Die Siesta Revolution

Viel ist geredet worden über Alte und Neue Medien, über die böse Kostenloskultur (=Internet), über mögliche Heilsbringer (=iPad), über die Einführung einer Leistungschutzgebühr für sog. “Qualitätsmedien”. Das Problem: Oft wird an den Symptomen herumgedoktert, statt an der Wurzel. Der klassische Journalismus ist in die Jahre gekommen und droht, zu erblinden.

7 Tage lang hatte ich diese Woche Dienst in einer deutschen Nachrichtenredaktion. 7 Tage lang habe ich ‚the Making of’ einer Nachrichtensendung miterlebt, von der Themenauswahl der bis hin zur Live-Sendung. 7 Tage lang habe ich beobachtet, wie eine Nachricht seinen Weg über die klassischen Gatekeeper in die breite Öffentlichkeit findet – oder auch nicht.

Stolz und Vorurteil

Ich mache diesen Job schon einige Jahre, bin stolz wie am ersten Tag auf die Professionalität, mit der wir arbeiten. Wie es uns gelingt, binnen kürzester Zeit aus dem Nichts eine Livesendung zu stemmen – mit Korrespondentenschalten, Expertengesprächen und Hintergrundfilmen – das macht uns so schnell keiner nach!

Gelegentlich mache ich mir aber auch Gedanken über den Automatismus, der sich in unseren Redaktions-Alltag geschlichen hat. Die immer gleichen Beiträge, die immer gleichen Rituale, nach denen wir unsere Nachrichten-Sendungen bauen, und natürlich mache ich mir auch Gedanken über meine eigene Rolle in diesem Spiel.

Spanische Revolution

Stell Dir vor es ist Revolution und keiner sieht hin – so geschehen vergangene Woche in so ziemlich allen deutschen Nachrichtenmedien. Man muss sich das einmal vorstellen: Mehrere Zehntausend junge Spanier landesweit Tag und Nacht auf der Straße, und in den deutschen Medien kein Wort davon. Wie es der Zufall so will, war ich bis Ende letzter Woche selbst noch in Madrid, stand auf dem Puerta del Sol, dem spanischen Tahrir-Square. Die Sensibilität also war da, warum haben auch wir über dieses Phänomen erst so spät berichtet?

Als die ersten Tweets von der #spanishrevolution die Runde machten, war ich skeptisch. Wegen der zahlreichen Wahlplakate, mit denen Madrid zugepflastert war, wusste ich natürlich von den bevorstehenden Kommunal- bzw. Regionalwahlen. Mein erster Gedanke: versucht hier etwa ein politisches Lager, im Windschatten von Tunesien oder Ägypten parteipolitisch zu punkten? Ich hielt mich zurück mit meinen Retweets, wollte erst einmal für mich verstehen, worum es hier wirklich geht.

Spanische Konquistadore

Spanische Dörfer

Auch ich war überrascht über die wenigen Berichte, die ich in den On- und Offline-Angeboten der deutschen Qualitätsmedien gefunden habe. Die meisten Meldungen aus der Region drehten sich um Sebastian Vettel und den bevorstehenden „Großen Preis von Spanien“. Wie ist es möglich, dass sich die Wirklichkeits-Wahrnehmung von Blogosphäre und Nachrichtenwelt derart diametral gegenüber steht?

In meiner Verzweiflung tat ich etwas, was wir Nachrichtenleute nur selten tun, wenn es keinen konkreten Auftrag dazu gibt: ich griff zum Telefonhörer und telefonierte die Spanien-Korrespondenten einiger großen deutschen Medienhäuser ab. Hier einige Statements:

„Die Eigendynamik, die das hier entwickelt, hat viele überrascht“

„Es ist schwer auszumachen, wer eigentlich hinter dieser Bewegung steckt“

„Ich möchte nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, wie das hier weitergeht“

(Zur Info: die Telefonate fanden Dienstag und Mittwoch verg. Woche statt, es handelte sich um Hintergrundgespräche, daher keine Namen)

Angemessene Berichterstattung

Vielleicht überrascht es Euch, wenn ich heute, 7 Tage nach Ausbruch der Proteste (und nach meinen eigenen 7 Tagen „Nachrichten-Dienst“ im Bayerischen Rundfunk) zu dem Schluss komme: Ich halte den Umgang der klassischen Medien mit dem Thema Spanien im Großen und Ganzen für angemessen. Das hat vielerlei Gründe:

