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	<title>Comments on: Das (digitale) Leben der Anderen</title>
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	<description>________ tech, media &#38; journalism ________</description>
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		<title>By: Alexander</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-875</link>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 06:18:49 +0000</pubDate>
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		<description>Guten Morgen Jan und Richard ;-)

es ist ja auch gut, dass Beh&#246;rden nicht &quot;live&quot; von irgendwelchen Straftaten erfahren. Selbst zur Verdachtsgewinnung kann und darf etwas wie die Vorratsdatenspeicherung nicht eingesetzt werden. Dem hat das BVerfG mit dem Urteil ja auch deutliche Grenzen gesetzt. Gut finde ich beispielsweise die explizite Aussage zur Vernetzung von Datenbest&#228;nden. Wenn also die VDS sowieso nur zur Aufkl&#228;rung dient, dann ist der Quick Freeze als _eine m&#246;gliche_ Alternative IMHO schon OK.

Spam, Kreditkartenabrechnungen und Delikte &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;enordnung sind f&#252;r mich ein no-go als Begr&#252;ndung einer VDS, da keinerlei Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit. Es g&#228;be sicher genug andere M&#246;glichkeiten, Delikte einer solchen &quot;Dimension&quot; gesetzlich zu regeln und zu verfolgen. Deswegen verdachtsunabh&#228;ngig die Kommunikation aller B&#252;rger speichern???

Nat&#252;rlich sind diese f&#252;r die Menschen viel greifbarer und konkreter als eine (gottseidank noch) eher abstrakte Gefahr wie Terrorismus. Es zeigt aber ganz gut, in welche Richtung die Sache laufen wird, wenn die M&#246;glichkeiten erst mal gegeben sind. Der Frosch f&#252;hlt sich im kalten Wasser auch erst mal wohl und bekommt gar nicht mit, dass es langsam erhitzt wird.

Die vergangene Praxis der Speicherung von TK-Daten zu Abrechnungszwecken bei den Providern hat ja schon damals zu intensiven Diskussionen gef&#252;hrt. Ich f&#228;nde das sogar irgendwie einen L&#246;sungsansatz - eine Art Abstimmung mit den F&#252;ssen: &quot;Stimmen Sie zu, dass wir Ihre Kommunikationsdaten f&#252;r acht Wochen speichern? Sie erleichtern damit die Nachpr&#252;fbarkeit Ihrer Flatrate-Abrechnung und die Strafverfolgung durch die Beh&#246;rden auch bei kleinen Delikten. ja/nein.&quot;

Und zum Thema Generalverdacht: Stimmt, niemand ist auf die Idee gekommen. Der Anla&#223; und der Hintergrund der Speicherung war nat&#252;rlich auch ein komplett anderer. Und es war zun&#228;chst mal nicht vom Staat initiiert.

