Bekenntnisse eines Zellstoff-Junkies4. November 2011

Zu einem Zeitpunkt, an dem die Schlacht zwischen analoger und digitaler Welt entschieden zu sein scheint, schockiert Blogger Richard G. seine Leser mit einem tränenreichen Geständnis: “Ja, es ist wahr. Ich stehe auf Papier!”

Liebe Blogleser. Wie lange kennen wir uns schon? Woche für Woche schreibe ich hier über mein Leben mit Computer, Smartphone & Co. Ich denke es wird Zeit, dass ich Ihnen etwas beichte: Ich liebe Papier!

Jetzt ist es raus.

Ausgerechnet der Mensch, der untrennbar mit seinem Laptop und dem Internet verwachsen zu sein scheint, hegt einen Fetisch für Cellulose! Auf meinen Reisen führe ich immer ein Notizbuch aus chlorfrei gebleichtem Papier mit mir. Keine Papeterie, an der ich vorbei gehen kann, ohne etwas zu kaufen. Die Biographie des iPad-Erfinders Steve Jobs (Affiliate Link), die vor einigen Tagen auf den Markt kam, habe ich ganz klassisch in gedruckter und gebundener Form gelesen. In einem Buch zu blättern ist für mich wie Laubrascheln im Herbst.

Spinnt der?

Ich weiß, was Sie jetzt denken: Ja spinnt denn der? Jetzt, wo alle Welt von ePapern und eBooks spricht. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse vermeldete der Hightech-Verband BITKOM dass in Deutschland dieses Jahr 30 Prozent mehr E-Reader verkauft worden sind als im Vorjahr. Die Zahl der Tablet-PCs soll sogar um 70 Prozent gestiegen sein. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bringt der Online-Händler Amazon die neueste Version seines Kindle-Readers zum Kampfpreis von 99 Euro (Affiliate Link) auf den Markt. Auch Sony steht mit seinem WLAN-fähigen PRS-T1 (Affiliate Link – 149 Euro) in den Startlöchern.

Ich brauch’s Hardcover!

In meiner Jugend habe ich viel mit digitalen Stoffen experimentiert. Ich bekenne: Software allein befriedigt mich nicht mehr. Ich stehe auf Hardcover! Bin ich krank, vielleicht sogar pervers? Bei uns in der Selbsthilfegruppe hatte Benno, 47, Ressortleiter bei einer großen deutschen Tageszeitung, einen heißen Tipp: Einen Tag in der Woche papierfrei leben! Bücher oder Zeitungen sind tabu, 24 Stunden Internet und dann die Dosis Schritt für Schritt erhöhen. Was soll ich sagen, ich lebe nun schon 10 Tage frei von Zellstoff. Natürlich gab es Rückfälle, neulich zum Beispiel, als ich wieder an einem dieser verführerischen Zeitungskästen vorbeikam.

Aber ich bin wild entschlossen, ich werde es packen. Digital wirkt. Tschaka!

Dir hat dieser Text gefallen?
Flattr this

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige Felder sind mit * markiert.

14 Kommentare
  1. Andreas schreibt:

    Hi,

    wohl war, dass Papier wird uns erhalten bleiben *gg*.

    Grüße

  2. Markus schreibt:

    @ Verlag Hermann Schmidt: Schickt ihm das “Verlagsverzeichnis” (wenn man es als solches bezeichnen will). Für mich ist dieses “Verzeichnis” eines der schönsten Bücher, die ich in den letzten Jahren in der Hand gehalten habe. Da wird klar was Buchkunst ist und solange sowas gedruckt wird werden die Bücher nicht “aussterben”!