  • Die internationale Nachrichtenlage derzeit ist verrückt (Bin Laden, Strauss-Kahn, Euro-Rettung, Atom-Diskussion, Obama-Rede an die Arabische Welt)
  • Klassische Nachrichtenangebote sind begrenzt, zeitlich (Radio und Fernsehen) bzw. räumlich (Zeitungen und Zeitschriften), müssen das “große Ganze” im Auge behalten
  • Im Vergleich zu Tunesien, Ägypten, Syrien, Libyen, Jemen ist es bei den Protesten in Spanien bislang zu keinen größeren Ausschreitungen gekommen
  • Die Teilnehmerzahlen variierten stark, oft war die Rede von nur mehr wenigen Tausend
  • Seit Mittwoch (immerhin!) gab es die ersten Korrespondentenberichte im Radio (DRadio) und bei Spiegel Online, seit Donnerstag berichtete auch die Tagesschau

El Ángel Caído – Der gefallene Engel in Madrid

Überheblichkeit und Ignoranz

Was mich jedoch schockiert – und genau hier setzt meine Kritik an: Keiner der klassichen Gatekeeper, sei es in der eigenen Redaktion, sei es in den anderen Häusern, mit denen ich diese Woche über in Kontakt stand, hatte das Thema „Spanien“ überhaupt auch nur auf dem Radar. Proteste in Spanien? Nie gehört.

Natürlich wollte ich wissen, woran das lag. Hier einige Reaktionen:

„Ich hab’ mal in den Agenturen nachgesehen. Da ist die Rede von einigen Tausend. Das ist nichts Besonderes.“

„Dieses Twitter sollte man mit Vorsicht genießen. Das ist doch eine kleine selbstreferentielle Gruppe, die haben oft eine recht eigentümlich Wahrnehmung der Dinge“

Ein Spanien-Korrespondent in Madrid:

„Ich muss dazu sagen, ich hatte diese Woche viele andere Dinge zu erledigen, deshalb bin ich noch nicht dazu gekommen, mich um die Proteste hier zu kümmern.“

Zeit für Selbstreflektion

Doch bevor Ihr Euch in einem Shitstorm über die Ignoranz der bösen klassischen Medien verliert, macht doch bitte selbst einmal den Test:

Wie viele Eurer Kollegen/innen twittern? Wie viele Unternehmen benutzen Facebook & Co nach wie vor überwiegend in eine Richtung, nämlich, nach dem klassischen Sender-Empfänger-Prinzip, von oben nach unten? Oder umgekehrt: Wie viele Eurer Kollegen begeben sich heute auf Themensuche ins Netz, anstatt die immer gleichen Schlagzeilen von Bild und Spiegel wiederzukäuen, respektive ihre eigene Agenda von Pressekonferenzen und Tagungen diktieren zu lassen?

Fazit

Mein Resumé dieser Nachrichtenwoche: Die Medien haben vielleicht ein wenig spät aber letztendlich professionell und angemessen auf die Proteste in Spanien reagiert. Zugleich bewiesen sie aber einmal mehr eine fast schon sträfliche Ignoranz gegenüber neuen Informationstechnologien wie Twitter und Blogs.

In Zeiten der Informationsexplosion durch das Internet wollen wir Journalisten Garant sein für Qualität und Anspruch, Leuchttürme im Datenmeer des Netzes. Doch wie wollen wir diesen hehren Ansprüchen gerecht werden, wenn wir gegenüber Kulturtechnologien wie Twitter, Facebook und Blogs, auf beiden Augen blind sind?

Anders ausgedrückt: Auf einer Reise in einen noch unbekannten Kontinent – würdet Ihr Euch einem Reiseleiter anvertrauen, der selbst noch nie da war und noch nicht einmal die Grundlagen der dort üblichen Landessprache beherrscht?

Ein eigenartiges Selbstverständnis von einer Profession, die sich selbst als Informations-Elite versteht. Mir jedenfalls kommt das spanisch vor.

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45 Gedanken zu “Die Siesta Revolution

Zitiert von
  1. Viva la #spanishrevolution? Spaniens Jugend kopiert (wenigstens ein bisschen) die #Arabellion | Junge Politiker

  2. #Spanishrevolution – Die Durchbrechung der Angstspirale

  3. Linkdump vom So, 22. Mai 2011 bis Mo, 23. Mai 2011 Links synapsenschnappsen

  4. Gutjahr calls to Spain | waschtrommler

  5. Die Siesta Revolution

  6. Die Diskussion liefert sich selbst die Antwort. | Daniel Freytag - filmmaker and photographer

  7. Aktuelles 24. Mai 2011

  8. ...und nebenan brennt das Reaktorgelände | G! - gutjahr's blog

  1. Diese differenzierte Kritik spiegelt Weitsicht und Verständnis wieder. Genau diese Art braucht man um Räder ins rollen zu bringen. Ich bin nicht der Meinung das die Prioriäten der klassischen Medien richtig gesetzt werden. Ich bin aber voller Hoffnung das sich meine Vorstellung von “Nach-richten”, sich auch irgendwann bei den großen Medien etablieren wird. Ich bin sehr glücklich in dieser Welt des großen Wandels zu leben.
    Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Danke