Es macht schon einen enormen Unterschied, ob der Staat mit all seinen M&#246;glichkeiten oder ob ein Unternehmen speichert. Beiden mu&#223; man auf die Finger sehen, dem Staat aufgrund der m&#246;glichen Konsequenzen aber deutlich intensiver. Dazu geh&#246;rt als erstes, dass M&#246;glichkeiten erst gar nicht geschaffen werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Morgen Jan und Richard ;-)</p>
<p>es ist ja auch gut, dass Beh&#246;rden nicht &#8220;live&#8221; von irgendwelchen Straftaten erfahren. Selbst zur Verdachtsgewinnung kann und darf etwas wie die Vorratsdatenspeicherung nicht eingesetzt werden. Dem hat das BVerfG mit dem Urteil ja auch deutliche Grenzen gesetzt. Gut finde ich beispielsweise die explizite Aussage zur Vernetzung von Datenbest&#228;nden. Wenn also die VDS sowieso nur zur Aufkl&#228;rung dient, dann ist der Quick Freeze als _eine m&#246;gliche_ Alternative IMHO schon OK.</p>
<p>Spam, Kreditkartenabrechnungen und Delikte &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;enordnung sind f&#252;r mich ein no-go als Begr&#252;ndung einer VDS, da keinerlei Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit. Es g&#228;be sicher genug andere M&#246;glichkeiten, Delikte einer solchen &#8220;Dimension&#8221; gesetzlich zu regeln und zu verfolgen. Deswegen verdachtsunabh&#228;ngig die Kommunikation aller B&#252;rger speichern???</p>
<p>Nat&#252;rlich sind diese f&#252;r die Menschen viel greifbarer und konkreter als eine (gottseidank noch) eher abstrakte Gefahr wie Terrorismus. Es zeigt aber ganz gut, in welche Richtung die Sache laufen wird, wenn die M&#246;glichkeiten erst mal gegeben sind. Der Frosch f&#252;hlt sich im kalten Wasser auch erst mal wohl und bekommt gar nicht mit, dass es langsam erhitzt wird.</p>
<p>Die vergangene Praxis der Speicherung von TK-Daten zu Abrechnungszwecken bei den Providern hat ja schon damals zu intensiven Diskussionen gef&#252;hrt. Ich f&#228;nde das sogar irgendwie einen L&#246;sungsansatz &#8211; eine Art Abstimmung mit den F&#252;ssen: &#8220;Stimmen Sie zu, dass wir Ihre Kommunikationsdaten f&#252;r acht Wochen speichern? Sie erleichtern damit die Nachpr&#252;fbarkeit Ihrer Flatrate-Abrechnung und die Strafverfolgung durch die Beh&#246;rden auch bei kleinen Delikten. ja/nein.&#8221;</p>
<p>Und zum Thema Generalverdacht: Stimmt, niemand ist auf die Idee gekommen. Der Anla&#223; und der Hintergrund der Speicherung war nat&#252;rlich auch ein komplett anderer. Und es war zun&#228;chst mal nicht vom Staat initiiert.</p>
<p>Es macht schon einen enormen Unterschied, ob der Staat mit all seinen M&#246;glichkeiten oder ob ein Unternehmen speichert. Beiden mu&#223; man auf die Finger sehen, dem Staat aufgrund der m&#246;glichen Konsequenzen aber deutlich intensiver. Dazu geh&#246;rt als erstes, dass M&#246;glichkeiten erst gar nicht geschaffen werden.</p>
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		<title>By: Richard Gutjahr</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-873</link>
		<dc:creator>Richard Gutjahr</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 21:28:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://gutjahr.biz/blog/?p=2946#comment-873</guid>
		<description>Hallo Ihr beiden, nur ein kurzer Zwischenruf von mir, dass ich Eure Diskussion mit Interesse verfolgt habe und mich auch gar nicht gro&#223; dazwischen dr&#228;ngen will. Habe durch Euren kleinen Schlagabtausch dazu gelernt. Vielen Dank daf&#252;r und Gr&#252;&#223;e aus Tel Aviv.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Ihr beiden, nur ein kurzer Zwischenruf von mir, dass ich Eure Diskussion mit Interesse verfolgt habe und mich auch gar nicht gro&#223; dazwischen dr&#228;ngen will. Habe durch Euren kleinen Schlagabtausch dazu gelernt. Vielen Dank daf&#252;r und Gr&#252;&#223;e aus Tel Aviv.</p>
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		<title>By: Jan</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-872</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 11:42:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://gutjahr.biz/blog/?p=2946#comment-872</guid>
		<description>Im Gro&#223;en und Ganzen stimme ich dir zu, Alexander. Allerdings ist Quick Freeze keine Alternative, da bereits begangene (und beendete) Straftaten davon nicht erfasst werden k&#246;nnen, sondern allenfalls Dauerdelikte; in aller Regel erfahren die zust&#228;ndigen Beh&#246;rden nicht &quot;live&quot; von Einbr&#252;chen auf Servern u.&#228;. ... Quick Freeze w&#228;re lediglich dann eine Alternative, wenn die Provider das Recht h&#228;tten, eine relevante Zeitspanne – laut den meisten Ermittlern etwa zwei bis drei Monate – selbst zu sichern, und der Freeze-Zuruf dann das L&#246;schen dieser &#228;lteren Daten verhindern w&#252;rde, so dass sie zur Verf&#252;gung stehen. Derzeit speichern die Provider die Zuordnung zwischen dynamischer IP-Adresse und Anschluss (nur darum geht es &#252;berhaupt, die anderen Datens&#228;tze sind weit weniger interessant und m.E. sogar zu er&#252;brigen) aufgrund von § 100 TKG zur Abwehr von Spam und Bots h&#246;chstens sieben Tage, wenn &#252;berhaupt. Kreditkartenabrechnungen kommen aber nur alle vier Wochen ;-)

