Kundendaten frei im Internet: O2 can do.

Datenpanne bei O2 – bei einem Online-Gewinnspiel waren heute die Adressen von mehreren Hundert Teilnehmern offen einsehbar. Über Twitter und Facebook schlugen die Kunden Alarm. Es dauerte dann noch über eine Stunde, bis das Datenleck gestopft war.

iPad2 gewinnen – Einfach registrieren und empfehlen – Mit diesem Lockangebot hatte O2 (Telefonica) via Facebook und Twitter am Freitag-Mittag zu einem Gewinnspiel aufgerufen (genaue Uhrzeit unbekannt, Tweet und Facebook-Eintrag wurden gelöscht).

Klickt. man den dort veröffentlichten bit.ly Kurzlink bit.ly/kqW36Q, gelangt man auf die Seite des Gewinnspiels, auf der man sich für die Verlosung registrieren kann.

Das Problem heute Nachmittag: Die Felder waren schon alle ausgefüllt – von einer fremden Person.

Um an immer neue Datensätze zu gelangen, musste man lediglich die „Refresh“-Taste betätigen.

Damit nicht genug: Am Ende der Registrierung schlägt das O2-Formular vor, weitere Freunde für dieses Gewinnspiel zu ködern. Bei einigen Teilnehmern waren auch diese Felder bereits ausgefüllt – mit den Namen und E-Mailadressen weiterer Kunden.

Auf diesem Weg bin ich im Laufe des Nachmittags an rund 50 Namen und Adressen gelangt, die mir von Betroffenen zugeschickt worden sind.

Ein Gewinnspielteilnehmer, der von seinem „Glück“ noch gar nichts wusste, war Max Mustermann (Name geändert:-). Er war sehr überrascht über meinen Anruf:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Audiofile – zum Abspielen auf den Player drücken)

Obwohl die Kunden auf Facebook und Twitter sofort. Alarm schlugen, dauerte es über eine Stunde, bis die Panne behoben war. “Nur 60 Minuten” wie Albert Fetsch, Pressesprecher bei O2 später in einem Telefonat betonte. Hier das Gespräch im Original:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Audiofile – zum Abspielen auf den Player drücken)

Kleines Bonbon zum Schluss. Dieses Gewinnspiel wurde präsentiert von O2 …mit freundlicher Unterstützung von SONY. It’s not a joke.

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23 Gedanken zu “Kundendaten frei im Internet: O2 can do.

Zitiert von
  1. dimis » Blog Archive » o2 Datenpanne

  2. Apple iPAD – News » Blog Archive » Daten-Panne bei o2: Kundendaten frei im Internet einsehbar

  3. Microscoft, Base, HTC. — mobilbranche.de

  4. Erfolgreiche Kooperation in Sachen Datenpanne | Webbasierte Datenintegration

  5. Kundendaten genießen bei uns höchsten Schutz! | G! - gutjahr's blog

  1. Das wird erst dann aufhören, wenn Unternehmen empflindliche Strafen für so etwas zahlen müssen. Wenn es “nur” beim Imageschaden bleibt, interessiert es keine Firma nachhaltig, weil bald jede schon mal dran war.

    Vielleicht führt das auch endlich dazu, dass solche “Gewinnspiele” nach extremer Strafzahlungserhöhung aus Angst nicht mehr gemacht werden – Wär acuh nicht das falscheste ;-)

  2. Na da bin ich ja mal gespannt ob ich von O2 persönlich noch etwas über die Datenpanne und meine “kurzzeitig” veröffentlichten Daten erfahren werde -.-

  3. Also gerecht wäre es ja, wenn die betroffenen Personen nun alle ein von O2 gesponsortes Ei-Brett erhalten.
    Würde zeitgleich auch fein als Werbemaßnahme herhalten können… aber nach meinen Erfahrungen waren in der Stunde sicher nicht nur “wenige hundert” Teilnahmen drin, sondern deutlich mehr.

