Kill Switch – Mein Boykott von Amazon & eBay

Die US-Homeland Security will einen ‘Kill Switch’, eine Vorrichtung, um Teile des Internets auf Knopfdruck lahmzulegen. Dass man keine Bedenken hat, davon auch Gebrauch zu machen, demonstriert Washington jetzt eindrucksvoll beim Feldzug gegen WikiLeaks. Konzerne wie Amazon und eBay erweisen sich dabei als nützliche Erfüllungsgehilfen.

Wie viele von Euch habe ich die Entwicklungen rund um WikiLeaks mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Ich habe Gespräche geführt, mit Kollegen, mit Freunden, mit Vertretern der US-Regierung. Es gibt gute Gründe, die Veröffentlichung von Diplomatenpost zu verurteilen: Da wird die Gefährdung von Informanten ins Feld geführt, oder auf das sensible Gleichgewicht in der arabischen Welt hingewiesen.

Was an diesen Argumenten dran ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Was mich jedoch in der Tat wundert, ist die Tatsache, dass sich alle WikiLeaks-Veröffentlichungen bislang allein auf die USA konzentrieren. Wo bleiben die entsprechenden Berichte aus dem Iran, aus Russland oder aus China? Warum ausgerechnet einen Staat bloßstellen, der nach wie vor zu den offensten Nationen der Welt zählt?

Mein Interview mit Conrad Tribble, US-Generalkonsul in München

Angriff auf die Pressefreiheit

Es ist nachvollziehbar, dass die US-Regierung alles daran setzt, die undichte Stelle in den eigenen Reihen zu überführen und Vorkehrungen zu treffen, dass sich so ein Vorfall nicht all zu schnell wiederholt. Mit Sorge hingegen sehe ich den Umgang mit WikiLeaks. Gegen eine Plattform vorzugehen, deren Verbrechen darin besteht, nicht etwa Lügen zu verbreiten, sondern die Wahrheit, da stimmt irgendetwas nicht.

Die USA üben Druck aus auf Amazon, auf PayPal (seit 2002 Tochter von eBay) und auf andere „Kollaborateure“, verlangen, WikiLeaks von ihren Servern zu verbannen. Müssten sie nicht mit gleicher Vehemenz auch gegen die New York Times, eigentlich gegen die gesamte freie Presse ins Feld ziehen (siehe dazu auch die Erklärung von ‘Reporter ohne Grenzen’)? Denn genau genommen hat WikiLeaks nichts getan, was investigative Journalisten nicht auch tun: gesellschaftlich relevante Informationen sichten, diese zu verifizieren und zu veröffentlichen.

Rap mit Überraschungsgast: ‘The War On Journalism’ . feat. Julian Assange

Ein Kill Switch für das Internet

Washington beruft sich darauf, dass der Informant von WikiLeaks die Depeschen auf illegale Art und Weise erlangt hat. Aber das liegt nun mal in der Natur solcher Papiere! Manch Pulitzer-Preis basiert auf der Verwendung von illegal zugespielten Tonbändern oder Dokumenten.. Was Cablegate von früheren Enthüllungen durch die Presse unterscheidet, ist die schiere Masse an Unterlagen, die WikiLeaks publiziert. Doch das ist weniger der Organisation geschuldet, sondern viel mehr dem technischen Fortschritt.

Eben diesen technischen Fortschritt beklagen viele Machthaber seit geraumer Zeit.. Senator Joseph Lieberman, Vorsitzender des US-Homeland-Security-Ausschusses im Senat, hat diesen Sommer seinen Protecting Cyberspace as a National Asset Act vorgestellt. Ein Gesetz, dass u.a. den US-Präsidenten dazu ermächtigt, Teile des Internets per Knopfdruck lahmzulegen. Wie schnell eine Regierung dazu verleitet sein kann, von einem solchen ‘kill switch’ Gebrauch zu machen, erleben wir aktuell in der WikiLeaks-Debatte.

Joseph Lieberman, Homeland Security Ausschuss, rechtfertigt den Druck auf Amazon

Auch New York Times und Twitter auf Amazon Servern

PayPal und Amazon waschen ihre Hände in Unschuld, berufen sich auf ihre Geschäftsbedingungen. (die offiziellen. Statements von Amazon und von PaypPal zu WikiLeaks). Doch galten diese AGB nicht schon vor Cablegate? Amazon Web Services rühmen sich damit, auch Twitter und die New York Times über ihre Server zu verbreiten. Warum sollte es nach wie vor erlaubt sein, die New York Times über Amazon zu beziehen, nicht aber die zugrundeliegenden Originaldokumente? Warum haben Amazon und eBay im vorauseilenden Gehorsam gehandelt, gibt es doch noch nicht einmal einen ordentlichen Gerichtsbeschluss?. Wenn es sich jemand leisten könnte, einer Regierung die Stirn zu bieten, dann doch wohl zwei global aufgestellte Internet-Konzerne wie Amazon oder eBay.

“Those who would. give up essential. liberty to purchase a little temporary safety deserve neither. liberty nor safety.”