Zum anderen handelte es sich bei einer schonenden und maximal begrenzten Umsetzung der EU-Richtlinie nicht um etwas v&#246;llig Neues; vielmehr ist das totale Fehlen von Aufzeichnung etwas v&#246;llig Neues. Denn bis ins Jahr 2005 galt der Grundsatz, dass s&#228;mtliche Verbindungsdaten aller Kunden grunds&#228;tzlich f&#252;r 80 Tage ab Rechnungsversand gespeichert werden durften, sofern der Kunde nicht widersprach; mit dem Widerspruch konnte aber eine evt. falsche Rechnung auch nicht mehr r&#252;gen. Erst mit der Verf&#252;gbarkeit von Flatrates entfiel die Notwendigkeit einer Abrechnung und damit der Grund f&#252;r die Speicherung. Die nicht mehr zur&#252;ckzuverfolgende Kommunikation war also gar nicht der Regelfall, sondern eher die Ausnahme. Damals war aber auch keiner auf die Idee gekommen, dass er deshalb unter Generalverdacht st&#252;nde. Zu diesem inzwischen vielleicht nicht ganz unbegr&#252;ndeten Gef&#252;hl haben wohl so manche Politiker –&#252;berwiegend auch in Ermangelung von Sachkunde – leider beigetragen ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gro&#223;en und Ganzen stimme ich dir zu, Alexander. Allerdings ist Quick Freeze keine Alternative, da bereits begangene (und beendete) Straftaten davon nicht erfasst werden k&#246;nnen, sondern allenfalls Dauerdelikte; in aller Regel erfahren die zust&#228;ndigen Beh&#246;rden nicht &#8220;live&#8221; von Einbr&#252;chen auf Servern u.&#228;. &#8230; Quick Freeze w&#228;re lediglich dann eine Alternative, wenn die Provider das Recht h&#228;tten, eine relevante Zeitspanne – laut den meisten Ermittlern etwa zwei bis drei Monate – selbst zu sichern, und der Freeze-Zuruf dann das L&#246;schen dieser &#228;lteren Daten verhindern w&#252;rde, so dass sie zur Verf&#252;gung stehen. Derzeit speichern die Provider die Zuordnung zwischen dynamischer IP-Adresse und Anschluss (nur darum geht es &#252;berhaupt, die anderen Datens&#228;tze sind weit weniger interessant und m.E. sogar zu er&#252;brigen) aufgrund von § 100 TKG zur Abwehr von Spam und Bots h&#246;chstens sieben Tage, wenn &#252;berhaupt. Kreditkartenabrechnungen kommen aber nur alle vier Wochen ;-)</p>
<p>Zum anderen handelte es sich bei einer schonenden und maximal begrenzten Umsetzung der EU-Richtlinie nicht um etwas v&#246;llig Neues; vielmehr ist das totale Fehlen von Aufzeichnung etwas v&#246;llig Neues. Denn bis ins Jahr 2005 galt der Grundsatz, dass s&#228;mtliche Verbindungsdaten aller Kunden grunds&#228;tzlich f&#252;r 80 Tage ab Rechnungsversand gespeichert werden durften, sofern der Kunde nicht widersprach; mit dem Widerspruch konnte aber eine evt. falsche Rechnung auch nicht mehr r&#252;gen. Erst mit der Verf&#252;gbarkeit von Flatrates entfiel die Notwendigkeit einer Abrechnung und damit der Grund f&#252;r die Speicherung. Die nicht mehr zur&#252;ckzuverfolgende Kommunikation war also gar nicht der Regelfall, sondern eher die Ausnahme. Damals war aber auch keiner auf die Idee gekommen, dass er deshalb unter Generalverdacht st&#252;nde. Zu diesem inzwischen vielleicht nicht ganz unbegr&#252;ndeten Gef&#252;hl haben wohl so manche Politiker –&#252;berwiegend auch in Ermangelung von Sachkunde – leider beigetragen &#8230;</p>
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		<title>By: Alexander</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-871</link>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 09:41:09 +0000</pubDate>
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		<description>@Jan: Da sieht man mal, wie zwei Kl&#228;ger gegen das Gleiche doch v&#246;llig unterschiedliche Intentionen haben ;-)

Ein Problem liegt im Wort &quot;m&#246;glicherweise&quot;. Deine Argumentation bez&#252;glich Briefpost scheint mir eher theoretisch zu sein. Wer soll wen beim Einwerfen einen anonymen Briefes sinnvoll beobachten und wer soll das dann auch noch rausfinden?  Das Thema der Identifikation von Druckern gibts schon seit der mechanischen Schreibmaschine und viele Farbdrucker drucken sogar einen f&#252;r das Auge unsichtbaren Code auf jedes Blatt. Hypsch und sicher ein Ermittlungsansatz. &#220;berzeugt mich aber nicht, dass wir VDS brauchen. Warum? Gleich.

Das Argument der fehlenden Ermittlungsans&#228;tze h&#228;tte mich fast &#252;berzeugt. Aber dann hast Du ja richtigerweise geschrieben, dass es immerhin ein paar wenige Spuren gibt, die 99 % der Nutzer nicht zu f&#228;lschen wissen. Mir scheint, diese Spuren haben die gleiche, vielleicht sogar eine bessere Qualit&#228;t als die Chance, dass mich jemand nachts beim einwerfen eines anonymen Briefes in einer fremden Stadt sieht und mich dann nach Wochen auch noch zuordnen kann. 

Das Argument &quot;es gibt genug Dumme, die man erwischen kann&quot; stimmt nat&#252;rlich, ist aber nun wirklich kein Grund, verdachtsunabh&#228;ngig die Kommunikationsdaten aller zu speichern. Mit der gleichen Begr&#252;ndung k&#246;nnte man eine Kamera &#252;ber jedem Briefkasten aufh&#228;ngen.

Womit wir beim Thema der Abw&#228;gung sind. Ich kann Deine Argumentation nachfollziehen, Jan. Ich komme aber bei der Abw&#228;gung zu einem anderen Schlu&#223;: F&#252;r &quot;k&#246;nnte&quot; und &quot;vielleicht&quot; sind mir (ich bin gottseidank sp&#228;t genug und im Westen gebohren, aber nicht nur deshalb) die m&#246;glichen Konsequenzen von verdachtsunabh&#228;ngig auf Vorrat gespeicherten Daten zu strange. Gespeicherte Daten sind unsicher, manipulationsanf&#228;llig und laden zu Mi&#223;brauch ein. Das kann man, wie es das BVerfG ja im detaillierten Urteil tut, versuchen auszuschlie&#223;en.