    Tjah, anyway.
    mal wieder ein genialer Beitrag von Richard.
    So langsam wirst du in meiner Blogroll zum zweiten Niggemeier ^^

  4. Dieser Kommentar enthält Content von So-Nie Music Entertainment. Er ist daher in diesem Blog nicht mehr verfügbar.

    (Was ich eigentlich schreiben wollte: Man muss nicht mühsam (?) Webseiten “hacken”, um an Kundendaten zu gelangen – es geht auch mit F5. Mit O2/bist Du dabei.)

  5. Irgendwie habe ich bisher gedacht, dass du ein “seriöserer” Typ “Journalist” bist. Das hier ist belanglos-hysterischer Skandälchen-Quatsch zum wegklicken. Oder zum Klicks fischen, aus deiner Sicht.

  6. Sehr interessant, zum Glück hab ich da nicht mitgemacht.

    Was ich noch fragen wollte: Welches Bildbearbeitungsprogramm nimmst du für deinen Blog, um z.B. das Ausfransen von den Bildern usw. darzustellen? Photoshop oder irgendwas einfaches?

  7. @Hmm… Zu Deinem “Skandälchen”: Vor dem Hintergrund der vielen Vorfälle in letzter Zeit darf man sehr wohl die Frage stellen, ob die Firmen nicht generell zu lax mit unseren Daten umgehen. In diesem Fall habe ich nicht ein “Skandälchen” gesucht (Zur Info: das Wort Skandal hast Du eingeführt – ich benutze ausdrücklich den Begriff Panne), sondern zwei Blogleser haben sich per Mail bzw. Twitter an mich gewandt. Wenn man selbst davon betroffen ist, sieht sowas nämlich ganz anders aus. Letzte Bemerkung: Ich halte es für wenig seriös, Leute aus der Anonymität heraus zu kritisieren.

  8. Mit Sicherheit waren meine Daten gestern auch dabei. Hab vom Zug aus an dem Gewinnspiel teilgenommen.
    Nun sind meine Daten sowieso auf anderem Wege findbar, aber es ärgert mich das die Freunde-Empfehlungs-Adresse auch offen war. Dabei geht es um Personen die unwissentlich in eine Sache rein gezogen werden!

    zu Hmm…: geht’s noch? Ich bin Richard dankbar noch hinterher davon erfahren zu haben! Das hat mit Panikmache nichts zu tun! Vor allem berichtet er nicht reisserisch sondern gibt allen Seiten die Möglichkeit zur Stellungnahme!

  9. @Richard: Ach mit Pages geht das? Werd ich direkt mal ausprobieren. Finde diese Anriß/Schatteneffekte ganz nett, hab aber keine Lust da direkt 30 Minuten pro Bild rumzuwursteln.

  10. Finde es sehr wichtig das man über solche Pannen etwas erfährt. Denn ich als betroffene Person bin von O2 noch nicht auf diese Panne hingewiesen worden.

    Ich persönlich bin Richard sehr dankbar für diesen Hinweis ;)

  11. Sollte es tatsächlich eine Schnittstelle zu vorhandenen Kundendaten innerhalb des Gewinnspiels geben hat sich 02 wohl mächtig Probleme mit den dt. Datenschützern eingehandelt – denn dann handelt es sich nicht um einen versehentlichen fehler, schließlich muss so ein Interface erstmal programmiert werden…

  12. O2 scheint auch Adressen an Abzockfirmen zu verkaufen und behauptet gegenüber den Kunden, daß es einen richterlichen Erlaß gab, der nie bewiesen wurde. Die Firma, die mit O2 zusammenarbeitet scheint die berüchtigte Copyright Watch zu sein. Diese Firma gibt sich als Beauftragter der europäischen Gemeinsschaft aus, was ebenfalls nicht stimmt.
    Geht es den Providern schon so schlecht, daß sie zu illegalen Mitteln greifen müssen?