  2. Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis bin ich auch gekommen (hier nachzulesen: http://www.slow-media.net/tribales-trommeln) – eine sehr unübersichtliche Lage (Hunderte?Tausende? Zehntausende?Hunderttausende?), aber fast keiner macht sich die Mühe, einmal vor Ort nachzusehen. Auch die Geschichte “Da ist wirklich nichts los, wir können und jetzt wieder den Budapester Sexorgien widmen” wäre eigentlich berichtenswert. Ich meine: dass in Ägypten niemand vor Ort war, kann man noch verstehen. Aber Spanien? Ein Land mitten in Europa mit einer der jüngsten Demokratien – das ist doch Teil der massenmedialen Job Description wenigstens einmal nachzusehen …

    • Danke Benedikt. Habe mir Deinen Blogpost schon vorgemerkt und will ihn später auch noch im Artikel oben verlinken. Habe nur selbst gleich wieder Sendung und bin daher noch nicht dazu gekommen. Sollte öfter Euer Slow Media Manifest beherzigen ;-)

  3. Deine Einschätzung kann ich nicht teilen. Wenn die Reaktion großer Medien angemessen war, zuerst nicht zu berichten, dann gab es auch keinen Grund dafür, nach vier oder fünf Tagen damit anzufangen.

    • @Stadler Betrachte das nicht zu sehr durch dieSocial-Media-Brille: in Jemen, Libyen und Syrien sind auch in dieser Woche wieder Hunderte Menschen auf offener Straße erschossen oder inhaftiert worden. Auch davon haben wir nur wenig erfahren. Fakt ist: Strauss-Kahn hat die erste Wochenhälfte viel Sendezeit gekostet. Bei einer anderen Nachrichtenlage wäre Spanien garantiert früher thematisiert worden.

  4. Was wunderst Du Dich? Du beschreibst doch selber die Mechanismen dieser durchautomatisierten Maschine. In der Mediendebatte verwechseln wir ständig Moden mit Methoden. Beispiel: Ich lese ständig diesen Unsinn über “Entschleunigung” (oder höre anlässlich der ARD-Themenwoche davon), als sei das Tempo das Problem. Die Klage darüber ist eine Mode, sonst nichts. Tatsächlich fehlt der offene Blick. Die Probleme, die Spanien hat, sind eigentlich leicht zu verstehen, wenn man halbwegs regelmäßig ein oder zwei gute Zeitungen liest und dazu dies und das aus dem Netz zieht. Aber was tut so eine Nachrichtenredaktion? Sie guckt, was andere schon haben. Nachrichtenredaktionen sind im Prinzip recherchefreie Zonen. Sie folgen den Autoritäten und versuchen nicht einmal, zu verstehen, was ringsherum passiert. Hast Du einmal versucht, einen CvD davon zu überzeugen, dass eine eigene Information zutreffender sein kann als eine von dpa oder die eines akkreditierten Parlamentskorrespondenten? Es braucht ein gutes Standing, um sich da durchzusetzen. Diese Methode ist es, die die Spanier vom Schirm gehalten hat. By the way: http://www.bitterlemmer.net/wp/2011/05/20/krieg-der-generationen-in-spanien/

    • @Christoph Lemmer Vieles von dem, was Du das beschreibst, kann ich bestätigen. Was ich (und übrigens viele Journalistenfreunde von mir) beklagen, ist dieser vorauseilende Gehorsam in den Redaktionen, die eigene Schere im Kopf, um bloß keinen Ärger zu bekommen. Dabei denke ich wünschten sich selbst die eigenen Verleger, Senderchefs oder Chefredakteure mehr “Lebenswirklichkeit” in ihren Formaten. Es ist eben sehr schwer, sich ständig neu zu erfinden.

  5. Vielleicht sollte man es aber auch nicht so arg gut finden, dass eben gerade DSK und die Eheprobleme des Herrn Schwarzenegger so viel mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen, als eben tatsächlich stattfindende Proteste in Spanien. Eine Jugendarbeitslosigkeit von 45 % – auch davon hatte ich zuvor noch nicht gehört.

    • @Konrad Stimme Dir natürlich zu, muss dann aber auch bekennen: DSK hat auch mich, zumindest am Montag und Dienstag selbst gefesselt – auch ich bin Voyeur und wollte natürlich wissen, was dort in New York passiert ist und wie es jetzt weitergeht. Schwarzenegger war uns (öffentl. rechtl) nicht einmal eine Kurzmeldung wert.

  6. Interessant war, dass die spärliche Berichterstattung sich konzentrierte auf “junge Leute, die Angst um ihre Zukunft haben und den Protest im Internet organisieren” (Zitat). Das ist für mich eine Null-Nachricht. Hier hat sich mal ein Kollege privater Anbieter die Mühe gemacht, Hintergründe zu beleuchten: http://www.youtube.com/watch?v=s91YSMq3XEI
    Demnach dürfte Korruption die Ursache der Proteste sein. Angesichts der Milliarden, die im Windschatten der unsäglichen Strauss-Kahn- Berichterstattung in die Hände solcher Politiker transferiert werden wünsche ich mir von den Öffentlich Rechtlichen Anstalten mehr Schwerpunkte ausserhalb des Sensations- Mainstreams.