Zur Abw&#228;gung geh&#246;rt auch, dass wir den eventuellen Nutzen einer VDS in Verh&#228;ltnis zur jetzigen und zuk&#252;nftigen Gesellschaft setzen, in der wir leben wollen. Ich finde es schlicht daneben, f&#252;r ein bischen mehr gef&#252;hlte Sicherheit und f&#252;r ein &quot;vielleicht&quot; gute St&#252;cke von pers&#246;nlicher Freiheit zu opfern - auch wenn man sich nat&#252;rlich an alles gew&#246;hnt. Dabei ist die VDS - die ja nur ein Puzzle in einem ganzen Paket von Datenspeichern und Kontroll-/&#220;berwachungsmechanismen ist - nicht getrennt zu betrachten. Jedes dieser Werkzeuge - f&#252;r das man im Einzelfall ja durchaus gute Gr&#252;nde finden kann - ist ein st&#228;ndiges Balancieren auf einem d&#252;nnen Seil. Da mit M&#246;glichkeiten Begehrlichkeiten kommen und sich Kontrollmechanismen abnutzen bzw. manipulieren lassen, wird dieses Balancieren auf Dauer zu einem Absturz f&#252;hren.

Ich habe mich aber lange und professionell sowohl mit Datenbanken als auch mit IT-Security besch&#228;ftigt um die M&#246;glichkeiten und ein paar der potenziellen Angriffspunkte (die gar nicht technisch sein m&#252;ssen) zu kennen. Und das hinterl&#228;sst mehr als ein mulmiges Gef&#252;hl bei solchen Datensammlungen. Mir erscheint das Urteil des BVerfG eher wie der Versuch, einen Geist nur ein bischen aus der Flasche zu lassen.

Man will Ermittlungsans&#228;tze f&#252;r die Online-Welt? Gerne, da spricht ja nun wirklich nichts dagegen. Man sollte bei der Diskussion dar&#252;ber aber zwei Dinge nicht so tun: Erstens so zu tun als seien Gegner von VDS Menschen, die ein kriminelles Internet unterst&#252;tzen (damit meine ich nicht dich, Jan, eher die Untert&#246;ne in den Argumentation einiger Politiker) und zweitens so zu tun, als sei die VDS das einzig m&#246;gliche Werkzeug. Dem ist nicht so. Es g&#228;be z.B. die M&#246;glichkeit des Quick-Freeze und der gezielten, richterlich angeordneten Speicherung von Kommunikationsdaten eines einzelnen Verd&#228;chtigen. Nur ein Ansatz, Experten kennen sicher viele weitere Optionen. Im Zweifel mu&#223; man halt noch ein bischen &#252;ber Alternativen nachdenken. Die VDS w&#228;re nur die bequemste. 

