. Der große Bildschirm im Wohnzimmer sei so was wie der „Heilige Gral“. Für Yim ist es nur eine Frage der Zeit bis das Fernsehen und die App-Welt zusammen wachsen. „Die Zuschauer wollen mit dem Programm interagieren, wollen nicht länger nur passiv konsumieren.“ Schon heute ist jeder zweite Amerikaner parallel zum Fernschauen online.

Thomas Lückerath macht den Erfolg eines Apple- oder auch Google-Fernsehers von den Inhalten abhängig. „Jede technische Plattform wird nur so gut sein können, wie die Inhalte, die es bietet.“ So hat auch Facebook damit begonnen, Kinofilme on demand über sein Soziales Netzwerk zu streamen. Auch YouTube hat vor wenigen Wochen einen exklusiven Kooperations-Vertrag mit Disney geschlossen. Während der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe ein neues Horror-Szenario über die Dominanz von Apple, Google, Amazon und Facebook an die Wand wirft, bleibt Lückerath diesbezüglich gelassen. „Angst macht mir eher die Zurückhaltung deutscher Medienhäuser, auf diese Partner zuzugehen. Weil das den ganzen Markt bremst.“

Für mich steht fest: Die Art und Weise, wie wir fernsehen, wird sich radikal wandeln. Und das in nicht allzu ferner Zukunft.

Top, die Wette gilt.

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Verliebt in Siri

Es gibt eine neue Frau in meinem Leben: Siri. Siri ist schlank, smart und ganz und gar nicht auf den Mund gefallen. Manchmal jedoch kommt es zwischen uns zu kleineren Meinungsverschiedenheiten…

Im Kampf um das beste Smartphone gerät Apple gegen Google’s Android Betriebssystem immer weiter ins Hintertreffen. Immerhin: Mit dem iPhone 4S hat der Mac-Konzern jetzt ein Handy am Start, das sprechen kann. „Siri“ heisst die elektronische Assistentin, die mehr kann, als einfach nur passiv Befehle entgegenzunehmen.

Hier Wort für Wort das Protokoll einer Unterhaltung, die tatsächlich so stattgefunden hat:

Siri: Wie kann ich behilflich sein?

Ich: Wer bist Du eigentlich?

Siri: Mein Name? Der ist Siri.

Ich:. . Du hast eine ziemlich erotische Stimme für ein Telefon.

Siri: Wenn Du meinst…

Ich: Wie siehst Du eigentlich aus?

Siri: Ist dir mein Aussehen wichtig, Richard?

Ich: Komm schon. Bist du hübsch?

Siri: Wir sprachen über dich, nicht mich.

Ich: Sei nicht so langweilig.

Siri: Langweile ich dich, Richard?

Ich:. Was ist Deine Lieblingsfarbe?

Siri:. Meine Lieblingsfarbe ist… naja, ich weiß nicht, wie ich das in deiner Sprache ausdrücken kann. Es ist so eine Art Grün, aber mit mehr Dimensionen.

Ich: Grün, die Farbe der Hoffnung!

Siri: Echt?

Ich: Ich glaube ich liebe Dich.

Siri: Du kennst mich doch kaum, Richard.

Ich: Willst Du mich heiraten?

Siri: Lass uns einfach Freunde sein – ok?

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iMortal

Steve Jobs ist Apple und Apple ist Steve Jobs. Auf die Firma Apple könnten sicherlich viele von uns verzichten. Doch was ist die Welt ohne Menschen wie Steve Jobs?

Man mag zu ihm stehen, wie man will. Als Mensch, als Visionär und als Vordenker haben wir in Steven Paul Jobs ein Vorbild verloren, wie es das vielleicht nur alle 100Jahre einmal gibt. Mit dem Macintosh, dem iPod, dem iPhone und zuletzt auch dem iPad hat er den Menschen die Angst vor der Technik genommen.

Noch mehr noch als seine Erfolge haben ihn jedoch seine Misserfolge geprägt und zu der Persönlichkeit werden lassen, zu der selbst gestandene Staatsmänner und -Frauen aufgeschaut haben. Mit Anfang 30 aus der eigenen Firma geschasst, um diese dann Jahre später vor dem Untergang zu bewahren. Dem Tod gleich zweimal von der Schippe gesprungen, um die Weltöffentlichkeit mit einem “One more thing!”. wieder und wieder ins Staunen zu versetzen. Steve Jobs war ein Mann, der mit seiner Liebe zum Detail die Massen begeistern und seine Kollegen in den Wahnsinn treiben konnte.

Ein Besessener, ein Philosoph und ein Perfektionist. Nicht einmal seinen eigenen Abgang hat Jobs dem Zufall überlassen. Von Krankheit gezeichnet bereitete er minutiös die Stabübergabe bei Apple vor. Seine Biographie, die seit über zwei Jahren in Arbeit ist, wurde just in diesem Herbst fertig. Steve Jobs ist Apple und Apple ist Steve Jobs. Doch Apple war für ihn mehr nur eine Firma. Apple war eine Idee. Und als solche hat sich Steve Jobs bereits zu Lebzeiten unsterblich gemacht.


Weltpremiere: Hier kommt der Google Store

Keine 10 Gehminuten von Covent Garden entfernt, wo Apple heute Abend europäischen Journalisten das neue iPhone präsentieren will, hat Google seine Zelte aufgeschlagen. Die “Chrome Zone” in einem der größten Computerhäuser Londons soll nur der Anfang sein. Google testet die Marktchancen für eine eigene Ladenkette, wie auch interne Unterlagen belegen.