Benjamin Franklin

Weil Amazon keine Kritik auf seiner Facebook-Seite zulässt . und jegliche Kommentare zu Wikileaks sofort löscht, sehe ich nur eine Möglichkeit, Amazon, eBay, aber auch allen Mitbewerbern ein Zeichen zu senden. Ich tue das, indem ich Gebrauch mache von eben diesem freien Internet, das es zu verteidigen gilt – sei es vor Eingriffen durch den Staat oder durch Konzerne. Ich hoffe, Ihr tut es mir gleich und bloggt ebenfalls zu dem Thema – und/oder hinterlasst mir einen Kommentar auf dieser Seite.

Darüberhinaus werde auch ich meine Weihnachtsgeschenke – entgegen meiner Gewohnheit – dieses Jahr nicht bei Amazon kaufen. Genauso, wie ich meinen PayPal-Button von meinen Seiten entfernt habe.

Kindisch? Vielleicht. Aber irgendwo muss man ja ansetzen.

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77 Gedanken zu “Kill Switch – Mein Boykott von Amazon & eBay

Zitiert von
  1. Die Freiheit der Information | thomas@home

  2. Wikileaks: Warum ich Amazon und PayPal nicht boykottiere | teezeh 2.0

  3. Kill Switch – Mein Boykott von Amazon und eBay #wikileaks | G …

  4. Aponaut

  5. Medial Digital» Linktipps Neu » Linktipps zum Wochenstart: Wikileaks Edition

  6. Leseempfehlung (4) | stk

  7. Medienlinks zum Wochenstart: Wikileaks Edition — CARTA

  8. links for 2010-12-06 | Das Textdepot

  9. Bring mir den Kopf von Julian Assange! - Seite 11

  10. Demok.de - Demokratie-Bewegung nimmt Kampf um Wikileaks auf

  11. Elektronischer Verweis vom 06.12.2010 | Schallgrenzen | Blog: Musik & Kultur

  12. Die Woche im Rückspiegel – 49. KW « kadekmedien's Blog

  13. Kill Switch – Mein Boykott von Amazon und eBay #wikileaks | G … | My Wikileaks

  14. » Perlen der Woche: Change Management 2.0, Wikileaks u. P2P, Hilfe zum JMStV und ein Blick in die Glaskugel » Kommunikation – zweinull

  1. Ich rege mich gerade so häufig auf, dass ich gestern beschlossen habe, entgegen den adventlichen Gepflogenheiten, Türchen zu öffnen, eben Türchen zu schließen. Z.B. zu Amazon.
    Es ist nicht nur aktuell die Sache mit WikiLeaks, es hängen ja auch andere Folgen am bequemen, preiswerten Bestellen bei einem Riesen.
    So ist mein “Türchen zu” in diesem Fall ein “Türchen auf” für die kleineren Händler und Geschäfte.
    Und so werde ich die nächste Zeit bei einigen Dingen nachdenken, ob ich die Tür nicht zu mache.

  2. Als bekennender Apple-Fanboy zu sagen “sei es vor Eingriffen durch den Staat oder durch Konzerne.” empfinde ich jetzt als wenig authentisch. Aber das Ist ein anderes Thema.

    Zudem kommt mir ein Punkt in deinen Ausführungen zu kurz, die Konzerne haben Anleger und gewisse Gewinnziele die sie erreichen müssen und agieren weltweit. Wenn ein Kunde geschäftsschädigend ist, fliegt er raus.

    Jens Leschmann von Wikimedia ist ja auch nicht aus Spaß zurückgetreten, sondern weil die reine Verwechslung mit Wikileaks Ihn echte Kunden kostet und somit seine Existenz gefährdet.

    Ob das moralisch in Ordnung geht, darüber lässt sich in der Tat streiten, aber das würde jeder kleine deutsche Handwerksbetrieb so machen. Boykottieren kannst du dennoch, ist ja jedem selbst überlassen. :)

  3. 100 Prozent zustimmung.
    Paypal brauch ich nicht, ebay (die mutter) ist für mich ebenso gestorben. USA Reisepläne gsind ecancelt, weil es Obama nur ein bush mit netterem lächeln ist, amazon war einmal. Man muss sie treffen, wo es weh tut. Denn es geht um mehr, als nur um Wikileaks.

  4. Sehr gut. Boykott ist das einzige was diesen Konzernen schaden kann – wobei „schaden“ hier natürlich sehr relativ ist. Ich hoffe das viele Menschen ihr Konsumverhalten so reflektieren.

    Ich werde auch nicht mehr bei Amazon bestellen, bis dort etwas passiert das nach einem deutlichen Bewusstseinswechsel aussieht.

    Paypal würde ich auch gern boykottieren, aber das kann ich leider nicht ganz.

