Über Gebühr

Ab dem 1. Januar gibt es keine Ausreden mehr – die Haushaltsabgabe ist da. Jeder Deutsche wird zur Kasse gebeten – egal, ob man einen Fernseher/Radiogerät besitzt oder nicht. Ist das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem noch zeitgemäß?

Als freier Mitarbeiter einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt komme ich mit vielen spannenden Menschen in Kontakt: mit Ministern und Ministerpräsidenten, mit Bischöfen und Kardinälen, mit Gewerkschaftsführern und Arbeitgeberpräsidenten. Aber nichts ist spannender, als sich mit “normalen” Menschen zu unterhalten, mit Menschen, die nicht im Scheinwerferlicht arbeiten, Menschen wie Du – aber eben nicht wie ich.

Dabei stellt man schnell fest, dass nicht nur die Tageszeitung in den vergangenen Jahren als Informationsmedium an Bedeutung verloren hat. Auch das “Leitmedium” Fernsehen steht an der Schwelle einer gewaltigen Umwälzung: “Ich schau eigentlich kaum noch fern” sagen vor allem jüngere Menschen, oder auch: “Ich habe gar keinen Fernseher mehr”. Die oft strapazierte Redewendung “Wenn etwas wichtig ist, wird es mich schon finden” ist bereits Realität.

Gewaltige Umwälzungen

Wer immer noch glaubt, der Medienwandel macht vor dem Fernsehen halt, der wird schon bald sein lachsrosa Wunder erleben. Die steigende TV-Nutzung in Deutschland ist heute überwiegend der Demographie geschuldet. Betrachtet man das Medienverhalten der jüngeren Generationen (mit “jünger” sind Zuschauer unterhalb des öffentlich-rechtlichen Senderdurchschnitts von 60 gemeint), so erleben wir seit Jahren eine gravierende Verschiebung weg vom linearen Fernsehen, hin zum Ort-, Zeit- und Mediengefäß-unabhängigen Internet.

Quelle: economist.com

Nicht nur, dass das Medium Fernsehen an Reiz verliert, die Jungen wenden sich in Scharen von den Öffentlich-Rechtlichen ab (siehe dazu: Wie das Fernsehen die Jungen diskriminiert). Weil man dieses Problem durchaus erkannt hat, reagieren die Senderverantwortlichen, in dem sie nach zeitgemäßen Formaten Ausschau halten. Auf den Erfolg der ZDF-heute-show antwortet die ARD kommende Woche mit dem Comedy-Format “Das Ernste”. Nach dem respektablen Start von ZDFneo diskutieren ARD und ZDF aktuell über die Neugründung eines gemeinsamen Jugendkanals.

Das alles kostet Geld. Geld, das bei den Öffentlich-Rechtlichen reichlich vorhanden ist. Rund 7,5 Milliarden Euro fließen Jahr für Jahr in die Sendeanstalten. Mit der Einführung der Haushaltsabgabe ist es ARD und ZDF gelungen, sicherzustellen, dass die Gebührengelder auch dann noch kommen, wenn das Internet den Fernseher und das Radiogerät als primäres Empfangsgerät abgelöst hat.

*Amazon Affiliate-Link

Gebühren-Schwarzbuch

Pünktlich zur Umstellung von der Rundfunkgebühr auf die Haushaltsabgabe (Raider heisst jetzt Twix und die GEZ künftig “Beitragsservice”) hat der Handelsblatt-Journalist Hans-Peter Siebenhaar das Buch “Die Nimmersatten” (Amazon-Affiliate Link) veröffentlicht, eine Abrechnung mit dem “System ARD und ZDF”. Auf 215 Seiten (netto) geht er mit den Öffentlich-Rechtlichen hart ins Gericht, listet Fälle der Korruption und der Verschwendung von Gebührengeldern auf, nennt Beispiele für Vetternwirtschaft und mangelnde Transparenz.

Ich habe mich mit Siebenhaar getroffen, um mit ihm über sein Buch und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu diskutieren. Zu dem Zeitpunkt hatte ich es leider noch nicht komplett zu Ende gelesen, was schade war, weil einige Fragen, die der Medienjournalist aufwirft, in vielerlei Hinsicht diskussionswürdig sind.

  • Brauchen die Öffentlich-Rechtlichen immer neue Digitalkanäle?
  • Wie viel Druck üben Politiker auf die Sender aus?
  • Was gehört eigentlich noch zur Grundversorgung?

Alles schlecht

Das Buch prangert Missstände an, verstrickt sich dabei aber auch in Widersprüche. So werden reihenweise Misserfolge von ARD und ZDF aufgeführt (z.B. ineffektive Studiobetriebe, erfolglose Sendungen), die als Beleg dafür herhalten sollen, wie bei den Öffentlich-Rechtlichen Geld verbrannt wird. Umgekehrt werden Erfolge vermeldet (z.B. kostengünstiges Outsourcing, lukrative Lizenzgeschäfte), die dem Autor dann aber auch wieder nicht recht sind. Man solle gefälligst nicht nach der Quote schielen und schon gar keine Gewinne erwirtschaften. Das sei Aufgabe der Privaten. Quote = schlecht. Keine Quote = auch schlecht. Mittelmaß = ganz schlecht. Ja was denn nun?