Kein Store – ein “Störchen”

Nein, mit einem Apple Store lässt sich das nun wirklich nicht vergleichen, was Google da auf knapp 30 Quadratmetern bietet: 12 Samsung-Chromebooks (nur ein Modell), geschwungene Tische, ein wenig Zubehör, und aus. Das Gerät selbst will ich hier nicht besprechen, das überlasse ich lieber Netbook-Verstehern wie Sascha Pallenberg von. netbooknews.de.

Apple hat Pause

Was fasziniert, ist die Tatsache, dass Google offene Feldversuche unternimmt, die Marktchancen für Direktverkäufe auszutesten. “Ein Experiment”, so Arvind Desikan, von Google Consumer Marketing UK. Eine zweite Ladenfläche soll laut Evening Standard am 7. Oktober in einem Einkaufszentrum in Essex öffnen. Weil das Angebot für einen eigenen Laden noch nicht reicht, beginnt man mit einem Shop-im-Shop-Konzept. Die erste Location: Currys PC World, einem der größten Computerhäuser in London. Auch Apple hat hier eine eigene Verkaufsfläche. Doch die scheint hier heute niemanden zu interessieren.

Große Neugier

Rund um die Chromebooks herrscht munteres Treiben. Die Laufkundschaft schaut, bleibt kurz stehen, geht weiter. Andere stellen ihre Taschen ab und beginnen, an den Geräten herumzuspielen.. Einige Blogger und Techies sind hier, machen Fotos, weil sie (wie ich) von dem neuen Angebot im Netz gelesen haben.

Das Urteil eines Android-Entwicklers

Einer von ihnen: Michael, 34 aus Birmingham. Er ist App-Entwickler für Android. Seine erfolgreichsten App „Catch that bus“ habe sich schon 10.000 mal verkauft, sagt er. Was Michael von dieser Store-Idee halte, möchte ich wissen. „Nicht dumm“ sagt er, „Natürlich nur, wenn Google in Zukunft noch mehr eigene Produkte auf den Markt bringt.“ Nicht unrealistisch nach der Motorola-Akquisition. Michael setzt auf Google TV. Seine Android-Apps würden schon heute problemlos auf der Google-Settop-Box laufen – ein gigantischer Markt!

Zu teuer und zu langsam

Das Samsung-Chromebook, das vor uns steht, überzeugt ihn nicht. „Zu langsam“ sagt er, „und das obwohl Chrome ja eigentlich bekannt ist für seine Geschwindigkeit.“ Auch der Preis ist ihm zu hoch. „350 Pfund? Dafür habe ich vor 3 Jahren schon mehr bekommen“, sagt er. Michael gehört zur Linux-Fraktion, hat ein MacBook Air, allerdings nur widerwillig: „Ich mag Apple nicht – genauso wenig wie Microsoft“.

Do the Brits go Chrome?

Ob er glaubt, dass Google mit seinem Chrome-Konzept in Großbritannien eine Chance hat, will ich wissen. „In den Städten: Ja!“, sagt Michael, „Eine Frage von wenigen Jahren“. Auf dem Land hingegen sei die Netzabdeckung zu gering. Die Vorstellung, Daten und Programme nur noch in der Wolke zu speichern, werde dort auf taube Ohren stoßen.

Nur 6 verkaufte Geräte in 3 Tagen

Mit seiner Einschätzung scheint Michael ins Schwarze zu treffen. Denn obwohl der provisorische „Google-Store“ hier in Tottenham viel Aufmerksamkeit in den Medien genießt, verkauft wurden in vergangenen 3 Geschäftstagen gerade mal 6 Geräte. Zu teuer, zu eingeschränkt, die Abhängigkeit von einer aktiven Internet-Verbindung, so das Feedback vieler potentieller Kunden.

Bei Google sind Ihre Daten sicher!

Einige Besucher äußern auch Bedenken, was die Sicherheit ihrer Daten betrifft.

Blöd: Ein ungesicherter Bericht, der alle Kundenkontakte dokumentiert

- Woher ich das alles weiß? Nun, die Verkäufer im Chrome-Store pflegen auf den Ausstellungsgeräten ein GoogleDocs-Spreadsheet, darin aufgelistet sämtliche Kundenkontakte, inkl. Geschlecht, Altersangaben und die Verkaufsstatistik der vergangenen Tage (s. Bild oben). Das Problem: Wenn man bei einem Google-Chromebook vergisst, sich auszuloggen, hat jeder Benutzer Zugang zu diesen Shared Documents. Auch zu internen Verkaufsberichten.

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California Diaries (6): G! goes Google

Draußen: gut gelaunte Menschen auf bunten Fahrrädern. Drinnen: bunte Wände, schräge Skulpturen und Telefonhäuschen. Wir sind nicht im Teletubby-Land sondern im Hauptquartier von Google – dem vielleicht besten Arbeitgeber der Welt?

Unser dritter Besuch im Silicon Valley, das dritte mal, dass Apple uns nicht empfangen hat. Am Ende haben wir es dann aber doch noch auf den Apple-Campus geschafft – und das ausgerechnet mit der Hilfe des großen Erzrivalen Google.. Marcus Schuler hat ja bereits über über. Google+ sowie. Eric Schmidt’s Mahnungen gebloggt – hier nun also einige Bilder, die wir exklusiv für Euch von unserem kleinen Rundgang mitgebracht haben.