  5. (ich schieß mir mit meinem Skriptblocker noch selbst ins Knie, jetzt ist mein Kommentar vermutlich im Nirwana. Also noch mal ;-) )

    Ich rege mich in letzter Zeit so häufig auf, dass ich gestern beschlossen habe, entgegen adventlicher Gepflogenheiten, Türchen zu öffnen, eben Türchen zu schließen.
    Beginne mit Amazon, nicht nur wegen WikiLeaks, sondern das bequeme und preiswerte Bestellen bei einem Riesen trägt ja auch andere Folgen. So ist das “Türchen zu” bei Amazon ein “Türchen auf” für die kleineren Händler und Shops.
    So werde ich in den nächsten Tagen bei einigen Dingen überlegen, wo ich die Türe nun konsequent verschließe. Denn, ich stimme zu:
    “Aber irgendwo muss man ja ansetzen.”

  6. Respekt für die Entscheidung, den PayPal Button zu entfernen und nicht bei Amazon einzukaufen. Auch ich werde in Zukunft drauf achten meine Einkäufe soweit wie möglich ist über andere Anbieter abzuwickeln!

    Achja auf der Facebook-Seite von PaypalDeutschland geht es ganz gut zur Sache!

  7. Ich verfolge über Twitter und Blogs, wie das Thema im englischsprachigen Raum rezipiert wird, nach meinem Eindruck schlägt es dort hohe Wellen. Viele “Prominente” (gemeint sind Leute, die mehr Einfluss haben als ein kleiner Blogger) sind schwer enttäuscht von Amazon und PayPal und rufen ebenfalls dazu auf, Feiglinge wie sie zu boykottieren. Das könnte auch ein Selbstläufer werden, weil es “schick” oder “cool” werden könnte, das Internet ist ja die Mem-Maschine schlechthin.

    Ich habe auch den Eindruck, dass sich langsam ernstzunehmender Druck in der dortigen Zivilgesellschaft aufbaut. Man könnte daran denken, dass US-Juristen den Fall prüfen und aufgrund dessen für Wikileaks und Julian Assange eintreten. Die Universitäten (und ihre juristischen Fakultäten) sind meines Wissens auch eher links eingestellt, dürften also dazu neigen, pro Wikileaks zu argumentieren.

    Was PayPal angeht hier eine kleine Galerie neuer PayPal-Buttons:

    http://picasaweb.google.com/AoC4WL/IconsBannersAvatars?feat=directlink#

  8. Warum eigentlich immer Amerika?
    Ich denke, das ist ein Diskreditierungs-Argument der Gegner von Wikileaks, um der Organisation einen Feldzug oder gar persönlichen Rachezug Julian Assanges gegen ausgerechnet das “liberalste” Land zu unterstellen. Die Erklärung von Thomas Haseloff scheint mir plausibel.

    Ein Internet -Shutdown ist eine Horrorvorstellung. An den technischen Umsetzungsmöglichkeiten wird sicher schon lange gebastelt, die Wikileaks-Affäre wird die Bemühungen beschleunigen.

    Auf PayPal oder eBay zu verzichten fällt mir nicht schwer. Nicht mehr bei Amazon zu bestellen? Sehr schwer! Aber auch ich werde meine Weihnachtseinkäufe dieses Jahr woanders erledigen und weiß schon, wofür ich spende!

  9. Fange gerade mit löschen und begründen an. Mir fällt das bei Amazon durchaus schwer, denn ich bin Prime-Kunde und bestimmt für 40 Prozent des deutschen Umsatzes verantwortlich ;-) Aber es ist aus meiner Sicht ein alternativloser Schritt. Werde auch andere inspirieren und die Werbetrommel für kleinere Anbieter rühren. Bei Paypal ist es doch sowieso so, dass man meist eine Alternative hat, die eben ein kleines bisschen unbequemer sind.

  10. Was Wikileaks getan hat soll illegal sein, sagt ein Staat – die USA. Steuersünder CDs in Hehlermanier aufzukaufen soll legal sein – die BRD. Ich lach mich doch nur noch tot! Staatliche Willkür rund um den Globus, von Abchasien bis Zypern. Kapiert es endlich Leute, Bürger waren, sind und werden es immer sein: OPFER. Modern Times, ich vermisse Menschen wie William Wallace, Wilhelm Tell, Che Guevara, etc., denn wir haben keine Zivilcourage mehr, zumindest solang nicht, wie unser Leidensdruck nicht groß genug ist. McDonalds, Malle und Big Brother – erinnert mich immer an Panem & Circenses, damit hatten die Herren Senatoren schon Erfolg – bis es halt mal richtig geknallt hat.

  11. Hallo, danke für diesen Beitrag. Ich habe mich schon gewaltig geärgert, dass ich bereits einiges bei Amazon bestellt hatte für xmas. Ich habe ihnen gleich eine Protest-E-Mail geschrieben vor einigen Tagen, aber keine Antwort erhalten. Ich werde jetzt vorerst nichts mehr dort kaufen. Grüße, Meike

  12. @MacDentist
    Wie Recht Du hast! Unsere Zivilcourage ist so klein, dass viele Blogger schon im Vorfeld des JMSTV den Griffel fallen lassen. Welch heroische Tat…
    Den neuen Che Guevara hat Welt Online übrigens schon ausgemacht ;-)
    “Julian Assange ist der Che Guevara im Internet” meint @weltonline http://on.welt.de/eKmFC6