Die bequemste L&#246;sung ist aber gesamtheitlich betrachtet selten die beste. Und das ist der Grund, warum ich dem Urteil nicht ganz abgeneigt bin: Es schafft ein bischen Zeit und er&#246;ffnet zumindest die Chance nochmal nachzudenken.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Jan: Da sieht man mal, wie zwei Kl&#228;ger gegen das Gleiche doch v&#246;llig unterschiedliche Intentionen haben ;-)</p>
<p>Ein Problem liegt im Wort &#8220;m&#246;glicherweise&#8221;. Deine Argumentation bez&#252;glich Briefpost scheint mir eher theoretisch zu sein. Wer soll wen beim Einwerfen einen anonymen Briefes sinnvoll beobachten und wer soll das dann auch noch rausfinden?  Das Thema der Identifikation von Druckern gibts schon seit der mechanischen Schreibmaschine und viele Farbdrucker drucken sogar einen f&#252;r das Auge unsichtbaren Code auf jedes Blatt. Hypsch und sicher ein Ermittlungsansatz. &#220;berzeugt mich aber nicht, dass wir VDS brauchen. Warum? Gleich.</p>
<p>Das Argument der fehlenden Ermittlungsans&#228;tze h&#228;tte mich fast &#252;berzeugt. Aber dann hast Du ja richtigerweise geschrieben, dass es immerhin ein paar wenige Spuren gibt, die 99 % der Nutzer nicht zu f&#228;lschen wissen. Mir scheint, diese Spuren haben die gleiche, vielleicht sogar eine bessere Qualit&#228;t als die Chance, dass mich jemand nachts beim einwerfen eines anonymen Briefes in einer fremden Stadt sieht und mich dann nach Wochen auch noch zuordnen kann. </p>
<p>Das Argument &#8220;es gibt genug Dumme, die man erwischen kann&#8221; stimmt nat&#252;rlich, ist aber nun wirklich kein Grund, verdachtsunabh&#228;ngig die Kommunikationsdaten aller zu speichern. Mit der gleichen Begr&#252;ndung k&#246;nnte man eine Kamera &#252;ber jedem Briefkasten aufh&#228;ngen.</p>
<p>Womit wir beim Thema der Abw&#228;gung sind. Ich kann Deine Argumentation nachfollziehen, Jan. Ich komme aber bei der Abw&#228;gung zu einem anderen Schlu&#223;: F&#252;r &#8220;k&#246;nnte&#8221; und &#8220;vielleicht&#8221; sind mir (ich bin gottseidank sp&#228;t genug und im Westen gebohren, aber nicht nur deshalb) die m&#246;glichen Konsequenzen von verdachtsunabh&#228;ngig auf Vorrat gespeicherten Daten zu strange. Gespeicherte Daten sind unsicher, manipulationsanf&#228;llig und laden zu Mi&#223;brauch ein. Das kann man, wie es das BVerfG ja im detaillierten Urteil tut, versuchen auszuschlie&#223;en.</p>
<p>Zur Abw&#228;gung geh&#246;rt auch, dass wir den eventuellen Nutzen einer VDS in Verh&#228;ltnis zur jetzigen und zuk&#252;nftigen Gesellschaft setzen, in der wir leben wollen. Ich finde es schlicht daneben, f&#252;r ein bischen mehr gef&#252;hlte Sicherheit und f&#252;r ein &#8220;vielleicht&#8221; gute St&#252;cke von pers&#246;nlicher Freiheit zu opfern &#8211; auch wenn man sich nat&#252;rlich an alles gew&#246;hnt. Dabei ist die VDS &#8211; die ja nur ein Puzzle in einem ganzen Paket von Datenspeichern und Kontroll-/&#220;berwachungsmechanismen ist &#8211; nicht getrennt zu betrachten. Jedes dieser Werkzeuge &#8211; f&#252;r das man im Einzelfall ja durchaus gute Gr&#252;nde finden kann &#8211; ist ein st&#228;ndiges Balancieren auf einem d&#252;nnen Seil. Da mit M&#246;glichkeiten Begehrlichkeiten kommen und sich Kontrollmechanismen abnutzen bzw. manipulieren lassen, wird dieses Balancieren auf Dauer zu einem Absturz f&#252;hren.</p>
<p>Ich habe mich aber lange und professionell sowohl mit Datenbanken als auch mit IT-Security besch&#228;ftigt um die M&#246;glichkeiten und ein paar der potenziellen Angriffspunkte (die gar nicht technisch sein m&#252;ssen) zu kennen. Und das hinterl&#228;sst mehr als ein mulmiges Gef&#252;hl bei solchen Datensammlungen. Mir erscheint das Urteil des BVerfG eher wie der Versuch, einen Geist nur ein bischen aus der Flasche zu lassen.</p>
<p>Man will Ermittlungsans&#228;tze f&#252;r die Online-Welt? Gerne, da spricht ja nun wirklich nichts dagegen. Man sollte bei der Diskussion dar&#252;ber aber zwei Dinge nicht so tun: Erstens so zu tun als seien Gegner von VDS Menschen, die ein kriminelles Internet unterst&#252;tzen (damit meine ich nicht dich, Jan, eher die Untert&#246;ne in den Argumentation einiger Politiker) und zweitens so zu tun, als sei die VDS das einzig m&#246;gliche Werkzeug. Dem ist nicht so. Es g&#228;be z.B. die M&#246;glichkeit des Quick-Freeze und der gezielten, richterlich angeordneten Speicherung von Kommunikationsdaten eines einzelnen Verd&#228;chtigen. Nur ein Ansatz, Experten kennen sicher viele weitere Optionen. Im Zweifel mu&#223; man halt noch ein bischen &#252;ber Alternativen nachdenken. Die VDS w&#228;re nur die bequemste. </p>
<p>Die bequemste L&#246;sung ist aber gesamtheitlich betrachtet selten die beste. Und das ist der Grund, warum ich dem Urteil nicht ganz abgeneigt bin: Es schafft ein bischen Zeit und er&#246;ffnet zumindest die Chance nochmal nachzudenken.</p>
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		<title>By: Jan</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-870</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 08:36:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://gutjahr.biz/blog/?p=2946#comment-870</guid>
		<description>@Alexander: Danke f&#252;r deine Antwort, die das Problem sch&#246;n deutlich werden l&#228;sst – es geht bei der Frage, was notwendig ist zur grunds&#228;tzlichen M&#246;glichkeit der Strafverfolgung, stets nur um Ermittlungsans&#228;tze, nicht um den sicheren Ermittlungserfolg. Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer:

W&#228;hrend in deinem Vergleich von E-Mails mit der Briefpost, der nie so recht passt und meistens stark hinkt, auch ohne eine Briefpost-VDS zahlreiche Ermittlungsans&#228;tze vorhanden sind, fehlen dieselben Ans&#228;tze in aller Regel bei digitaler Kommunikation. Beispiele gef&#228;llig? Wer Briefe verschickt, hinterl&#228;sst m&#246;glicherweise Fingerabdr&#252;cke. Vielleicht wird er von Zeugen beobachtet, w&#228;hrend er den Brief aufgibt – oder zumindest ein Dritter, der vom T&#228;ter mit dieser Aufgabe betraut wurde. Anhand des verwendeten Papiers und des Umschlags l&#228;sst sich u.U. zur&#252;ckverfolgen, wo und wann das Zeug gekauft wurde. Das Schriftbild l&#228;sst bei handschriftlichen Briefen genauso R&#252;ckschl&#252;sse zu wie das Druckbild den verwendeten Drucker preisgeben kann. Und das sind nur ein paar Beispiele – Ermittlungsans&#228;tze in H&#252;lle und F&#252;lle also.

