Richtigstellung: Apple ist gar nicht böse

In einem früheren Blogpost habe ich das iPhone törichterweise als StasiPhone bezeichnet. Jetzt, wo sich Apple erklärt hat, muss ich feststellen: Ich habe mich geirrt – Apple ist gar nicht böse.

Apple-Telefone speichern heimlich die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer, aber nur, um den Service für die Kunden noch besser zu machen! Ein Skandal, dass Apple dieses Spitzen-Feature so lange geheim gehalten hat. Überlegen Sie mal: Wie oft suchen Sie nach Ihrem Schlüsselbund oder wachen mit einem Filmriss auf und wissen nicht mehr, wo Sie den letzten Abend gewesen sind? Ihr iPhone kann es Ihnen sagen, und das sogar noch ein Jahr später auf die Minute genau.

Wie Sie einem vorangegangenen Blogpost entnehmen können, habe ich über Ostern den Test gemacht und mein iPhone ausgelesen (war kinderleicht, die Datei war noch nicht einmal verschlüsselt). Was soll ich sagen: beim Anblick meines Bewegungsprofils auf der Weltkarte war ich schockiert! Schockiert vor allem darüber, was für ein banales Leben ich doch. führe. Während James Bond pro Film gleich mit mehreren Frauen schläft und bis zu fünf Kontinente bereist, tritt mein Lokalisierungs-Punkt das ganze Jahr über weite Strecken auf der Stelle: morgens zur Arbeit und abends wieder zurück. Laaangweilig!

Ich weiß was Sie jetzt denken: Wie sieht denn das aus, wenn ein Sony-Hacker oder die Polizei mit ihrem Bundestrojaner bei mir auf der Festplatte vorbeischaut und feststellen muss, was für eine Schlaftablette ich bin? Eben! Ich habe sofort ein Taxi gerufen und den Fahrer angewiesen, mein iPhone durch die Stadt zu fahren, während ich zuhause fernschaue. Zur Allianz-Arena habe ich ihn geschickt, zum Haus der Kunst und am Abend dann noch in die Staatsoper. Soll einer behaupten, ich sei kein Mann der Kultur!

Das iPhone – bald auch mit weißer Weste (Foto: Apple)

Es gibt Leute, die sind darüber entrüstet, dass Apple heimlich Daten sammelt. Der sympathische Computerkonzern aus Cupertino hat jetzt eine Erklärung abgegeben, die da lautet: Erstens, wir speichern keine Bewegungsprofile und zweitens, wir tun es auch nie wieder. Zudem habe man zu keinem Zeitpunkt Positionsdaten erfasst, sondern lediglich jeden WiFi-Hotspot und Sendemast, an dem ein iPhone-Träger vorbeigeht. Mich hat das überzeugt. Und wer damit nicht zufrieden ist, der soll doch dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. …Wo das ist? – Keine Ahnung. Aber wenn Sie sich angesprochen fühlen, vielleicht wollen Sie ja mein iPhone dorthin mitnehmen?

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19 Gedanken zu “Richtigstellung: Apple ist gar nicht böse

Zitiert von
  1. Mein iPhone ist (k)ein Spyphone – Teil 3 « klardigital

  1. Netter Versuch hier die Appleleuts wieder ins rechte Licht zu bringen.
    Aber das Alles für einen iMac! Nein Danke. (Scherz!)
    Denke, da sollte noch ein wenig mehr aus Cupertino kommen. Oder???
    Spaß beiseite. Die Politik ist hier gefordert, dass eben solche Dinge zukünftig nicht passieren. Ach was sag ich, schon diese hätten nicht passieren dürfen. Denn die Folgen dieser – werden wir wohl nicht mehr (weg) regeln können ……

  2. Bisher ist gibt es keine Anzeichen, dass Apple diese Liste je von den Iphones ausgelesen hat, von daher hatte Apple recht, Sie speichern keine Daten, das tut das Iphone, und diese Daten sind auf dem Backup halt ebenfalls enthalten.
    Natürlich kann es sein, wie Frank Rieger vermutet, dass dieses Feature seine Daten nicht verliert; aufgrund von Lobbying gewisser staatlicher Organe, nur halt schwerlich zu beweisen.
    Jetzt kann man bald das Feature optimal ausschalten und die Speicherdauer wird verkürzt.
    Schaden der reell entstanden ist? ich würd ma sagen 0

    Btw, passend dazu empfehle ich die aktuelle, neue SouthPark Folge zum Ipad und zu Apples AGB.