  13. Richard und viele andere, tut mir leid, dass ich das sagen muss, aber Ihr teilt eine fundamentale Fehleinschätzung: Der grundlegende Unterschied zwischen so manche Papieren, auf deren Basis Journalistinnen Preise erhalten haben und den jüngsten Wikileaks ist, das durch erstere enthüllt wurde, das Regierungen oder Unternehmem kriminell gehandelt haben. Das einzige Verbrechen, das WL bislang gezeigt – nicht aufgedeckt, denn bekannt war es bereits vorher – war die Ermordung von Zivilisten durch die Apache-Besatzung. Weder die Afghanistan- noch die Irakpapiere enthielten für Kenner fundamental Neues, und der aktuelle Klatsch und Tratsch ist auch nicht gerade preiswürdig. Daher ist WL zuallererst nach publizistischen Maßstäben zu beurteilen. Ebenso wie im Übrigen das aktuelle Handeln von Amazon et al. Dass dies grunddämlich ist, muss nicht weiter begründet werden, und ich verstehe jeden, der nun den Anbieter wechselt. Die inhaltliche Bedeutung von WL ist mE dagegen völlig überschätzt, was sich langfristig zeigen wird. Ebenso wie die publizistische Bedeutung von WL ähnlich wie die des 11. September als historischer Wendepunkt bestehen und Wegmarke des öffentlichen Diskurses bleiben wird.

    • @Sascha Ich kann Deine Meinung nicht teilen. Mit ihren nachweislichen Lügen vor den Vereinten Nationen bzgl. angeblicher Massenvernichtungswaffen in Irak, müssen auch die USA sich gefallen lassen, dass man ihren Worten misstraut. Auch was Cablegate angeht, liegst Du meiner Meinung daneben: dass Hillary Clinton UN-Vertreter hat ausspionieren lassen, die Rede ist sogar von biometrischen Daten/DNA, die gesammelt werden sollten, war auch sog. “Kennern”, wie Du sie bezeichnest, nicht bekannt. Von den rund 250.000 Dokumenten sind bislang nur wenige Hundert veröffentlicht worden. Ich würde daher vorschlagen: Abwarten.

    • @Sascha Stoltenow

      Hillary Clinton zitierte Anfang 2010 Präsident Obama in einer Rede über die Freiheit des Internet und die Zensurpolitik Chinas: “…the more freely information flows, the stronger societies become. He spoke about how access to information helps citizens to hold their governments accountable, generates new ideas, and encourages creativity. The United States’ belief in that truth is what brings me here today.”

      Soviel zur Doppelmoral.

  14. Für diejenigen, die Argumente pro Wikileaks suchen (wie Nr. 20 – @Sascha Stoltenow):

    http://sowhyiswikileaksagoodthingagain.com

    Das ist keine Kleinigkeit, was Wikileaks möglich gemacht hat. Und viele subtilere Informationen ergeben sich erst aus der Verknüpfung der schieren Masse von Einzeldokumenten.

    Ebenso ist das ständig wiedergekäute Argument “aber das haben wir doch vorher schon gewusst” ungültig. Es kommt nämlich nicht nur auf die Ahnung oder Wahrscheinlichkeit eines bestimmten tatsächlichen Geschehens an, sondern auch auf Belege. Und das, was Wikileaks bisher geliefert hat, ist unwiderleglich wahr (formal, natürlich kann ein Botschafter sich auch geirrt haben).

    Und auch der Anlass, der Skandal der Veröffentlichung ist nicht nutzlos, denn er schafft jenes Umfeld von Aufmerksamkeit, das Journalisten benötigen, um (auch wirtschaftlich) erfolgreich über die langweiligeren Aspekte berichten zu können. Das ist übrigens auch ein Hintergrund für die bewusste Markenbildung durch Assange und die Ausrichtung von Wikileaks auf seine Person (unabhängig davon, ob das der bessere Weg gewesen ist).

    Dass die Diplomatie eben nicht aus lauter feinen Menschen besteht, ist für viele sehr viel klarer geworden, deshalb hat auch die Veröffentlichung des “Klatsches” seine Berechtigung. Die Alternative zur Veröffentlichung des Klatsches wäre außerdem nicht die Nichtveröffentlichung gewesen: die Medien waren es doch, die sich wie Aasgeier auf subjektive persönliche Einschätzungen deutscher und ausländischer Politiker gestürzt haben. Statt zum Beispiel über neue Erkenntnisse im Fall El-Masri zu berichten:

    http://www.boingboing.net/2010/12/01/wikileaks-and-the-el.html

  15. Wenn ich hier mal anmerken darf:
    Das ist zwar alles ganz löblich aber es wäre schon vorher cool gewesen regionale Händler zu unterstützen statt Amazon und Co.
    Sowas schafft dann sog “Arbeitsplätze” und ja, die werden nicht woanders abgebaut weil erst mal die Synergieeffekte wegfallen.
    Also wenn dann bestellt doch beim Buchhändler ums Eck. Auch diese haben heutzutage Webseiten und Shops

  16. @Richard: mir ist nicht ganz klar, wie Du aus dem, was ich geschrieben habe, herausliest, man solle den USA vertrauen. I am not convinced hat ua Joschka Fischer klar und deutlich gesagt. Daher konkret die Frage: Welche kriminelle Handlungen haben die jüngsten Wikileaks enthüllt, und wie Du schon selbst fragtest: Warum richten sich die Veröffentlichungen primär gegen die USA?