    Kein Redakteur ist gezwungen, die knappe Sendezeit dem Widerkäuen der öffentlichen Demütigung eines in die Fänge der US-Justiz geratenen armen Würstchens zu widmen, wenn deswegen auf die Berichterstatung über die richtig fiesen Deals, welche Europa auf Dauer schaden können verzichtet wird.
    Tut mir leid, wenn ich es hier schreiben muss: Für das Leid unter Sachzwängen sind immer diejenigen verantwortlich, die keine Prioritäten setzen. Statt das Geld in geheimgehaltener(!) Höhe für Sportrechte zu verplempern, wäre es im konkreten Fall angebracht, Sonderkorrespondenten mit einer ausführlichen Hintergrundrecherche zu beauftragen. Vielleicht geschieht das ja noch?

  7. Ich befürchte, dass das Stichwort Revolution mittlerweile eine gewisse “Normalität” angenommen hat, in Deutschland war man in der Berichterstattung immer vorsichtig mit diesem Schlagwort, ähnlich wie mit dem Schlagwort “historisch”.

    Wir haben Revolutionen in Tunesien, Ägypten, Libyen und in anderen arabischen Ländern erlebt oder erleben sie (noch).

    Ein zweiter Punkt mag sein, das die spanische Regierung nicht unbedigt ein klassischer “bad-guy” des Nahen Ostens ist, dem man durch gezielte Recherche zu einem Thema noch einmal einen auswischen kann oder der jede Opposition grundsätzlich erstickt. (Symphatie bei den Lesern und Zuschauern mit den freiheitssuchenden Demonstranten)

    Natürlich ist eine Jugendarbeitslosigkeit von 45 Prozent ein enormer Faktor, aber in Deutschland kann der Leser oder Zuschauer diese nicht unbedingt nachvollziehen, weil unser Land eigentlich recht gut aus der Krise raugekommen ist. (eventuelle Spätfolgen -sprich Schuldenabbau- würden diesen Kommentar sprengen.)

    Ich muß selber gestehen, das ich mit der #spanishrevolution sehr vorsichtig bin, ähnlich verhält es sich auch mit den anderen (iranisch-) grünen Newssammlern auf Twitter und Facebook.

  8. @Thomas Adolf Ungeachtet von Definitionsfragen wie “Revolution” oder “historisch” – die Dimension der Proteste in Spanien ist, auch an klassischen Nachrichtenfaktoren gemessen, enorm. Hinzu kommt die Bedeutung Spaniens vor dem Hintergrund der akt. Euro-Diskussion.

  9. An dieser Stelle vielleicht noch ein anderer interessanter Aspekt:
    Wenn Exklusivität, Priorisierung und Einordnung von Nachrichten als DIE Basis für die Monetarisierung (online / offline) von journalistischem Content angeführt wird, dann muss das für den Konsumenten auch nachvollziehbar sein. Die #spanishrevolution also m.E. ein schönes Beispiel dafür, wie man diese Woche den Beweis hätte antreten können.

    Beispiele wie diese werden zeigen, wer über Differenzierung, bspw. auch in den Recherche-Methoden über Facebook, Twitter und Bloggs, langfristig im hartumkämpften Markt weiterhin erfolgreich sein wird.

    • @Meike Fernandez-Steeger Bin zwar Deiner Meinung, dass da noch viel getan werden muss – wir sind noch ganz am Anfang. Ich kenne viele Kollegen, die weigern sich bei Twitter oder Facebook mitzumachen. Auf der anderen Seite: es gibt schon viele gute Ansätze. Im Tagesschau-Blog beispielsweise erklären die Chefredakteure persönlich, weshalb Sie welchen Themen den Vorrang gegeben haben. Das Gebot der Zukunft lautet für mich: Transparenz.

  10. Was ich seltsamer finde, ist, dass ARD und wohl auch ZDF online knapp, aber ganz gut und korrekt über die div. Ziele und Kritikpunkte (Arbeitslosigkeit, Bankenrettung/Wirtschaftssystem, “echte Demokratie”/Zweiparteiensystem, Korruptionsskandale) berichten. Aber im TV gehts bei dem Protest plötzlich allein um Arbeitslosigkeit und die wirtschaftlichen Probleme und gegen Zapatero. Das sind dann wohl 2 Redaktionen, die nichts mit einander zu tun haben? Bischen bizarr, wenn man TV u. Netz konsumiert, wie da 2 Realitäten nebeneinanderstehen.