Wie sieht es nun bei digitaler Kommunikation aus? Sicher kann ich in ein Internet-Café gehen, aber auch da kann man mich u.U. beobachten. Ansonsten hinterl&#228;sst man wenig Spuren, von IP-Adressen, MAC-Adressen und diversen Informationen auf dem Application Layer mal abgesehen (verwendetes E-Mail-Programm etc.). All das l&#228;sst sich zwar einfach faken, aber 99 Prozent der T&#228;ter sind weniger technisch bewandert als der geneigte Nerd u.U. glauben mag ...

Jedenfalls geht es mir als Gegner der Vorratsdatenspeicherung in ihrer bisherigen Form  – ich war einer der Kl&#228;ger im gestern entschiedenen Verfahren – darum, die theoretische M&#246;glichkeit eines Ermittlungsansatzes zumindest f&#252;r die Verkn&#252;pfung von IP-Adresse und Anschluss f&#252;r einen kurzen Zeitraum (fr&#252;her waren es etwa 80 Tage nach Rechnungsversand, was i.d.R. v&#246;llig ausreichend ist) unter weitgehendem Verzicht auf zus&#228;tzliche, nicht notwendige Datens&#228;tze (bspw. ortsbezogene Daten, E-Mail-Versand etc.) zu erhalten. Das hat auch nichts mit Tauschb&#246;rsen zu tun (die Rechteinhaber haben &#252;ber § 101 Abs. 9 UrhG ohnehin einen eigenen Zugang zu Daten, die auch bislang nicht unter die VDS gefallen sind). Wenn aber f&#252;r die Strafverfolgung schon diese Verbindung und damit jeglicher Ermittlungsansatz im Sinne einer M&#246;glichkeit/Chance fehlt, muss der Rechtsstaat Opfern von Online-Straftaten die Hilfe kategorisch verweigern, und das darf er aus rechtstheoretischen Gr&#252;nden nicht. Das hat – wenig &#252;berraschend – auch das Bundesverfassungsgericht so gesehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Alexander: Danke f&#252;r deine Antwort, die das Problem sch&#246;n deutlich werden l&#228;sst – es geht bei der Frage, was notwendig ist zur grunds&#228;tzlichen M&#246;glichkeit der Strafverfolgung, stets nur um Ermittlungsans&#228;tze, nicht um den sicheren Ermittlungserfolg. Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer:</p>
<p>W&#228;hrend in deinem Vergleich von E-Mails mit der Briefpost, der nie so recht passt und meistens stark hinkt, auch ohne eine Briefpost-VDS zahlreiche Ermittlungsans&#228;tze vorhanden sind, fehlen dieselben Ans&#228;tze in aller Regel bei digitaler Kommunikation. Beispiele gef&#228;llig? Wer Briefe verschickt, hinterl&#228;sst m&#246;glicherweise Fingerabdr&#252;cke. Vielleicht wird er von Zeugen beobachtet, w&#228;hrend er den Brief aufgibt – oder zumindest ein Dritter, der vom T&#228;ter mit dieser Aufgabe betraut wurde. Anhand des verwendeten Papiers und des Umschlags l&#228;sst sich u.U. zur&#252;ckverfolgen, wo und wann das Zeug gekauft wurde. Das Schriftbild l&#228;sst bei handschriftlichen Briefen genauso R&#252;ckschl&#252;sse zu wie das Druckbild den verwendeten Drucker preisgeben kann. Und das sind nur ein paar Beispiele – Ermittlungsans&#228;tze in H&#252;lle und F&#252;lle also.</p>
<p>Wie sieht es nun bei digitaler Kommunikation aus? Sicher kann ich in ein Internet-Café gehen, aber auch da kann man mich u.U. beobachten. Ansonsten hinterl&#228;sst man wenig Spuren, von IP-Adressen, MAC-Adressen und diversen Informationen auf dem Application Layer mal abgesehen (verwendetes E-Mail-Programm etc.). All das l&#228;sst sich zwar einfach faken, aber 99 Prozent der T&#228;ter sind weniger technisch bewandert als der geneigte Nerd u.U. glauben mag &#8230;</p>
<p>Jedenfalls geht es mir als Gegner der Vorratsdatenspeicherung in ihrer bisherigen Form  – ich war einer der Kl&#228;ger im gestern entschiedenen Verfahren – darum, die theoretische M&#246;glichkeit eines Ermittlungsansatzes zumindest f&#252;r die Verkn&#252;pfung von IP-Adresse und Anschluss f&#252;r einen kurzen Zeitraum (fr&#252;her waren es etwa 80 Tage nach Rechnungsversand, was i.d.R. v&#246;llig ausreichend ist) unter weitgehendem Verzicht auf zus&#228;tzliche, nicht notwendige Datens&#228;tze (bspw. ortsbezogene Daten, E-Mail-Versand etc.) zu erhalten. Das hat auch nichts mit Tauschb&#246;rsen zu tun (die Rechteinhaber haben &#252;ber § 101 Abs. 9 UrhG ohnehin einen eigenen Zugang zu Daten, die auch bislang nicht unter die VDS gefallen sind). Wenn aber f&#252;r die Strafverfolgung schon diese Verbindung und damit jeglicher Ermittlungsansatz im Sinne einer M&#246;glichkeit/Chance fehlt, muss der Rechtsstaat Opfern von Online-Straftaten die Hilfe kategorisch verweigern, und das darf er aus rechtstheoretischen Gr&#252;nden nicht. Das hat – wenig &#252;berraschend – auch das Bundesverfassungsgericht so gesehen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Richard Gutjahr</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-864</link>
		<dc:creator>Richard Gutjahr</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 21:31:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://gutjahr.biz/blog/?p=2946#comment-864</guid>
		<description>@Alexander Zu Deiner letzten Frage: ich habe keine Antwort darauf. Da wurden vor ein paar Jahren Fakten geschaffen. Da kommt man wohl nicht mehr so schnell raus aus der Nummer. Sofern man das &#252;berhaupt will.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Alexander Zu Deiner letzten Frage: ich habe keine Antwort darauf. Da wurden vor ein paar Jahren Fakten geschaffen. Da kommt man wohl nicht mehr so schnell raus aus der Nummer. Sofern man das &#252;berhaupt will.</p>
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	<item>
		<title>By: Alexander</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-863</link>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 18:48:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://gutjahr.biz/blog/?p=2946#comment-863</guid>
		<description>@Richard: Der Unterschied ist nicht so enorm, wie man auf den ersten Blick glauben m&#246;chte, nur in der Echtzeit-Auswertung gibts wirkliche Unterschiede, die ist aber nicht Thema der Vorratsdatenspeicherung. In den digital arbeitenden Briefsortieranlagen der Post lassen sich Absender-, Empf&#228;nger-, Ein- und Auslieferungsdaten ohne weiteres selbst bei krakeliger Handschrift auf Vorrat speichern, verfolgen und auswerten. 