    Und ganz anders: Wo seid all Ihr Aufgeregten bei den permanenten Menschenrechtsverletzungen, die täglich auch ohne Wikileaks publik werden? Lieber Doppelmoral als keine?

  17. zum Post von @Sascha Stoltenow
    Sorry, wenn ich mich da auch noch mal einmische, aber Du hast ja alle angesprochen: Ich halte es auch für falsch, angesichts von einer Viertelmillion Dokumenten, von denen gerade ein paar hundert veröffentlicht wurden, davon zu sprechen, außer Klatsch und Tratsch sei nichts gewesen. Dieser Eindruck musste in Deutschland aufkommen, nachdem der Spiegel auf diesen Tratsch seinen Schwerpunkt legte. Wer beispielsweise den Guardian oder El Pais verfolgt hat, konnte einen ganz anderen Eindruck von der Brisanz der Dokumente erhaschen. Ob der Spiegel das mit seiner geplanten Extraausgabe wieder wettmachen kann, wage ich zu bezweifeln…

    Für mich hat Wikileaks noch eine ganz andere entlarvende Dimension: Wenn öffentlich und ungestraft Politiker, Fernsehkommentatoren und Zeitungskolumnisten zum Mord aufrufen dürfen, Regierungsangestellte dumm gehalten werden (sie dürfen die Dokumente nicht lesen, müssten also auch die Zeitungen konsequenterweise ignorieren) und Studenten mit Hinweis auf ihre Zukunft der Mund verboten wird (keine Links auf Twitter und Facebook), dann wird mir nicht nur Angst und Bange, sondern dann komme ich mir als “Volk” erst so richtig verschaukelt vor, angesichts all der ungestraften Arroganz und Korruption in Wirtschaft und Politik. Ein möglicher Internet-Shutdown: das ist gegen UNS gerichtet…

    Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer, selbst in Deutschland droht die Mittelklasse zu verschwinden. Ich bin beileibe kein Revoluzzer und habe bisher meistens auf der Sonnenseite des Lebens geturnt. Trotzdem glaube ich, dass unsere Weltordnung aus den Fugen geraten ist. Wie soll man es wieder richten?

    Ja, Wikileaks ist richtig gefährlich! Denn ich habe keine Ahnung, was das alles auslösen wird und zu welchem Ende es führen wird. Es hat mit Wikileaks etwas begonnen, das unser bequemes Leben, das die meisten von uns (ich wie gesagt auch) sich eingerichtet haben, erheblich stören könnte. Es reicht dann nicht mehr, seinen Unmut an vielen Dingen durch Nichtwählen zu bekunden, wie es ja offensichtlich im nächsten Superwahljahr 2011 viele vorhaben. Es reicht auch nicht mehr, sich über die unglaubliche Korruption beispielsweise bei der FIFA am Stammtisch aufzuregen und dann zur Tagesordnung überzugehen. Es könnte mehr von uns verlangt werden. Sich einbringen, Verantwortung übernehmen, für Gerechtigkeit kämpfen.

    Klingt vielleicht pathetisch, naiv? Ja nun, dann bin ich das gerne. Und vielleicht, irgendwann: The world will be a better one…
    Wikileaks könnte ein Anfang sein.

  18. Ein Killswitch – das ist so lächerlich. :)
    Ich verstehe das Problem nicht. WikiLeaks hat gegen die AGB von Amazon verstoßen – ob Amazon vom Staat zuvor oder danach hingewiesen worden sei, oder gar erpresst, sei mal dahin gestellt. Fakt ist doch, dass die AGB schon vor dem Upload des WikiLeaks Material bestanden und so eine Verletzung gegen dieselbigen sind.
    Zudem gibt es keinen Grund dass sich Unternehmen in staatliche Affären in den Schmutz ziehen lassen müssen, nur weil die Bürger der Meinung sind. Das ist ein Ding zwischen Politiker, Journalisten und Bürger! Ich lobe Amazon mal, weil sie den Journalisten und Bürgern so lange Zeit einen Platz für diese Dokumenten geboten habe (vielleicht unwissend).. Man weiss übrigends nicht ob vielleicht sogar die DDoS Attacken dann voll auf Amazon ging.
    Ach und mal ganz naiv, wenn auf den deutschen Amazon WS Material gegen unsere Politiker läge – wie schnell denkt ihr dass das weg sei?
    Ich kauf trotzdem bei Amazon und eBay weiter ein – wenn ich an die letzten 10 Jahre denke, war alles immer stets korrekt und zu meiner vollsten Zufriedenheit mit diesen Dienstleistern! Das ist meine eigene Meinung dazu und ich spreche nicht für die Unternehmen, Politiker oder sonstwen!