Lang und breit wird das Schunkelfernsehen und der fehlende Innovationsmut der Sender kritisiert. Vielversprechende Formate wie “Roche und Böhmermann” auf ZDFneo kultur werden als primitiv und schlüpfrig dargestellt. Völlig außer acht gelassen dabei wird, dass das Programm von ARD und ZDF zwar vielleicht nicht immer das frischeste und originellste ist, im internationalen Vergleich aber durchaus als hochwertig und zuverlässig bezeichnet werden muss. Wer wie ich viel in der Welt herumkommt, wird mir hier sicher rechtgeben.

Fazit

In einem Satz lässt sich das gesamte Buch wie folgt zusammenfassen:

(tl;dr) “ARD und ZDF könnten mit weniger Geld besseres Programm machen.”

Persönlich würde ich diese Aussage gerne wie folgt ergänzen: …es könnte aber auch um einiges schlechter sein!

Als freier Mitarbeiter eines öffentlich-rechtlichen Senders bin ich natürlich befangen. Deshalb die Frage an Euch: Sind ARD und ZDF ihr Geld wert? Haltet Ihr das System der öffentlich-rechtlichen Programme für gerechtfertigt?

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37 Gedanken zu “Über Gebühr

Zitiert von
  1. Kunst und Kultur mit Gebühren, einer Ausstellungsvorschau, Dave Brubeck, einer Fotoreise, Frank Sinatra und anderes | Freiraum

  1. Habe seit acht Jahren (oder seit meinem 28. Geburtstag) keinen Fernseher mehr. Sehe ab und an bei Dienstreisen im Hotel fern, aber auch das nimmt stark ab. Weder die öffentlichen, noch die privaten Programme wecken irgendwie die Lust, mir privat wieder einen Fernseher hinzustellen und den dann auch noch zu benutzen.
    Ich informiere mich vollständig übers Web, auf die vorbestimmten Einwegmedien habe ich keine Lust.

    Gruß
    Christoph

  2. Toll geschrieben!
    Die Frage ist, was man will und zu welchem Kreis man sich zählt. Ältere Menschen, die Internet und andere neue Medien nicht nutzen, sind sicherlich mehr auf TV und Radio angewiesen, als wir Jüngeren. Diese Gruppe erwartet zu Recht ein gutes und abwechslungsreiches Programm. Das haben wir aber schon lange nicht mehr! Der jüngste Verfall vom Klassiker “Wetten, dass” zeigt es sehr deutlich: Erwartungen, die nicht erfüllt werden!
    Zum Fernsehen/Radio der Zukunft gehören für mich neue Ideen und neue Formate, die zeitgemäß sind und die die Menschen mitnehmen.
    Die nächste Frage ist, ob das jetzige System gerecht ist: Warum soll pauschal für etwas gezahlt werden, was möglicherweise gar nicht in Anspruch genommen wird? Ich schaue z.B., wenn es hoch kommt, vielleicht 2 Stunden im Jahr mal TV. Als Alternative nutze ich das Internet, wofür ich gerne auch bereit bin, zu zahlen.
    Sicherlich ist das, was hinter den Kulissen bis hin zum Abschluss einer Sendung alles passiert, das Geld wert. Da sind unzählige Mitarbeiter, die manchmal monatelang ihre Arbeitskraft weltweit einsetzen, damit am Tag X eine Sendung über den Schirm läuft. Die zahlen wir mit unseren Gebühren natürlich zurecht mit. Wer die Abläufe samt Kosten kennt, wird mir da sicherlich zustimmen.
    Fazit: Gebühren müssen sein! Sie sollten gerechter verteilt und in deren Höhe nicht pauschal abgerechnet werden. Da muss ein anderes System her!

    • Was Deinen TV-Konsum betrachtet, geht es mir ähnlich (ein bisschen öfter schaue ich schon) – aber das meiste davon suche ich mir mittlerweile aus dem Netz. Zum System: es muss eben bezahlbar bleiben, und wenn nicht alle dabei sind, wird es ganz schnell ziemlich teuer für den Einzelnen. Ein bisschen wie eine “Info-Krankenversicherung”. ;-)

  3. Ich finde die Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks (es geht hier ja eigentlich nicht nur ums Fernsehen) gut und wichtig. Das beweisen vor allem die privaten Radio- und Fernsehprogramme.