Mit Vorratsdatenspeicherung ist es wie mit guten journalistischen Texten: das Medium ist eigentlich egal, es geht um den Effekt. Und wenn das Kommunikationsverhalten und die -beziehungen f&#252;r unsere Sicherheit so wichtig ist, wie die Verfechter der VDS behaupten, dann ist es sehr inkonsequent, nur das Internet zu &#252;berwachen und nicht auch alle anderen Medien/Kan&#228;le.

Was mich noch wundert/&#228;rgert/verwirrt: Warum sind wir Deutschen in unserer Gr&#252;ndlichkeit eigentlich so anf&#228;llig f&#252;r diesen &#220;berwachungskram? Aller guten Dinge sind drei? Was genau gibt uns die Hoffnung, den Geist in der Flasche halten zu k&#246;nnen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Richard: Der Unterschied ist nicht so enorm, wie man auf den ersten Blick glauben m&#246;chte, nur in der Echtzeit-Auswertung gibts wirkliche Unterschiede, die ist aber nicht Thema der Vorratsdatenspeicherung. In den digital arbeitenden Briefsortieranlagen der Post lassen sich Absender-, Empf&#228;nger-, Ein- und Auslieferungsdaten ohne weiteres selbst bei krakeliger Handschrift auf Vorrat speichern, verfolgen und auswerten. </p>
<p>Mit Vorratsdatenspeicherung ist es wie mit guten journalistischen Texten: das Medium ist eigentlich egal, es geht um den Effekt. Und wenn das Kommunikationsverhalten und die -beziehungen f&#252;r unsere Sicherheit so wichtig ist, wie die Verfechter der VDS behaupten, dann ist es sehr inkonsequent, nur das Internet zu &#252;berwachen und nicht auch alle anderen Medien/Kan&#228;le.</p>
<p>Was mich noch wundert/&#228;rgert/verwirrt: Warum sind wir Deutschen in unserer Gr&#252;ndlichkeit eigentlich so anf&#228;llig f&#252;r diesen &#220;berwachungskram? Aller guten Dinge sind drei? Was genau gibt uns die Hoffnung, den Geist in der Flasche halten zu k&#246;nnen?</p>
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		<title>By: Richard Gutjahr</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-862</link>
		<dc:creator>Richard Gutjahr</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 18:07:57 +0000</pubDate>
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		<description>@Alexander Der Unterschied zwischen Briefpost und E-Mails: elektronische Post l&#228;sst sich viel leichter verfolgen und maschinell auswerten. Das weckt Begehrlichkeiten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Alexander Der Unterschied zwischen Briefpost und E-Mails: elektronische Post l&#228;sst sich viel leichter verfolgen und maschinell auswerten. Das weckt Begehrlichkeiten.</p>
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		<title>By: Alexander</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-857</link>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 15:58:34 +0000</pubDate>
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		<description>Sorry, nat&#252;rlich ist die Anonymisierung l&#246;chriger ist als meine alten Socken.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sorry, nat&#252;rlich ist die Anonymisierung l&#246;chriger ist als meine alten Socken.</p>
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		<title>By: Alexander</title>
		<link>http://gutjahr.biz/blog/2010/03/enemy-of-the-state/comment-page-1/#comment-854</link>
		<dc:creator>Alexander</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 15:45:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://gutjahr.biz/blog/?p=2946#comment-854</guid>
		<description>@Jan: Doch, doch, &quot;Ohne Worte&quot; ist schon OK als Ansatz. Und der Satz vom rechtsfreien Raum Internet wird durch die S&#228;tze drumherum nicht besser.