    • @Otto Fischmann Nichts für ungut – aber ich würde mir als Unternehmen Gedanken machen, ob ich mich von der Regierung derart unter Druck setzen lasse, wie es Lieberman ja selbst zugibt, getan zu haben. Erst ist es WikiLeaks, dann verschwinden die ersten Bücher aus dem Amazon-Regal. Zensur geschieht in den seltensten Fällen über Nacht. Sie breitet sich langsam aus. Der Kill Switch ist nicht meine Erfindung, sondern ein Gesetzentwurf, den die US-Homeland Security im Juni 2010 eingebracht hat.

  19. Ich war bisher auch ein “treuer” (oder eher abhängiger?) Kunde bei Amazon.de – auch wenn 100% des Umsatzes offenbar schon oben durch zwei andere Kunden abgedeckt wurden ;), aber die letzten Tage haben mich davon überzeugt, dass Amazon, Paypal und Ebay einen Denkzettel brauchen. Also: Accounts gelöscht, eingekauft wird woanders, bezahlt halt auf andere Art und Weise. Ist etwas unbequemer vielleicht, aber Inge Seibel hats oben auf den Punkt gebracht: vielleicht ist es die größte Leistung der Cables, dass man aus der üblichen Lethargie gerissen wird und aktiv wird – jeder nach seinen Möglichkeiten. Natürlich mit demokratischen Mitteln, im Gegensatz zu den Wikileaks-Gegnern… und das allereinfachste ist für uns alle, die “APEs” (Amazon, Paypal, Ebay etc.) zu boykottieren. Wohlan, tun wir es!

  20. @Inge

    Woher weisst Du all dies? Und warum bist Du dir jetzt so sicher? Das ist auch nicht naiv, es ist eher hoffend, eine Projektiom auf einen. Ein paar Religionen haben so angefangen.

    Und mit Blick auf meine inhaltliche Feststellung, dass die Wikileaks zu Afghanistan und Irak keine justitiablen Inhalte offenbarten, erhalte ich keine Antwort, ausser der, dass es nun Belege für dieses oder jenes gäbe. Das ist Bullshit, und es ist widerspüchlicher Bullshit, denn es schreibt den von den USA verfertigten Dokumenten eine Beweiskraft zu, die sie angesichts der den USA unterstellten Lügen völlig unplausibel ist. Entweder sie lügen oder nicht. Und wer sagt, nichts sei belegt, der lese zu Irak ua Dexter Filkins.

    Abschließend: Euch ist schon klar, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, Euch ein Geheimnis anzuvertrauen?

    • @gsohn Lese gerade Deinen blogpost. Großartig. Besonders Deine klare Unterscheidung zwischen Personenkult (den ich auch nicht teile) und der Idee eines freien Netzes. Hätte ich gerne geflattrt – kommt der Button noch?

  21. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Wikileaks vorgeworfen wird, sich nur auf die USA zu konzentrieren. Wikileaks publiziert seit fast 4 Jahren und hat im letzten Jahr u.a. den Kundus-Feldjägerreport, sowie große Teile des Mautvertrags zwischen Telekom und Bund publiziert. Beides hat in der deutschen Presse zu Reaktionen geführt, auch wenn Wikileaks in diesem Zusammenhang nicht so oft genannt wurde wie jetzt.

    Ich glaube eher, dass die aktuelle Konzentration auf die USA mehr oder wenig zufällig ist. Wie schon angesprochen, erlaubt nicht jedes Land 2.5 Millionen Menschen Zugriff auf vermeintlich geheime Informationen. Und die große Debatte um die Afghanistan- und Irak-Dokumente ist wohl der Brisanz der Informationen geschuldet. Der wichtigste Faktor ist allerdings die neue Strategie von Wikileaks, Dokumente nicht einfach zu dumpen, sondern sie kontrolliert mit Pressepartnern zu veröffentlichen. Zu dieser neuen Strategie kann man Wikileaks nur gratulieren.

  22. Bei Amazon müsste man konsequenter Weise auch die imdb (Internet Movie Database) und Alexa.com boykottieren (beide gehören Amazon). IMDB bekommt z.B. in Wikipedia unnötig viel Gratis-Werbung durch unzählige Film-Weblinks. Alexa sammelt von Millionen von Webssurfern Daten u.a. durch Alexa toolbar.

    Bei eBay/PayPal gehören auch Skype und Kijiji dazu.

    Und nicht vergessen: EveryDNS (WL Domain gesperrt) gehört DynDNS – also auch boykottieren.

  23. Hi Richard, vielen Dank. Dein Beitrag ist auch nicht von schlechten Eltern! Es geht halt um Prinzipien, Personen sind auswechselbar. Und es ist ja gerade der Trick der Staatsapologeten, aus der ganzen Sache eine Personen-Diskussion zu machen.
    Demnächst kann auch geflattrt werden :-)

  24. “Warum sollte es nach wie vor erlaubt sein, die New York Times über Amazon und PayPal zu beziehen, nicht aber die zugrundeliegenden Originaldokumente? ”
    Weil da ja niemand daran verdient ;) – und die Leute sollen sich doch bitteschön keine eigene Meinung bilden sondern das lieber den fachleuten überlassen – im meinungsbilden sind die nämlich ganz groß.