    Da läuft seit vielen Jahren einiges richtig, allerdings in meinen Augen auch einiges falsch. Für meinen Geschmack passen sich die Anstalten zu sehr einem Massenbild und damit den privaten “Konkurrenten” an. Es gibt einige Punkte die mich zunehmend stören:

    - Zu viel Geld wird in einzelne Programmelemente investiert (Sportrechte (Champions Bsp: League im ZDF), Jauch, etc.)
    - Deutlich zu starke Quotenfixierung

    Wer außer den ÖR Anstalten hätte die Möglichkeit sein Programm von der Quotenjagd zu entkoppeln und stattdessen auf wertvolle Inhalte zu setzen. In der Diskussion um den Auftrag der öffentlich rechtlichen Sender wird immer wieder erwähnt, dass Unterhaltung schließlich dazugehöre, ich finde dennoch, dass sich ARD und ZDF keine Daily Soaps leisten müssen um ihrem Auftrag gerecht zu werden. Unterhaltungsfernsehen auf niedrigem Niveau bieten die Privatsender ausreichend – stattdessen sollte Qualität im Vordergrund stehen…

    Das vermisse ich zunehmend… (gilt übrigens auch für den Radiobereich)

    Nichts desto trotz schätze ich nicht nur die TV- sondern auch manche Radiosender. Ich konsumiere vor allem viel über die Mediatheken – die Haushaltsabgabe halte ich grundsätzlich für einen guten Weg – zumindest wenn man es schafft Bürokratiekosten bei der GEZ mittelfristig fast vollständig zu kürzen.

    • Ich halte das ÖR-System auch für absolut notwendig (das war schon meine Meinung bevor ich für die ÖR begonnen hatte zu arbeiten). Was die Qualität/Geschmack betrifft sagen halt viele gerne “ich schaue nur arte” – die Quoten sprechen dann aber eine andere Sprache. Das Problem: Alle zahlen. Also musst Du auch allen etwas bieten. Im Zweifel ist das Fussball.

  4. Richard, Danke für das Thema:

    zu Deiner Frage: “…ist das öffentlich-rechtliche Programm gerechtfertigt?”
    Meine Antwort: Ja – natürlich ist es das, nur nicht so wie es heute ist. Ist aber auch die Form und die Breite/ Tiefe des Angebots gerechtfertigt?
    Es ist sehr wichtig das wir das Programm haben, aber heute muß jeder schlank und flexibel in Märkten agieren und bestehen. Auch die ARD und das ZDF. Ich für meinen Teil behaupte die Anstalten der ARD und des ZDF sind heute nur allzubreit und können schmaler ausgerichtet die gleiche, wenn nicht bessere, Qualität liefern.
    Heute muß jeder sparen und sich neuen Zielen ausrichten, so muß auch diese Institution sich immer wieder NEUE in Frage stellen: Wenn nicht so wie dann? Das ist sie als Dienstleister von uns allen auch “UNS” schuldig, nicht nur in der Programm Definition.
    Mir geht es in der Debatte nicht um einzelne Projekte die Gut oder Schief laufen, das gibt es immer und überall. Mir ist dabei wichtig auch positive Veränderung herbeizuführen und nicht immer nur die Geldhand aufzuhalten und sich mit fadenscheinigen NEUEN Programmen in eine selbstdefinierte Positionierung zu stecken.

    • Das ist für mich DIE zentrale Frage bei der ganzen Diskussion – nicht die Frage ob Internet, Smartphone, Radiogerät oder Fernseher – sondern die Frage nach dem Rundfunkauftrag: Was gehört alles zur Grundversorgung? Diese Frage sollte offen, transparent und nicht in irgendwelchen Unterausschüssen diskutiert werden. Diese Debatte brauchen ARD & ZDF nicht zu fürchten – im Gegenteil: Dadurch wird vielen denke ich überhaupt erst bewusst, was die Öffis auch jenseits von Sportschau und Wetten Dass so alles bieten. Programme, die kein Privater jemals anrühren würde, weil es sich nicht rechnet. Genau darum geht’s ja.

  5. Ich bin 28 Jahre alt und habe meinen Fernseher zuletzt gar nicht mehr benutzt. Das hatte zunächst den einfachen Grund, dass in meinem WG-Zimmer der Anschluss fehlte – nur merkte ich auch schnell, dass mir das Fernsehen überhaupt nicht fehlte. Was ich sehen wollte, schaute ich in den Mediatheken. Dann, wenn ich wollte; für Kühlschrankvisiten ist der Pause-Button vorgesehen.
    Seit kurzem wohne ich woanders und habe wieder einen Anschluss. Trotzdem bleibt die Kiste meistens aus, es sei denn, ich schaue mit der Freundin eine DVD (auf dem Sofa ist es halt zu zweit gemütlicher als auf dem Schreibtischstuhl). Oder aber – und das war bei mir bisher nicht der Fall – ich schalte die Kiste an und springe sofort auf die digitalen Kanäle der ÖR. Egal zu welcher Uhrzeit ich einschalte: Ich finde immer etwas Sehenswertes (ich liebe vor allem ZDFinfo, aber das ist eher eine persönliche Präferenz).
    In diesem Punkt macht das TV in meinen Augen auch meinem Mac wieder Konkurrenz. Die Mediatheken habe ich immer durchstöbert, weil ich mir sicher war, dass im TV “eh nur ****** läuft”. Nun kann ich mich aber wieder vors Fernsehgerät setzen und mich “überraschen” lassen. Auf diese Weise entdeckt man auch Perlen, die man im Netz vielleicht links liegen gelassen hätte.