Deine Beispiele sind gute: &quot;verleumdet, abgezockt, betrogen oder erpresst&quot;. Wenn das die Abw&#228;gungsfrage respektive die Richtung ist (im Urteil ist auch von Ordnungswidrigkeiten die Rede, sofern sie nur spezifiziert sind, alles andere ist eine Bewertungsfrage), dann denken wir konsequenter Weise &#252;ber die Vorratsdatenspeicherung von Briefpost und Stra&#223;enverkehr nach. Denn auch dort kann ich anonym verleumden, abzocken, betr&#252;gen und erpressen. Nur wenn der Weg eines Briefes von Haust&#252;r bis zum Empf&#228;ngerbriefkasten transparent und wenn die Wege vom Verlassen des Garten-/Garagentors (g&#246;nnen wir uns den Garten als privaten Raum) bis zum Ziel transparent ist, dann w&#228;re dem nicht so. Da es aber nicht so ist und Strafverfolgung trotzdem - und nicht so selten erfolgreich - stattfindet, &#252;berzeugt mich die Argumentation des &quot;online nicht verfolgt werden k&#246;nnens&quot; nicht. 

Warum soll im Netz anderes gelten als in den anderen Lebensbereichen? Was illegal ist, ist unabh&#228;ngig vom Medium illegal. Alles andere w&#228;re auch grober Unfug. Insofern ist der Spruch vom Internet als rechtsfreiem Raum f&#252;r mich auch im erweiterten Kontext das, was er ist: Quatsch. Und inkonsequent.

Dann m&#252;ssten wir noch dar&#252;ber diskutieren, wo diese Konsequenz beginnt oder aufh&#246;rt.

Hinzu kommt, dass die Deanonymisierung l&#246;chriger ist als meine alten Socken. Und: Die Konsequenzen einer Kommunikations&#252;berwachung sind schlicht nicht absehbar, egal wie weit man diese vermeintlich einschr&#228;nkt.

Mich beunruhigt es sehr, dass wir, nicht nur in Deutschland, so viel Angst um unser bischen Wohlstand und vermeintliche Sicherheit haben, dass wir meinen, das durch &#220;berwachtung und Kontrolle absichern zu m&#252;ssen und dazu an viel zu vielen Ecken an kleinen und gr&#246;&#223;eren Baustellen basteln. Egal wie das alles verwalterisch gel&#246;st wird, es ist der falsche Weg.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Jan: Doch, doch, &#8220;Ohne Worte&#8221; ist schon OK als Ansatz. Und der Satz vom rechtsfreien Raum Internet wird durch die S&#228;tze drumherum nicht besser.</p>
<p>Deine Beispiele sind gute: &#8220;verleumdet, abgezockt, betrogen oder erpresst&#8221;. Wenn das die Abw&#228;gungsfrage respektive die Richtung ist (im Urteil ist auch von Ordnungswidrigkeiten die Rede, sofern sie nur spezifiziert sind, alles andere ist eine Bewertungsfrage), dann denken wir konsequenter Weise &#252;ber die Vorratsdatenspeicherung von Briefpost und Stra&#223;enverkehr nach. Denn auch dort kann ich anonym verleumden, abzocken, betr&#252;gen und erpressen. Nur wenn der Weg eines Briefes von Haust&#252;r bis zum Empf&#228;ngerbriefkasten transparent und wenn die Wege vom Verlassen des Garten-/Garagentors (g&#246;nnen wir uns den Garten als privaten Raum) bis zum Ziel transparent ist, dann w&#228;re dem nicht so. Da es aber nicht so ist und Strafverfolgung trotzdem &#8211; und nicht so selten erfolgreich &#8211; stattfindet, &#252;berzeugt mich die Argumentation des &#8220;online nicht verfolgt werden k&#246;nnens&#8221; nicht. </p>
<p>Warum soll im Netz anderes gelten als in den anderen Lebensbereichen? Was illegal ist, ist unabh&#228;ngig vom Medium illegal. Alles andere w&#228;re auch grober Unfug. Insofern ist der Spruch vom Internet als rechtsfreiem Raum f&#252;r mich auch im erweiterten Kontext das, was er ist: Quatsch. Und inkonsequent.</p>
<p>Dann m&#252;ssten wir noch dar&#252;ber diskutieren, wo diese Konsequenz beginnt oder aufh&#246;rt.</p>
<p>Hinzu kommt, dass die Deanonymisierung l&#246;chriger ist als meine alten Socken. Und: Die Konsequenzen einer Kommunikations&#252;berwachung sind schlicht nicht absehbar, egal wie weit man diese vermeintlich einschr&#228;nkt.</p>
<p>Mich beunruhigt es sehr, dass wir, nicht nur in Deutschland, so viel Angst um unser bischen Wohlstand und vermeintliche Sicherheit haben, dass wir meinen, das durch &#220;berwachtung und Kontrolle absichern zu m&#252;ssen und dazu an viel zu vielen Ecken an kleinen und gr&#246;&#223;eren Baustellen basteln. Egal wie das alles verwalterisch gel&#246;st wird, es ist der falsche Weg.</p>
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