    Warum die Depeschen betreffs Amerika zuerst veröffentlicht werden? Na ich denke mir, damit die Hexenjagd auf Wikileaks und Julian Assanges sich irgendwie rechtfertigen läßt. Assange hat ja als nächstens russische cables versprochen.

    Die schweizer Post hat übrigens gerade den Assange Verteidigungsfond eingefroren. Seine persönlichen Sparguthaben ebenso wie den Fond.
    http://www.twitlonger.com/show/7bg5kc

  25. Richard,

    ich gebe Dir absolut recht: Zensur fängt nicht über Nacht an. Jetzt wird ein Anbieter auf Druck der Regierung vom Server genommen (als wenn das irgendetwas bringen würde), und als nächstes verschwinden provokative Bücher aus dem Angebot. Das ist alles ziemlich bedenklich.

    Zum Thema Netzneutralität kann ich nur sagen, dass es sie nicht mehr gibt. Ganz langsam werden Inhalte gesperrt oder zu “Premium-Angeboten” gemacht, IP-Adressen gesperrt oder Mobile Bandbreiten gedrosselt (weil man P2P verwendet hat). Das passiert alles schon jetzt und ist nur der Anfang.

    Die Regierungen der Welt und andere Verantwortliche haben Angst, auf welche Ideen der Mensch dank des technischen Fortschrittes kommen kann und schieben nun einen Riegel vor.

    Zum Amazon-Boykott: Ich habe gerade Amazon Prime abgemeldet. Reicht das? Ok, meine restlichen Weihnachtseinkäufe mache ich jetzt nur noch in Brick & Mortar Stores, auch wenn das hier in NY zum absoluten Albtraum werden kann.

    Was macht man nicht alles für die Freiheit?

    • @Marc Labitzky Gratuliere zu dem Schritt – wobei ich ja nicht für immer Amazon abschwöre. Es geht vor allem darum, Freunde, Bekannte und Blogleser für das Thema zu sensibilisieren. Was die Netzneutralität angeht gebe ich Dir recht. Ich denke, da kommen wir zu spät.

  26. Als Wikileaks Ostern das Kriegsverbrechen aufdeckte war ich absolut für diese Aktion. Auch von der neuen Veröffentlichung war ich anfangs begeistert, jedoch kommen mir immer mehr Bedenken über die noch zu erwartenden Informationen. Denn es gibt in Diplomatenkreisen mit Sicherheit auch sehr heikle Informationen, die auch zu einem Krieg führen können oder große Unternehmen in die Knie zwingen können.
    Ob Wikileaks die Grenzen erkennt und diese Dokumente nicht publiziert, wage ich zu bezweifeln.
    Die Zukunft wird zeigen, welche Vorteile und Nachteile für die normale Bevölkerung hat. Allein der Aufwand, der in den Regierungen und anderen aus Steuergeldern bezahlten Organisationen, durch Wikileaks entstanden ist, dürfte in die Milliarden gehen und das ist erst der Anfang.
    Würde ein ähnlicher Informationsaustausch zwischen Ehepartnern stattfinden, so wäre die Scheidungsrate nahezu 100%. Falls durch die Veröffentlichungen “Staatsehen” geschieden werden, kann es auch uns kleine Leute sehr schaden.
    Wie lange das öffentliche Interesse anhält ist auch noch abzuwarten, da wohl der Großteil der Leserschaft sich nicht mehr für diese Informationsquelle interessieren wird.
    Momentan bin ich neutral, also weder pro noch contra wikileaks.

    Gruß
    Norbert

    PS: Würde mich über Leaks von Stuttgart 21 freuen, denn da geht auch vieles nicht mit rechten Dingen zu. Ich jedenfalls fahre nicht mehr mit der DB.

  27. Richard, kannst Du Deine Aussage in der SZ/Jetzt belegen, dass Amazon “einen großen Teil seiner Einnahmen nicht im Kaufhaushandel [generiert], sondern dadurch, dass es Server an Großkunden vermietet”.

    Meines Wissen ist der finanzielle Anteil des IT-Cloud-Betriebs marginal an der Gesamtbilanz und wird nur dadurch medial so aufgebauscht, weil es wenige Konkurrenten gibt, die einen “public cloud” anbieten.

    Grüße
    @ziromr

  28. @Roland Amazon selbst spricht im Zusammenhang mit Amazon Web Services von “explosionsartigem Wachstum” -http://www.guardian.co.uk/technology/2009/mar/26/amazon-adam-selipsky – Unter den 490.000 Kunden (2009) werden u.a. Sun, IBM, Oracle, das Max Planck Institut sowie Twitter genannt. Ironie: auch die New York Times ist dabei – die ein Medienpartner von WikiLeaks bei Cablegate ist. Die NYT wurde aber (noch) nicht abgeschaltet.