  6. 1. Ja, sie sind ihr Geld wert.
    2. Das Sytem ist gerechtfertigt, ABER suboptimal. Hier muss novelliert werden.

    Mittlerweile bin ich ein militanter “Privatenhasser”.
    Selbst wenn ich nur kurz durchzappe, kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte. Soviel Werbung, Gossendreck, Schwachsinn liefert sonst nur noch Berlusconi in Italien. Und ich bin noch keine 60.

    Wehren kann man sich gegen diese aktiv betriebene Volksverblödung nur durch selektives fernsehen und da landet man halt automatisch immer bei den öffentlich rechtlichen und ihren Derivaten.

  7. Natürlich bin ich als ARD-Mitarbeiter auch befangen. Aber wieso wird in solchen Studien und Berichten eigentlich immer nur davon gesprochen, dass immer weniger junge Leute Fernsehen gucken?
    Immerhin geht es doch auch um den Inhalt der gesamten Sendungen – sowohl im Radio als auch Online. Und wenn man sich anschaut, was da an (auch regional) verankerten Geschichten hervorgebracht wird durch langfristige Recherchen, dann sind es doch auch diese Recherchen, für die bezahlt wird – und die von zahlreichen anderen Medien immer gerne übernommen werden. Diese Informationen finden dann auch ihren Weg und kommen bei den Leuten an. Es ist nur schade, dass da nicht immer die Verbindung zum Rundfunkbeitrag gezogen wird.

  8. Auch ich befürworte die Grundversorgung, selbst der Finanzierung über die Haushaltsabgabe kann ich etwas abgewinnen. Auch die Ausweitung auf die elektronischen Medien ist wichtig, wenn man nicht nur “Unterschichten” erreichen möchte. Ich selber höre statt Radio meistens nur noch Podcasts. Selbst Programme Arte/ZDF Neo sind super – obwohl ich da auch Zweifel an der Grundversorgung habe.

    Aber:
    Die zahlreichen dritten Programme, die alle auch Vollprogramme sind (und trotzdem alle um 20:00 gleichzeitig die Tagsschau zeigen), halte ich inzwischen für ziemlich überflüssig. Das gilt noch mehr für Fernsehen als für Radio.
    Gebührenfinanzierte Sendungen sollten der Allgemeinheit im Internet immer zur Verfügung stehen.
    Technisch kein Problem mehr, warum wird es also nicht gemacht: Für teurere Sportereignisse separat Pay per View einführen. Dann ist eine grössere Auswahl möglich und nur die zahlen, die es wirklich sehen wollen. Drastisch senken und dafür separate Gebühren einführen.
    Warum nicht über das gebührenfinanzierte TV auch Deutschland nicht international bekannter machen, gutes, informatives Programm, das es auf Deutsch schon gibt, auch in Türkisch/Arabisch/Englisch via Satelit/Internet senden. Die Deutsche Welle versucht das, ist aber eher langweilig. Der Worldservice der BBC wird immer mehr zusammengestrichen, aber der Bedarf ist da.

  9. Jetzt bin ich baff: Herr Siebenhaar ist doch der Handelsblatt-Schreiber, der es ganz toll findet, dass sich Verlage über das Leistungsschutzrecht Millionen ergaunern, um sich ihre Glaspaläste zu vergolden! Und ausgerechnet der schreib ein Buch über ARD&ZDF mit dem Titel “Die Nimmersatten”!? Unglaublich!

  10. Zukünftige Mediennutzung: punktuell, finanziert durch Micropayment. Das, was Du den Verlagen empfiehlst, sollte auch für die ÖR gelten. Diese Haushaltsabgabe ist ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Der Grundversorgungsauftrag wie auch der nicht zu rechtfertigende Verwaltungsapparat ist nicht mehr legitim!

  11. Ich muss mein Geld als Verleger selber verdienen. So ein cooles Zwangs-Pay-TV würde mir als Geschäftsmodell auch hervorragend gefallen. Gerne bekommen Politiker aller Schattierungen und sämtliche Verbands-Größen und das ganze andere Großkopferten-Geschwader dann bei mir Beiratspöstchen und Vorsitzende-des-Medienrats-Visitenkarten. Die Sozialdemokraten kriegen dann erbliche Vizepräsidentenposten. Das ganze wird dann parteipolitisch-staatlich alimentiert und per Umlage finanziert. Geil.

    Und wer sagt noch, wir haben den Sozialismus in Deutschland abgeschafft?