    • @viewer Interessanter Aspekt. Jedoch musst Du Bedenken: für einen durchschnittlichen Nachrichtenbeitrag 1:30 Minuten hast Du maximal 10 deutsche Hauptsätze. Dass man da auf Details nicht groß eingehen kann, liegt auf der Hand.

  11. @Richard Gutjahr Ich möchte auch nicht Intention, Dringlichkeit oder Außmaße der Proteste der (jungen) Spanier in Frage stellen, ich meine eher die Medienwahl ansich:

    Das Wort Revolution/Protestbewegung wurde im Juli 2009 vor allem mit der grünen Bewegung des Irans verbunden. (was die internationale Berichterstattung über die grüne Bewegung auch befördert hat, natürlich gab es in der Geschichte auch schon vor der grünen Bewegung Revolutionen und Protestbewegungen ).

    Damals konnte man mit seinem Twitter-, und Facebook-Account seelenruhig Blogeinträge auswerten und diskutieren, Videos aus dem Iran sortieren und sichten etc. etc. – sprich der Sache genauer hinterhergehen und sich ein Bild machen.

    Heute macht man den Twitter-Account oder Facebook-Account auf und kann zwischen den Revolutionen und Protestbewegungen wählen, was eine Medien- und Nachrichtenwahl -schon wegen der Masse- bei endlichen Ressourcen („baller“ nie deinen Newsfeed zu und treffe eine Themenwahl) erschwert.

    Zudem gibt es viele Aspekte von den Protestbewegungen, die berichtenswert sind und analysiert werden sollten, aber wegen der Masse an Informationen (Daten) untergehen.

    Natürlich ist Spanien für Europa wichtig, ich kann es aber nachvollziehen, das viele Redakteure erst eher skeptisch sind (gerade bei internetbasierten Organisationsformen) und erst darüber berichten, wenn die Sache eine gewisse „Tiefe“ erreicht hat….

    • @Thomas Adolf Ich bin da ganz bei Dir, was die Skepsis und eine aktive Entscheidung GEGEN ein Thema betrifft. Was mich in diesem Fall aber gewundert hat: von Spanien haben viele meiner Nachrichtenkollegen/innen noch nicht einmal gewusst. Hätten sie mit Sicherheit, wären sie (auch privat) in den entsprechenden Netzwerken unterwegs. Genau da beginnt es zu knirschen: Wenn Privatleute mehr über die Welt wissen, als der Nachrichtenredakteur, wozu brauche ich dann noch den Nachrichtenredakteur?

  12. Danke für diesen Beitrag Richard! Mir liegt das Thema am Herzen, da ich selbst einige Jahre in Spanien gelebt habe, an der Deutschen Schule Madrid mein Abitur machte, ein Teil meiner Familie und viele Freunde in diesem Land leben.
    Ich habe mir in den letzten Tagen auch sehr viele Gedanken über Pressefreiheit und „Gatekeepertum“ gemacht. Dich schockiert, dass viele Kollegen das Thema Spanien gar nicht auf dem Radar haben. Könnte es nicht auch daran liegen, dass die BILD bis heute! das Thema schlicht ignoriert? Auch am Tage 8 nach Beginn der so genannten #spanischrevolution scheinen solche beeindruckenden Bilder die Springer-Redakteure nicht zu interessieren: http://especiales.lainformacion.com/panoramicas/manifestacion-acampada-sol
    Stünde es aber in der Bild, die ja bekanntlich in keiner Redaktion bei der morgendlichen Lektüre fehlen darf, hätte das Echo vermutlich viel früher ganz anders ausgesehen. Das erschreckt mich wirklich, weil es wieder einmal zeigt, wo die Agenda der Nachrichten wirklich gemacht wird.
    Ich denke auch, dass mittlerweile viele Medien angemessen berichtet haben, wenngleich ich Deinen 5 Punkten nicht folgen mag, warum sie es erst so spät taten: „Die internationale Nachrichtenlage ist verrückt“? – Dann bitte etwas weniger oft und ausführlich die Wiederholung jeder kleinsten Veränderung im Verhaftungsprozess DSK! „Nachrichtenangebote müssen das ‚große Ganze‘ im Auge behalten“? Wieso gehört das verkorkste und möglicherweise verbrecherische Sexualverhalten eines Bankers mehr zum ‚Großen Ganzen‘ als Zehntausende, die mitten in Europa auf die Straße gehen? „Es kam zu keinen größeren Ausschreitungen“? Berichten wir denn nur bei Mord und Totschlag?…“Die Teilnehmerzahlen variieren“? Klafft nicht bei jeder Demo die genannte Zahl durch den Veranstalter und die der öffentlichen Behörden weit auseinander? (Beispiel Loveparade)
    Es ist wirklich schade, dass wir hier in Deutschland so wenig Spanisch beherrschen, denn es gibt so viele kluge Journalisten in diesem Land wie beispielsweise Ignacio Escolar vom spanischen Nachrichtenportal publico.es. Der literarische Übersetzer Markus Trapp hat Escolars „7 Gedanken zu den spanischen Protesten“ hier einmal übersetzt: http://textundblog.de/?p=4126 . überhaupt lohnt es sich, das Blog von Trapp, bei Twitter unter @textundblog zu lesen, wenn man sich über die Geschehnisse in Spanien besser informieren möchte. Ich darf auch dieses Post empfehlen: „Bewegte Zeiten und bewegende Bilder aus Spanien“ http://textundblog.de/?p=4129
    Die Wahlen in Spanien sind vorbei. Es ist völlig offen, was nun von der #spanishrevolution bleiben wird, die auch viel Festspielcharakter hatte. Wusstest Du, dass die Veranstalter täglich ein Unterhaltungsprogramm mit Clowns, Gospelchor und Tänzen organisiert haben, um die Leute zur Puerta del Sol zu holen und dort zu halten? http://twitpic.com/5025a4
    Aber eines ist sicher, es waren nicht nur die jungen Leute, es geht nicht nur um die unglaublich hohe Jugendarbeitslosigkeit und damit den Frust einer Generation „sin“: ohne Arbeit, ohne Wohnung, ohne Zukunft. Es geht um unser krankes System, um die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, um die unverfrorene und offene Bereicherung und Korruption einiger Wenigen. Und da schaut es bei uns in Deutschland in vielen Punkten schon ähnlich aus, nur der Druck, auf die Straße zu gehen, ist noch nicht so groß wie in Spanien.
    Nun aber Ende, obwohl es noch so viel zu sagen gäbe ;-)