  29. @gutjahr: Stimmt. Dann fehlt nur noch die Linkbait-wirksame inszenierung der Hinrichtung Deiner MasterCard. Ich empfehle einen Comic zu: 10 Möglichkeiten seine MasterCard zu vernichten. Vielleicht noch ein VLog dazu ;)

  30. “Was mich jedoch in der Tat wundert, ist die Tatsache, dass sich alle WikiLeaks-Veröffentlichungen bislang allein auf die USA konzentrieren. Wo bleiben die entsprechenden Berichte aus dem Iran, aus Russland oder aus China?”

    Ist eigentlich ganz einfach zu beantworten…der Iran, Russland und China sind halt nicht so “dumm” und behalten belastende Papiere für jedermann zugänglich auf oder solche Informationen werden nur mündlich weitergegeben. Aber so lange die USA das nicht lernen wird es immer wieder Enthüllungen geben – und das ist gut so!

  31. Selbst wenn WikiLeaks nur Klatsch und Tratsch veröffentlicht hätte. Entscheidend für mich ist die Reaktion und die übliche Doppelmoral der durch und durch verkommenen Amis und ihrer willfährigen Erfüllungsgehilfen. Es gibt kein Recht im Unrecht. Was ich zB. China vorwerfe, darf ich selber nicht tun. Wie können die es wagen sich moralisch über Russland zu stellen, die ihre unliebsamen Journalisten noch in guter alter Handarbeit entsorgen.
    Was mich ein bisschen ärgert ist, das mein Boykott so gar keine Wirkung zeigen wird.
    Ich habe die Protagonisten schon vorher nicht/wenig genutzt. Allein das lesen der AGB hat gereicht um sie zu meiden. Was mir Spass macht, ist das nutzen von deren Ressourcen zur Information um dann woanders zu kaufen. Aber meine Welt wird kleiner und unbequemer. Kein Shell wegen der Ermordung von Ken Saro-Wiwa, Keine Müller Milch wegen …(zu lang, zu viel, zu bäh) , Birkenstock, Mercedes, Varta, Nokia, Continental, Lidl jetzt kommt Master Card weg.

  32. Bei der komplizierten Struktur der herrschenden Konzerne ist es schwer, mit seiner bescheidenen Konsummacht den richtigen zu treffen.

    Bei den Dreien dieser Angelegenheiten fiel es mir eigentlich sehr leicht.
    Habe vorhin leichten Herzens meine Konten bei amazon, PayPal und Ebay gelöscht.

  33. Mastercard, Visa, paypal, amazon und ebay sind Quasimonopolisten. Wie sollen die boykottiert werden? Wie wollt Ihr bezahlen, wenn Ihr in USA etwas bestellt? Das klingt mir alles noch viel zu unausgegoren, was ich hier lese.

  34. seit 1993 kann man im Web (www. Lehmanns.de) portofrei Bücher bestellen. Die Datenbank umfasst auch alle lieferbare Bücher aus USA, GB. Linux und OpenSource gabt es zuerst nur hier und viele freie Projekte werden gefördert. Motto: support your local dealer :-)

  35. Hi,

    manche Dinge sind einfacher als man denkt.

    Amazon:
    Es gibt mit http://www.buecher.de einen Shop, der eine echte Alternative zu Amazon ist. Und billiger als bei Amazon ist’s dort sogar auch öfter mal.

    Mastercard/VISA/Paypal:
    Ich bestelle jetzt viele Sachen per Bankabbuchung und das geht auch ganz hervorragend.

    Und ein Boykott muss ja gar nicht absolut und umfassend sein.
    Ich habe den Konzernen per Mail angekündigt und ziehe das auch durch, dass ich die Services nur noch dann in Anspruch nehme, wenn’s nicht anders geht.
    Dann reduziert sich der Umsatz aber immerhin von 1.000 EUR monatlich auf vielleicht nur noch schlappe 100 EUR und das ist in der Menge der Menschen, die das nicht mitmachen wollen, ganz sicher spürbar.

    Die Depesche und Inhalte an sich sind mir total wurscht und interessieren mich nicht die Bohne, weil ich schon lange weiß, das viele Diplomaten und Polititker ausgemachte Schurken und Profi-Lügner sind.

    Aber den Rückfall in Methoden des finsteren Mittelalters mit Ächtung, Vogelfreiheit oder Voodoo-Tod kann man als freiheitlich denkender Mensch nur mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegentreten!

    Der Aufruf zur Ermordung eines weder angeklagten oder gar verurteilten Menschen wie J. Assange durch amerikanische Politiker und andere sind widerwärtig und terroristisch wie die von irgendwelchen abgefuckten Imamen gegen S. Rushdie.

    Reisen in die USA wie vor einiger Zeit nach Hawaii sind für mich jetzt nicht mehr denkbar.

    • @Peter Neumann Danke für Ihre Meinung. Mir geht’s genauso. Einen 100%igen Boykott von Amazon & Co werde ich auch nie durchhalten. Aber es reicht ja schon, die Zahl der Einkäufe zu reduzieren und öfter mal bei der Konkurrenz zu kaufen. Ich selbst bin großer USA-Fan, halte das Land, die Menschen und die Werte, für die man dort eintritt, für bewundernswert. Gerade um letztere mache ich mir in letzter Zeit große sorgen. Fortsetzung folgt.