  12. Was ich bei den Öffentlich-rechtlichen vermisse ist die Wahl darüber, ob ich ihr Angebot nutzen und damit bezahlen möchte oder nicht. Wenn es wenigstens so wäre wie bei der Kirchensteuer (man zahlt solange bis man aus der Kirche austritt) – aber nein, ich muss für Musikantenstadl, Markus Lanz und Co. zahlen, komme was wolle.

    • Das ist wahr – allerdings zahlst Du auch für Korrespondenten und Fachredakteure, auf die man sich verlassen kann, wenn Krieg oder Krisen ausbrechen. Das ist ein bisschen wie mit mit der Gesundheitsversorgung. Man weiß sie erst zu schätzen, wenn man sie braucht. Und man zahlt dabei auch viele Dinge, die man selbst nie beansprucht. Im Grundsatz gebe ich Dir aber recht – die Frage: “Was ist Grundversorgung” ist meiner Meinung nach die wichtigste Frage überhaupt in der Gebührendiskussion.

  13. Hm, ja. Ich bin ebenfalls einer derjenigen, der sich einzelne Sendungen aus dem Internet ansieht. Meistens muss ich dazu auf Youtube zurück greifen, weil die „Mediatheken“ entweder sehr langsam sind (teilweise dauert es schon mal drei oder vier Tage) oder weil kritische Beiträge möglichst schnell depubliziert werden.

    Es gibt hauptsächlich drei Dinge, die ich kritisiere:

    1. Eine politische Berichterstattung erfolgt nicht

    Neben dem reinen Nachplappern von DPA-Meldungen wird dieser Effekt noch verstärkt durch die immer gleichen Talkshows mit den immer gleichen Gästen, in denen der Moderator bestenfalls als Stichwortgeber zum Hetzen gegen die Unterschicht oder zur Verbreitung neoliberaler Weltanschauung dient. Ein Markus Lanz fragt nur dann mal nach, wenn er z. B. Sarah Wagenknecht als Lügnerin darstellen will, indem er öffentlich die Propagandalügen der FDP wiederholt. Eine ausgewogene politische Bildung findet nicht statt und auch oftmals auch keine Berichterstattung, anhand derer man sich eine fundierte Meinung bilden könnte.

    Die wirklich interessanten Dokumentationen und Berichte werden immer öfter aufs Nachtprogramm verbannt. In meinen Augen ist die einzige Ernst zu nehmende politische Berichterstattung sind die heute-show, Neues aus der Anstalt sowie die Kabarettprogramme der Dritten.

    2. Regionale Programme, die nicht (mehr) regional sind

    Ich weiß noch, als ich klein war (also vor ca. 30 Jahren), kam im Dritten (also nur WDR) abends immer die aktuelle Stunde, in der man sich informieren konnte, was denn in der Region so passiert ist. Jetzt gibt es natürlich die Möglichkeit, sich anders zu informieren, aber warum ist die regionalste Sendung der Tatort und die bereits erwähnten norddeutschen Schunkelsendungen?

    Eine wirklich ausgiebige regionale Berichterstattung hab ich nicht gefunden. Vielleicht habe ich auch nur nicht intensiv genug gesucht zwischen der 137. Kochsendung und dem zum „Informations“magazin auf BLÖD Niveau umgebauten Regionalnachrichten.

    3. Das Bildungsfernsehen

    ist de facto tot. Wenn man mal bei Youtube sucht, hat man früher jeden Spinner ins TV gelassen, der seine Meinung kund tun durfte und das war gut so. Ich muss einem Erich von Däniken nicht seine UFO Theorie glauben, um an seiner Meinung interessiert zu sein. Es ist immer die gleiche langweilige Dokumentation angeblich fest stehender Fakten aus immer dem gleichem Blickwinkel. Im Vergleich zu Guido Knopps History ist jede Panzerdoku auf Kabel 1 investigativer.

    Früher war die Optik des TV bieder, aber der Inhalt interessant. Heute ist es umgekehrt.
    Und genau dafür zahl ich nicht!

  14. Schade, dass in der Rundfunkbeitragsdebatte (hey, tolles Wort ;-) ) es immer nur um’s Fernsehen geht. Natürlich wandert der größte Teil des Geldes zum Fernsehen, aber auch Hörfunk kann man nicht umsonst machen. Die Landesrundfunkanstalten und das Deutschlandradio machen erfolgreiche Programme und bieten – vielleicht noch mehr als im Fernsehen – hochwertige Angebote, die es ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht geben würde und auch gar nicht geben könnte, da sie nicht finanzierbar wären. Programme wie den Deutschlandfunk, Bayern 2 oder WDR 5 möchte ich nicht missen. Gerade diese Programme können nur angeboten werden, da alle ihren Beitrag dazu geben.

  15. Ich bin ein Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und hoffe dass es ihn auch weiter geben wird – allerdings anders und vor allem deutlich schlanker als heute.