  13. Du hast es schon selbst erwähnt, den “vorauseilenden Gehorsam” und die “Schere im Kopf”. Das sind für mich u.a. sehr wesentliche Dinge wenn es zu Fragen wie der Auswahl der zu sendenden Nachrichten kommt.

    Mittlerweile nutze ich die “klassischen Medien” (Print, TV) nur noch als Ergänzung zum Netz. Wenn Dinge wie die “Eurorettung” (die keine Rettung des Euros ist), die Probleme in Griechenland, die Demos in Spanien und die EU-Müdigkeit in vielen Ländern aufeinander treffen, dann frage ich mich, “wo ist da der gemeinsame Auslöser?”. Und dem gehe ich nach.

    Redaktionen scheinen da nicht hinzusehen, eben wegen der Schere und dem vorauseilenden Gehorsam.

    • @ostpirat Deine Flucht von den klassischen Medien kann ich nachvollziehen, auch wenn mich das (bin selbst ein Öffi) natürlich schmerzt. Meine Hoffnung: dass es uns gelingt, uns zu modernisieren – und damit meine ich nicht allein unsere technische Ausstattung.

  14. @Inge Danke für die Präzisierung. Vor allem dein Gedanke zur Rolle der BILD-”Zeitung” ist bemerkenswert: Das Blatt ist offensichtlich Teil eines Verlautbarungssystems. Die an das Blatt ‘angeschlossenen’ Medien haben gar keine andere Wahl, als Bild zu zitieren, weil die Redaktionen mittlerweile so dünn besetzt sind, dass die Kollegen selbst bei Inland- Berichterstattung keine 10 Minuten mehr Zeit haben, mal im Munzinger oder anderen Medien die Vita ihrer Gesprächspartner zu recherchieren. Der bereits vor 15 Jahren eingeläutete Prozess, auf den Korrespondentenplatz in Madrid zu verzichten, weil zum Beispiel Mc Kinsey ermittelte, dass aus Madrid nur einmal im Monat dieselben 400 Zeilen kommen, die Lokaljournalisten täglich liefern rächt sich jetzt. Die Verleger haben in ihrem Sparwahn das Tafelsilber iherer Zeitungen geopfert und selbstverständlich auf den Korrespondentenplatz verzichtet. Damit opferten sie freiwillig das Gesicht ihrer Zeitung, die Stimme ihres Senders, das Auge ihrer Bilderstrecke, die jetzt in “einer Hand” konzentriert ist. Von dort wandert die wortgleiche Meldung in hunderte “individueller” Webauftritte. Dass die Rezipienten irgendwann merken, dass all diese “Exklusiven Eilmeldungen” Massenware sind, haben die Verleger wohl heute noch nicht bemerkt. Aber genau dies ist der Kern der Zeitungs- oder besser Verlangskrise. Solange sie nicht getorben sind, werden sie weiter aus BILD und Bunte zitieren und wer politisch was verlautbaren lassen will, bedient dieselben Blätter. Eine mediale Rückkopplung, in der diejenigen, die Twitter und Blogs nicht verstehen oder verstehen dürfen zur Zeit immer schneller rotieren. Zum Schluss bleibt eine Gruppe Überlebender zurück, die qua restriktiver Gesetze versucht, die alten Zustände zu konservieren. Das ist für mich der aktuelle Status Quo.
    @Richard Gutjahr Es ist nicht gottgegeben, dass eine Meldung nicht länger sein darf, als zehn deutsche Hauptsätze. Ihr habt wegen eurer Nähe zum Produkt die besten Chancen, das zu ändern. Schließlich gibt es diese Struktur erst seit Beginn der 90er Jahre. Damals haben sich Rechenkünstler Mc Kinsey durchgesetzt. Damals ahnte aber kaum jemand etwas von den Möglichkeiten des Web. Wird Zeit, dass sich jetzt mal wieder Fachleute der Sache annehmen. Redakteure die wissen was Twitter und AR ist, lassen sich auch von manpulierten Satistiken zur Internetkriminalität nicht instrumentalisieren: http://www.netzpolitik.org/2011/das-internet-wird-immer-schlimmer-aber-innenminister-friedrich-eilt-zur-hilfe
    Natürlich schreibt die BILD das Gegenteil. Aber das ist ja auch ihre Aufgabe.

