Richtigstellung: Apple ist gar nicht böse28. April 2011

In einem früheren Blogpost habe ich das iPhone törichterweise als StasiPhone bezeichnet. Jetzt, wo sich Apple erklärt hat, muss ich feststellen: Ich habe mich geirrt – Apple ist gar nicht böse.

Apple-Telefone speichern heimlich die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer, aber nur, um den Service für die Kunden noch besser zu machen! Ein Skandal, dass Apple dieses Spitzen-Feature so lange geheim gehalten hat. Überlegen Sie mal: Wie oft suchen Sie nach Ihrem Schlüsselbund oder wachen mit einem Filmriss auf und wissen nicht mehr, wo Sie den letzten Abend gewesen sind? Ihr iPhone kann es Ihnen sagen, und das sogar noch ein Jahr später auf die Minute genau.

Wie Sie einem vorangegangenen Blogpost entnehmen können, habe ich über Ostern den Test gemacht und mein iPhone ausgelesen (war kinderleicht, die Datei war noch nicht einmal verschlüsselt). Was soll ich sagen: beim Anblick meines Bewegungsprofils auf der Weltkarte war ich schockiert! Schockiert vor allem darüber, was für ein banales Leben ich doch. führe. Während James Bond pro Film gleich mit mehreren Frauen schläft und bis zu fünf Kontinente bereist, tritt mein Lokalisierungs-Punkt das ganze Jahr über weite Strecken auf der Stelle: morgens zur Arbeit und abends wieder zurück. Laaangweilig!

Ich weiß was Sie jetzt denken: Wie sieht denn das aus, wenn ein Sony-Hacker oder die Polizei mit ihrem Bundestrojaner bei mir auf der Festplatte vorbeischaut und feststellen muss, was für eine Schlaftablette ich bin? Eben! Ich habe sofort ein Taxi gerufen und den Fahrer angewiesen, mein iPhone durch die Stadt zu fahren, während ich zuhause fernschaue. Zur Allianz-Arena habe ich ihn geschickt, zum Haus der Kunst und am Abend dann noch in die Staatsoper. Soll einer behaupten, ich sei kein Mann der Kultur!

Das iPhone – bald auch mit weißer Weste (Foto: Apple)

Es gibt Leute, die sind darüber entrüstet, dass Apple heimlich Daten sammelt. Der sympathische Computerkonzern aus Cupertino hat jetzt eine Erklärung abgegeben, die da lautet: Erstens, wir speichern keine Bewegungsprofile und zweitens, wir tun es auch nie wieder. Zudem habe man zu keinem Zeitpunkt Positionsdaten erfasst, sondern lediglich jeden WiFi-Hotspot und Sendemast, an dem ein iPhone-Träger vorbeigeht. Mich hat das überzeugt. Und wer damit nicht zufrieden ist, der soll doch dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. …Wo das ist? – Keine Ahnung. Aber wenn Sie sich angesprochen fühlen, vielleicht wollen Sie ja mein iPhone dorthin mitnehmen?

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18 Kommentare
  1. Daniel schreibt:

    Das Ganze ist kein Skandal. Meines Wissens nach macht das jedes Smartphone gleich welchen Herstellers, bei Android ist Google Latitude integriert. Wenn jemand dein Handy klaut, hat er übrigens auch gleich die Telefonnummern und evt. Adressen aller deiner Freunde.

  2. borgdrone schreibt:

    ist es denn überhaupt legitim dem Kunden Dienst zu verkaufen von denen er nichts weiß?
    Bei Nahrungsmitteln setzen wir doch auch vermehrt auf die Information was da alles drin ist.