    Was mich wirklich stört ist die vermeintliche “Vielfalt” an Programmen, die bei näherem Hinsehen und -hören dann oft doch eher einfältig wirkt. Ich höre zum Beispiel gerne Hörspiele (immer häufiger wenn möglich übrigens als Podcast), im ARD-Hörspielkalender finde ich allerdings alleine auf der ersten Seite sieben Mal den selben ARD Radiotatort. Wenn ich zwischen 18 und 19 Uhr von der Arbeit nach Hause fahre, kann ich wahlweise auf WDR 5, SWR 2 oder im Deutschlandfunk die selben – fundierten – Nachrichtenbeiträge und -Berichte hören – und zumindest auf den beiden Landeswellen in der Regel sogar die selben Kommentare. Ein 24/7 (oder meinetwegen 16/7)-Nachrichtenprogramm meines Landessenders SWR kann ich dagegen bis heute nicht auf UKW empfangen. Muss ich aber gar nicht, wenn ich stattdessen ein entsprechendes bundesweites Angebot bekomme – gebt dem DLF noch ein paar Sender und Frequenzen mehr.

    Von den mehrfach genannten dritten TV-Programmen will ich gar nicht erst reden – wenn man hier einmal die wirklich regionalen Inhalte zusammenpacken würde, käme vermutlich ein sehr komfortables Regionalfenster heraus, um das man dann ein nationales Vollprogramm aus den restlichen Inhalten packen könnte. Die “Digitalkanäle” (ist inzwischen nicht eh alles digital?) mögen eine tolle Spielwiese für neue Ideen sein – aber wieviele Spielwiesen brauche ich denn?

    Für qualitativ hochwertige Inhalte und vor allem für guten Journalismus zahle ich gerne meine Rundfunkgebühr. Ich habe allerdings das Gefühl, dass ein großer Teil davon für Zwecke verwendet werden, die nichts mehr mit einem öffentlichen Rundfunkauftrag zu tun haben. Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk weiterhin eine breite Unterstützung in der Gesellschaft – und damit die Bereitschaft zur Zahlung einer Zwangsabgabe – behalten will, hat er glaube ich noch einiges an Reformen vor sich.

  16. Also ich als 17 jähriger NICHT-FHERSEHN-Schauer fühle mich in meiner Altersklasse als Mitglied einer Randgruppe. Also was ich damit sagen willst, das ich die repräsentative aussage “Ich habe gar keinen Fernseher mehr” der jüngeren Menschen nicht nachvollziehen kann. Hattet ihr über 30-jährigen denn “früher” einen eigenen Fernsehen, um gesagt haben zu könnten dass ihr keine eigenen Fernsehen hattet?

  17. Nur mal so’n Einzelfall: Vergangene Woche am Dienstag gab’s im “Ersten” die letzte Folge der zweiten Staffel von “Mord mit Aussicht” – wie immer mit Mörderquoten, auch bei den Jüngeren. Diese Woche dann stattdessen wieder die Seniorenbeglückung “In aller Freundschaft”.

    Auf meine Twitter-Meinung: “Mord mit Aussicht wäre mir deutlich lieber gewesen an einem Dienstagabend.” antwortete “Das Erste”: “Die neuen Drehbücher von #MordmitAussicht sind schon in Arbeit. Aber bis zur Ausstrahlung müssen wir uns jetzt in Geduld üben.” Darauf ich: “Ja, bis 2014 – schon gelesen, leider. Eventuell ein Indiz, dass so Einiges suboptimal läuft.” Und “Das Erste”: “Nein gar nicht. Soll ja was besonderes bleiben! ;-)”

    Was sagt uns das, dass eine Erfolgs-Miniserie, die auch jüngere Zuschauer zieht, “was Besonderes” bleiben soll? Dass man bei der ARD lieber auf den vermeintlich kleinsten gemeinsamen (anspruchslosen) Nenner setzt, statt mal was Anständiges, Neues konsequent durchzuziehen?

    Disclaimer: Ich profitiere ebenfalls ein wenig vom öffentlich-rechtlichen System und seinen Gebühren.

  18. Tja,

    für eine Grundversorgung (samt kompetenter Redakteure und unerschrockener Reporter) würde ich schon gerne zahlen.

    Aber: Kein Mensch in Deutschland hat die Ö.-R. darum gebeten, ihren Kram ins Internet zu stellen, geschweige es zu streamen. Die haben sich einfach mal diesen Raum des freien Publizierens hergenommen — und per Inkludierung in den *Beitrag* zu ihrem Hoheitsgebiet erklärt.
    Irgendwie ist das Wegelagerei auf dem Datenhighway.

    Aber: Kein Mensch in Deutschland hat die Ö.-R. darum gebeten, für jeden Wellensittich ein Spartenprogramm zu kreieren (EinsPlus, Neo, etc.) und (bei der ARD) alle Dritten Programme immer 24/7 mit Content zu füllen.
    Es gab mal eine Zeit mit Sendepausen und Testbildern. Ich kann mich nicht erinnern, dass damals jemand an Fernseh-Mangelerscheinungen gestorben ist.