  15. @Richard

    So habe ich es mir dann auch erklärt, und damit, dass Online mehr Platz für Erklärungen hat und die dortige Redaktion etwas jünger und näher dran ist.

    Aber das muss man schon erst mal schaffen, die Democracia-Real-Bewegung abzufilmen, ohne ein einzigiges Schild zu zeigen, auf dem was von “Demokratie” steht, und ohne das Wort auch nur zu erwähnen (wie die Tagesschau am Wochenende). Muss natürlich nicht böser Wille sein, aber kommt mir eben “spanisch” vor. Der Tagesschauzuschauer hat gelernt: Da demonstrieren sie für Arbeitsplätze. Ob die Protest-Spanier damit zufrieden wären?

  16. wenn es keine ausschreitungen, verletzten und toten gibt ist es uninteressant! strauss-kahn, bin laden und obamas geseier sind wichtigen als soziale forderungen und der ruf nach echter und gerechter demokratie in eines unserer nachbarländer? das spricht für qualitative jurnalistische selektion innerhalb eines ereignisses. das ist auch das problem von euch jurnalisten: ihr jagt ereignissen hinterher und tragt zu deren medialen hochpräsenz bei. vor den anliegen der menschen!!!, die eure artikel lesen sollen verschließt ihr die augen. das sind menschen, lieber herr gutjahr.

    dein artikel und deine vagen erklärungsversuche sprechen mir aus der seele, was ich von dir und deiner korrumpierten zunft zu halten habe. nämlich nichts!

    dein qualitativer medienleuchtturm steht irgendwo am strand des toten meeres.

    • @schulspeisung Gemach, Gemach, lieber Leser. Zunächst einmal war die Verhaftung eines IWF-Chefs sehr wohl eine wichtige Nachricht. Über die Ausführlichkeit lässt sich gewiss streiten – aber nicht um die Meldung und Einordnung als solches. Zum Anderen: Die Mainstream-Medien berichten das ganze Jahr über aus Krisenregionen, aus Libyen, aus Afghanistan, sogar aus Ländern, die aktuell nicht im Fokus stehen (e.g. Sudan). Deshalb sage ich auch: Was wir machen, machen wir professionell und zuverlässig – jedoch haben wir heute mehr Möglichkeiten der Vernetzung und Informationsgewinnung, nutzen diese noch nicht ausreichend.

      Ihren letzten Satz verstehe ich nicht – “dein qualitativer medienleuchtturm steht irgendwo am strand des toten meeres” – soll dieses Bild etwa bedeuten, das Internet sei tot?

  17. lieber richard, in der tat. die mediale zerfleischung von s-k und die damit einhergehende vorverurteilung ist unheimlich wichtig, was nicht zuletzt der massiven medienpräsenz geschuldet ist.
    zu spanien unterstelle ich einfach, das die sogenannte qualitäts- aber auch schafsmedien auf ihr leitmedium und orakel gewartet haben, was nur leider hartnäckig schwieg. unvorstellbar, wie unsere medienlandschaft heute aussehen würde, wenn springer als vorreiter den fokus auf spanien gelenkt hätte. unreflektiert und ungesehen wären viele auf den bildzug mit aufgesprungen. beispiele gibt es dazu viele. mit der ausnahme, dass man bild dann zu spanien wahrheitsgehalt zugestehen müßte. vom politischen standpunkt ist das thema aber nicht mit springer vereinbar. außerdem wäre es mit journalistischer arbeit verbunden, die es bei bild nicht gibt.
    allerdings bin ich von deinen angeführten punkten, die die zeitverzögerte berichterstattung rechtfertigen sollen nicht sonderlich begeistert. allen voran die fehlenden ausschreitungen und anderen vorherrschenden themen, die durch die presse selbst in diesen vordergrund gerückt wurden. das hat nichts mit der qualität und professionalität zu tun, die du hier verteidigst.
    das es den time-lag-effekt gibt und auch bei diesen thema gab, davon bin ich unterrichtet: http://le-bohemien.net/2011/05/18/spaniens-jugend-auf-der-strasse/
    das wird es auch weiterhin geben. die offiziellen mühlen mahlen eben langsamer. daran werden auch temporäre erscheinungen wie facebook und twitter nichts ändern.
    wenn du für dich und deine schreibende zunft in anpruch nimmst, ein medialer leuchtturm der qualität und professionalität in der medien- und datenlandschaft zu sein, dann müßt ihr euch beim thema spanien den vorwurf des versagens gefallen lassen. deshalb steht der leuchtturm am toten meer, welches bekanntlich fast 400m unn liegt.
    sorry, aber so denke ich darüber.
    und nein! das internet ist nicht tod. was denkst du, woher ich meine infos habe. =)