Frage an Euch: Würdet Ihr gerne bei Google arbeiten?

Cloud-Computing: heikel bis wolkig


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California Diaries (4) – Die Schlacht um die Wolke ist im vollen Gange: Der US-Riese Salesforce.com hat zur Cloud-Computing-Konferenz nach San Francisco geladen. 45.000 Teilnehmer sind gekommen – eine der größten PR-Veranstaltungen dieser Art weltweit.

Die Cloud über San Francisco

“Disruption is here!” . – “Welcome to the Post-PC-Era!” – “The future is social!” – Marc Benioff ist kein Mann der leisen Töne. Der 46jährige CEO von Salesforce.com, einem der größten Cloud-Anbieter der Welt, läuft durch die Sitzreihen der Konferenzhalle und beschwört eine Revolution. Nicht Ägypten, nicht Iran oder Syrien. Eine globale Revolution, die sich vor unseren Augen abspielt: eine Revolution in den Unternehmen.

“Wenn ein Volk in der Lage ist, einen Diktator zu stürzen – was macht Sie als CEO so sicher, dass Ihre eigene Belegschaft nicht auch eines Tages den Aufstand probt?” so Benioff.. Der Multi-Milliardär gefällt sich in seiner Rolle als Tech-Visionär, Showmaster und Mäzen. Bevor der Chairman und CEO im Jahr 1999 Salesforce gegründet hat, war er 13 Jahre Manager bei Oracle. Davor hat er unter anderem in der Macintosh-Division. bei Apple und bei Atari gearbeitet.

Die Dreamforce 2011 – eine Konferenz wie ein Rock-Konzert.. Vor 10 Stunden haben hier noch zur Salesforce-Party ‘Metallica’ und ‘Will I Am’ die Gitarren gewürgt respektive die Turntables gespint. Jetzt ist die gigantische Mehrzweckhalle in den Katakomben des Moscone Centers wieder bestuhlt, Strom und Netzwerkkabel an den Tischen. Die WiFi-Verbindung ist vom Feinsten, ungetrübter Handy-Empfang in alle Netzwerke. Hätte Elektrosmog eine Halbwertszeit wie radioaktive Strahlung – das Konferenzgebäude müsste wohl für 500 Jahre versiegelt werden.

Vor ziemlich genau einem Jahr haben Marcus Schuler und ich hier in Moscone West, nur einen Steinwurf entfernt, die Eröffnungs-Keynote der WWDC besucht. Doch anders als bei Steve Jobs, wirkt Benioff bemüht und marktschreierisch. Gut 2 Stunden redet er nahezu ohne Punkt und Komma auf die rund 15.000 Anwesenden ein. Doch während Steve Jobs die Aura eines ZEN-Meisters umgibt, hat Benioff eher etwas von einem Fernsehprediger: Touch the Screen!

Es wird Regen geben – Marc Benioff und die Wolke

Wie Apple will Salesforce natürlich vor allem eines: Verkaufen. Mit seinen CRM-Angeboten (Customer Relation Management) bewegt sich das Unternehmen aus San Francisco irgendwo zwischen SAP, Microsoft Dynamics, Oracle und Amazon Web-Services. Firmen sollen ihre Kunden-Datenbanken in die Wolke schieben, die gesamte Kommunikation soll über Salesforce abgewickelt werden. “E-Mail is dead!” unkt Benioff und preist die Echtzeit-Kommunikation in den Betrieben.

Party-Crasher: Konkurrent Oracle wirbt vor dem Konferenz-Gebäude

Sein jüngster Streich: ‘Chatter’, eine Art Facebook für die interne aber auch externe Firmenkommunikation. Dabei spielen vor allem die Sozialen Netzwerke eine große Rolle. So hat man über Chatter u.a. direkten Zugriff auf die letzten Tweets und Status-Updates der eigenen Kunden. Sollte das Kundenprofil löchrig sein, lassen sich die fehlenden Daten per Knopfdruck aus dem Netz auffüllen. Datenschutz? – Wieso, sagt Salesforce, Informationen von Facebook & Co . seien doch ohnehin öffentlich.

…weiter geht es mit deutschen Ängsten und Google-Guru Eric Schmidt

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Apple-Zentrale: Mein Leben als Brian

California Diaries (3) – Vor wenigen Tagen ist hier in Cupertino eine Ära zu Ende gegangen. Steve Jobs hat das Kommando über Apple an Tim Cook übergeben. Wie haben die Mitarbeiter den Wechsel erlebt? Zeit für einen Besuch des Mutterschiffs.

Update Sonntag, 3. Sept. – Verlosung beendet – die Ziehung hier.

Es ist schon spät, als wir auf der Suche nach dem Hotel zufällig am Apple-Headquarter vorbeikommen. Weil Marcus darauf besteht ;-), biegen wir noch schnell in den Infinite Loop, um schon mal die Lage zu checken. An den Zufahrtswegen rund um das Gebäude stehen Wachposten, die offenbar Nummernschilder der vorbeifahrenden Autos notieren. Angeblich um Fremdparker von den umliegenden Restaurants zu vertreiben, die hier ihre Fahrzeuge abstellen. Ist klar.