    Aber: Wegen mir muss man Leuten wie Lanz nicht doppelt Geld zuschanzen, wenn er nebst Moderatorenhonorar für seine Sendung auch seine eigene Produktsfirma mit ins Boot holt.

    Wegen mir muss man auch einer Monica Lierhaus — so individuell tragisch ihr Leiden auch ist — über die anstaltseigene Fernsehlotterie keine 450.000 Euro im Jahr zahlen, damit sie zweimal in der Woche ein paar Gewinnzahlen aufsagt (zumal sich in der normalen Wirtschaft jeder Freiberufler bitte selbst um seine Arbeitsunfähigkeitsabsicherung zu kümmern hat).

    Und: Wegen mir muss man auch nicht in jeder Bundsliga-Sportschau mal eben so nebenbei einen gehobenen Mitteklassewagen verzocken.

    Will sagen: Die Ö.-R. nehmen sich einiges raus. Vor allen Dingen Geld. Unser Geld.

    Bäh!

      • Klar, grolle ich. Ich gehöre nämlich zu den zwei Prozent (Nichtfernsehguckern).

        Das heißt, ich muss künftig zusätzlich mehr als 120 Euro jährlich für eine Defacto-Internetgebühr ausgeben, weil die Ö.-R. mir meine altersschwachen Computer als *neuartige Empfangsgeräte* verklausieren, auf denen ich deren Inhalte gar nicht abrufen möchte (bzw., technisch gegeben, teils auch gar nicht kann).

        Wir erinnern uns: Als vor vier Wochen die Strompreisdebatte anstand, plusterten sich alle Politiker, die gefragt wurden, medienwirksam beklagend auf, dass es manchen Haushalten kaum zuzumuten wäre, 100 Euro mehr im Jahr für Elektrizität zu zahlen.
        Gleichzeitig muten sie dies aber einer anderen Minderheit (s.o.) zu, ohne mit der Wimper zu zucken.

        Der Unterschied: Seinen Stromverbrauch kann man individuell auf sparsam trimmen, der Rundfunkbeitrag wird aber pauschal und in voller Höhe fürs aufgeblähte Gesamtpaket berechnet.

        Hallo, wir leben im 21. Jahrhundert! Schon mal was von Settop-Boxen gehört? Oder von Smart Cards, Pay-Per-View und Micropayment?

        Nee, haben sie wohl nicht, die Politiker.
        Oder sie wollen es nicht gehört haben.
        Denn dann ginge es ja ans Eingemachte.

        Und: Nein, ich glaube nicht, dass dies auch nur im Ansatz überspitzt ist.

  19. ARD, ZDF und Co haben nicht nur einen Unterhaltungs-, sondern auch einen Informations- und Bildungsauftrag. Letzterem scheinen sie aber erst verstärkt nach 22.00 Uhr nachzukommen, meist sogar noch später. Das ärgert mich sehr.
    Denn es ist ja gerade der Bildungsauftrag, der immer wieder ins Feld geführt wird, um GEZ-Gebühr, bzw. Haushaltsabgabe zu rechtfertigen.
    Ich bin gerne bereit für Korrespondenten, Dokumentationen oder investigativen Jounalismus Geld auszugeben. Aber dann sollte diesen auch größeres Gewicht in der Programmgestaltung beigemessen werden. Stattdessen wird der Bildungs- und Informationsauftrag in zig Spartenkanäle ausgelagert, damit die Hauptkanäle sich bitteschön um das wirklich wichtige im Leben kümmern können: Lindenstrasse, Wetten dass..? und unzählige Wer wird Millionär?-plagiate, die in der Regel auch noch schlecht plagiiert sind.

    Unterhalten können die Privaten besser, finde ich.