  3. Und was noch gar nicht bedacht und erwähnt wurde, lieber Richard: Wenn du in die – wie wir aus vielen Fernsehkrimis wissen, vollkommen übliche – Situation kommst, folgende Frage beantworten zu müssen: Was haben Sie Freitag, 21.14 Uhr, vor 27 Wochen gemacht? Dann weißt du und ich und jeder mit I-Phone endlich, wie er eine passable Antwort zustande bringt…

  4. Ich habs ja gesagt (und nein das i imNamen hat nichts mitden Äpfeln zu tun). Das einzig schlimme daran ist, wenn Behörden in den USA (und in Deutschland? Stasi 4.3.2?) ohne gesetzliche Grundlage direkt vom iPhone diese Daten auslesen. Es wundert mich, dass Apple da nicht gegenan geht, weil das nur mit einem Jailbreak “mal eben” möglich ist (welcher auch das Tippen so schön einfacher machen kanm…). Und ich habe schonmal gesagt, ein gewisser, provokanter Spruch, welcher auf Seiten von Chinesen, aber auch bei den Russen häufiger fällt: Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, braucht keine Angst vor gesammelten Daten zu haben.
    Warum ich trotzdem gegen Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner etc. bin: Weil der Staat sich hier etwas herausnimmt, was er, sobald es ein anderer macht, sofort scharf kritisiert und sanktioniert. Ich denke, diesem Standpunkt werden sich einige anschließen können.

  5. … so ist’s recht. Endlich ist der Richard wieder auf der richtigen Seite !-) ! Der Gutjahr als Apple-Kritiker ist so, wie wenn die FDP zur Antiatompartei wird. So gefällst Du uns besser und wir haben Dich wieder lieb! Schau, der liebe Steve gibt uns so schöne Produkte, da kann er auch ein paar Ortsdaten von uns bekommen! Das ist doch das Mindeste!

  6. Tja, wenn das für dich ein ausreichender Grund ist auf ein Handy zu verzichten, leg dir schon mal eine Telefonkarte zu, Münztelefone sind selten geworden.

    Selbst ein einfaches Handy ohne GPS und WLan, also so eins mit dem man nur telefonieren kann, speichert die Funkmasten für einen gewissen Zeitraum.

    Ok, Apple hat eine Löschfunktion vergessen, das ist meiner Meinung nach ganz einfach mit Dummheit oder Schlamperei zu erklären, Böswilligkeit muss ich da noch nicht unterstellen.
    Und lass die Finger von TomTom Navis! Die verkaufen deine Daten an die Polizei.

  7. So, so – Apple hat aus Dummheit oder Schlamperei einfach die Löschfunktion vergessen. Is’ logisch! Wenn die Programmierer bei Apple monatelang an so Software tüfteln, kann das in der Eile der Hektik schon mal vorkommen. Da tun wir jetzt mal keine Mut- und schon gar keine Böswilligkeit unterstellen. Hallo-luja!

    ;-)

  8. Gabriel, wenn die mit den Daten was anfangen wollten, dann würden sie die a) genauer erheben, b) die irgendwohin übermitteln und c) wohl auch mehr Timestamps einbauen statt nur einem pro Ort.

    Was ich aber sicher weiß, ist das ALLE GSM Handys die letzten Funkmasten speichern um eine schnellere Verbindungsaufnahme nach einem Abbruch zu ermöglichen. Üblicherweise sind das die letzten 50, bei Android noch die letzten 200 WLans dazu.
    Beim iPhone scheint es sich um genau das zu handeln, bis auf die Tatsache das es keinen FIFO gibt der alte Einträge löscht.

    Aber ok, meinetwegen ist es ein Verschwörung und Steve jobs der irre Wissenschaftler der die Weltherrschaft übernehmen will. Ich hab kein iPhone, nur ein TomTom und meine Bewegungsdaten helfen der Polizei Radarfallen an profitablen Stellen aufzustellen.

  9. Volker – “Weltherrschaft” ist natürlich Unfug. Ich denke mir, es geht (wie immer) um Moneymaking, denn Bewegungsprofile sind Konsumenten-Profile. Danach kann man gezielt wieder Produkte entwickeln und verhökern.

    Mein obiger Beitrag war übrigens leicht satirisch gedacht. Kam nicht ganz so rüber, denn eine Löschfunktion wird nicht einfach vergessen.

  10. @Carmen: klar ich nehme ja auch mein IPhone mit zu ner Straftat anstatt es zu Hause zu lassen.:-)

    @G.I
    jetzt können wir die Sache mit dem Gonzojournalismus ûberprüfen:-)
    p.s. iPhonetracker geht auch ohne Verbindung des ip zum Mac. Ich vermute es nutzt das backup. Damit könnte man auch länger als 1jahr zurück verfolgen.:-)

  11. Was der Schäuble nicht geschafft hat, macht Apple, Google und Microsoft doch schon seit Jahren. Den Benutzer überwachen, die damit erfassten Daten werden gut aufbereitet an die Werbeindustrie weiterverkauft um anschließend die Kunden zu plagen. Finde ich klasse. :)

  12. ist es denn überhaupt legitim dem Kunden Dienst zu verkaufen von denen er nichts weiß?
    Bei Nahrungsmitteln setzen wir doch auch vermehrt auf die Information was da alles drin ist.

  13. Das Ganze ist kein Skandal. Meines Wissens nach macht das jedes Smartphone gleich welchen Herstellers, bei Android ist Google Latitude integriert. Wenn jemand dein Handy klaut, hat er übrigens auch gleich die Telefonnummern und evt. Adressen aller deiner Freunde.