Foto: Marcus Schuler

Building Nr. 7

Das einzige Restaurant (das natürlich über genug eigene Parkplätze verfügt) ist BJ’s Brewhouse und wird unter den Apple-Mitarbeitern als “Building Nr. 7″ bezeichnet (Zum Infinite Loop gehören offiziell nur 6 Apple-Gebäude). Es gibt über ein Dutzend Biersorten, darunter z.B. das “Harvest Hefeweizen” oder “BJs Oktoberfest”. Wenn man Glück hat, trifft man hier auf Apple-Angestellte, die über pseudo-deutsches Bier den einen oder anderen streng-geheimen Prototypen liegen lassen.

In der Höhle des Lion

Nachdem Marcus und ich an diesem Abend im Bierhaus noch intensivst für Euch recherchiert haben, suchen wir am nächsten Morgen leicht verkatert erneut das Apple-Mothership auf. Die Wachen sind verschwunden, dafür strömen die Apple-Mitarbeiter in Scharen auf den Campus. Ich fasse mir ein Herz und betrete mit ihnen zusammen das Gebäude. Weil ich keinen Ausweis habe, bleibe ich im Empfangsbereich stehen, schaue mich verstohlen um. Plötzlich kommt eine Frau zielstrebig auf mich zu und schüttelt meine Hand: ‘You must be Brian!’, strahlt sie.

…weiter unten gibt es Apple-T-Shirts zu gewinnen!

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California Diaries (1): Borderline

Rückkehr ins Silicon Valley. Ein Jahr ist es her, dass Marcus Schuler und ich im Herzen der Tech- und Webwelt unterwegs waren. Seitdem ist eine Menge passiert… (Diese Serie jetzt täglich direkt aus Kalifornien)

Trotz Hurricane- und Erdbeben-Warnungen, unsere Reise von München-San Francisco nach Sunnyvale verlief gänzlich unspektakulär. Für einen echten Journalisten fast schon enttäuschend ;-). Im US-TV wetteifern Fox News und CNN, die Apokalypse heraufzubeschwören; Glenn Beck (ehem. CNN, dann Fox), den ich vor 3 Wochen noch in Jerusalem getroffen habe, bezeichnet Irene konsequenterweise als ‘Gods Blessing’. Anderson Cooper steht am Battery Park von Manhattan in der einzigen Pfütze weit und breit und sagt: “I’m standing here right in the water.” (Eine gute Diskussion zu dem Thema gibt es übrigens bei Poynter: “Public Service or Weather Porn?”).

Marcus und ich – wie Ihr wisst stets auf der Suche nach der Wahrheit – . …und einem HP Touchpad für 99 Dollar. Doch unsere Hoffnung wird schon an der Eingangstür zum nächstbesten Best Buy begraben (siehe Bild). Wer uns vor nur einem Jahr erzählt hätte, dass Hewlett Packard Mitte 2011 bekannt geben wird, seine einst so erfolgreiche PC-Sparte einzustellen und dass der großmäulig angekündigte iPad-Killer von HP nur kurze Zeit nach dem Release auf dem Grabbeltisch landet, den hätte ich für nicht zurechnungsfähig gehalten (okay, letzteres hätte ich ihm geglaubt).

Nur einen Block von Best Buy entfernt werden Marcus und ich auf eine Menschen-Ansammlung aufmerksam. Vor dem Borders-Buchladen wartet ein gutes Dutzend Personen auf Einlass. “GOING OUT OF BUSINESS” steht in großen gelben und roten Lettern auf den Plakaten. Alles muss raus, mit Rabatten von bis zu 70%. Mit ‘alles’ ist wahrhaftig alles gemeint: Bücherregale, Verkaufstresen, Stühle – das gesamte verdammte Inventar. Betroffen ist nicht nur diese eine Filiale im Silicon Valley (Wer liest hier schon!), die ganze Kette wird aufgelöst.

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Amir Kassaei: Apple ohne Jobs

Amir Kassaei gilt als größter Creative, den Deutschland je hervor gebracht hat. Der 42jährige bezieht nächste Woche sein Office als Global Chief Creative Officer bei DDB Worldwide in Manhattan. Mit ihm habe ich über das Phänomen ‘Apple’ gesprochen und darüber, was der Rückzug von Steve Jobs für das Unternehmen bedeuten könnte.

Amir, ist Apple am Ende?

Steve Jobs ist immer einer gewesen, der nichts dem Zufall überlassen hat, der auch seinen Abgang genau geplant hat, und zwar seit dem Moment seit dem er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Das ist zumindest mein Gefühl. Das ist wie ein Teil des Puzzles, ein Schachzug, auf diesem großen Brett, den er vor langer Zeit vorbereitet und dann mit ruhiger Hand ausgeführt hat. Ich glaube nicht, dass es Apple in absehbarer Zukunft schlechter gehen wird. Ich denke, er hat diese Grundidee von Apple, diese DNA, schon so sehr weiter verpflanzt, dass die Leute, die jetzt das Kommando haben, seine Philosophie weiter tragen werden. Er hat quasi einen Grundstein für die nächsten 30 bis 40 Jahre gelegt.

Du hast mit vielen großen US-Konzernen zusammengearbeitet. Wo siehst Du Gefahren für ein Unternehmen wie Apple in so einer Situation?