  18. Ich bin ja noch guter Hoffnung, dass einige hier erwähnte Punkte umgesetzt werden. Zum Beispiel wird jetzt nicht mehr genannt: “Sie demonstrieren gegen die Wirtschaftkrise” (in der Wertung so ähnlich, als würde jemand gegen das Wetter demostrieren). Stattdessen hörte ich heute erstmals auch als Begründung “gegen Korruption” und “eine Demonstration junger Leute” ist inzwischen auch aus den Meldungen verschwunden. “Ach, wenn es nur junge Leute betrifft…” denken die Bildzeitungsleser der älteren Generation, “dann hat das mit uns ja wenig zu tun”.
    Danke denjenigen, die auf die Feinheiten der Sprache achten und durch eigene Recherche unfreiwillige oder beabsichtigte Fehlinformationen zu vermeiden helfen.
    Danke an @Richard Gutjahr für dieses Blog und dieses Thema. Ich glaube, dass hier einige Verantwortliche mitlesen und angemessen reagieren. Dann hat sich diese Diskussion schon gelohnt :)

  19. Herr Kollege, da haben Sie in München vielleicht etwas gepennt… ;-)
    Der NDR berichtet seit Beginn der Proteste in Spanien über diese. Ich bin dazu selbst mehrfach ins Rotlicht getreten. Den oft in Blogs bemühten Vergleich zur arabischen Revolution finde ich da sehr weit hergeholt. Die Vorzeichen sind bei diesem Protest anders. Und alle Korrespondenten, die ich dazu gehört habe, haben das in gewohnter Zurückhaltung thematisiert. Aber sie haben darüber berichtet.

    • @Dennis Sulzmann Dann ziehe ich meinen Hut vor dem NDR. Ich muss zugeben, ich sehe / höre den NDR hier unten nur selten. Im Ersten habe ich nichts gesehen. Und was die Korri-Berichte betrifft, so lauten meine Informationen anders.

  20. Ich halte den Umgang der klassischen Medien mit dem Thema Spanien im Großen und Ganzen für angemessen. Das hat vielerlei Gründe:

    Naja….Es ist ja nicht so dass zB die öffentlich Rechtlichen zu wenig Programme hätten um dieser Sache Raum zu widmen. Allein schon die große Spreizung von ARD und ZDF in viele weitere Programme gibt dem keine Rechtfertigung. Hinzu kommt deren Onlineangebote und… … es gab Zeiten da gab es noch um ein vielfaches weniger Raum und Zeit für Medien und es war ähnlich viel los.
    So kanalisiert und im “Gleichschritt” wie in den letzten Jahren, kenne ich die Medien bisher nicht.
    Ich kannte den Spiegel sogar noch als kritischen Magazin.
    Vielleicht erinnert sich noch einer daran.

    Trotz allem, schon mal gut das wir drüber reden.

  21. So viele Wahrheiten in Bezug auf Nachrichtenselektion und den Einfluss der Zeitung mit den 4 Buchstaben. Doch sind es nicht die Medienmacher, die etwas verändern könnten?

    Die Gedanken hier sind zumindest schon viel Wert. Ich habe dazu noch eine weitere Anregung: Wenn unsere Rezeptionskapazität tatsächlich begrenzt ist, dürfen wir dann bei der heutigen Informationsflut immer noch nach den alten medienpsychologischen Mustern Nachrichten produzieren? Bad news are good news – das ist immer noch unser täglicher Antrieb bei der Auswahl der Themen, bei der Gewichtung und beim Publizieren. Ich halte dies längst für überholt und glaube, dass dies ein Grund dafür ist, dass wir so austauschbar geworden sind und unsere Rezipienten verloren haben.

    In diesem Sinne wünsche ich uns Medienmachern für die Zukunft eine Hinwendung zu mehr leidenschaftlichen und redlichen Journalismus.