  20. ich habe die Diskussion hier und auch an anderen Stellen immer lesend verfolgt. Jetzt ist es an der Zeit, das ich gerne was dazu sagen möchte. Ich bin gerne bereit, für Dinge zu zahlen, die ich für wichtig halte. Das sind unabhängiger Journalismus, durchaus auch gute Unterhaltung (hier sehe ich davon ab, was für wen gute Unterhaltung ist. Meinetwegen darf am Samstag, ganz gemäß der Zielgruppen, die sich eher an diesem Abend vor den Fernseher setzen auch die Volksmusikhitparade kommen) und Bildungsfernsehen. Ich schaue, wenn überhaupt, die öffentlich- rechtlichen Programme. Es gibt da viele gute Sendungen, auch wenn viele leider sehr spät kommen, was für mich als Student weniger ein Problem ist, aber für viele andere Menschen schon. Mein Streitpunkt ist aber bei der neuen Gebühr ein völlig anderer: Durch meine Schwerhörigkeit kann ich maximal 10% aller Sendungen gucken, die mich interessieren. Deshalb bleibt es oft bei einmal Tatort schauen in der Woche. Und auch hier erfreue ich mich dann, wenn die Untertitel den tatsächlichen Inhalt wiedergeben und rechtschreibfehlerfrei sind. Es ist klar, das Untertitel für Gehörlose immer vereinfacht dargestellt sind, aber es sollte wirklich so nahe wie möglich am Thema bleiben. (Aber das ist eine andere Sache)
    Nun wird eine Gebühr für jeden Haushalt erhoben. Das klingt erst einmal einfacher. Die Rundfunkgebührenanstalten verdienen, sofern sich das Ganze durchsetzt, wirklich mehr. Und ich bin an dieser Stelle der Meinung, auch wenn man sicher nicht jedem gerecht werden kann (gerade die Menschen, die wirklich keinen Fernseher haben und auch nicht schauen, sind immer benachteiligt), dass man mit diesem Geld zumindest die Verständigung von Inhalten an Behinderte sichern kann. Rund 16 Millionen Deutsche sind schwerhörig laut DGB. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum es so schwierig ist, Sendungen zu untertiteln. Derzeit sind etwa 14% aller Sendungen untertitelt. 2010 waren es 12%, von den vorherigen Jahren möchte ich absehen. Es macht einfach keinen Spaß, seinem Partner dabei zu zusehen, wie er gute Sendungen wie z.B. Nachtcafe schaut, ich mich dann vor den Rechner setze, weil ich nichts verstehe. Und ich bin nur schwerhörig, bin also nicht extrem ausgeschlossen. Und dennoch sehe ich es nicht ein, eine Gebühr zu zahlen, die mich ausschließt. Dann bezahle ich lieber die Mediathek, bei der ich Inhalte per Kopfhörer besser höre. Das schließt mich aber beim gemeinsamen Schauen auch aus, da es ja bekanntlich nur einen Kopfhörerausgang gibt. Also stelle ich hier noch einmal die Frage: warum ist es so schwierig, Sendungen zu untertiteln? Ich kann mir nicht vorstellen, dass so teuer ist, das es unrealisierbar ist. An dieser Stelle sei die USA gelobt, fast 100% des Fernsehens wird untertitelt. Auch andere Länder sind hier sehr viel weiter. Da meine Zeilen genauso auf die Audiodeskription für Blinde übertragen werden kann (hier weiß ich keine genauen Zahlen) und eine weitere Gruppe betroffen ist, hätte ich gerne eine Antwort darauf. Vielen Dank!

    • Hallo Katharina, was soll ich sagen? Für jemand, der wie ich oft in anderen Ländern unterwegs ist, kann ich Deine Ausführungen nur bestätigen, Deutschland scheint hier echt zu pennen. Überall wo ich hinkomme gibt es Untertitel, auch bei Live-Shows oder Nachrichten. Kann SO unlösbar offenbar nicht sein. Liebe Grüsse, Richard

  21. 1. Eine solche Zwangsabgabe gab es nicht mal im mittlerweile verblichenen ostzonalen Unrechtsregime.
    2. Mit der Sozialwahl haben wird immerhin, zumindest pro forma, eine demokratische Mitbestimmungsmöglichkeit auf die Selbstverwaltungsorgane der gesetzlichen Sozialversicherungsträger geboten.
    Vergleichbares fehlt dem ÖR-Rundfunk.
    3. Warum muß regionale Information (3. Programme) als Rentnerprogramm verkauft werden?
    4. Bei der Begründung der Notwendigkeit einer Haushaltsabgabe wurde durch Politiker gerne auf “die Digitalisierung” verwiesen. ÖR-Funktionäre sprechen gerne von “Digitalkanälen” wenn Sie die ÖR-Spartenprogramme meinen. Ist den genannten Personen eventuell nicht bekannt, daß Fernsehen in Deutschland zumeist digital verteilt wird – und es somit möglich ist, Nichtzahler auszusperren?
    5. Apropos digital: leider läßt die DAB-Abdeckung durch Spartenprogramme (wie z.B. MDR-Klassik) auf Bundesstraßen zu wünschen übrig – kassiert wird trotzdem.
    6. Was ist eigentlich Grundversorgung? Der 25. Aufguß einer banalen Quizsendung? Marienhof? Wernesgrüner Musikantenschenke?
    7. Politische Informationen wirken gleichgeschaltet. Wer den Unterschied sehen möchte, vergleiche mit EuroNews (aus div. europ. ÖR-Programmen) und Arte (mit französischer Sicht auf die Dinge). Oder gar mit BBC, France24, RT usw.
    8. Plakatwerbung von ARD+ZDF und meiner Haushaltsgebühr ist schlicht überflüssig.
    9. Und da waren noch die entsprechenden Skandale (Kika-Produktionsleiter, NDR-Autoren, MDR+Stasi usw.).

  22. 10. Bildungsauftrag: Untertitel und Originalton findet man oft auf DVDs – seltener bis gar nicht im ÖR-Fernsehen.
    11. Nicht zu vergessen: das “Depublizieren” im Internet!