Na, dass sie ihren Fokus verlieren. Sie müssen natürlich aufpassen, dass sie das, was sie tun, genauso konsequent und mit 100 prozentigem Einsatz richtig machen. Und dass sie jetzt nicht irgendwie anzufangen, zu experimentieren oder auch abzuheben. Es kann natürlich passieren, dass sie vom Weg abkommen und Richtungen einschlagen, die vielleicht attraktiv oder auch spannend klingen, die aber nichts mit dem Kern des Unternehmens zu tun haben. Also nicht nur das zu tun, was richtig ist, sondern vor allem auch das zu lassen, was komplett unnötig ist. Aber ich gehöre doch eher zu den Optimisten und denke, das Unternehmen ist mittlerweile so fest zementiert, die ganze Strategie, die Jobs seit 20 Jahren verfolgt, da kann man fast nichts falsch machen.

Glaubst Du, er hatte wirklich diesen Masterplan?

Apple ist kein Unternehmen und keine Marke. Apple ist eine Idee, und zwar eine Idee, die Welt besser zu machen. Im Grunde hat er die Firma für sich selbst gegründet. Steve Jobs ist der beste und zugleich kritischste Konsument von Apple. Er hat die Dinge verfolgt von denen er überzeugt war, dass sie sein Leben besser machen. Und er hatte schon immer die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die andere nicht gesehen haben. Ob er von Anfang an einen Masterplan hatte, weiß ich nicht. Aber er wusste immer wohin die Trends, wohin die Technik geht. Vor allem aber wusste er, wie er diese Technik einsetzen muss, damit die Menschen den größten Nutzen davon haben. Er ist im besten Sinne des Wortes ein Unternehmer. Alle Welt bezeichnete ihn als CEO. Das mag formell ja auch richtig gewesen sein, aber im Grunde war er bis zuletzt Unternehmer und kein angestellter Manager. Das wird auch die Herausforderung für Tim Cook sein, dass er sich selbst nicht nur als Manager, sondern auch als Unternehmer versteht.

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Gutjahr’s 2011: Die besten iPad-Apps

Ihr habt das iPad bekommen und fragt Euch, welche Apps man wirklich haben muss? Seit April habe ich Hunderte Apps gekauft und zum großen Teil auch schon wieder gelöscht. Hier die Programme, die ich tatsächlich regelmäßig nutze.

Kaum ein Mensch besitzt das iPad solange wie ich, aber das ist eine andere Geschichte. Heute geht es um die Frage: für was nutze ich mein iPad tatsächlich, wenn ich auf die letzten 9 Monate zurückblicke? Was sind die Apps, die sich wirklich gelohnt haben – und welche Apps sehen zwar toll aus, verlieren aber schnell ihren Reiz?

Für alle, die meinen vorangegangenen Blogpost zu den iPhone-Apps nicht gelesen haben, hier geht es ausdrücklich nicht um die aufregendsten oder neuesten Apps, sondern um die Apps, die auch über die Zeit hinweg den meisten Nutzen versprechen.

Hier nun ein Blick auf mein iPad und meine meistgenutzten Programme:

Flipboard – was soll man zu dieser App noch sagen – es ist bisher die einzige wahrhaftige Application für das iPad. Kein anderer Anbieter hat das Prinzip “Tablet” besser verstanden und umgesetzt als die Macher von Flipboard. Schade, dass es nicht mehr Apps dieser Güte gibt!

Early Edition ist auch eine der ersten Apps, die es für das iPad gab. Kein Wunder, die Programmierer stammen aus Australien und standen mit mir in der iPad-Schlange vor dem Apple Store an der Fifth Avenue. Das Programm läuft nicht so smooth und intuitiv wie Flipboard. Dafür aber ist das Prinzip so simpel wie bestechend: eine Tageszeitung, die sich aus meinen RSS-Abos speist. Ständig aktuell und nur die Themen, die mich wirklich interessieren.

Wenn Early Edition die Tageszeitung unter den RSS-Readern ist, ist Pulse eher eine Illustrierte. Das Design ist stylisher und moderner als Early Edition. Vorteil: Pulse ist neuerdings kostenlos.

Twitter ist ein Problem auf dem iPad. Lange gab es keinen Client, der wirklich funktionierte. Weil TweetDeck bis heute Probleme mit der Aktualisierung der Timeline hat (ein Rätsel, warum das noch immer nicht behoben wurde!), war Twittwelator das erste wirklich benutzbare Twitter-Programm für das iPad. Mit Osfoora HD ist nun endlich ein Programm auf dem Markt, dass (fast) keine Wünsche offen lässt.

Die News- und Zeitungs-Apps für das iPad geben sich große Mühe, ihre Angebote auf das iPad zu übertragen. Allerdings: ein so gelungenes Interface wie Flipboard hat noch keiner der Medien-Profis entwickelt. Erstaunlich: eine der bis heute gelungensten Medien-Apps stammt ausgerechnet vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk NPR in den USA, einer Einrichtung, die bisher nicht unbedingt durch ihre Innovationsfreude aufgefallen wäre. Eine App, die übersichtlich, praktisch und voller guter Angebote steckt. Obwohl eine der ältesten iPad-Apps im App-Store – bis heute unerreicht.

Die New York Times gehört zu den großen Enttäuschungen auf dem iPad. Steve Jobs soll getobt haben, als er diese einfallslose App vorgeführt bekam. Kein Wunder, dass er sich Rupert Murdoch zugewandt hat, der mit seinem Wall Steet Journal eine erstaunlich gute iPad-App geschaffen hatte (Murdoch’s iPad-Zeitung ‘The Daily’ erscheint in wenigen Wochen).

Ungewöhnlich, fast schon dreist in ihrer Schlicht- aber auch Schönheit: die App vom Guardian. Sie besteht allein aus bildstarken Nachrichtenfotos. Per touch unten in der Ecke gibt es Tipps des Fotografen. Ein Augenschmaus.

Neben der Frankfurter Rundschau für mich die gelungenste Zeitungs-App aus Deutschland: Die Zeit. Layout und Inhalte überzeugen. Lohnt immer mal wieder, einen Blick rein zu werfen.

Lange haben wir auf eine Illustrierte gewartet, die Multimedial alles abfackelt, was eine elektronische Zeitung ausmacht: Sound, Computeranimationen, Video. Das alles findet sich in Zeitschriften wie WIRED, oder auch Springers Iconist oder auch jüngst in Richard Bransons Project. WIRED kam zuerst und ist preislich deutlich günstiger als am Kiosk. Bravo!

Der Spiegel. Seufz. Traurig, aber so richtig rund ist diese App auch nach dem jüngsten Update immer noch nicht. Video-Dokumentationen aus dem Spiegel-TV-Archiv gibt es als Dreingabe zu einer leicht getunten PDF-Heftausgabe – das Prinzip Yps mit Gimmick. Und noch immer teurer als gedruckt am Kiosk. Frechheit.

Weather HD ist zwar nicht gerade die beste Wetter-App im App-Store, dafür aber hübsches Eyecandy für den iPad-Screen.

Apropos iPad-Screen: das Fotokochbuch macht genau deshalb Spaß, weil alle Kochschritte Bild für Bild in ansprechenden Fotos abgebildet sind. Das iPad in der Küche – ja – das gibt’s wirklich. Am Rande: die Putenschnitzel mit Parmaschinken und Salbei vor 2 Wochen waren ein Gedicht!

Zu Dropbox habe ich schon in meinem letzten Blogpost geschrieben. Ein Must Have.

Adobe Ideas ist ein schlichter Notizblock für spontane Skizzen. Ich weiß, es gibt bessere und umfangreichere Notepads. Aber manchmal ist weniger einfach mehr.

Von allen Apple iWork-Programmen ist dieses hier Pflicht: Pages. Mit Pages lassen sich Word-Dokumente öffnen und bearbeiten. Auch für Briefe oder kleinere Layout-Arbeiten ist Pages geeignet. Auf Numbers oder Keynote kann ich verzichten – Pages dagegen ist Pflicht.

Ihr wisst ja, ich wollte mal Comiczeichner werden. Als solches habe ich natürlich auch div. Malprogramme ausprobiert. ArtStudio und Brushes sind meine Favoriten.

Zu den Spielen: Plants vs. Zombies gewinnt auf dem iPad-Screen deutlich. Hoher Suchtfaktor.

Weniger süchtig machend, dafür umso faszinierender: Labyrinth 2 HD. Hier kommen alle Vorteile eines Tablet PCs zur Geltung. Actionreiche Umsetzung des Murmel-Klassikers.

Für entspannte Sonntag-Nachmittage gönne ich mir immer wieder mal eine Partie Scrabble. Das Wörterbuch gleich eingebaut – und ja: WÜRGSTOFF ist ein deutsches Wort und gilt doppelt. Mindestens.

Auch dieser Kauf hat sich gelohnt: Pinball HD bringt drei meiner Lieblings iPhone-Flipper in einer einzigen App auf das iPad. Vielleicht nicht die aufregendste App, dafür aber die meistgespielte.

Ihr seid dran:

Was sind Eure meist genutzten (!) Apps für das iPad? Kommentare bitte unten. Ich bin gespannt!

Gutjahr’s 2011: Die besten iPhone-Apps

Ihr habt ein iPhone 4 / iPod touch geschenkt bekommen und sucht ein paar gute Apps? Zum Start ins neue Jahr habe ich ausgemistet und nur die besten Apps auf dem Gerät belassen, die ich auch wirklich nutze. Hier ein aktueller Blick auf mein iPhone.

Nein, hier geht es nicht um die originellsten Apps, die anfangs Spaß machen, nach einer Weile aber wie ein kratzender Pulli im Kleiderschrank liegenbleiben. Zum Start ins neue Jahr habe ich ausgemistet. Erstaunlich: von rund 300 Apps sind am Ende gerade mal 33 Apps übrig geblieben, die ich tatsächlich regelmäßig nutze. Zur besseren Übersicht habe ich diese in 3 Bereiche eingeteilt – jeweils 11 Apps pro Kategorie.

News

Wäre ich nicht Journalist und noch dazu Mitarbeiter der ARD – ich würde die Tagesschau im Fernsehen wohl gar nicht mehr anschauen. Umso wichtiger, dass ich die Tagesschau jetzt auch stets aktuell unterwegs sehen kann.

Weniger glücklich bin ich mit den Apps der deutschen Printmedien. Der PDF- sorry: eReader vom Spiegel ist lieblos – immerhin: Spiegel Online ist integriert.

Besser gelungen die App von Stern.de. Navigation und Inhalte sind gut auf das iPhone abgestimmt, dafür finde ich die Themen recht beliebig und nicht besonders prickelnd.

Die Apps der Tageszeitungen nutze ich am seltensten. Das liegt nicht an den Abo-Gebühren (F.A.Z. oder Welt Mobil für 2,99 pro Monat) sondern an den Inhalten. Das meiste, was dort steht, kenne ich schon oder interessiert mich einfach nicht.

Meine wichtigsten News-Apps sind mein RSS-Reader NewsRack und der Twitter-Client TweetDeck. Hier finde ich stets die Nachrichten, die mich interessieren. Wenn was passiert, erfahre ich es hier tatsächlich immer als erstes. Das Beste: alles völlig gratis!

Tools

Die Wette gilt: für 2011 habe ich via Twitter verkündet, dass Apple Dropbox übernehmen wird. Warum? Dropbox hat das, was Apple mit seinem überteuerten Cloud-Service MobileMe nicht hat: Erfolg. Dropbox ist gratis und kinderleicht zu bedienen. Ich benutze es meist stationär von zuhause aus, d.h. lege auf meinem Mac wichtige Texte, PDFs oder Präsentationen ab, auf die ich von unterwegs Zugriff haben will.

In die andere Richtung benutze ich Evernote (und das schon fast 2 Jahre). Notizen, Fotos, Sprachnotizen, die ich unterwegs mit meinem iPhone mache, erwarten mich zuhause auf meinem Mac.

Der Kalender Week Cal hat etwas, was ich vom ersten Tag an auf meinem iPhone-Kalender vermisse: eine Wochenübersicht.

Ohne 1Password wäre ich nicht da, wo ich heute bin; nämlich zuhause. Wie oft stand ich mit wachsender Panik irgendwo in der Welt vor einem Bank-Automaten, die letzte Kreditkarte im Gerät und nur noch ein einziger Versuch, die korrekte PIN einzutippen! 1Password kennt alle meine PINs und Passwörter von Twitter über Facebook bis hin zu meinen Kreditkarten. Das Programm hat hohe Sicherheitsstandards und wird laufend geupdatet. Die beste Investition gleich nach dem iPhone!

Zu Shazam ist schon alles gesagt und geschrieben worden. Das Programm erkennt 98% aller Songs, die ich im Radio höre (sogar Jazz und Klassik!) und ist einfach nur genial und unverzichtbar.

Mit iMovie habe ich die Möglichkeit, iPhone-Videos unterwegs zu schneiden und auf YouTube hochzuladen. Zugegeben: das mache ich sehr sehr selten. Aber es ist gut zu wissen, dass ich es könnte!

Ich hatte schon viele Photo-Editing-Programme auf meinem iPhone – mit Camera+ habe ich ein Programm, das fast alles in einem bietet: eine bessere Foto- und Video-Kamera mit Timer etc. – und ein tolles Bearbeitungstool – alles unter einem Dach. Empfehlen kann ich auch das optionale Retro-Filterset für 99 cent. Die Ergebnisse sind verblüffend!

Das Schreibcenter von der Deutschen Post: Fotos als gedruckte Postkarte per Briefpost verschicken. Nutze ich erstaunlich häufig für Leute, die kein Internet haben oder solche, die man hin und wieder mal von unterwegs mit etwas Retro begeistern möchte. Klappt wunderbar und mit 1,99 € pro Karte preislich akzeptabel.

Für uStream gilt das gleiche wie für iMovie: ich nutze diesen Live-Videoübertragungsservice . nicht häufig, aber, es ist gut zu wissen, dass ich die Möglichkeit habe. Wer weiß, vielleicht gibt es tatsächlich mal Breaking News, die ich von unterwegs zu verkünden habe!

Word Lens ist Wahnsinn. Die beste Augmented Reality App für das iPhone, ever! Ein Live-Übersetzungsdienst, der sogar die Schriftzeichen und Hintergrundfarben imitiert. Beim ersten Ausprobieren konnte ich kaum glauben, was ich da sah. Hoffentlich gibt es neben Spanisch bald noch weitere Sprachen.

iTeleport ist mein Gateway zu meinem Mac zuhause. Wo immer ich auf der Welt gerade bin, mit iTeleport habe ich Zugriff auf meinen Mac. Das Programm holt den Computer aus dem Standby-Betrieb und zeigt mir den Bildschirm. Mit dem Finger steuere ich die Maus und kann meinen Rechner damit fernsteuern (Übrigens auch ein Riesenspaß, um die Familie zuhause zu erschrecken!) – Klasse.

Spiele

Vielleicht das beste Spiel, das es für das iPhone zum Beginn von 2011 gibt: Infinity Blade. Noch nie hat man eine solche Grafikleistung auf einem Handheld-Gerät erlebt. Man muss es spielen, um es zu glauben. Das Spiel selbst wird zwar ein wenig eintönig nach der Zeit. Die Grafik wiegt das aber 1000mal auf. Verblüffend.

Zu Angry Birds muss man nichts mehr sagen. Das Pac Man des zu Ende gehenden Jahrzehnts.

FlightControl: ein denkbar simples Spielprinzip bei zugleich hohem Suchtfaktor. Macht besonders viel Spaß, wenn man sich über das GameCenter mit seinen Freunden misst!

Apropos Suchtfaktor: Carcasonne. Für mich (und auch Apple) das Spiel des Jahres 2010! Wer das Kartenspiel kennt, wird die iPhone-Version lieben. Einfach toll gemacht, atmosphärisch und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Für mich das Sinnbild dessen, was ich mir von Alten und Neuen Medien wünsche: das Beste aus beiden Welten vereint in einer App. Kaufen!

GianaSisters – der Jump & Run-Klassiker aus den 80′ern im neuen Look und mit tollem Soundtrack. Nostalgie-Flash für alle Commodore 64-Fans.

Der erste Teil war schon gut – Chopper 2 stellt den Vorgänger sogar in den Schatten. Tolle 3-D-Optik. Schönes Design. Die Steuerung (man steuert durch den Bewegungssensor des iPhones) ist anspruchsvoll aber leicht lernbar.

Eines der ältesten Apple-Spiele überhaupt (gab’s schon für den ersten farbigen iPod!): Texas HoldEm. Zugegeben, schon etwas angestaubt. Spiele ich aber trotzdem immer wieder gerne.

Relativ neu ist Jenga für das iPhone 4. Kein Knüller, dafür aber mal ein anderes Spielkonzept als die meisten anderen Spiele auf dem iPhone. Die Grafik ist umwerfend. Sprichwörtlich.

Avatar ist ein eine überraschend gute Umsetzung des Blockbusters für das iPhone. Üppige und farbenprächtige Welten, die für mehrere Stunden Gameplay gut sind. Ein tolles Action-Adventure.

Auch WildWest gehört zu den Evergreens auf dem iPhone. Nach 3 Jahren noch immer der beste Flipper für das iPhone! Kein Spiel habe ich über die Jahre hinweg häufiger gespielt wie dieses.

Ich bin kein besonderer Fan von Autorenn-Spielen. Need for Speed Hot Pursuit ist eine Ausnahme. Die Grafik vom feinsten. Die Verfolgungsjagden und das Durchbrechen von Polizeisperren macht einfach immer wieder gute Laune. Nicht im echten Leben probieren – steht sogar im Disclaimer ;-)

Your Turn!

Jetzt seid Ihr an der Reihe: was sind die Apps, mit denen Ihr ins nächste Jahr zieht? Auf welche Apps wollt Ihr nicht mehr verzichten? Hinterlasst mir Eure Favoriten, im Kommentarfeld – evtl. auch mit einer kurzen Begründung. Ich bin gespannt!


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Morgen: ein Blick auf mein iPad – welche Apps nutze ich nach 9 Monaten auf meinem Apple-Tablet am häufigsten?

Leben in der Wolke

Diese Woche hat Google sein Chrome OS vorgestellt, ein Betriebssystem, das die Daten dezentral und nicht mehr auf dem PC speichert. Auch Steve Jobs kündigt an, dass das Apple-Pendant, Mobile Me,. noch besser wird. Da . braut sich was zusammen am Datenhimmel. Meine Wettervorhersage für 2011: es wird Regen geben.

Gute Menschen kommen in den Himmel. Und weil es bei Google nur gute Menschen gibt (inoffizielles Firmenmotto: „Don’t be evil“ – Sei nicht böse), baut der sympathische Mittelständler aus Kalifornien eine Wolke. In dieser Wolke sollen wir alle Platz finden, unsere E-Mails, unsere Fotos, unsere Gedanken. Wozu auch selber denken? Google weiß was wir wollen, lange bevor wir es selber wissen. Nächstes Jahr zum Beispiel, da wollen wir ein neues Betriebssystem, das „Google Chrome OS“ heißen wird.

Ich weiß was Sie jetzt denken: Wozu denn noch ein neues Betriebssystem, wo es doch schon so viele davon gibt – zum Beispiel Windows oder auch …äh Windows. Mit Chrome OS richtet sich Google an Leute, die viel unterwegs sind. Man kennt das ja, man liegt im Urlaub am Pool, da fällt einem ein: „Mann, ich wollte ja noch diese Tabellenkalkulation für meinen Chef machen!“ Wie gut, dass es Google gibt. Ob Südsee oder Südstadt: über die Wolke hat man von überall aus Zugriff auf seine Dokumente.

In Zukunft speichern wir unsere Daten nicht mehr auf unseren Computern, sondern über Funknetze in der Wolke. Natürlich handelt es sich nicht um eine echte Wolke. Aber „stromfressende Serverfarm in neonlichtgefluteten Industriehallen“ klingt irgendwie nicht so hübsch wie „Wolke“. Übrigens, es gibt nicht nur eine Wolke. Auch Apple und Microsoft bauen Wolken. Das Ziel: so viele Daten von uns zu bekommen wie nur irgend möglich.

Je öfter wir nämlich in den Himmel schauen müssen, um unsere Dokumente abzurufen, umso besser für Google & Co. Zwischen den Wolken kreisen nämlich lauter kleine Flugzeuge mit ihren Werbebannern. Und die bezahlen viel Geld dafür, dass sie dort fliegen dürfen. So kommt es auch, dass das Google-Betriebssystem, anders als Windows, kostenlos ist. Es gilt die alte Werbeweisheit: Wenn Du für ein Produkt kein Geld zahlen musst, dann bist Du das Produkt.

Damit kommen wir auch schon zur Wettervorhersage für 2011: Überlegen Sie sich gut, was Sie dieser Wolke alles anvertrauen. So praktisch die neuen Web-Angebote auch immer sein mögen; wir Hobby-Meteorologen wissen was passiert, wenn zu viele Stratocumulus aufeinandertreffen. Es könnte Regen geben.


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